<!--DEBUG:--><!--DEBUG:dc3-deutschland-mix-in-german-pdf-2--><!--DEBUG:--><!--DEBUG:dc3-deutschland-mix-in-german-pdf-2--><!--DEBUG-spv-->{"id":2667245,"date":"2023-10-11T08:34:52","date_gmt":"2023-10-11T06:34:52","guid":{"rendered":"http:\/\/nhub.news\/?p=2667245"},"modified":"2023-10-11T08:03:59","modified_gmt":"2023-10-11T06:03:59","slug":"kommt-lauterbachs-reform-fur-krankenhauser-zu-spat","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/nhub.news\/fr\/2023\/10\/kommt-lauterbachs-reform-fur-krankenhauser-zu-spat\/","title":{"rendered":"Kommt Lauterbachs Reform f\u00fcr Krankenh\u00e4user zu sp\u00e4t?"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><b>34 Krankenh\u00e4user in Deutschland gehen innerhalb des letzten Jahres bereits in die Insolvenz, weitere Schlie\u00dfungen drohen. Hauptgrund ist die Gesundheitsreform aus dem Jahr 2003. Die will Minister Lauterbach wiederum reformieren. Aber haben die Kliniken so viel Zeit?<\/b><br \/>\n34 Krankenh\u00e4user in Deutschland gehen innerhalb des letzten Jahres bereits in die Insolvenz, weitere Schlie\u00dfungen drohen. Hauptgrund ist die Gesundheitsreform aus dem Jahr 2003. Die will Minister Lauterbach wiederum reformieren. Aber haben die Kliniken so viel Zeit?<br \/>Unter Deutschlands Krankenh\u00e4usern zeichnet sich die bef\u00fcrchtete Insolvenzwelle ab: Seit November 2022 haben nach Zahlen der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) innerhalb eines knappen Jahres 26 Tr\u00e4ger mit insgesamt 34 Krankenh\u00e4usern Insolvenz angemeldet. Weitere Pleiten sind in mehreren F\u00e4llen dadurch abgewendet worden, dass die \u00f6rtlichen Kommunen als Retter einspringen.<br \/>\u00ab\u00a0Die eine Frage ist, \u00fcberleben die Krankenh\u00e4user die n\u00e4chste Zeit, bis eine Reform in Kraft tritt? Da hat sich die Lage weiter verschlechtert, weil die Kosten-Erl\u00f6s-Schere weiter auseinandergegangen ist\u00a0\u00bb, sagt DKG-Vizepr\u00e4sident Thomas Lemke, im Hauptberuf Vorstandsvorsitzender der Sana-Kliniken in Ismaning bei M\u00fcnchen. Am 25. Oktober werden Lemke und eine ganze Reihe Fachleute bei einem Expertenforum der Unternehmensberatung RS Medical Consult in Berlin die angespannte Lage diskutieren.<br \/>Die Insolvenzen bedeuten bislang in der gro\u00dfen Mehrheit der F\u00e4lle nicht die Schlie\u00dfung, aber sehr viele H\u00e4user sind in Not. Nach einer Umfrage der Unternehmensberatung Roland Berger unter den 600 gr\u00f6\u00dften deutschen Kliniken aus dem Sommer schreibt \u00fcber die H\u00e4lfte rote Zahlen. <br \/>Ein Beispiel: Der Klinikverbund Regiomed mit sieben Krankenh\u00e4usern in Oberfranken und Th\u00fcringen. Wegen Insolvenzgefahr haben die Gesellschafter j\u00fcngst entschieden, die Kliniken an die jeweiligen Kommunen zu \u00fcbertragen. \u00ab\u00a0Mit allen Folgen gerade finanzieller Art, denn jeder Euro der Kommunen kann &#8211; wie bei jedem Privaten auch &#8211; nur einmal ausgegeben werden\u00a0\u00bb, sagt Christian Mei\u00dfner, Landrat des Kreises Lichtenfels und Vorsitzender der Gesellschafterversammlung. Geld, welches an die Krankenh\u00e4user gegeben werden m\u00fcsse, fehle in anderen Bereichen wie Schulen oder Stra\u00dfen. \u00ab\u00a0Im schlimmsten Fall findet eine Privatisierung der Krankenhauslandschaft durch Insolvenzen statt, wo sich die privaten Krankenhausbetreiber die Filetst\u00fccke, die Geld bringen, heraussuchen\u00a0\u00bb, sagt der Kommunalpolitiker. \u00ab\u00a0Der Rest &#8211; vermutlich haupts\u00e4chlich im l\u00e4ndlichen Raum &#8211; m\u00fcsste dann abgewickelt werden.\u00a0\u00bb <br \/>Das Bundesgesundheitsministerium verweist darauf, dass kein Land in Europa au\u00dfer \u00d6sterreich pro Kopf mehr f\u00fcr Krankenh\u00e4user ausgebe als Deutschland. Und mit mehr als 1700 Kliniken ist die Krankenhausdichte demnach gr\u00f6\u00dfer als in jedem anderen Land Europas. \u00ab\u00a0Da sich viele Krankenh\u00e4user nicht mehr wirtschaftlich betreiben lassen, gehen viele Experten davon aus, dass ohne die Krankenhausreform bis zum Jahr 2030 25 Prozent der Kliniken in Insolvenz gehen w\u00fcrden\u00a0\u00bb, hei\u00dft es in einer Stellungnahme des Ministeriums.