<!--DEBUG:--><!--DEBUG:dc3-united-states-mix-in-english-pdf-2--><!--DEBUG:--><!--DEBUG:dc3-united-states-mix-in-english-pdf-2--><!--DEBUG-spv-->{"id":1830173,"date":"2021-01-31T23:57:00","date_gmt":"2021-01-31T21:57:00","guid":{"rendered":"http:\/\/nhub.news\/?p=1830173"},"modified":"2021-02-01T00:09:48","modified_gmt":"2021-01-31T22:09:48","slug":"wir-sollten-uns-auf-die-erstimpfungen-konzentrieren","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/nhub.news\/fr\/2021\/01\/wir-sollten-uns-auf-die-erstimpfungen-konzentrieren\/","title":{"rendered":"\u201eWir sollten uns auf die Erstimpfungen konzentrieren\u201c"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><b>Der Charit\u00e9-Immunologe Leif Erik Sander schl\u00e4gt im Interview vor, die zweite Impfdosis zu verschieben. So k\u00f6nnten schneller mehr Menschen gesch\u00fctzt werden.<\/b><br \/>\nHerr Sander, von dem eh schon sehr knappen Gut Impfstoff gegen das Coronavirus werden Vorr\u00e4te abgezwackt, damit die vorgeschriebene zweite Dosis binnen drei Wochen gegeben werden kann. Wieso muss der Impfstoff gegen das Coronavirus zwei Mal verabreicht werden? Das Prozedere beruht auf der Funktionsweise des menschlichen Immunsystems. Dieses besteht aus zwei Armen, dem angeborenen, das generell gegen k\u00f6rperfremde Stoffe vorgeht, und dem erworbenen Immunsystem, das im Laufe des Lebens immer neue Krankheitserreger kennenlernt und sich \u201eeinpr\u00e4gt\u201c, mit welchen speziellen Antik\u00f6rpern oder Zellen man sie am besten bek\u00e4mpft. Um letzteres geht es bei den Impfungen. Nach der ersten Impfung werden einzelne neue Immunzellen gebildet, die den gespritzten Erreger oder seine Teile, also die Antigene, erkennen und bek\u00e4mpfen. Nach der Impfung vermehren sich diese auf den Erreger spezialisierten Zellen und produzieren immer mehr Antik\u00f6rper und T-Zellen. Der Impfschutz entsteht. Mit der zweiten Impfung erh\u00f6ht sich die Zahl der Zellen und der K\u00f6rper verbessert und verfeinert die F\u00e4higkeit der Immunzellen, den Erreger zu erkennen und zu blockieren. Also ist die zweite Dosis eigentlich nur ein \u201eNice to have\u201c, aber nicht zwingend n\u00f6tig? Doch, sie ist sehr wichtig, um einen noch st\u00e4rkeren und vor allem l\u00e4nger anhaltenden Schutz aufzubauen. Das darf man nicht untersch\u00e4tzen. Wir wollen ja nicht warten, bis die Antik\u00f6rper nach der ersten Impfung wieder abfallen, sondern im Gegenteil die Effizienz der Abwehr mit der zweiten Dosis st\u00e4rken. Doch daf\u00fcr ist es nicht zwingend n\u00f6tig, nach exakt drei Wochen die zweite Impfung zu geben. Es ist ausreichend, das innerhalb des durch die St\u00e4ndige Impfkommission (Stiko) empfohlenen Intervalls von drei bis sechs Wochen zu tun. M\u00f6glicherweise bleibt dazu sogar noch mehr Zeit, aber dazu haben wir noch keine guten Daten. Wie erkl\u00e4rt sich der Mindestabstand, der zwischen den beiden Impfungen eingehalten werden muss? F\u00fcr das Durchlaufen der verbessernden Lebenszyklen und damit den Aufbau des Immunschutzes brauchen die Immunzellen ihre Zeit, in der Regel sind das um die zwei bis drei Wochen. Wenn man in diese Verbesserungszyklen zu fr\u00fch mit einer zweiten Impfung hineingeht, erreicht man nicht den gew\u00fcnschten verst\u00e4rkenden Effekt. Die zweite Dosis verpufft ohne wesentlichen zus\u00e4tzlichen Nutzen. In der derzeit laufenden Impfkampagne wird die Zweitimpfung sehr starr nach 21 oder 28 Tagen terminiert. Zu Recht? Dieser Abstand von um die drei Wochen ist der Mindestabstand, aber nicht der exakt einzuhaltende Abstand. Das sagt so auch die Stiko. Dieser Mindestabstand variiert bei den verschiedenen Impfstoffen. Bei Pfizer\/Biontech