<!--DEBUG:--><!--DEBUG:dc3-deutschland-mix-in-german-pdf-2--><!--DEBUG:--><!--DEBUG:dc3-deutschland-mix-in-german-pdf-2--><!--DEBUG-spv-->{"id":513471,"date":"2017-04-25T21:53:00","date_gmt":"2017-04-25T19:53:00","guid":{"rendered":"http:\/\/nhub.news\/?p=513471"},"modified":"2017-04-25T23:06:00","modified_gmt":"2017-04-25T21:06:00","slug":"die-strategie-der-marine-le-pen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/nhub.news\/fr\/2017\/04\/die-strategie-der-marine-le-pen\/","title":{"rendered":"Die Strategie der Marine Le Pen"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><b>Die Rechtspopulistin hat Umfragen zufolge gegen Emmanuel Macron kaum eine Chance. Doch es w\u00e4re falsch, die 49-J\u00e4hrige zu untersch\u00e4tzen. Denn ihre Partei ist auf&#8230;<\/b> <br \/>Fast k\u00f6nnte man glauben, ein ungeheurer Meteorit hat Europa am Sonntag nur knapp verfehlt. So gro\u00df war die Erleichterung bei vielen Staatschefs und Kommentatoren in Presse, TV und Internet nach der ersten Runde der franz\u00f6sischen Pr\u00e4sidentschaftswahlen. Und es ist ja auch nicht von der Hand zu weisen: Marine Le Pen geht nicht von der Poleposition aus in die Stichwahl am 7. M\u00e4rz. Zudem tritt sie nicht gegen den Linksau\u00dfen und Europafeind Jean-Luc M\u00e9lenchon an, sondern gegen Emmanuel Macron. Ein Mann also, den man \u2013 zumindest, wenn man seine oft etwas nebul\u00f6sen programmatischen \u00c4u\u00dferungen heranzieht \u2013 nach deutschen Ma\u00dfst\u00e4ben am ehesten in die sozialliberale Schublade stecken w\u00fcrde.<br \/>Allerdings kann man die Ergebnisse vom Wahlsonntag auch ganz anders lesen. Zwar konnte Le Pen ihre Entt\u00e4uschung dar\u00fcber, dass Macron sie mit seiner Bewegung \u201eEn marche!\u201c (\u201eIn Bewegung\u201c) noch abfangen konnte, beim Auftritt vor Anh\u00e4ngern des Front National (FN) kaum verhehlen. Dennoch hat Le Pen einen gro\u00dfen Erfolg eingefahren: 2012 hatte sie noch 17,9 Prozent erreicht, jetzt steht sie mit 21,4 Prozent in der Stichwahl. Dort stand ihr Vater Jean-Marie bereits 2002, als er mit 17 Prozent in das Duell gegen den Konservativen Jacques Chirac einzog, um dann mit 18 zu 82 Prozent unterzugehen.<br \/>Das wird sich nicht wiederholen. Auch wenn ein Sieg nicht in Reichweite scheint, wird Le Pen um jeden Prozentpunkt k\u00e4mpfen. Demonstrativ l\u00e4sst sie den FN-Vorsitz vor\u00fcbergehend ruhen, um sich auf den Endspurt zu konzentrieren. Nach einer Umfrage vom Dienstag liegt Macron bei 61 Prozent, Le Pen bei 39 Prozent. L\u00e4ngst \u2013 so zeigen W\u00e4hleranalysen \u2013 sind auch Konservative, ja sogar Anh\u00e4nger der extremen Linken bereit, Le Pen zu w\u00e4hlen.<br \/>Marine Le Pen bietet einfache Erkl\u00e4rungen f\u00fcr Frankreichs Probleme: Die \u00ab\u00a0massive Einwanderung\u00a0\u00bb sei schuld und die Entm\u00fcndigung durch \u00ab\u00a0Technokraten\u00a0\u00bb aus Br\u00fcssel.<br \/>Die Rechtspopulistin hat den Auftritt ihrer Partei modernisiert und damit schon viele gute Wahlergebnisse eingefahren.