<!--DEBUG:--><!--DEBUG:dc3-united-states-mix-in-english-pdf-2--><!--DEBUG:--><!--DEBUG:dc3-united-states-mix-in-english-pdf-2--><!--DEBUG-spv-->{"id":1831064,"date":"2021-02-02T01:29:00","date_gmt":"2021-02-01T23:29:00","guid":{"rendered":"http:\/\/nhub.news\/?p=1831064"},"modified":"2021-02-02T06:08:02","modified_gmt":"2021-02-02T04:08:02","slug":"das-kind-ist-im-brunnen-mauern-wir-ihn-zu","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/nhub.news\/fr\/2021\/02\/das-kind-ist-im-brunnen-mauern-wir-ihn-zu\/","title":{"rendered":"Das Kind ist im Brunnen, mauern wir ihn zu!"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><b>Nein, der Impfgipfel war kein Durchbruch zu einer schnelleren Impfstofflieferung. Schlimmer noch: Eine Aufarbeitung bisheriger Fehler ist ausgeblieben. Die auf den ersten Blick mageren Ergebnisse geben aber Hoffnung, dass Bund und L\u00e4nder es im zweiten Quartal besser machen.<\/b><br \/>\nNein, der Impfgipfel war kein Durchbruch zu einer schnelleren Impfstofflieferung. Schlimmer noch: Eine Aufarbeitung bisheriger Fehler ist ausgeblieben. Die auf den ersten Blick mageren Ergebnisse geben aber Hoffnung, dass Bund und L\u00e4nder es im zweiten Quartal besser machen. Das ist schon ern\u00fcchternd: Da kommen alle Verantwortlichen f\u00fcr eines der wichtigsten Projekte der j\u00fcngeren deutschen Geschichte &#8211; die Durchimpfung des Landes im Kampf gegen die Corona-Pandemie &#8211; zusammen und am Ende ist vor allem Schulterklopfen zu vernehmen. Dabei gab es f\u00fcr diesen Impfgipfel doch nur einen Grund. N\u00e4mlich den, dass die lange herbeigesehnte Impfkampagne mindestens entt\u00e4uschend angelaufen ist. Und zwar weil alle Beteiligten, die Hersteller, die einkaufende EU-Kommission, die koordinierende Bundesregierung und die umsetzenden L\u00e4nder, den berechtigten Erwartungen der \u00d6ffentlichkeit nicht gerecht geworden sind. Doch am Ende eines langen Nachmittags setzen sich die Bundeskanzlerin und die Vorsitzenden der Ministerpr\u00e4sidentenkonferenz vor die Kameras und k\u00f6nnen nicht einen einzigen Fehler ausmachen. Dass der Einzelk\u00e4mpfer Gro\u00dfbritannien in Relation zur Bev\u00f6lkerung ein Vielfaches von dem beschaffen konnte, was die Weltwirtschaftsmacht EU an Impfmitteln erhalten hat? Br\u00fcssel war halt vorsichtiger und das ist ja auch nicht schlecht, sagt Merkel sinngem\u00e4\u00df. Dass politisch vielleicht nicht alles f\u00fcr mehr Produktionskapazit\u00e4ten bei den Herstellern unternommen wurde? Viel mehr w\u00e4re auch mit Geld nicht zu machen gewesen, erkl\u00e4rten die Unternehmen laut Bundeskanzlerin auf dem Gipfel. Dass Experten und Praktiker immer wieder Zweifel an der starren Priorisierung der zu Impfenden anmelden? An den Empfehlungen der St\u00e4ndigen Impfkommission werde nicht ger\u00fcttelt, stellt Merkel ohne weitere Erl\u00e4uterung fest. Dass die Organisation der Impfterminvergabe f\u00fcr die \u00c4lteren oft eine Zumutung ist? Ist L\u00e4ndersache, sagt die Kanzlerin. Und in Berlin laufe es eh super, stellt der Regierende B\u00fcrgermeister Michael M\u00fcller fest. Auf Vorschl\u00e4ge von Opposition und Wirtschaftsexperten, finanzielle Anreize f\u00fcr fr\u00fchere Lieferungen zu setzen, gehen Merkel, M\u00fcller und Bayerns Ministerpr\u00e4sident Markus S\u00f6der ebenso wenig ein wie auf \u00dcberlegungen, dass der Staat die Patente f\u00fcr die Impfmittel aussetzen k\u00f6nnte, damit weitere Unternehmen in die Produktion einsteigen. Dass mehr Klinikpersonal nun doch fr\u00fcher an Impfmittel kommt, besorgt voraussichtlich die nicht gesicherte Vertr\u00e4glichkeit des