zum Beispiel sind das 21 Tage, bei Moderna 28 Tage. In den Zulassungsstudien f\u00fcr den Biontech-Impfstoff wurde die Wirkung von Abst\u00e4nden zwischen 21 und bis zu 42 Tagen untersucht. Diese Zeitspanne hat die Stiko \u00fcbernommen f\u00fcr ihre Empfehlung. Was passiert, wenn die man den Drei-Wochen-Abstand verpasst? Immunologisch betrachtet ist bei vielen Impfungen der Effekt der zweiten Dosis sogar h\u00f6her, wenn der Abstand vergr\u00f6\u00dfert wird. Das hat man zum Beispiel bei dem Impfstoff von AstraZeneca beobachtet. Dort wurde zuf\u00e4lligerweise vielen Probanden die zweite Dosis erst nach zw\u00f6lf Wochen verabreicht, weil es zwischenzeitlich Lieferengp\u00e4sse gab. Und bei diesen Probanden stellte man fest, dass die Immunantwort, also die Menge der gebildeten Antik\u00f6rper, h\u00f6her war, als bei den in k\u00fcrzeren Abstand Geimpften. Diesen Effekt kennt man auch von anderen Impfungen, wie der gegen Tetanus oder auch gegen Hepatitis B, wo die dritte Impfung nach einem halben Jahr erfolgt und noch mal einen ordentlichen Boost, also verst\u00e4rkenden Effekt bewirkt.\u201eBereits nach der ersten Dosiswird ein Schutz aufgebaut\u201c Ist die Drei-Wochen-Regel also einfach nur ein Missverst\u00e4ndnis? Leider ja. Am Anfang hatte die Stiko in ihren Empfehlungen tats\u00e4chlich \u201e21 Tage\u201c als Abstand kommuniziert. Sp\u00e4ter wurde das entsprechend der Studienlage ge\u00e4ndert in \u201eab 21 bis 42 Tage\u201c. Doch da war in der praktischen Umsetzung der Impfpl\u00e4ne daraus schon ein quasi Sollabstand von drei Wochen geworden. Deshalb wird bei den meisten Personen, die erste Impfung erhalten haben, relativ starr bereits f\u00fcr drei Wochen sp\u00e4ter ein Termin f\u00fcr die zweite Dosis vergeben. Das ist ja auch nachvollziehbar: Die Menschen haben verstanden, dass gegen das Coronavirus zwei Impfungen in Folge n\u00f6tig sind, und denken, nach der ersten Dosis ist man noch nicht gesch\u00fctzt. Deshalb will man auch so schnell wie m\u00f6glich die zweite Impfung geben. Und das stimmt so nicht? Die Zulassungsstudien zeigen, dass bereits nach der ersten Dosis ein Schutz aufgebaut wird. Es dauert um die zwei Wochen, bis die Immunantwort ausgepr\u00e4gt wird, also gen\u00fcgend Antik\u00f6rper gegen das Coronavirus gebildet wurden. In den Studiendaten kann man gut ernennen, dass nach zw\u00f6lf bis 14 Tagen nach der ersten Impfung die Zahl der Erkrankten unter den erstmals geimpften Probanden nicht mehr wesentlich steigt &#8211; im Gegensatz zur nichtgeimpften Kontrollgruppe. Das best\u00e4tigen auch erste Ergebnisse aus Israel, wo ja bereits eine sehr gro\u00dfe Anzahl von Menschen geimpft ist. Eine Krankenkasse hat die Infektionsraten von mehr als 50.000 ihrer immunisierten Mitglieder mit weiteren 200.000 noch nicht geimpfter Versicherten verglichen. Es zeigte sich, dass am 23. Tag nach der ersten Impfung die Infektionsrate 60 Prozent niedriger war, als bei den Nichtgeimpften. Aber bis dahin kann man folglich trotz Impfung weiterhin an Covid-19 erkranken? Ja, und solche F\u00e4lle wurden ja auch bereits berichtet. Wahrscheinlich ist die Empf\u00e4nglichkeit f\u00fcr eine Corona-Infektion in den zwei Wochen nach der Erstimpfung genauso hoch, wie bei ungeimpften Menschen. Nur hat das eben nichts damit zu tun, ob man schon die zweite Impfdosis erhalten hat oder nicht, sondern einfach nur mit der Zeit, die n\u00f6tig ist, den Impfschutz aufzubauen. W\u00e4re es da nicht sinnvoll, die Zweitimpfungen etwas nach hinten zu stellen und mit den verf\u00fcgbaren Impfdosen zun\u00e4chst einmal so vielen Menschen wie m\u00f6glich die Erstdosis zu verabreichen? Um das noch einmal ganz klar zu sagen: Ich