<br \/>Nun steht sie wie 2002 ihr Vater Jean-Marie Le Pen in der Stichwahl um den \u00c9lys\u00e9epalast.<br \/>Statt mit der martialischen Flamme der Front National (FN) wirbt die 48-J\u00e4hrige mit einer Rose, ohne Dornen und nat\u00fcrlich in Marineblau.<br \/>Seit sie den Parteivorsitz 2011 von ihrem Vater \u00fcbernahm, hat sie der Rechtsau\u00dfenpartei eine \u00ab\u00a0Entteufelung\u00a0\u00bb verordnet, ein gem\u00e4\u00dfigteres Auftreten. Offener Rassismus und Antisemitismus werden geahndet.<br \/>Le Pen setzt aber weiter auf Abschottung und radikale Positionen gegen Europ\u00e4ische Union und Einwanderung. In ihren Reden spielt sie geschickt auf der Klaviatur von Frust und \u00c4ngsten etwa vor dem Islam.<br \/>\u00ab\u00a0Feindbilder sind ein fester Bestandteil in der Rhetorik von Marine Le Pen\u00a0\u00bb, schreibt Tanja Kuchenbecker, Autorin eines Buchs \u00fcber die Rechtspopulistin.<br \/>Vorw\u00fcrfe wie den Verdacht der Scheinbesch\u00e4ftigung von FN-Mitarbeitern im EU-Parlament konnte die Europaabgeordnete ihren Anh\u00e4ngern bislang als Man\u00f6ver ihrer Gegner verkaufen.<br \/>Marine Le Pen kam 1968 als j\u00fcngste Tochter des rechtsextremen Polit-Haudegens Jean-Marie Le Pen zur Welt, der die FN in vier Jahrzehnten von einer Splittergruppe zu einer wichtigen Stimme in Frankreich machte.<br \/>Im Alter von acht Jahren wurde sie von einer Bombenexplosion aus dem Schlaf gerissen &#8211; ein Anschlag auf ihren Vater.<br \/>Die Trennung ihrer Eltern wurde zur Seifenoper, als die Mutter im \u00ab\u00a0Playboy\u00a0\u00bb posierte.<br \/>Le Pen studierte Jura und arbeitete erst als Rechtsanw\u00e4ltin, dann f\u00fchrte sie die Rechtsabteilung der Front National. Sie hat drei Kinder.<br \/>Ihre zwei Ehen gingen auseinander, heute ist sie mit dem FN-Europaabgeordneten Louis Aliot liiert.<br \/>F\u00fcr die Strategie der \u00ab\u00a0Entteufelung\u00a0\u00bb lie\u00df sie 2015 sogar ihren Vater aus der FN ausschlie\u00dfen, nachdem er die Gaskammern der Nazis erneut als \u00ab\u00a0Detail\u00a0\u00bb der Geschichte bezeichnet hatte.<br \/>Eine sogenannte Mikropartei des 88-J\u00e4hrigen lieh ihr trotzdem Millionen f\u00fcr den Pr\u00e4sidentschaftswahlkampf.<br \/>Dennoch: Alles spricht daf\u00fcr, dass Frankreich eine Pr\u00e4sidentin erspart bleibt, die auf ein \u00fcberholtes, auf Abschottung basierendes Wirtschaftsprogramm setzt und aggressiv nationalistische, ja mitunter auch rechtsextreme und antisemitische T\u00f6ne anschl\u00e4gt. So \u00e4u\u00dferte Marine Le Pen j\u00fcngst, dass die unter franz\u00f6sischer Regie 1942 einsetzenden Massenverhaftungen von Juden, die den Nazis \u00fcberstellt wurden, mit Frankreich nichts zu tun gehabt h\u00e4tten. Da wurden Erinnerungen an ihren Vater wach, der im \u00dcbrigen den Wahlkampf seiner Tochter als \u201ezu lasch\u201c kritisierte. Marine Le Pen lie\u00df ihn 2015 aus der Partei ausschlie\u00dfen, nachdem er erneut den Holocaust verharmlost hatte. Beunruhigend nur, dass all dies den unverminderten Aufstieg des FN nicht bremsen konnte.