<!--DEBUG:--><!--DEBUG:dc3-deutschland-mix-in-german-pdf-2--><!--DEBUG:--><!--DEBUG:dc3-deutschland-mix-in-german-pdf-2--><!--DEBUG-spv-->{"id":392808,"date":"2017-01-04T10:13:33","date_gmt":"2017-01-04T08:13:33","guid":{"rendered":"http:\/\/nhub.news\/?p=392808"},"modified":"2017-01-04T10:13:33","modified_gmt":"2017-01-04T08:13:33","slug":"70-jahre-der-spiegel-alles-gute-scheisblatt","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/nhub.news\/fr\/2017\/01\/70-jahre-der-spiegel-alles-gute-scheisblatt\/","title":{"rendered":"70 Jahre &quot;Der Spiegel&quot;: Alles Gute, &quot;Schei\u00dfblatt&quot;"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><img style=\"float: left; padding: 5px;\" width=\"300px\" src=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/multimedia\/bilder\/spiegel-magazin-101~_v-videowebm.jpg\" alt=\"NewsHub\" border=\"0\" \/>Der \u00ab\u00a0Spiegel\u00a0\u00bb wird 70 Jahre alt. Beschimpft wurde er von Anfang an, doch das Nachrichtenmagazin pr\u00e4gte die fr\u00fchen Jahre der Bundesrepublik. Die Bedeutung von damals hat er verloren, eine wichtige Stimme ist das Heft jedoch immer noch.<br \/>Den hohen Anspruch haben sie an der Hamburger Ericusspitze auch nach 70 Jahren nicht aufgegeben. \u00ab\u00a0Sagen, was ist\u00a0\u00bb, prangt in gro\u00dfen Buchstaben in der Eingangshalle des Spiegel-Geb\u00e4udes in der Hamburger Hafencity &#8211; ein Zitat von Magazingr\u00fcnder Rudolf Augstein, das f\u00fcr die Redaktion des Nachrichtenmagazins \u00ab\u00a0Verm\u00e4chtnis und Ansporn\u00a0\u00bb sein soll, wie der \u00ab\u00a0Spiegel\u00a0\u00bb in seiner aktuellen Ausgabe schreibt.<br \/>Vor genau sieben Jahrzehnten, am 4. Januar 1947, erschien die erste Ausgabe des Magazins. Der Verlag sa\u00df damals noch in Hannover, Gr\u00fcnder Rudolf Augstein war gerade einmal 23 Jahre alt. Gerade einmal 15.000 Ausgaben der Nummer 1 wurden gedruckt, doch der Leserkreis blieb nicht lange so \u00fcberschaubar. Bereits 1950, als der \u00ab\u00a0Spiegel\u00a0\u00bb nach Hamburg umzog, wurden allw\u00f6chentlich bereits rund 87.000 Exemplare verkauft, sp\u00e4ter mehr als eine Million.<br \/>Doch der \u00ab\u00a0Spiegel\u00a0\u00bb war gerade in seiner Anfangszeit mehr als nur ein erfolgreiches Magazin. Durch investigative Recherchen legte sich das Blatt mit den M\u00e4chtigen an. \u00ab\u00a0In der \u00c4ra Adenauer waren wir das Sturmgesch\u00fctz der Demokratie, mit verengten Sehschlitzen\u00a0\u00bb, so Augstein \u00fcber die fr\u00fchen \u00ab\u00a0Spiegel\u00a0\u00bb-Jahre.<br \/>F\u00fcr diese \u00dcberzeugung wanderte er 1962 f\u00fcr 103 Tage ins Gef\u00e4ngnis, nachdem sein Blatt unter dem Titel \u00ab\u00a0Bedingt abwehrbereit\u00a0\u00bb Details \u00fcber eine \u00dcbung der NATO ausgeplaudert hatte. Der Staat schlug zur\u00fcck, besetzte und durchsuchte die Redaktionsr\u00e4ume und nahm mehrere Mitarbeiter fest. Bundeskanzler Adenauer sprach im Bundestag von einem \u00ab\u00a0Abgrund von Landesverrat\u00a0\u00bb. Am Ende musste sich die Regierung jedoch f\u00fcgen. Augstein kam wieder frei. Sein Gegenspieler, der damalige Verteidigungsminister Franz Josef Strau\u00df, verlor hingegen sein Amt. Die \u00ab\u00a0Spiegel-Aff\u00e4re\u00a0\u00bb ging als einer der pr\u00e4gendsten Momente der jungen Bundesrepublik in die Geschichte ein.