<!--DEBUG:--><!--DEBUG:dc3-united-states-mix-in-english-pdf-2--><!--DEBUG:--><!--DEBUG:dc3-united-states-mix-in-english-pdf-2--><!--DEBUG-spv-->{"id":1830620,"date":"2021-02-01T11:59:00","date_gmt":"2021-02-01T09:59:00","guid":{"rendered":"http:\/\/nhub.news\/?p=1830620"},"modified":"2021-02-01T12:12:34","modified_gmt":"2021-02-01T10:12:34","slug":"burma-aung-san-suu-kyis-glanz-ist-schon-lange-verblasst","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/nhub.news\/fr\/2021\/02\/burma-aung-san-suu-kyis-glanz-ist-schon-lange-verblasst\/","title":{"rendered":"Burma: Aung San Suu Kyis Glanz ist schon lange verblasst"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><b>Burmas De-facto-Regierungschefin ist am Montag durch das Milit\u00e4r festgesetzt worden. Ihren Status als Verfechterin von Freiheit und Demokratie hat sie schon l\u00e4nger verloren. Zu laut war ihr Schweigen zu\u00a0den Greueltaten der Armee an den muslimischen Rohingya.<\/b><br \/>\nBurmas De-facto-Regierungschefin ist am Montag durch das Milit\u00e4r festgesetzt worden. Ihren Status als Verfechterin von Freiheit und Demokratie hat sie schon l\u00e4nger verloren. Zu laut war ihr Schweigen zu den Greueltaten der Armee an den muslimischen Rohingya. Die burmesische Politikerin Aung San Suu Kyi ist mittlerweile weltweit umstritten. Am Montag wurde sie durch das Milit\u00e4r aus dem Amt gehoben. Aung San Suu Kyi, die Friedensnobelpreistr\u00e4gerin, die f\u00fcr ihre Ideale \u2013 Freiheit und Demokratie \u2013 f\u00fcnfzehn Jahre Hausarrest auf sich genommen hat, ist am Montag w\u00e4hrend des Putsches durch das burmesische Milit\u00e4r, erneut festgesetzt worden. Sie forderte die Bev\u00f6lkerung in einer auf Facebook ver\u00f6ffentlichten Erkl\u00e4rung auf, den Milit\u00e4rputsch nicht hinzunehmen: Die Macht\u00fcbernahme der Armee zeige keinerlei Respekt f\u00fcr die Corona-Pandemie und ziele nur darauf ab, das Land wieder unter eine Milit\u00e4rdiktatur zu stellen. Als De-Facto-Regierungschefin, die bei den Wahlen im November 2020 glanzvoll best\u00e4tigt wurde, wird Suu Kyi wohl eine Weile nicht wirken k\u00f6nnen. Und auch, wenn nun internationale Politiker und Organisationen ihre Freilassung fordern \u2013 ungetr\u00fcbt ist der Blick auf die 75-J\u00e4hrige schon lange nicht mehr.700 000 muslimische Rohingya sind zwischen Herbst 2017 und 2018 aus Burma vom Milit\u00e4r vertrieben worden. Ihre D\u00f6rfer wurden gr\u00f6sstenteils zerst\u00f6rt. Die Chance auf eine R\u00fcckkehr sind bis heute verschwindend klein. Die Uno sprach von \u00abgenozid\u00e4ren Absichten\u00bb der burmesischen Armee und will deren oberste Befehlshaber vor einem internationalen Gericht sehen. Suu Kyi schwieg w\u00e4hrend der Vertreibungsphase und auch sp\u00e4ter. Oder verteidigte gar die Milit\u00e4rs, gegen die sie jahrelang gek\u00e4mpft hat. Stetig wuchs in den vergangenen drei Jahren die Kritik an der burmesischen Aussenministerin, die bis zum Milit\u00e4rputsch de facto auch als Staatschefin waltete und die zivilen Z\u00fcgel der Regierung in der Hauptstadt Naypyidaw in den H\u00e4nden hielt. Zu den Ersten, die Suu Kyis Rolle