<br \/>Warum ist das so? Mit dieser Frage hat sich die Journalistin Tanja Kuchenbecker, die in Frankreich als Korrespondentin arbeitet, ausf\u00fchrlich befasst. In ihrer Biografie (\u201eMarine Le Pen \u2013 Tochter des Teufels\u201c) beschreibt sie, wie die FN-Chefin aus den Strukturproblemen Frankreichs Kapital schl\u00e4gt: Da gibt es ein verkrustetes Bildungs- und Ausbildungssystem mit seinen Elite-Kaderschmieden, die gescheiterte Integration eines Teils der Migranten, die in verwahrlosten Ghettos am Rande der gro\u00dfen Vorst\u00e4dte leben, oder das \u00fcberregulierte Wirtschaftssystem. Missst\u00e4nde, die seit vielen Jahren bekannt sind und bis zur Ersch\u00f6pfung diskutiert werden.<br \/>Doch wirkliche Reformen scheitern meist. An \u00fcberforderten Politikern, wie zuletzt Fran\u00e7ois Hollande und vor ihm Nicolas Sarkozy, aber auch an Teilen der desillusionierten Bev\u00f6lkerung. Reformen werden zwar grunds\u00e4tzlich unterst\u00fctzt. Allerdings nur, solange ausschlie\u00dflich andere gesellschaftliche Gruppen ihre Schattenseiten zu sp\u00fcren bekommen. Kommt es anders, gehen Hunderttausende auf die Stra\u00dfe \u2013 bis die jeweilige Regierung einen R\u00fcckzieher macht. Diese Einstellung macht sich Le Pen flexibel \u201ewie ein Cham\u00e4leon\u201c zunutze \u2013 so beschreibt es Kuchenbecker.<br \/>Das zeigt Wirkung: Bei den Europawahlen 2014 wurde der FN mit fast 35 Prozent st\u00e4rkste Partei \u2013 bei den Regionalwahlen 2015 lag der FN im ersten Wahlgang mit fast 28 Prozent ebenfalls vorne. Le Pens Strategie ist also erfolgreich \u2013 zumindest, solange die 49-J\u00e4hrige nicht ihrerseits L\u00f6sungen anbieten muss.<br \/>L\u00f6sungen, die der 39-j\u00e4hrige Macron, falls er die Stichwahl gewinnt, liefern m\u00fcsste. Sein Team sucht seit Wochen hinter den Kulissen fieberhaft nach vorzeigbaren Wahlkreis-Kandidaten f\u00fcr die im Juni folgenden Parlamentswahlen. Auch hier gilt das Mehrheitswahlrecht: Nach der ersten Runde am 11. Juni treten die beiden im Wahlkreis f\u00fchrenden Politiker zu einer Stichwahl (18. Juni) an. Der Sieger zieht in die Nationalversammlung ein. Ein Wahlverfahren, das den FN zuletzt im Jahr 2012 ausgebremst hat: Denn trotz der 13,6 Prozent im ersten Wahlgang stellt der FN nur zwei der 577 Abgeordneten. Der amtierende Staatschef Fran\u00e7ois Hollande hatte nach seinem Amtsantritt 2012 versprochen, dieses Verfahren mit Elementen des Verh\u00e4ltniswahlrechts aufzuweichen \u2013 doch auch in diesem Punkt steht er heute mit leeren H\u00e4nden da. Es \u00e4nderte sich nichts.<br \/>Emmanuel Macron ist der Senkrechtstarter der franz\u00f6sischen Politik. Einige nennen ihn bereits den \u00ab\u00a0franz\u00f6sischen Kennedy\u00a0\u00bb.<br \/>In seinem Lager entfacht der zierlich wirkende Mann Begeisterung. Schon vor der Wahl war von \u00ab\u00a0Macromania\u00a0\u00bb die Rede.<br \/>Sein Wahlkampfbuch nannte er schlicht \u00ab\u00a0R\u00e9volution\u00a0\u00bb.<br \/>Erst vor einem Jahr gr\u00fcndete der fr\u00fchere Wirtschaftsminister seine Bewegung \u00ab\u00a0En Marche!\u00a0\u00bb (Auf dem Weg) .