<!--DEBUG:--><!--DEBUG:dc3-deutschland-mix-in-german-pdf-2--><!--DEBUG:--><!--DEBUG:dc3-deutschland-mix-in-german-pdf-2--><!--DEBUG-spv-->{"id":3239256,"date":"2025-06-28T16:08:02","date_gmt":"2025-06-28T14:08:02","guid":{"rendered":"http:\/\/nhub.news\/?p=3239256"},"modified":"2025-06-28T16:25:35","modified_gmt":"2025-06-28T14:25:35","slug":"auf-einmal-scheint-die-ganze-spd-saskia-esken-zu-lieben","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/nhub.news\/fr\/2025\/06\/auf-einmal-scheint-die-ganze-spd-saskia-esken-zu-lieben\/","title":{"rendered":"Auf einmal scheint die ganze SPD Saskia Esken zu lieben"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><b>Nach Olaf Scholz bekommt auch Saskia Esken einen gro\u00dfen Auftritt auf dem SPD-Parteitag in Berlin. Das Lob ist so gro\u00df, man k\u00f6nnte fast vergessen, dass der Umgang mit Esken \u00ab\u00a0kein Glanzst\u00fcck\u00a0\u00bb war, wie ihre Nachfolgerin es formuliert.<\/b><br \/>\nNach Olaf Scholz bekommt auch Saskia Esken einen gro\u00dfen Auftritt auf dem SPD-Parteitag in Berlin. Das Lob ist so gro\u00df, man k\u00f6nnte fast vergessen, dass der Umgang mit Esken \u00ab\u00a0kein Glanzst\u00fcck\u00a0\u00bb war, wie ihre Nachfolgerin es formuliert.<br \/>Parteien sind seltsame Gebilde, sie k\u00f6nnen W\u00e4rme ausstrahlen und K\u00e4lte &#8211; sogar fast gleichzeitig. Das gilt auch f\u00fcr die SPD, die sich als Partei des Respekts sieht, der Solidarit\u00e4t: An diesem Samstag wurde Saskia Esken vom Parteitag in Berlin mit stehenden Ovationen verabschiedet. Die Delegierten applaudierten ihr sogar noch l\u00e4nger als zuvor Olaf Scholz.<br \/>Ihr Co-Parteichef Lars Klingbeil dankte ihr und w\u00fcrdigte ihre Verdienste mit warmen Worten. Sie habe die Partei zusammengehalten, als sie 2019 zusammen mit Norbert Walter-Borjans Parteivorsitzende wurde &#8211; als erste SPD-Chefs waren die beiden von den Mitgliedern gew\u00e4hlt worden. Damals sah es so aus, daran erinnert Klingbeil, als drohe die SPD auseinanderzufliegen. Esken jedoch habe die Partei zusammengef\u00fchrt \u00ab\u00a0und am Ende auch ins Kanzleramt\u00a0\u00bb gef\u00fchrt.<br \/> Die warmen Worte wirken verwunderlich. Erst am Vortag war Klingbeil zwar als Parteichef best\u00e4tigt worden. Doch die Delegierten haben ihn mit einem extrem schlechten Ergebnis hart abgestraft. Viele werfen Klingbeil vor, zwar von Aufbruch und Verj\u00fcngung geredet zu haben, selbst aber mehr Macht angeh\u00e4uft zu haben, w\u00e4hrend Esken, die gern Ministerin geworden w\u00e4re, aufs Abstellgleis geschoben wurde. Esken f\u00fchrte zwar noch mit Klingbeil die Koalitionsverhandlungen mit der Union. Aber w\u00e4hrend er Finanzminister und Vizekanzler wurde, fiel f\u00fcr sie kein Posten ab. K\u00fcnftig ist sie nur noch einfache Bundestagsabgeordnete.<br \/>Am Freitagabend erkl\u00e4rte Klingbeil die nur 64,9 Prozent Zustimmung zu ihm am Rande des Parteitags damit, dass er vielleicht ein bisschen \u00ab\u00a0der Blitzableiter\u00a0\u00bb gewesen sei. Doch eigentlich war Esken die Blitzableiterin: Sie wurde von vielen in der Partei f\u00fcr ein Wahlergebnis verantwortlich gemacht, das sie nicht st\u00e4rker zu verantworten hatte als Klingbeil.