Astrazeneca-Mittels bei \u00c4lteren. Und weil mit Ausnahme der AfD jede Bundestagspartei an Landesregierungen beteiligt ist, h\u00e4lt sich die politische Emp\u00f6rung \u00fcber die Impfterminvergabe ebenfalls in Grenzen. Nein, dieser Gipfel hat weder zu einer Abrechnung mit den Fehlern der Vergangenheit gef\u00fchrt noch zu einem grunds\u00e4tzichen \u00dcberdenken der laufenden Strategie. Dennoch war es gut, dass es diesen Gipfel gab. Denn dass der Impfstart nicht optimal gelaufen ist, gestehen die Verantwortlichen zwischen den Zeilen sehr wohl ein. Die Bundesregierung will fortan die Hersteller mehr unterst\u00fctzen bei der L\u00f6sung von Lieferengp\u00e4ssen bei Chemikalien und Produktionszubeh\u00f6r. Merkel t\u00f6nt gar, an Geld werde es da nicht fehlen. Nur Geld war ja auch zuvor schon vorhanden, der Austausch mit den produzierenden Unternehmen aber offenbar nicht. Das wirft Fragen auf, insbesondere an Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, dessen \u00ab\u00a0exzellente Arbeit\u00a0\u00bb Merkel sicherheitshalber lobt &#8211; ohne zu bestreiten, dass sie das Impfen nun zur \u00ab\u00a0Chefsache\u00a0\u00bb erhoben habe. (So schrieb es S\u00f6der der Kanzlerin zu, w\u00e4hrend M\u00fcller den Gipfel als SPD-Initiative pries &#8211; man merkt, die Bundestagswahl naht.) Noch mehr Einsicht, dass das erste Quartal nach Zulassung des Biontech-Impfstoffs nicht gut genutzt wurde, spricht aber aus dem Beschluss eines nationalen Impfplans. S\u00f6der spricht davon, eine \u00ab\u00a0Plattform zu entwickeln, wo wir uns abstimmen und auch versuchen, da mehr Plan und Struktur hereinzubringen\u00a0\u00bb. Was er damit einr\u00e4umt: An ebenjenem Plan und Struktur hat es bislang gemangelt. Bund und L\u00e4nder w\u00e4ren mit ihren bisherigen Vorbereitungen wohl gr\u00fcndlich blamiert, w\u00fcrden die Hersteller jetzt schon ein Vielfaches an Impfmitteln ausliefern. F\u00fcr deren massenhafte Verimpfung besteht n\u00e4mlich weiterhin kein detaillierter Plan. Merkel und S\u00f6der bekunden ihr Vertrauen, dass 450 Impfzentren und die Struktur der Haus\u00e4rzte es schon richten werden. Doch das gilt erst, wenn so viele Dosen zur Verf\u00fcgung stehen, dass bei den noch nicht Geimpften gar keine Priorisierung mehr vorgenommen werden muss. Und wenn die Impfmittel K\u00fchlschrank-kalt gelagert werden k\u00f6nnen. Davon aber ist Deutschland noch Monate entfernt. So ist der Beschluss eines Impfplans die wenig spektakul\u00e4re, aber dennoch ermutigende Einsicht, dass das zweite und dritte Quartal des Impfjahres 2021 deutlich besser vorbereitet sein m\u00fcssen als das erste. Sich darauf zu konzentrieren, ist momentan allemal wichtiger, als sich an Dingen abzuarbeiten, die nicht mehr zu \u00e4ndern sind. Oder anders ausgedr\u00fcckt: Das erste Kind ist im Brunnen, noch ein weiteres darf keinesfalls hineinfallen.<\/p>\n<script>jQuery(function(){jQuery(\".vc_icon_element-icon\").css(\"top\", \"0px\");});<\/script><script>jQuery(function(){jQuery(\"#td_post_ranks\").css(\"height\", \"10px\");});<\/script><script>jQuery(function(){jQuery(\".td-post-content\").find(\"p\").find(\"img\").hide();});<\/script>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nein, der Impfgipfel war kein Durchbruch zu einer schnelleren Impfstofflieferung. Schlimmer noch: Eine Aufarbeitung bisheriger Fehler ist ausgeblieben. Die auf den ersten Blick mageren Ergebnisse geben aber Hoffnung, dass Bund und L\u00e4nder es im zweiten Quartal besser machen. Nein, der Impfgipfel war kein Durchbruch zu einer schnelleren Impfstofflieferung. 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