<!--DEBUG:--><!--DEBUG:dc3-deutschland-mix-in-german-pdf-2--><!--DEBUG:--><!--DEBUG:dc3-deutschland-mix-in-german-pdf-2--><!--DEBUG-spv-->{"id":441547,"date":"2017-02-04T12:07:00","date_gmt":"2017-02-04T08:07:00","guid":{"rendered":"http:\/\/nhub.news\/?p=441547"},"modified":"2017-02-04T18:04:36","modified_gmt":"2017-02-04T16:04:36","slug":"martin-schulz-straight-outta-wurselen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/nhub.news\/fr\/2017\/02\/martin-schulz-straight-outta-wurselen\/","title":{"rendered":"Martin Schulz: Straight outta W\u00fcrselen"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><img style=\"float: left; padding: 5px;\" width=\"300px\" src=\"http:\/\/img.zeit.de\/kultur\/2017-02\/martin-schulz-wuerselen-pfarrkirche-st-sebastian\/wide__1300x731\" alt=\"NewsHub\" border=\"0\" \/>Als Martin Schulz am vergangenen Sonntag seine Antrittsrede als SPD-Kanzlerkandidat hielt , stand er mit beiden Beinen in Berlin, mit dem Kopf aber war er in W\u00fcrselen, seiner Heimatstadt. Er werde Politik f\u00fcr die \u00ab\u00a0hart arbeitenden Menschen\u00a0\u00bb machen, sagte Schulz, f\u00fcr jene, \u00ab\u00a0die sich an die Regeln halten\u00a0\u00bb. Er dachte dabei an seine Nachbarn und seine Schulkameraden, an die nordrhein-westf\u00e4lisch Kleinstadt, in der er elf Jahre lang B\u00fcrgermeister gewesen war, bevor er 1998 ganz nach Br\u00fcssel wechselte und es bis zum Pr\u00e4sident des EU-Parlaments brachte. Martin Schulz, der Mann, der f\u00fcnf Sprachen spricht, bretonisch noch dazu, aber immer noch Probleme hat, das \u00ab\u00a0sch\u00a0\u00bb an die richtige Stelle zu setzen. <br \/>Niemand muss sich an seiner Herkunft messen lassen. Es sei denn, er tut alles daf\u00fcr, so wie Martin Schulz. Sind wir nicht alle ein bisschen W\u00fcrselen, fragt er bei jeder Gelegenheit und gibt die Antwort vorsichtshalber gleich selbst: Ja, nat\u00fcrlich sind wir das. Schulz ist \u00fcber diesen Ort hinausgewachsen, ohne ihn hinter sich zu lassen, jedenfalls stellt er das so dar. W\u00fcrselen ist seine Allzweckwaffe, sie ist Metapher, Legitimation und Programm zugleich. Ein Ort wie aus dem M\u00e4rchenbuch.<br \/>Das echte W\u00fcrselen hat 40.000-Einwohner und liegt nord\u00f6stlich von Aachen im Dreil\u00e4ndereck Deutschland, Belgien, Niederlande. Eine Kleinstadt, in der die B\u00e4ckereifachverk\u00e4uferin das belegte Baguette \u00ab\u00a0sch\u00f6n knusprig antoastet\u00a0\u00bb und sich nach dem Befinden des werten Gatten erkundigt. Wo die Nachkriegsbauten trotz ihrer Kanten eine gewisse Gem\u00fctlichkeit ausstrahlen, weil sie nie mehr als drei Stockwerke haben, und die Einkaufsstra\u00dfe im Ort so schmal ist, dass die Laternen an einem Stahlseil h\u00e4ngen, gespannt von einer Fassade zur anderen. Fluchtpunkt ist die St.-Sebastian-Kirche, die sie hier W\u00f6schelter Dom nennen und deren Glockenl\u00e4uten noch Ehrfurcht verbreitet, egal, ob man nun fromm ist oder nicht.<br \/>Gleich dahinter liegt die Kneipe Houben, in der Martin Schulz viel Zeit verbrachte, als er noch bei den Jusos war. Hier hat er das Reden gelernt, etwa im Streit um den NATO-Doppelbeschluss Anfang der Achtziger, den er nat\u00fcrlich ablehnte. F\u00fcr den Beschluss, der die Stationierung neuer Atomraketen in Europa vorsah, waren die Mitglieder der Jungen Union. Die waren n\u00e4mlich auch im Houben, weil man eben hier herkam. Man muss diese Kleinstadtkneipe als Schule der Demokratie begreifen, hier trafen allabendlich verschiedene Weltsichten aufeinander. Man stritt und man vertrug sich, sp\u00e4testens wenn man wieder n\u00fcchtern war. <br \/>Sonntag, Houben hat Ruhetag, die schlanken Leuchtbuchstaben \u00fcber dem Eingang sind dunkel, kein Pils f\u00fcr 1,40 Euro heute Abend. Wenigstens der Dom hat noch auf, das Kirchenschiff ist leer, in einem Nebenraum wird ein Betkreis abgehalten. Ein Mann ist dabei die Hauptforte abzuschlie\u00dfen. Martin