<br \/>Die letzte Reform gab es 2003: Wegen explodierender Kosten f\u00fchrte der Bund damals Fallpauschalen ein, DRG (\u00ab\u00a0diagnosis related groups\u00a0\u00bb) genannt. Grob gesprochen: F\u00fcr jede Diagnose und die entsprechende Therapie bekommen Kliniken Pauschalzahlungen, unabh\u00e4ngig davon, wie lang ein Patient bleibt. Das sollte Krankenhausaufenthalte verk\u00fcrzen und die Wirtschaftlichkeit steigern. Kliniken haben seither einen finanziellen Anreiz, m\u00f6glichst viele Patienten zu behandeln und zu operieren. 1991 verbrachte ein Patient im Schnitt zwei Wochen im Krankenhaus, 2022 war es laut Statistischem Bundesamt nur noch halb so lang.<br \/>Die Zahl der Krankenhausbetten ist seit 1991 um \u00fcber ein Viertel auf 480.000 geschrumpft, aber die j\u00e4hrliche \u00ab\u00a0Fallzahl\u00a0\u00bb der Patientinnen und Patienten stieg von 1991 bis 2019 von 14,5 auf \u00fcber 19 Millionen. Die Pandemie brachte dann einen Einbruch auf unter 17 Millionen, der die Geldnot erheblich versch\u00e4rft hat.<br \/>Krankenkassen werfen den Kliniken seit Jahren vor, zu viele und zum Teil unn\u00f6tige Operationen anzusetzen. Nun will die Bundesregierung das System unter dem Stichwort \u00ab\u00a0Ent\u00f6konomisierung\u00a0\u00bb erneut \u00e4ndern. Die Kliniken sollen 60 Prozent ihrer Etats als \u00ab\u00a0Vorhalteverg\u00fctung\u00a0\u00bb bekommen, ohne Verkn\u00fcpfung mit Operationen und Behandlungen. Doch in vielen Kliniken grassiert die Existenzangst. <br \/>\u00ab\u00a0Wenn sich an den Eckpunkten nichts \u00e4ndert, rutschen ungef\u00e4hr 400 bis 500 Kliniken in die sogenannte Stufe der Polikliniken oder Ambulanzzentren\u00a0\u00bb, sagt DKG-Vizepr\u00e4sident Lemke. \u00ab\u00a0Weitere 300 bis 400 Kliniken werden in ihren Versorgungsstufen herabgesetzt und stehen dann vor dem Aus\u00a0\u00bb, warnt er. \u00ab\u00a0Entscheidend daf\u00fcr, wie viele Krankenh\u00e4user in Deutschland \u00fcberleben, ist die Frage, wie in der Krankenhausreform die Leistungsgruppen und Strukturmerkmale definiert werden.\u00a0\u00bb Anstelle der \u00ab\u00a0Ent\u00f6konomisierung\u00a0\u00bb f\u00fcrchtet die DKG das Gegenteil: \u00ab\u00a0Vierzig Prozent der Erl\u00f6se sollen weiter \u00fcber das DRG-System erwirtschaftet werden\u00a0\u00bb, sagt Lemke. Allerdings werde der Anteil der \u00fcber die DRGs verteilten Gelder sinken und damit die einzelne Leistung weniger wert sein. \u00ab\u00a0Die kleinen und mittleren Krankenh\u00e4user auf dem Land, die wir eigentlich sch\u00fctzen wollen, m\u00fcssen also im Hamsterrad noch schneller rennen, um zu \u00fcberleben.\u00a0\u00bb <br \/>L\u00e4ndliche Kliniken bieten h\u00e4ufig ein kleineres und weniger eintr\u00e4gliches Leistungsspektrum an als gr\u00f6\u00dfere st\u00e4dtische H\u00e4user. Als \u00ab\u00a0Maximalversorger\u00a0\u00bb eingestufte Krankenh\u00e4user in den St\u00e4dten oder Unikliniken w\u00fcrden mit dem neuen Finanzierungssystem einen \u00fcberproportionalen Anteil der Mittel bekommen, prophezeit DKG-Vize Lemke. \u00ab\u00a0Am Ende des Tages wird das in eine faktische Rationierung hineinf\u00fchren, das ist die Logik.\u00a0\u00bb <br \/>Das Gesundheitsministerium weist diesen Vorwurf explizit zur\u00fcck: \u00ab\u00a0Die Vorhalteverg\u00fctung senkt den wirtschaftlichen Druck auf die Krankenh\u00e4user, Leistungen zu erbringen\u00a0\u00bb, erkl\u00e4rt ein Sprecher. Minister Karl Lauterbach wiederum zeigt auf die Bundesl\u00e4nder. \u00ab\u00a0Die L\u00e4nder haben in den letzten zehn Jahren unstrittigerweise 30 Milliarden an Investitionskosten nicht bezahlt\u00a0\u00bb, sagte der SPD-Politiker k\u00fcrzlich im Bundestag. Sicher scheint derzeit nur, dass weitere Insolvenzen folgen werden.<\/p>\n<script>jQuery(function(){jQuery(\".vc_icon_element-icon\").css(\"top\", \"0px\");});<\/script><script>jQuery(function(){jQuery(\"#td_post_ranks\").css(\"height\", \"10px\");});<\/script><script>jQuery(function(){jQuery(\".td-post-content\").find(\"p\").find(\"img\").hide();});<\/script>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>34 Krankenh\u00e4user in Deutschland gehen innerhalb des letzten Jahres bereits in die Insolvenz, weitere Schlie\u00dfungen drohen. Hauptgrund ist die Gesundheitsreform aus dem Jahr 2003. Die will Minister Lauterbach wiederum reformieren. Aber haben die Kliniken so viel Zeit? 34 Krankenh\u00e4user in Deutschland gehen innerhalb des letzten Jahres bereits in die Insolvenz, weitere Schlie\u00dfungen drohen. 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