<!--DEBUG:--><!--DEBUG:dc3-deutschland-mix-in-german-pdf-2--><!--DEBUG:--><!--DEBUG:dc3-deutschland-mix-in-german-pdf-2--><!--DEBUG-spv-->{"id":3328215,"date":"2025-09-25T07:30:00","date_gmt":"2025-09-25T05:30:00","guid":{"rendered":"http:\/\/nhub.news\/?p=3328215"},"modified":"2025-09-25T08:18:14","modified_gmt":"2025-09-25T06:18:14","slug":"ex-prasident-nicolas-sarkozy-erwartet-sein-urteil-im-ghadhafi-prozess","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/nhub.news\/fr\/2025\/09\/ex-prasident-nicolas-sarkozy-erwartet-sein-urteil-im-ghadhafi-prozess\/","title":{"rendered":"Ex-Pr\u00e4sident Nicolas Sarkozy erwartet sein Urteil im Ghadhafi-Prozess"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><b>In Paris wird am Donnerstag ein Richterspruch im Prozess um die Ghadhafi-Millionen erwartet. F\u00fcr den Altpr\u00e4sidenten Nicolas Sarkozy geht es um alles.<\/b><br \/>\nEr ist der erste franz\u00f6sische Ex-Pr\u00e4sident, der schon eine Fussfessel trug, zudem wurde ihm der Orden der Ehrenlegion aberkannt. Am Donnerstag f\u00e4llt voraussichtlich ein weiteres Urteil gegen ihn. Doch Nicolas Sarkozy sieht sich weiter als politische Kraft im Land.Nicolas Sarkozy und seine Frau Carla Bruni bei einem Empfang f\u00fcr Brasiliens Staatschef Lula am 5. Juni im \u00c9lys\u00e9e-Palast. Es ist derselbe Tag, an dem der Altpr\u00e4sident seinen Orden der Ehrenlegion verliert.<br \/>Es ist Hochsommer in der Provence. Carla Bruni filmt sich auf dem Motorroller, wie sie sich eng an ihren Mann schmiegt und l\u00e4chelt. Dieser lenkt den Roller, er tr\u00e4gt das Hemd offen. Nicolas Sarkozy wirkt entspannt, fast sorglos.<br \/> NZZ.ch ben\u00f6tigt JavaScript f\u00fcr wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.<\/p>\n<p>Bitte passen Sie die Einstellungen an.<br \/>Doch der ehemalige franz\u00f6sische Staatspr\u00e4sident ist nicht frei, nicht wirklich. Sarkozy steht technisch gesehen unter Hausarrest, als Bruni im Juli das Video von der romantischen Spritztour auf ihrem Instagram-Account hochl\u00e4dt. 2024 hatte ihn ein Gericht wegen Richterbestechung zu drei Jahren Haft verurteilt \u2013 davon zwei Jahre auf Bew\u00e4hrung und ein Jahr unter elektronischer \u00dcberwachung.Ungeheuerliche Vorw\u00fcrfe<br \/>Schon das markierte eine Z\u00e4sur. Noch nie wurde in der F\u00fcnften Republik ein ehemaliges Staatsoberhaupt zu einer Freiheitsstrafe mit Vollzug verurteilt. Dass er trotzdem den Sommer im S\u00fcden geniessen konnte, liegt daran, dass die Richter die Strafe unter Auflagen aussetzten \u2013 auch die Fussfessel tr\u00e4gt Sarkozy im Moment nicht.<br \/>Ein Beitrag geteilt von Carla Bruni (@carlabruniofficial)<br \/>Doch nun erwartet den 70-J\u00e4hrigen das n\u00e4chste Urteil, und dieses Mal k\u00f6nnte es ihn weit h\u00e4rter treffen. Die Staatsanwaltschaft fordert sieben Jahre Haft, eine Geldstrafe und ein f\u00fcnfj\u00e4hriges Verbot der politischen Bet\u00e4tigung. Der Vorwurf: Sarkozy soll zwischen 2005 und 2007 zweistellige Millionenbetr\u00e4ge aus Libyen f\u00fcr seinen Wahlkampf angenommen haben.<br \/>Im Gegenzug, so die Anklage, habe Sarkozy dem libyschen Diktator Muammar al-Ghadhafi diplomatische und wirtschaftliche Gegenleistungen geboten, darunter einen pomp\u00f6sen Empfang in Paris, der Ghadhafis R\u00fcckkehr auf die internationale B\u00fchne signalisieren sollte.