<!--DEBUG:--><!--DEBUG:dc3-deutschland-mix-in-german-pdf-2--><!--DEBUG:--><!--DEBUG:dc3-deutschland-mix-in-german-pdf-2--><!--DEBUG-spv-->{"id":1935910,"date":"2021-06-30T20:53:00","date_gmt":"2021-06-30T18:53:00","guid":{"rendered":"http:\/\/nhub.news\/?p=1935910"},"modified":"2021-06-30T23:09:00","modified_gmt":"2021-06-30T21:09:00","slug":"vorwurfe-gegen-baerbock","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/nhub.news\/fr\/2021\/06\/vorwurfe-gegen-baerbock\/","title":{"rendered":"Vorw\u00fcrfe gegen Baerbock"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><b>Die Gr\u00fcnen reagieren heftig auf Plagiatsvorw\u00fcrfe gegen Annalena Baerbock. Partei und Kandidatin f\u00fchlen sich ungerecht behandelt. Aber der Umgang mit der Kritik birgt Gefahren.<\/b><br \/>\nDie Lage ist in kurzer Zeit ziemlich eskaliert: Plagiatsvorw\u00fcrfe gegen die gr\u00fcne Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock. Der Aufruf des Wahlkampfchefs an die Mitglieder und Unterst\u00fctzer, sie in Schutz zu nehmen. Die Behauptung, es laufe eine\u00bbRufmord\u00ab-Kampagne gegen Baerbock. Ein Statement eines bekannten Medienanwalts. Zorn \u00fcber eine\u00bbTagesschau\u00ab-Meldung dar\u00fcber, ausgerechnet w\u00e4hrend des EM-Achtelfinales England-Deutschland, als gef\u00fchlt das halbe Land vor dem Fernseher sa\u00df. Am Tag danach ist etwas Zeit, sich umzuh\u00f6ren in einer aufgeregten, einer verletzten Partei. Etwas Ruhe, die Lage zu sortieren. Zur\u00fcckzuschauen und nach vorn zu schauen in die verbleibenden drei Wahlkampfmonate. Was genau war das nun? Und was genau wird daraus? Gr\u00fcner Zorn und Frust Wer mit Gr\u00fcnen an diesem Mittwoch spricht, dem begegnet zun\u00e4chst immer wieder dieses Gef\u00fchl: Frust. Man sp\u00fcrt, da sind einige richtig sauer. Die Geschichte, die nun von Parteimitgliedern immer wieder in Variationen erz\u00e4hlt wird, handelt von einer Kampagne, nicht gesteuert, aber betrieben von Menschen, die den Gr\u00fcnen schaden wollen. Von l\u00e4ppischen oder gar unbegr\u00fcndeten Vorw\u00fcrfen, die von Medien \u00fcberm\u00e4\u00dfig ausgestellt werden. Von einer \u00fcberkritischen Auseinandersetzung mit ihrer Spitzenkandidatin. Ob irgendwen interessiert habe, dass Olaf Scholz dem falschen israelischen Politiker zur Wahl als Premierminister gratuliert hat? Ob es irgendwen gek\u00fcmmert habe, dass auch in Armin Laschets Lebenslauf Fehler und Ungenauigkeiten waren? \u00bbWir sind eine Bedrohung f\u00fcr bestehende Strukturen, und daf\u00fcr werden wir unter Feuer genommen\u00ab, sagt ein Gr\u00fcner, der schon einige Wahlk\u00e4mpfe erlebt hat. Andere formulieren es bewegter. Je nach Erfahrung und Gem\u00fct wird die Analyse sehr n\u00fcchtern vorgetragen oder sehr emp\u00f6rt. Und entt\u00e4uscht. Nicht immer ist ganz klar, gegen wen sich die Vorw\u00fcrfe \u00fcberhaupt richten. Gegen den Plagiatsj\u00e4ger, dem vorgehalten wurde, er arbeite gegen Geld, was unterstellt, er arbeite f\u00fcr dubiose Auftraggeber? Der \u00f6sterreichische Medienwissenschaftler Stefan Weber bestreitet das vehement. Gegen die Union, die allenfalls an zweiter, dritter oder vierter Stelle im Skandalisierungsprozess eingegriffen hat? Gegen Medien, die \u00fcber die Vorw\u00fcrfe berichten? Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende im Bundestag, Konstantin von Notz, f\u00fchlte ich jedenfalls zu einem Tweet veranlasst, der wohl als Appell verstanden werden muss, sich mit offensiver Medienkritik zur\u00fcckzuhalten:\u00bbDie Presse in Deutschland ist frei und kritisch \u2013 und b\u00fcrstet manchmal hart gegen den Strich. Und das ist gut so. \u00ab Es herrscht das Gef\u00fchl vor, dass man sich lange genug hat herumschubsen lassen. Dass es nun Zeit ist, ein Zeichen zu setzen, klarzustellen: von jetzt an wehren wir uns. Nicht, um damit Sympathien zu gewinnen, aber vielleicht die eigene Basis zu sammeln und ein Unentschieden zu erk\u00e4mpfen. So wurde es gemacht, so soll es weitergehen. Die einen tun es offensiv, froh, endlich die \u00c4rmel hochzukrempeln, nicht immer einfach stoisch einzustecken. Die anderen sehen darin lediglich eine strategische Notwendigkeit, weil man nicht beliebig oft den reuigen S\u00fcnder abgeben kann. Nicht alle finden es gl\u00fccklich, dass so offensiv von\u00bbRufmord\u00ab die Rede war. Offene Kritik an der Kandidatin aber ist nicht zu vernehmen. Erstmals Kokolores Die erste Reaktion der Gr\u00fcnen unterschied sich aber vor allem an einer zentralen Stelle vom Umgang mit Vorw\u00fcrfen bisher im Wahlkampf. Bislang ordneten Gr\u00fcne ein, wo Vorw\u00fcrfe falsch waren oder die sie f\u00fcr l\u00e4sslich hielten, r\u00e4umten aber ein, was f\u00fcr jeden als unsauber zu erkennen war. Diesmal bleiben nicht alle, aber viele Gr\u00fcne auch am Tag danach und auch in vertraulichen Gespr\u00e4chen bei der Version, Baerbock habe keine Urheberrechtsverletzung begangen und allgemein zug\u00e4ngliche Fakten wiedergegeben. Die auff\u00e4llige Gleichheit von Formulierungen an mehr als nur zwei, drei Stellen? Werden \u00fcbergangen. Die Gr\u00fcnen, die bisher auf offensichtlichen Kokolores verzichteten, versuchen jetzt, der \u00d6ffentlichkeit eine Rose f\u00fcr eine Sonnenblume vorzumachen. Als sei es albern, \u00fcberhaupt anzunehmen, man k\u00f6nne bestimmte Passagen, die vor allem Fakten referieren, kopieren. Als k\u00f6nne da nichts sein, nur weil es nicht dramatisch ist. Als m\u00fcsse sich Baerbock aus reiner B\u00f6sartigkeit der Welt erkl\u00e4ren. Als gehe es nur um antigr\u00fcne, um frauenfeindliche oder um pers\u00f6nliche Attacken. Der ehemalige Parteichef Reinhard B\u00fctikofer schrieb auf Twitter:\u00bbDer rechte Propagandakrieg\u00ab ziehe substanzlose Vorw\u00fcrfe gegen Baerbock hoch. Das eine ist, sich als Partei der gegenseitigen Loyalit\u00e4t zu versichern. Das andere, sich in eine Ecke zu man\u00f6vrieren, indem man behauptet, eine Rose sei eine Sonnenblume. Leichter wird es dadurch nicht, sich k\u00fcnftig wieder f\u00fcr Offenheit, Verletzlichkeit und Transparenz zu entscheiden, die diesen gr\u00fcnen Wahlkampf so lange unterschieden haben von vielen anderen Kampagnen. Leichter wird es auch nicht, Menschen zu erreichen, die der Partei nicht sowieso schon sehr nahestehen. Und das war ja eigentlich mal