<!--DEBUG:--><!--DEBUG:dc3-deutschland-mix-in-german-pdf-2--><!--DEBUG:--><!--DEBUG:dc3-deutschland-mix-in-german-pdf-2--><!--DEBUG-spv-->{"id":2025548,"date":"2021-11-03T18:12:00","date_gmt":"2021-11-03T16:12:00","guid":{"rendered":"http:\/\/nhub.news\/?p=2025548"},"modified":"2021-11-03T18:13:13","modified_gmt":"2021-11-03T16:13:13","slug":"neues-gutachten-nahrt-alte-zweifel","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/nhub.news\/fr\/2021\/11\/neues-gutachten-nahrt-alte-zweifel\/","title":{"rendered":"Neues Gutachten n\u00e4hrt alte Zweifel"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><b>Im Jahr 2005 starb der Asylbewerber Oury Jalloh in einer Polizeizelle. Er soll sich den Beh\u00f6rden zufolge selbst angez\u00fcndet haben. Doch ein neues Gutachten h\u00e4lt einen Tod durch Fremdeinwirkung f\u00fcr wesentlich wahrscheinlicher.<\/b><br \/>\nIm Jahr 2005 starb der Asylbewerber Oury Jalloh in einer Polizeizelle. Er soll sich den Beh\u00f6rden zufolge selbst angez\u00fcndet haben. Doch ein neues Gutachten h\u00e4lt einen Tod durch Fremdeinwirkung f\u00fcr wesentlich wahrscheinlicher. Vor 17 Jahren verbrannte der aus Afrika stammende Asylbewerber Oury Jalloh in einer Polizeizelle in Dessau. Bis heute sind die genauen Hintergr\u00fcnde seines Todes unklar. Ein neues Gutachten kommt zu dem Schluss, dass der damals 36-J\u00e4hrige mit hoher Wahrscheinlichkeit in der Zelle angez\u00fcndet wurde. Das neue Gutachten geht auf die Bem\u00fchungen der \u00ab\u00a0Initiative in Gedenken an Oury Jalloh\u00a0\u00bb zur\u00fcck und basiert auf der Einsch\u00e4tzung des britischen Brandsachverst\u00e4ndigen Iain Peck. Daf\u00fcr wurde die Zelle 5 im Keller des Polizeireviers Dessau originalgetreu nachgebaut, um die Vorg\u00e4nge aus dem Jahr 2005 in Echtzeit nachstellen zu k\u00f6nnen. Einzig eine Wand des Versuchsaufbaus bestand aus feuerfestem Glas, damit dahinter befindliche Kameras die Vorg\u00e4nge in der Zelle festhalten k\u00f6nnen. Der Version der Beh\u00f6rden zufolge entz\u00fcndete sich Jalloh in seiner Zelle selbst, trotz Fixierung an seiner Matratze. Zu dem Zeitpunkt soll er unter Alkohol- und Drogeneinfluss gestanden haben. Beim Versuch des Forensikers Peck wurde eine Person, die gleiche Gr\u00f6\u00dfe wie Jalloh hat, ebenfalls an einer Matratze festgebunden. Mehrere Anl\u00e4ufe haben laut Gutachten gezeigt, dass Jalloh nicht den Bewegungsspielraum gehabt hatte, um sich selbst anzuz\u00fcnden. Im weiteren Verlauf der Nachstellung wurde ein Dummy aus Schweinest\u00fccken und Schweinehaut mit den K\u00f6rperma\u00dfen von Jalloh auf der feuerfesten Matratze angez\u00fcndet. Doch bei mehreren Versuchen gelang es nicht, dieselben Verbrennungsspuren zu hinterlassen, wie sie in Jallos Zelle aufgetreten waren. Erst als der Dummy mit 2,5 Litern Benzin \u00fcbergossen und anschlie\u00dfend angez\u00fcndet wurde, entstand ein Bild mit vergleichbaren Brandsch\u00e4den. Auch der k\u00fcnstlich nachgestellte K\u00f6rper habe sich in einem \u00e4hnlichen Zustand befunden wie die Leiche des Asylbewerbers. Peck vertritt die Auffassung, dass die Abl\u00e4ufe in der Nacht des Geschehens 2005 und bei dem Versuch mit hoher Wahrscheinlichkeit \u00fcbereinstimmen: Dass Jalloh also mit dem Benzin \u00fcbergossen und dann angez\u00fcndet wurde. Ohne Benzin w\u00e4ren aus Sicht des Forensikers ein solches Feuer und so starke Brandspuren nicht m\u00f6glich gewesen. Bereits in der Vergangenheit hatten andere Gutachten die Schilderung der Beh\u00f6rden in Zweifel gezogen. So kamen etwa im Jahr 2017 mehrere Sachverst\u00e4ndige aus den Bereichen Brandschutz, Medizin und Chemie zu dem Schluss, dass ein Tod durch Fremdeinwirkung wahrscheinlicher sei als durch eigenes Verschulden. Rund zwei Jahre sp\u00e4ter erhoben zwei Sonderermittler in ihrem Bericht schwere Vorw\u00fcrfe gegen die Polizei und zust\u00e4ndigen Beh\u00f6rden. Ihr Fazit: Von der Festnahme bis hin zur Nacht des Todes Jallohs sei so gut wie jede polizeiliche Handlung fehlerhaft oder rechtswidrig gewesen. Basierend auf dem neuen Gutachten wollen Familie und Angeh\u00f6rige Jallohs versuchen, den Fall des 36-J\u00e4hrigen neu aufrollen zu lassen. Sie fordert von der Bundesanwaltschaft die Wiederaufnahme von Ermittlungen wegen Mordes gegen Polizeibeamte des Reviers. Zudem k\u00fcndigte die Familie an, eine Anzeige wegen Strafvereitelung im Amt gegen die Generalstaatsanwaltschaft von Sachsen-Anhalt stellen zu wollen, hie\u00df es von der \u00ab\u00a0Initiative in Gedenken an Oury Jalloh\u00a0\u00bb. Die Generalstaatsanwaltschaft des Bundeslandes hatte ihre Ermittlungen in dem Fall 2018 eingestellt.<\/p>\n<script>jQuery(function(){jQuery(\".vc_icon_element-icon\").css(\"top\", \"0px\");});<\/script><script>jQuery(function(){jQuery(\"#td_post_ranks\").css(\"height\", \"10px\");});<\/script><script>jQuery(function(){jQuery(\".td-post-content\").find(\"p\").find(\"img\").hide();});<\/script>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Jahr 2005 starb der Asylbewerber Oury Jalloh in einer Polizeizelle. Er soll sich den Beh\u00f6rden zufolge selbst angez\u00fcndet haben. Doch ein neues Gutachten h\u00e4lt einen Tod durch Fremdeinwirkung f\u00fcr wesentlich wahrscheinlicher. Im Jahr 2005 starb der Asylbewerber Oury Jalloh in einer Polizeizelle. Er soll sich den Beh\u00f6rden zufolge selbst angez\u00fcndet haben. 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