bem\u00e4ngelten, z\u00e4hlten muslimische L\u00e4nder, die mit ihren Glaubensbr\u00fcdern mitf\u00fchlten. Allen voran die T\u00fcrkei.2018 entzog Kanada der burmesischen Politikerin die 2007 verliehene Ehrenb\u00fcrgerschaft. Sinneswandel in New York Doch selbst in ihrer Nachbarschaft kam die \u00abLady\u00bb, wie die Friedensnobelpreistr\u00e4gerin respektvoll genannt wird, verst\u00e4rkt unter Beschuss. In der Assoziation s\u00fcdostasiatischer Staaten (Asean), wo das Prinzip der Nichteinmischung hochgehalten wird, verblasste ihr Image zunehmend. Einzelne Politiker pochten darauf, dass die Verantwortlichen der Massaker zur Rechenschaft gezogen werden. Singapurs Aussenminister Vivian Balakrishnan nannte die Situation der Rohingya eine \u00abvon Menschenhand verursachte humanit\u00e4re Katastrophe\u00bb. Aung San Suu Kyi h\u00e4lt 2012 eine Ansprache in Oslo, als sie den Friedensnobelpreis entgegennimmt, der ihr bereits 1991 verliehen worden war. Selbst als die Vertreibung der Rohingya schon bestens bekannt und dokumentiert waren, blieben die T\u00f6ne im s\u00fcdostasiatischen Raum zuweilen fast irritierend konziliant: Balakrishnan bezeichnete Burma \u00f6ffentlich zun\u00e4chst jeweils als einen \u00abPartner in Not\u00bb, der auf die Hilfe der Asean-L\u00e4nder z\u00e4hlen k\u00f6nne. Thailand ging noch tiefer in die Knie: Im Februar 2018 verlieh das K\u00f6nigreich dem burmesischen Armeechef Min Aung Hlaing gar einen Ritterorden. Selbst Indonesien, das bev\u00f6lkerungsreichste muslimische Land (und Primus inter Pares der Asean), hielt sich geradezu auffallend mit Kritik zur\u00fcck. Der Sinneswandel schien am 28. September 2018 in New York am Rande der Uno-Vollversammlung stattgefunden zu haben, als sich die Asean-L\u00e4nder zu einer informellen Sitzung trafen. Als Wortf\u00fchrer tat sich Malaysia hervor. Kuala Lumpur hatte schon fr\u00fcher Burmas F\u00fchrung ins Gewissen geredet. Unter dem neuen Regierungschef Mahathir Mohammad, der in New York anwesend war, wurde die Kritik nun direkter: Als Aung San Suu Kyi unter Hausarrest gestanden sei, h\u00e4tten sich Burmas Asean-Partner um ihre Freilassung bem\u00fcht. Jetzt beantworte Suu Kyi nicht einmal seine pers\u00f6nlichen Briefe, beklagte sich der 93-J\u00e4hrige. Mahathirs Schlussfolgerung: Seit Suu Kyi an der Macht ist, hat sie sich ver\u00e4ndert. Eine Ikone wie Mandela Als die \u00abLady\u00bb 2010 nach ihrem zwanzigj\u00e4hrigen Kampf gegen die Gener\u00e4le endlich ihre Freiheit wiedererlangte, lag ihr Burma zu F\u00fcssen. International war Suu Kyi eine verehrte Ikone; ihr Ansehen jenem von Nelson Mandela ebenb\u00fcrtig. Doch das Bild \u00e4ndert sich nach ihrer Regierungs\u00fcbernahme im Fr\u00fchjahr 2016. Mit ihrem stoischen Schweigen zur menschlichen Trag\u00f6die im Teilstaat Rakhine und ihrer expliziten R\u00fcckendeckung f\u00fcr die Milit\u00e4rs zerbr\u00f6ckelt das makellose Bild, das die Welt von ihr hatte. Auch bei Burmas Minderheiten, als deren Advokatin sie lange (wohl miss)verstanden wurde, ist ihr Stern verblasst. Da war sie noch die grosse Hoffnungstr\u00e4gerin: Aung San Suu Kyi spricht 2010 mit Reportern \u2013 \u00fcber