der Plan. Dabei scheint die Grundentscheidung, dagegenzuhalten, bewusst getroffen worden zu sein, dieses Bild formt sich in einer Reihe von Gespr\u00e4chen. Die Dynamik, die Heftigkeit und der Ton scheinen sich aber eher ergeben zu haben. An einer wichtigen Stelle gehen die Gr\u00fcnen allerdings weniger weit, als die erste Reaktion vermuten lie\u00df. Der Medienanwalt Christian Schertz, dessen Einsch\u00e4tzung und Bewertung die Gr\u00fcnen zun\u00e4chst \u00f6ffentlich machten, hat offensichtlich bislang nur beratende Funktion. Rechtliche Schritte gegen den Plagiatsj\u00e4ger Stefan Weber haben die Gr\u00fcnen bisher nach SPIEGEL-Informationen nicht eingeleitet \u2013 und sie haben es auch nicht vor. Raus aus der Krise? Aus alldem ergeben sich zwei zentrale Fragen. Erstens, ob das alles etwas bringt. Zweitens, was das f\u00fcr den Wahlkampf hei\u00dft. Der Plagiatssucher Weber teilt auf Anfrage mit, er habe durch systematische Google-Suche noch vier weitere Stellen gefunden, die Suche dauere an und er rechne damit, dass er erst Ende Juli einen\u00bbEndbericht\u00ab werde abgeben k\u00f6nnen. Hei\u00dft: Ganz vorbei ist die Diskussion wohl nicht. Sollte sich erweisen, dass die Gr\u00fcnen auch oder gerade mit trotziger Solidarit\u00e4t das Thema nicht abmoderiert bekommen, k\u00f6nnten sie resigniert zum vorherigen Modus zur\u00fcckkehren. Sollten sie aber Erfolg haben, sollte sich erweisen, was manche Gr\u00fcne frustriert beklagen, dass der Ehrliche der Dumme und Wahlkampf eben doch ein schmutziges Gesch\u00e4ft ist, werden die Fragen schwieriger. W\u00fcrden die Gr\u00fcnen dann so weitermachen? Die Reihen schlie\u00dfen, Fehler abstreiten und aussitzen? Wollten sie das? K\u00f6nnten sie das? Immerhin hatten nicht nur Annalena Baerbock und Robert Habeck bisher stets versichert, so etwas sei mit ihnen nicht denkbar, sie k\u00f6nnten und wollten das gar nicht. Unabh\u00e4ngig vom Krisenmanagement ist klar, dass die Gr\u00fcnen irgendeinen Weg suchen, wieder die Diskussion zu kontrollieren, statt jeden Tag in eine neue Mikro-Auseinandersetzung gezwungen zu werden. Nur wie? Von der Aussage, man m\u00fcsse \u00fcber Themen reden, ver\u00e4ndert sich noch keine Debatte. Bald stehen die Wahlkampftouren an, von Habeck, von Baerbock. TV-Debatten wird es noch geben. Vielleicht schaffen es auch Umweltverb\u00e4nde oder Bewegungen, noch die Agenda zu beeinflussen. Darauf hoffen Gr\u00fcne jetzt. Einen echten Plan gibt es nicht, wom\u00f6glich kann es ihn gar nicht geben. Nur den Wunsch, dass da nicht noch mehr nachkommt.<\/p>\n<script>jQuery(function(){jQuery(\".vc_icon_element-icon\").css(\"top\", \"0px\");});<\/script><script>jQuery(function(){jQuery(\"#td_post_ranks\").css(\"height\", \"10px\");});<\/script><script>jQuery(function(){jQuery(\".td-post-content\").find(\"p\").find(\"img\").hide();});<\/script>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Gr\u00fcnen reagieren heftig auf Plagiatsvorw\u00fcrfe gegen Annalena Baerbock. Partei und Kandidatin f\u00fchlen sich ungerecht behandelt. Aber der Umgang mit der Kritik birgt Gefahren. 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