<br \/> Bei all den Lobhudeleien, die Esken zum Abschied mitgegeben wurde, ist kaum noch vorstellbar, dass es je Kritik an ihr gab. Offen kam sie nach der Bundestagswahl eher aus der zweiten oder dritten Reihe. So forderte eine ehemalige Bundestagsabgeordnete Eskens R\u00fccktritt, weil sie \u00ab\u00a0erkennbar keine Akzeptanz bei den B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrgern\u00a0\u00bb habe. In ihrem eigenen Wahlkreis sagte ein Parteifreund dem lokalen Sender, es k\u00f6nne \u00ab\u00a0nicht sein, dass sie wie Pattex am Stuhl der Parteivorsitzenden festklebt\u00a0\u00bb. Hinter vorgehaltener Hand wurde \u00c4hnliches auch von einflussreichen Politikern verbreitet.<br \/>Diesen unfairen Umgang mit Esken prangerte ihre Nachfolgerin B\u00e4rbel Bas in ihrer Bewerbungsrede f\u00fcr den Parteivorsitz an. Die SPD habe bisher zwei Frauen als Vorsitzende gehabt, Esken und Andrea Nahles. \u00ab\u00a0Beide haben sich mit gemischten Gef\u00fchlen aus diesem Amt zur\u00fcckgezogen, vorsichtig formuliert. Ganz ehrlich: Der Umgang mit ihnen war kein Glanzst\u00fcck.\u00a0\u00bb<br \/>Dem \u00ab\u00a0Stern\u00a0\u00bb sagte Bas, sie habe \u00ab\u00a0unheimlich Respekt\u00a0\u00bb vor Esken und es \u00e4rgere sie, wie manche mit ihr umgegangen seien. \u00ab\u00a0Das k\u00f6nnte auf mich auch zukommen.\u00a0\u00bb Auf dem Parteitag sagte sie, Esken habe die SPD \u00ab\u00a0durch st\u00fcrmische Zeiten gef\u00fchrt\u00a0\u00bb. Erfolge h\u00e4tten immer viele V\u00e4ter und M\u00fctter, sagte sie mit Blick auf die Bundestagswahl 2021, \u00ab\u00a0und eine der M\u00fctter dieses Erfolges warst garantiert auch du\u00a0\u00bb.<br \/>Dieses Motiv kam auch in dem Film vor, der auf dem SPD-Parteitag gezeigt wurde. \u00ab\u00a0Danke, dass du mit Weitsicht entschieden hast: Olaf soll Kanzler werden\u00a0\u00bb, hei\u00dft es darin. Auch Klingbeil sagte, Esken habe \u00ab\u00a0die Grundlagen f\u00fcr den Wahlsieg 2021 geschaffen. Zusammen mit Walter-Borjans und Klingbeil hatte Esken den Plan ausgeheckt, Scholz zum Kanzlerkandidaten zu machen &#8211; ausgerechnet den Mann also, gegen den sie 2019 angetreten war.<\/p>\n<p>\u00ab\u00a0Du warst hartn\u00e4ckig, wenn es um deine Themen ging\u00a0\u00bb, so Klingbeil am Freitag in seiner Rede. Das Startchancen-Programm zur F\u00f6rderung von Brennpunktschulen \u00ab\u00a0w\u00fcrde es ohne dich in dieser Form nicht geben. \u00dcber deine Hartn\u00e4ckigkeit habe ich mich manchmal ge\u00e4rgert, aber meistens war ich davon tief beeindruckt.\u00a0\u00bb Klingbeil sagte auch, die \u00f6ffentliche Kritik an Esken sei \u00ab\u00a0oftmals \u00fcber das gerechte Ma\u00df deutlich\u00a0\u00bb hinausgegangen.<br \/>Das d\u00fcrfte auch Esken so wahrgenommen haben. Den Applaus schon zu Beginn ihrer Rede schien sie als Trost zu empfinden. Sie habe in einer Zeit Verantwortung \u00ab\u00a0f\u00fcr diese gro\u00dfartige, f\u00fcr diese stolze Partei\u00a0\u00bb \u00fcbernommen, die nicht leicht war. Auf 12 Prozent sei die SPD damals in den Umfragen abgest\u00fcrzt. \u00ab\u00a0Die politische Konkurrenz und auch die Medien hatten uns abgeschrieben. Und auch in den eigenen Reihen haben viele die Hoffnung verloren. Doch wir haben den Turnaround geschafft. Zwei Jahre sp\u00e4ter haben wir mit mehr als 25 Prozent die Bundestagswahl gewonnen und haben Olaf Scholz zum Bundeskanzler gew\u00e4hlt.