Schulz? Nat\u00fcrlich kennt er den, den kenne hier jeder, er l\u00e4sst das Schl\u00fcsselbund sinken. Heimatverbunden sei der Schulz, sagt er, und bodenst\u00e4ndig, als sei das allein eine Qualifikation. Er habe sich sogar den Namen des Mitarbeiters gemerkt, der sich am tiefsten ins Stadtarchiv eingegrabenen hatte und nur selten aus dem Keller des Rathauses aufstieg. <br \/>Man hat ein komisches Gef\u00fchl, wenn man die Kirche verl\u00e4sst, als habe sich jeder hier eine Anekdote \u00fcber Schulz zurechtgelegt, als habe sich W\u00fcrselen immer schon heimlich auf den Moment vorbereitet, einen Bundeskanzler hervorzubringen.<br \/>\u00ab\u00a0Wer W\u00fcrselen heute nicht kennt, ist selber Schuld\u00a0\u00bb, sagt der \u00f6rtliche CDU-Vorsitzende Hans-Josef B\u00fclles. Er sitzt in seinem B\u00fcro im Erdgeschoss des modernen Rathauses und freut sich \u00fcber die Werbung f\u00fcr die Stadt. \u00ab\u00a0Sehr medientr\u00e4chtig, wie der Martin das macht\u00a0\u00bb, sagt er. Man duzt sich, kennt sich seit Jahren, war zusammen in derselben Maigesellschaft, von denen es je Stadtteil einen gibt, das hei\u00dft insgesamt 13. W\u00fcrselen ist ber\u00fchmt f\u00fcr seine Jungenspiele, deren Tradition sich bis ins 17. Jahrhundert zur\u00fcckverfolgen l\u00e4sst. Ein Jahr f\u00fchrte Schulz als Pritschenmeister den Umzug an, ein anderes Jahr B\u00fclles.<br \/>Trotz aller Gemeinsamkeiten, CDU bleibt CDU, \u00fcber B\u00fclles&rsquo; Schreibtisch <br \/>h\u00e4ngt ein Foto von Angela Merkel, jung war sie da, gerade Kanzlerin <br \/>geworden, schon eine Weile her. \u00ab\u00a0Der Martin w\u00fcrde einen sehr guten <br \/>Vizekanzler abgeben\u00a0\u00bb, sagt B\u00fclles, ohne sich dabei seinen Schnauzbart zu<br \/>Zwirbeln, denn das hat er schon am Morgen mit ordentlich Pomade getan. <br \/>\u00ab\u00a0Ich pers\u00f6nlich halte ihn f\u00fcr einen hervorragenden Politiker, rhetorisch<br \/>sehr begabt, er ist aber auch eitel. Der willet dann auch wisse\u2019, w\u00fcrde<br \/>man bei uns sagen. \u00a0\u00bb Es wundert ihn nicht, dass Schulz jetzt auch <br \/>Kanzler werden will.<br \/>Was er an Schulz sch\u00e4tzt, ist dessen tiefe demokratische \u00dcberzeugung. Im<br \/>W\u00fcrselener Rathaus habe Schulz seinerzeit eine Streitkultur gepr\u00e4gt, <br \/>die bis heute nachwirkt, Respekt f\u00fcr den politischen Gegner sei ihm <br \/>wichtig gewesen. \u00ab\u00a0Wenn es um das Wohl der Menschen ging, war Martin <br \/>Schulz immer einer der Lautesten, das ist sein Naturell\u00a0\u00bb, sagt B\u00fclles.<\/p>\n<div id=\"td_post_ranks\" class=\"td-post-comments\" style=\"vertical-align: middle;\">\n<div style=\"float: left;\">\nSimilarity rank: 1.1\n<\/div>\n<\/div>\n<p><script>\njQuery(function() {\nvar mainContentMetaInfo = '.td-post-header .meta-info';\nvar tdPostRanks = '#td_post_ranks';\nif (jQuery(tdPostRanks).length) {\n    var tdPostRanksHtml = jQuery(tdPostRanks).get(0).outerHTML;\n    if (typeof tdPostRanksHtml != 'undefined') {\n        jQuery(tdPostRanks).remove();\n        jQuery(mainContentMetaInfo).append(tdPostRanksHtml);\n    }\n}\n});\n<\/script><span>&copy; Source: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/entdecken\/2017-02\/martin-schulz-wuerselen-heimat-spd\" target=\"_blank\">http:\/\/www.zeit.de\/entdecken\/2017-02\/martin-schulz-wuerselen-heimat-spd<\/a><br \/>All rights are reserved and belongs to a source media.<\/span><\/p>\n<script>jQuery(function(){jQuery(\"#td_post_ranks\").remove();});<\/script><script>jQuery(function(){jQuery(\".td-post-content\").find(\"p\").find(\"img\").hide();});<\/script>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Als Martin Schulz am vergangenen Sonntag seine Antrittsrede als SPD-Kanzlerkandidat hielt , stand er mit beiden Beinen in Berlin, mit dem Kopf aber war er in W\u00fcrselen, seiner Heimatstadt. 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