<br \/>Gebannt verfolgte die \u00d6ffentlichkeit, wie in dem Prozess vor dem Pariser Strafgericht in den vergangenen Monaten die Details eines angeblichen \u00abKorruptionspakts\u00bb zwischen Sarkozy und Ghadhafi ans Licht kamen. Bereits in seiner Zeit als Innenminister soll der Ex-Pr\u00e4sident geheime Absprachen mit dem Diktator getroffen haben. Die Zuschauer erlebten, wie fr\u00fchere Weggef\u00e4hrten Sarkozys vor Gericht zum Ursprung r\u00e4tselhafter Geldfl\u00fcsse Stellung nahmen und sich dabei in Widerspr\u00fcche verstrickten.Begabter Krisenmanager<br \/>Doch der fr\u00fchere Hoffnungstr\u00e4ger der b\u00fcrgerlichen Rechten gibt sich k\u00e4mpferisch. Er bestreitet die Vorw\u00fcrfe und sieht sich als Opfer einer Hexenjagd. Die Journalisten der Enth\u00fcllungsplattform \u00abMediapart\u00bb, die das Libyen-Dossier aufdeckten, bezeichnet er als Betr\u00fcger, die Ermittler als voreingenommen, aufgestachelt von seinen politischen Gegnern.<br \/>Sarkozys Naturell dringt immer noch durch, auch wenn er sich vor Gericht auffallend zur\u00fcckhaltend gab. Schon 2007, zu Beginn seiner Pr\u00e4sidentschaft, fiel er dadurch auf, dass er direkter und aggressiver auftrat als sein phlegmatischer Vorg\u00e4nger Jacques Chirac. Nicht wenige sahen in ihm damals einen Modernisierer, der den Mut haben w\u00fcrde, lang verschleppte Wirtschaftsreformen anzugehen.<br \/>Der Sohn eines ungarischen Fl\u00fcchtlings und einer Mutter mit j\u00fcdisch-griechischen Wurzeln hatte sich in der gaullistischen Partei mit viel taktischem Geschick an die Spitze gek\u00e4mpft. Schon als junger B\u00fcrgermeister von Neuilly-sur-Seine, einem reichen Vorort von Paris, galt er als ehrgeizig und unerm\u00fcdlich. Sp\u00e4ter, als Innenminister, stilisierte er sich als kompromissloser Law-and-Order-Mann. Bis heute wird von Freunden und Gegnern sein Spruch zitiert, man m\u00fcsse das \u00abGesindel\u00bb der Banlieues mit dem \u00abK\u00e4rcher\u00bb wegsp\u00fclen.<br \/>Einmal angekommen im \u00c9lys\u00e9e-Palast, machte Sarkozy klar, wohin mit ihm die Reise geht. Kaum ein Tag verging ohne Auftritt, kaum eine Krise, in der er nicht vor die Kameras trat. Schon bald nannten ihn die Franzosen den \u00abHyperpr\u00e4sidenten\u00bb. Manche bewunderten \u00abSarkos\u00bb Energie, andere empfanden sie als Getriebenheit.<br \/>Innenpolitisch gelang Sarkozy wenig. Er erh\u00f6hte das Rentenalter von 60 auf 62 Jahre, doch weitere Strukturreformen blieben St\u00fcckwerk. Aussenpolitisch dagegen profilierte er sich, indem er Frankreich zur\u00fcck ins integrierte Kommando der Nato f\u00fchrte und F\u00fchrungsst\u00e4rke w\u00e4hrend der Finanzkrise von 2008 bewies. Dann brach 2011 der Arabische Fr\u00fchling aus, und Sarkozy f\u00fchrte sein Land an die Spitze einer internationalen Koalition gegen Ghadhafi. Die Unterst\u00fctzung des libyschen Diktators schien in Paris nicht mehr opportun.<br \/>Kurz nach Beginn des Milit\u00e4reinsatzes meldete sich Ghadhafis Sohn Saif al-Islam im Fernsehen und behauptete, Sarkozy habe Millionen aus Libyen erhalten. Zun\u00e4chst galt das als Racheaktion einer untergehenden Herrscherfamilie. Doch als sp\u00e4ter das Tagebuch des libyschen Ex-Regierungschefs Shukri Ghanem auftauchte, in dem von Zahlungen an Sarkozy die Rede war, bekamen die Vorw\u00fcrfe ein anderes Gewicht.Turbulentes Privatleben<br \/>2012 hatten die meisten Franzosen genug von Sarkozys aktionistischem Regierungsstil, seinem Hang zur Selbstinszenierung und seiner demonstrativ zur Schau gestellten N\u00e4he zu den Reichen und Sch\u00f6nen der Republik. Statt den \u00abBling-Bling-Pr\u00e4sidenten\u00bb, der in den edelsten Restaurants verkehrte, die teuersten Rolex-Uhren trug und Freundschaften mit dem Jetset pflegte, w\u00e4hlten sie dessen spr\u00f6den Herausforderer Fran\u00e7ois Hollande in den \u00c9lys\u00e9e-Palast.