<!--DEBUG:--><!--DEBUG:dc3-deutschland-mix-in-german-pdf-2--><!--DEBUG:--><!--DEBUG:dc3-deutschland-mix-in-german-pdf-2--><!--DEBUG-spv-->{"id":403661,"date":"2017-01-12T18:05:59","date_gmt":"2017-01-12T16:05:59","guid":{"rendered":"http:\/\/nhub.news\/?p=403661"},"modified":"2017-01-12T18:05:59","modified_gmt":"2017-01-12T16:05:59","slug":"eroffnung-der-elbphilharmonie-hohle-der-harmonie","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/nhub.news\/fr\/2017\/01\/eroffnung-der-elbphilharmonie-hohle-der-harmonie\/","title":{"rendered":"Er\u00f6ffnung der Elbphilharmonie: H\u00f6hle der Harmonie"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><img style=\"float: left; padding: 5px;\" width=\"300px\" src=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/images\/german-conductor-thomas-hengelbrock-and-the-ndr-elbphilharmonie-orchestra-acknoledge-the-final-applause-after-the-opening-concert-of-the-elbphilharmonie-concert-hall-in-hamburg-northern-germany-on-january-11-2017-around-nine-and-a-half-years-after-laying-the-foundation-stone-the-new-concert-ho\/19246190\/2-format530.jpg\" alt=\"NewsHub\" border=\"0\" \/>Hanseatisches Understatement geht anders: \u201eKlang Welt Wunder\u201c schreit es in gro\u00dfen Lettern von den Plakaten, die \u00fcberall die Er\u00f6ffnung der Elbphilharmonie betrommeln. Wer so f\u00fcr sich wirbt, muss von sich \u00fcberzeugt sein. Oder m\u00e4chtig Druck haben. 15 Jahre sind seit der ersten Skizze f\u00fcr das Konzerthaus auf dem alten Kaispeicher vergangen, mit der die Schweizer Architekten Jacques Herzog und Pierre de Meuron die Hamburger Herzen entflammten. <br \/>Zehn Jahre z\u00e4hen Ringens beanspruchten die Bauarbeiten, am Ende flossen 789 Millionen Euro Steuergeld in den Prestigebau. Da muss das Ergebnis ja ein Knaller werden. Ein Hingucker, der die Kaufmannsstadt ins Bewusstsein der globalen \u00d6ffentlichkeit katapultiert. Vor allem: ein Klangweltwunder. Tats\u00e4chlich ist es den Architekten und ihrem Akustiker Yasuhisa Toyota gelungen, einen Saal f\u00fcr das 21. Jahrhundert zu schaffen, optisch wie akustisch. Klarheit, W\u00e4rme, lichter Klang \u2013 die Rechnung ging auf. Aber der Reihe nach. <br \/>Mit der Hitparaden-Logik hatten die Initiatoren von Anfang an argumentiert: Unter die Top Ten im internationalen Konzertsaal-Ranking w\u00fcrde es dieser neue Saal schaffen, in einem Atemzug zu nennen mit dem Wiener Musikverein, dem Concertgebouw Amsterdam, mit Boston, Luzern, Los Angeles \u2013 und der Berliner Philharmonie. Scharouns Wurf von 1964, der erstmals das demokratische Prinzip des \u201eWeinberg\u201c-Saals verwirklichte, bei dem das Publikum die Musiker umringt, galt Yasuhisa Toyota als Referenzgr\u00f6\u00dfe. Die Stararchitekten dagegen, in deren Portfolio ein Konzertsaal bislang fehlte, orientierten sich als bekennende Fu\u00dfballfans eher am Stadionbau. <br \/>Auf der relativ kleinen Fl\u00e4che, die vom Kaispeicher vorgegeben war, haben sie einen extrem steil aufragenden Saal geschaffen, als Pendant zu jenen Ballsportarenen, bei denen die Zuschauer nahe am Geschehen sitzen. Weil sich so die emotionale Erregung vom Platz am intensivsten auf die R\u00e4nge \u00fcbertragen l\u00e4sst. Bekanntestes Beispiel f\u00fcr diesen Sportst\u00e4ttentyp: der Spielplatz von Bayern M\u00fcnchen \u2013 von Herzog &#038; de Meuron. <br \/>Wer am Mittwochabend nach umst\u00e4ndlichem Eintrittskarten-Ausgabe-Prozedere und Personenkontrolle endlich den mit so viel Vorschusslorbeeren bedachten Raum betritt, dem dr\u00e4ngt sich eine andere Metapher auf, die einer H\u00f6hle. Einer sehr ger\u00e4umigen zwar, die