\u00a0\u00bb Scholz hatte die gleiche Erfolgsgeschichte schon am Morgen erz\u00e4hlt, sie kommt bei den Delegierten immer wieder gut an &#8211; kein Wunder, ein solcher Turnaround ist genau das, was die SPD gerade anstrebt.<\/p>\n<p>Das Erfolgsrezept damals sei der Zusammenhalt gewesen, auch das hatte Scholz gesagt. Nur gibt es einen Unterschied zu damals: Die SPD ist aktuell in einer ganz anderen Krise, ihr droht kein Auseinanderbrechen, sondern ein Verschwinden in der Bedeutungslosigkeit. Das Rezept f\u00fcr den Turnaround m\u00fcsste also anders aussehen.<br \/>Esken dankt Scholz f\u00fcr die Zusammenarbeit, f\u00fcr seine \u00ab\u00a0Treue zur Sozialdemokratie\u00a0\u00bb und f\u00fcr seine Freundschaft: \u00ab\u00a0Du warst mein Kanzler\u00a0\u00bb, sagt sie, \u00ab\u00a0und wir haben viel zusammen erreicht\u00a0\u00bb. Applaus bekommt Esken auch f\u00fcr ihren Appell, einen AfD-Verbotsantrag vorzubereiten &#8211; einen entsprechenden Antrag, an dem Esken federf\u00fchrend beteiligt war, wollen die Delegierten am Sonntag, dem letzten Tag des Parteitags, beschlie\u00dfen.<br \/>Die SPD m\u00fcsse sich fragen, was sie besser machen k\u00f6nne, um k\u00fcnftig wieder mehr Zustimmung zu erhalten, sagt Esken zum Abschied. Sie habe sich entschieden, \u00ab\u00a0dieser Ver\u00e4nderung Raum zu geben\u00a0\u00bb. \u00ab\u00a0Es war mir eine gro\u00dfe Ehre. Es war sogar die Ehre meines Lebens, Vorsitzende dieser stolzen Partei zu sein.\u00a0\u00bb Sie gehe nicht mit Wehmut, sondern mit Dankbarkeit. Und sie freue sich \u00ab\u00a0riesig, den Staffelstab in der Doppelspitze an die wunderbare B\u00e4rbel Bas \u00fcbergeben zu k\u00f6nnen\u00a0\u00bb.<br \/> An Klingbeil gewandt sagte sie: \u00ab\u00a0Wir waren nicht immer derselben Meinung. Aber wo wir uns einig waren, das war immer ganz klar: Wir sind \u00fcberzeugt davon, die SPD kann nur dann stark sein, wenn sie ihre Verschiedenheit lebt und in ihrer Verschiedenheit zusammenh\u00e4lt. Und daf\u00fcr will ich dir Danke sagen, Lars.\u00a0\u00bb Hier ist sie wieder, die W\u00e4rme, die eine Partei geben kann. Vermutlich ist sie sogar ernst gemeint.<\/p>\n<script>jQuery(function(){jQuery(\".vc_icon_element-icon\").css(\"top\", \"0px\");});<\/script><script>jQuery(function(){jQuery(\"#td_post_ranks\").css(\"height\", \"10px\");});<\/script><script>jQuery(function(){jQuery(\".td-post-content\").find(\"p\").find(\"img\").hide();});<\/script>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach Olaf Scholz bekommt auch Saskia Esken einen gro\u00dfen Auftritt auf dem SPD-Parteitag in Berlin. Das Lob ist so gro\u00df, man k\u00f6nnte fast vergessen, dass der Umgang mit Esken \u00ab\u00a0kein Glanzst\u00fcck\u00a0\u00bb war, wie ihre Nachfolgerin es formuliert. Nach Olaf Scholz bekommt auch Saskia Esken einen gro\u00dfen Auftritt auf dem SPD-Parteitag in Berlin. 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