bin nicht daf\u00fcr, die Zweitimpfung wegfallen zu lassen. Sie ist n\u00f6tig, um den vollst\u00e4ndigen Schutz zu erreichen. Aber die genannten Daten aus den Zulassungsstudien und aus Israel machen Mut, dass ein guter Schutz bereits zwei Wochen nach der ersten Impfung entsteht. Deshalb bin ich absolut daf\u00fcr, sich auf die Erstimpfungen zu konzentrieren und m\u00f6glichst vielen Menschen so schnell wie m\u00f6glich einen ersten Schutz zu geben und damit das Risiko von schweren Verl\u00e4ufen von Covid-19, das bei ungesch\u00fctzten Personen besteht, massiv zu verringern. Es lie\u00dfen sich viele Todesf\u00e4lle im Zusammenhang mit dem Coronavirus vermeiden, wenn man den Abstand zur Zweitimpfung streckt. Nun gibt es Experten, die es f\u00fcr riskant halten, die zweite Impfung aufzuschieben. Sie argumentieren, dass nach der ersten Impfung der Schutz noch nicht komplett sei. Dadurch k\u00f6nnten sich besonders resistente Mutanten des Virus durchsetzen und so vielleicht den Impfstoff g\u00e4nzlich unwirksam machen. Diese Bef\u00fcrchtung halte ich f\u00fcr unbegr\u00fcndet. Die bisher aufgetauchten Mutanten des Virus sind in Weltgegenden entstanden, in denen besonders viele Menschen bereits mit dem Coronavirus infiziert waren und eine hohe Zahl von genesenen und damit unterschiedlich stark immunisierten Menschen lebt \u2013 im brasilianischen Manaus zum Beispiel. Offenbar ben\u00f6tigt das Virus einen hohen Durchseuchungsgrad, eine starke Abstufung der Immunit\u00e4t und Zeit, um erfolgreich zu mutieren. Bei den Impfstoffen reden wir ja leider zun\u00e4chst nur von einer relativ geringen Gruppe, so dass sich dadurch meiner Meinung nach keine Mutanten durchsetzen sollten. Au\u00dferdem reden wir ja nur von einer relativ kurzen Zeit, um die man die zweite Impfung verlegen kann. Wie ist das bei Menschen, die von einer Covid-Erkrankung genesen sind, also schon eine gewisse Immunit\u00e4t aufgebaut haben. F\u00fcr sie w\u00e4re die erste Impfung doch eigentlich schon die zweite, oder? Ja, im Prinzip schon. Bei den Genesenen ist die erste Impfung wahrscheinlich schon die Booster-Dosis. Doch werden diese Menschen trotzdem auch die zweite Impfung erhalten, denn die Covid-Immunisierung ist nun mal mit zwei Impfungen zugelassen. Dass die Impfung vor der Erkrankung sch\u00fctzt, wei\u00df man. Unklar ist aber, ob sie auch die \u00dcbertragung von Coronaviren unterbindet, die Geimpften also f\u00fcr nichtgeimpfte Menschen eine Infektionsquelle sein k\u00f6nnen. Wann werden wir dar\u00fcber mehr wissen? Ob Geimpfte infekti\u00f6s sein k\u00f6nnen, wissen wir leider tats\u00e4chlich noch nicht. Aber Untersuchungen dazu laufen bereits seit l\u00e4ngere Zeit, auch an der Charit\u00e9. Diese sind aber sehr kompliziert und zeitaufw\u00e4ndig. Ich sch\u00e4tze, dass es noch ein bis zwei Monate dauern wird, bis wir dazu auf der Grundlage von Studien etwas sagen k\u00f6nnen. Der beste Schutz ist und bleibt aber, dass eine gro\u00dfe Zahl von Menschen geimpft und damit gegen eine Erkrankung gesch\u00fctzt ist, ob sie nun von ungeimpften oder geimpften Menschen \u00fcbertragen wird.<\/p>\n<script>jQuery(function(){jQuery(\".vc_icon_element-icon\").css(\"top\", \"0px\");});<\/script><script>jQuery(function(){jQuery(\"#td_post_ranks\").css(\"height\", \"10px\");});<\/script><script>jQuery(function(){jQuery(\".td-post-content\").find(\"p\").find(\"img\").hide();});<\/script>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Charit\u00e9-Immunologe Leif Erik Sander schl\u00e4gt im Interview vor, die zweite Impfdosis zu verschieben. So k\u00f6nnten schneller mehr Menschen gesch\u00fctzt werden. 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