<br \/>\u00ab\u00a0Der &lsquo;Spiegel&rsquo; hat \u00fcber Jahrzehnte zur Modernisierung und Rationalisierung der Bundesrepublik beigetragen\u00a0\u00bb, erkl\u00e4rt Volker Lilienthal, Inhaber der Rudolf-Augstein-Stiftungsprofessur f\u00fcr Praxis des Qualit\u00e4tsjournalismus an der Universit\u00e4t Hamburg, im Gespr\u00e4ch mit tagesschau.de. Die Recherchen und Enth\u00fcllungen des Magazins h\u00e4tten Druck auf die M\u00e4chtigen ausge\u00fcbt, sich auf Ver\u00e4nderungen einzulassen.<br \/>Damit hat sich der \u00ab\u00a0Spiegel\u00a0\u00bb nicht nur Freunde gemacht. Zum Jubil\u00e4um schm\u00fccken mehr oder weniger w\u00fctende Zitate von f\u00fcnf deutschen Bundeskanzlern die Titelseite des Magazins. \u00ab\u00a0Dieses Schei\u00dfblatt\u00a0\u00bb, nannte demnach Willy Brandt das Heft aus Hamburg. \u00ab\u00a0Schad\u2019 f\u00fcrs Geld\u00a0\u00bb urteilte Helmut Kohl, der dem Blatt seit mehr als 40 Jahren kein Interview mehr gegeben hat.<br \/>Kritik am \u00ab\u00a0Spiegel\u00a0\u00bb ist indes nicht nur Bundeskanzlern vorbehalten. Hans Magnus Enzensberger nahm sich das Magazin bereits 1957 in seinem Essay \u00ab\u00a0Die Sprache des \u00ab\u00a0Spiegel\u00a0\u00bb\u00a0\u00bb zur Brust, unterstelte dem Heft eine \u00ab\u00a0Sprache von schlechter Universalit\u00e4t\u00a0\u00bb, die \u00e4u\u00dferhalb der Magazinspalten nicht existiere. Dauerbrenner ist zudem die Klage, der \u00ab\u00a0Spiegel\u00a0\u00bb sei fr\u00fcher \u00ab\u00a0politischer\u00a0\u00bb gewesen. \u00ab\u00a0Mit Get\u00f6se dargebotene Titelgeschichten \u00fcber Fu\u00dfballer, die Steuern sparen wollen, kann man sich sparen\u00a0\u00bb, sagt etwa der Autor und Medienkritiker Lutz Hachmeister mit Blick auf die j\u00fcngsten \u00ab\u00a0Spiegel\u00a0\u00bb-Enth\u00fcllungen.<br \/>Auch Journalismus-Professor Lilienthal findet, dass das Magazin auf dem Titel manchmal \u00fcbertreibt. Das Cover zur Titelgeschichte \u00ab\u00a0Stoppt Putin Jetzt! \u00a0\u00bb aus dem Jahr 2014 sei beispielsweise schwierig gewesen. \u00ab\u00a0Da drohte der &lsquo;Spiegel&rsquo;, die Grenze zum Kampagnenjournalismus zu \u00fcberschreiten\u201c, so Lilienthal. Mittlerweile habe das Heft jedoch wieder \u00ab\u00a0seine Mitte\u00a0\u00bb gefunden.<br \/>Doch es sind nicht nur die Inhalte, die den \u00ab\u00a0Spiegel\u00a0\u00bb interessant machen. F\u00fcr Beobachter der Medienbranche hat das Haus eine \u00e4hnliche Faszination wie der Hamburger SV f\u00fcr Sportsfreunde. Konflikte zwischen dem Heft, der Online-Redaktion und der TV-Sparte werden gern halb\u00f6ffentlich ausgetragen. Auch wechseln die Chefredakteure des Magazins mittlerweile mit einer gewissen Regelm\u00e4\u00dfigkeit. Der derzeitige \u00ab\u00a0Spiegel\u00a0\u00bb-Chef Klaus Brinkb\u00e4umer leitet die Redaktion seit mittlerweile zwei Jahren. Er ist bereits der vierte Mann an der Spitze des Hefts, seit 2008 mit Stefan Aust der letzte Chefredakteur abtrat, den der 2002 verstorbene \u00ab\u00a0Spiegel\u00a0\u00bb-Gr\u00fcnder Augstein noch selbst installiert hatte.<br \/>Die Gr\u00fcnde f\u00fcr die Unruhe sind unterschiedlich. Auch der \u00ab\u00a0Spiegel\u00a0\u00bb k\u00e4mpft mit einer sinkenden Auflage. Sie liegt mittlerweile bei unter 790.000 verkauften Exemplaren. Gleichzeitig schwelt im Haus der Konflikt zwischen den Mitarbeitern der TV- und Online-Sparten, die gegen\u00fcber ihren Print-Kollegen schlechter gestellt sind. Hinzukommt eine einmalige Eigent\u00fcmerstruktur. Der \u00ab\u00a0Spiegel\u00a0\u00bb geh\u00f6rt zu 50,5 Prozent einer KG, in der Mitarbeiter des Magazins und des Verlags organisiert sind. 25,5 Prozent h\u00e4lt der Zeitschriftenverlag Gruner+Jahr, die restlichen 24 Prozent sind im Besitz der Augstein-Erben.