das Tor ihres Hauses in Yangon, wo sie f\u00fcnfzehn Jahre unter Hausarrest lebte. (Bild: Nyein Chan Naing \/ EPA) Trotzdem wirkt die Tochter des Unabh\u00e4ngigkeitsk\u00e4mpfers General Aung San an internationalen Veranstaltungen noch als Magnet \u2013 auch am Asean-Treffen des World Economic Forum (WEF) in Hanoi stahl sie im September 2018 allen die Show. Doch das Image der \u00abLady\u00bb ist so ramponiert, dass sie zu der Zeit gar Kritik von absurder Seite nicht einfach von der Hand weisen konnte. So versuchte der kambodschanische Machthaber Hun Sen, der sich damals mit allen undemokratischen Tricks die Wiederwahl gesichert hatte, mit einem Seitenhieb gegen Suu Kyi von Kritik an sich selber abzulenken. Im gleichen Raum s\u00e4ssen ja auch Personen, die einer Regierung angeh\u00f6rten, die des Genozids beschuldigt werde, meinte er giftig. Aung San Suu Kyi sass gleich neben ihm. Blossgestellt. Alleingelassen. Den Nobelpreis kann sie behalten Angesichts der 2018 anhaltenden Rufe, dass ihr der Nobelpreis aberkannt werden solle, meldete sich damals der Vorsitzende der Nobelstiftung zu Wort. Das Verhalten der Preistr\u00e4gerin sei zwar \u00abbedauernswert\u00bb, sagte Lars Heikensten, doch den Nobelpreis werde man ihr nicht absprechen. Denn ein solches Verfahren sei nicht vorgesehen. Und mit einem Pr\u00e4zedenzfall m\u00fcsste man die sp\u00e4teren Handlungen aller Preistr\u00e4ger hinterfragen. Die thail\u00e4ndische Zeitung \u00abThe Nation\u00bb kommentierte k\u00fchl, dass eine Aberkennung unn\u00f6tig sei: Die \u00d6ffentlichkeit habe ihr Urteil l\u00e4ngst gef\u00e4llt. Gleichzeitig ermahnte die Zeitung ihre eigene Regierung, ihren stillen Schulterschluss mit den burmesischen Gener\u00e4len angesichts der schweren Verbrechen an den Rohingya zu \u00fcberdenken. Nat\u00fcrlich stellt sich die Frage, ob der Nobelpreis verdient war, auch bei anderen Preistr\u00e4gern, etwa bei Barack Obama, der die Auszeichnung in seinem ersten Amtsjahr erhielt. Aber bei keinem Laureaten war der Imagezerfall so rasant wie bei Aung San Suu Kyi. Sie muss mit dem Vorwurf leben, sich zur Komplizin einer Clique von Gener\u00e4len gemacht zu haben, die f\u00fcr ihre Menschenrechtsverletzungen eigentlich vor den Internationalen Strafgerichtshof geh\u00f6rt. Daran \u00e4ndert sich auch dadurch kaum etwas, dass sie jetzt von genau diesen Milit\u00e4rs weggeputsch wurde.<\/p>\n<script>jQuery(function(){jQuery(\".vc_icon_element-icon\").css(\"top\", \"0px\");});<\/script><script>jQuery(function(){jQuery(\"#td_post_ranks\").css(\"height\", \"10px\");});<\/script><script>jQuery(function(){jQuery(\".td-post-content\").find(\"p\").find(\"img\").hide();});<\/script>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Burmas De-facto-Regierungschefin ist am Montag durch das Milit\u00e4r festgesetzt worden. Ihren Status als Verfechterin von Freiheit und Demokratie hat sie schon l\u00e4nger verloren. Zu laut war ihr Schweigen zu\u00a0den Greueltaten der Armee an den muslimischen Rohingya. Burmas De-facto-Regierungschefin ist am Montag durch das Milit\u00e4r festgesetzt worden. 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