den Besucher freundlich empf\u00e4ngt, aber eben doch einer H\u00f6hle. Weil die W\u00e4nde so organisch gewachsen wirken, wie von urzeitlichen Str\u00f6men ausgewaschen. <br \/>Dabei ist hier alles Hightech. Der gesamte 2100Pl\u00e4tze-Saal wurde akustisch vom \u00fcbrigen Geb\u00e4ude abgekoppelt, damit weder Schiffssirenen noch das Stampfen von Lastkahnmotoren ins Innere dringen. Sein Gewicht von 12.500 Tonnen ruht auf 362 Stahlfederpaketen. Au\u00dferdem wurde jede einzelne Platte der \u201eWei\u00dfen Haut\u201c \u2013 der Wandverkleidung \u2013 nach Computerberechnungen individuell gefr\u00e4st. Das ergab bei 6000 Quadratmetern Oberfl\u00e4che genau 999.987 Schallrillen \u2013 und kostete statt der zun\u00e4chst avisierten 3,5 Millionen am Ende 15 Millionen Euro. <br \/>Im Gro\u00dfen Saal stecken also h\u00f6chste Ingenieurskunst und raffinierteste 3D-Technik. Und doch wirkt er naturnah, ja fordert von seinen Besuchern alpinistischen Ehrgeiz. Viele, viele Treppen gilt es auf dem Weg zum Kunstgenuss zu bew\u00e4ltigen. Das Publikum auf den billigen Pl\u00e4tzen sollte schwindelfrei sein, denn die oberen R\u00e4nge h\u00e4ngen wie Schwalbennester in diesem Musikgletscher. <br \/>Hat man allerdings diesen Parcours hinter sich gebracht, weil einem am Er\u00f6ffnungsabend ein Platz in h\u00f6chster H\u00f6he hinter dem Orchester zugewiesen wurde, dann er\u00f6ffnet sich eine weitere faszinierende Perspektive: Auf den Schallbrecher \u00fcber der B\u00fchne n\u00e4mlich, der wie ein Ufo durchs Deckengew\u00f6lbe dringt, ein gigantischer Trichter, an dessen konvexer Unterseite Dutzende Scheinwerfer den Eindruck erwecken, als setzte ein Raumschiff zur Landung an. <br \/>Das Flugobjekt war eine Forderung des Akustikers: Bei einer Raumh\u00f6he von 25 Metern w\u00fcrden die T\u00f6ne des Orchesters sonst f\u00f6rmlich verpuffen. So aber k\u00f6nnen sie rechtzeitig reflektiert werden, um sich an den schrundigen Wandfl\u00e4chen erneut zu brechen, ehe sie zu Geh\u00f6r kommen. Nur wenn die einzelnen Schallwellen unterschiedlich lange Laufzeiten haben, ergibt sich ein Nachhall, der noch schwingt, wenn der einzelne Ton bereits verklungen ist. Und nur eine solche Akustik empfindet der Mensch als angenehm.<\/p>\n<div id=\"td_post_ranks\" class=\"td-post-comments\" style=\"vertical-align: middle;\">\n<div style=\"float: left;\">\nSimilarity rank: 2.1\n<\/div>\n<\/div>\n<p><script>\njQuery(function() {\nvar mainContentMetaInfo = '.td-post-header .meta-info';\nvar tdPostRanks = '#td_post_ranks';\nif (jQuery(tdPostRanks).length) {\n    var tdPostRanksHtml = jQuery(tdPostRanks).get(0).outerHTML;\n    if (typeof tdPostRanksHtml != 'undefined') {\n        jQuery(tdPostRanks).remove();\n        jQuery(mainContentMetaInfo).append(tdPostRanksHtml);\n    }\n}\n});\n<\/script><span>&copy; Source: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/kultur\/eroeffnung-der-elbphilharmonie-hoehle-der-harmonie\/19246122.html\" target=\"_blank\">http:\/\/www.tagesspiegel.de\/kultur\/eroeffnung-der-elbphilharmonie-hoehle-der-harmonie\/19246122.html<\/a><br \/>All rights are reserved and belongs to a source media.<\/span><\/p>\n<script>jQuery(function(){jQuery(\"#td_post_ranks\").remove();});<\/script><script>jQuery(function(){jQuery(\".td-post-content\").find(\"p\").find(\"img\").hide();});<\/script>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hanseatisches Understatement geht anders: \u201eKlang Welt Wunder\u201c schreit es in gro\u00dfen Lettern von den Plakaten, die \u00fcberall die Er\u00f6ffnung der Elbphilharmonie betrommeln. 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