<br \/>Trotz dieser Schwierigkeiten gelang es dem \u00ab\u00a0Spiegel\u00a0\u00bb lange, nicht nur publizistisch, sondern auch wirtschaftlich erfolgreich zu sein. Der Trend zeigt jedoch in eine andere Richtung. So schrumpfte der Umsatz des Verlages in den vergangenen zehn Jahren von 322 Millionen Euro auf 284 Millionen Euro. \u00ab\u00a0Spiegel\u00a0\u00bb-Chef Brinkb\u00e4umer k\u00fcndigte deshalb j\u00fcngst erneut an, neue Einnahmequellen erschlie\u00dfen zu wollen, etwa mit Bezahlmodellen f\u00fcr \u00ab\u00a0Spiegel Online\u00a0\u00bb und durch die Einf\u00fchrung eines neuen Hefts mit dem Titel \u00ab\u00a0Spiegel Classic\u00a0\u00bb, das sich an \u00e4ltere Leser richten soll. Auch setzte er im Verlag ein Sparprogramm durch, das einen Stellenabbau und &#8211; erstmals in der Geschichte des \u00ab\u00a0Spiegel\u00a0\u00bb &#8211; betriebsbedingte K\u00fcndigungen enth\u00e4lt.<br \/>Leitmedium ist der \u00ab\u00a0Spiegel\u00a0\u00bb trotz allem noch. Kaum ein anderes Medium wird so h\u00e4ufig zitiert wie das Hamburger Magazin. Auch schafft es das Heft immer wieder, mit gro\u00dfen Geschichten die Agenda zu pr\u00e4gen &#8211; zuletzt mit den Enth\u00fcllungen \u00fcber die gekaufte Fu\u00dfball-Weltmeisterschaft in Deutschland. \u00ab\u00a0Der \u00ab\u00a0Spiegel\u00a0\u00bb ist immer noch eine wesentliche Stimme\u00a0\u00bb, sagt Professor Lilienthal. Das Monopol auf gut recherchierte Geschichten, die den M\u00e4chtigen Druck machen, hat das Blatt allerdings verloren. \u00ab\u00a0Anders als noch in den 1960er Jahren liefern heute auch Tageszeitungen wie die &lsquo;S\u00fcddeutsche Zeitung&rsquo;, &lsquo;Die Welt&rsquo; oder die &lsquo;Frankfurter Allgemeine Zeitung&rsquo; wichtige Recherchen und Enth\u00fcllungen\u00a0\u00bb, so Lilienthal. \u00ab\u00a0F\u00fcr die Demokratie kann das nur gut sein. \u00ab\u00a0<\/p>\n<div id=\"td_post_ranks\" class=\"td-post-comments\" style=\"vertical-align: middle;\">\n<div style=\"float: left;\">\nSimilarity rank: 1.1\n<\/div>\n<\/div>\n<p><script>\njQuery(function() {\nvar mainContentMetaInfo = '.td-post-header .meta-info';\nvar tdPostRanks = '#td_post_ranks';\nif (jQuery(tdPostRanks).length) {\n    var tdPostRanksHtml = jQuery(tdPostRanks).get(0).outerHTML;\n    if (typeof tdPostRanksHtml != 'undefined') {\n        jQuery(tdPostRanks).remove();\n        jQuery(mainContentMetaInfo).append(tdPostRanksHtml);\n    }\n}\n});\n<\/script><span>&copy; Source: <a href=\"http:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/spiegel-jubilaeum-103.html\" target=\"_blank\">http:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/spiegel-jubilaeum-103.html<\/a><br \/>All rights are reserved and belongs to a source media.<\/span><\/p>\n<script>jQuery(function(){jQuery(\"#td_post_ranks\").remove();});<\/script><script>jQuery(function(){jQuery(\".td-post-content\").find(\"p\").find(\"img\").hide();});<\/script>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der \u00ab\u00a0Spiegel\u00a0\u00bb wird 70 Jahre alt. 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