<br \/>Aus der \u00d6ffentlichkeit verschwand Sarkozy deswegen aber nicht. An der Seite seiner dritten Frau Carla Bruni trug er sein turbulentes Privatleben weiterhin in die \u00d6ffentlichkeit. Anders als fr\u00fchere Staatschefs, die ihren R\u00fcckzug aus dem Amt mit Gravitas verbanden, wollte Sarkozy ein Showman sein.<br \/>Bald wurde der Ex-Pr\u00e4sident allerdings von einer Kaskade von Skandalen eingeholt: darunter die sogenannte Bygmalion-Aff\u00e4re um gef\u00e4lschte Rechnungen im Wahlkampf 2012, der Karachi-Skandal um Schmiergelder bei Waffenverk\u00e4ufen nach Pakistan oder die Bettencourt-Aff\u00e4re um Spenden der L\u2019Or\u00e9al-Erbin Liliane Bettencourt. Zudem kam es zu dem Verfahren wegen Richterbestechung, das ihm schliesslich die elektronische Fussfessel einbrachte. All dies f\u00fchrte dazu, dass ihm 2025 Emmanuel Macron den Orden der Ehrenlegion aberkannte.<br \/>Die h\u00f6chste Auszeichnung, die Frankreich zu vergeben hat, kann im Fall einer rechtskr\u00e4ftigen Verurteilung entzogen werden. Seit dem Nazi-Kollaborateur Philippe P\u00e9tain traf das jedoch kein ehemaliges Staatsoberhaupt mehr. Dass es nun auch Sarkozy passierte, war als Signal zu werten, dass der Ex-Pr\u00e4sident nicht nur juristisch, sondern auch moralisch ge\u00e4chtet werden sollte.Trost von Bardella<br \/>Der Verlust des Ordens kr\u00e4nkte Sarkozy so sehr, dass er bereit war, wenige Wochen sp\u00e4ter Jordan Bardella, den Parteichef des Rassemblement national, zu treffen. Der Ex-Pr\u00e4sident verband mit den Nationalisten von Marine Le Pen fr\u00fcher ein gespanntes bis feindseliges Verh\u00e4ltnis. Aber als er h\u00f6rte, dass Bardella sich wegen der Ehrenlegion \u00f6ffentlich f\u00fcr ihn einsetzte und die Aberkennung eine \u00abSchande\u00bb nannte, lud er diesen zu einem Austausch in sein B\u00fcro ein.<br \/>Was genau der 70-j\u00e4hrige Sarkozy und der 30-j\u00e4hrige Bardella zu besprechen hatten, sollte nicht nach aussen dringen. Schnell kamen Ger\u00fcchte auf, dass die beiden ein breites rechtes B\u00fcndnis f\u00fcr die Pr\u00e4sidentschaftswahl 2027 schmieden k\u00f6nnten. Bardella hegt schon seit l\u00e4ngerem eine gewisse Bewunderung f\u00fcr Sarkozy. In seiner 2024 ver\u00f6ffentlichten Biografie \u00abCe que je cherche\u00bb (Was ich suche) hatte er ihn als Quelle der Inspiration bezeichnet.<br \/>Sarkozy wiederum d\u00fcrfte den Trubel um das Treffen genossen haben. Denn auf dem Abstellgleis sieht sich der verurteilte Altpr\u00e4sident noch lange nicht. Zwar haben sich seine Hoffnungen auf ein Comeback an der Spitze der konservativen Partei vor Jahren zerschlagen. Doch eine einflussreiche Stimme, eine Art Pate der b\u00fcrgerlichen Rechten, will er bleiben. Die Richter werden entscheiden, ob er das k\u00fcnftig aus dem Gef\u00e4ngnis machen muss.<\/p>\n<script>jQuery(function(){jQuery(\".vc_icon_element-icon\").css(\"top\", \"0px\");});<\/script><script>jQuery(function(){jQuery(\"#td_post_ranks\").css(\"height\", \"10px\");});<\/script><script>jQuery(function(){jQuery(\".td-post-content\").find(\"p\").find(\"img\").hide();});<\/script>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In Paris wird am Donnerstag ein Richterspruch im Prozess um die Ghadhafi-Millionen erwartet. F\u00fcr den Altpr\u00e4sidenten Nicolas Sarkozy geht es um alles. Er ist der erste franz\u00f6sische Ex-Pr\u00e4sident, der schon eine Fussfessel trug, zudem wurde ihm der Orden der Ehrenlegion aberkannt. Am Donnerstag f\u00e4llt voraussichtlich ein weiteres Urteil gegen ihn. 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