<br \/>Einen klassischen Parteiapparat hat er bis heute nicht. Er spricht Menschen an, die eine Erneuerung wollen, aber Extreme ablehnen.<br \/>Macron f\u00fchrt sein Wahlkampfteam wie ein Start-up-Unternehmen. Er will \u00ab\u00a0neue Gesichter\u00a0\u00bb in die Top-Etage der Macht bringen.<br \/>Falls er gewinnt, soll ein erheblicher Teil der Minister seiner Regierung nicht aus der Politik kommen.<br \/>Der 39-J\u00e4hrige ist ein Europafreund. \u00ab\u00a0Ich habe Europa im Herzen\u00a0\u00bb, lautet sein Motto.<br \/>Das macht ihn zum prominentesten Widersacher der Rechtspopulistin Marine Le Pen, die Europ\u00e4ische Union bek\u00e4mpft und in ihrem Land den \u00ab\u00a0neuen Franc\u00a0\u00bb als W\u00e4hrung einf\u00fchren will.<br \/>Macron gab schon vor langer Zeit sein Parteibuch bei den Sozialisten ab. Er positioniert sich \u00ab\u00a0weder rechts noch links\u00a0\u00bb.<br \/>Im Wahlkampf bekannte er, Au\u00dfenseiter zu sein. In der Tat wurde Macron noch nie in ein Amt gew\u00e4hlt.<br \/>Der ehrgeizige Kandidat war bis 2012 gut bezahlter Investmentbanker bei Rothschild &#038; Cie&#8230;<br \/>&#8230; Dann holte ihn der sozialistische Pr\u00e4sident Fran\u00e7ois Hollande in den \u00c9lys\u00e9epalast. 2014 wurde er Wirtschaftsminister.<br \/>Macron ist seit 2007 mit der wesentlich \u00e4lteren Franz\u00f6sisch-Lehrerin Brigitte Macron (64) verheiratet, die er seit seiner Schulzeit in Amiens kennt.<br \/>Sie organisiert im Wahlkampf und \u00ab\u00a0coacht\u00a0\u00bb ihren Mann. Das ungew\u00f6hnliche Paar k\u00f6nnte im \u00c9lys\u00e9epalast f\u00fcr richtigen Glamour sorgen.<br \/>Die Franzosen neigen dazu, einen neu gew\u00e4hlten Pr\u00e4sidenten bei Parlamentswahlen mit einer Mehrheit auszustatten, damit er seine Ideen umsetzen kann. Doch dass dies \u201eEn marche!\u201c aus dem Stand gelingt, ist kaum wahrscheinlich. Gut m\u00f6glich also, dass Macron mit einem Ministerpr\u00e4sidenten aus einer anderen Partei konfrontiert w\u00e4re. Eine Konstellation, die den Spielraum f\u00fcr die von ihm angek\u00fcndigte revolution\u00e4r neue Politik beschneiden w\u00fcrde. Weitere f\u00fcnf verschenkte Jahre aber k\u00f6nnte sich Macron nicht leisten \u2013 und Frankreich schon gar nicht.<br \/>Doch genau auf dieses Szenario d\u00fcrfte Marine Le Pen setzen. In f\u00fcnf Jahren, so hofft sie, schl\u00e4gt endlich ihre Stunde.<br \/>Le Pen l\u00e4sst Parteivorsitz vor\u00fcbergehend ruhen<br \/>Zerkl\u00fcftetes Frankreich: Was das Land nun braucht<br \/>Macron l\u00e4sst Dax auf Rekordhoch steigen<\/p>\n<div id=\"td_post_ranks\" class=\"td-post-comments\" style=\"vertical-align: middle;\">\n<div style=\"float: left;\">Similarity rank: 2.1<\/div>\n<\/div>\n<p><script>\njQuery(function() {\nvar mainContentMetaInfo = '.td-post-header .meta-info';\nvar tdPostRanks = '#td_post_ranks';\nif (jQuery(tdPostRanks).length) {\n    var tdPostRanksHtml = jQuery(tdPostRanks).get(0).outerHTML;\n    if (typeof tdPostRanksHtml != 'undefined') {\n        jQuery(tdPostRanks).remove();\n        jQuery(mainContentMetaInfo).append(tdPostRanksHtml);\n    }\n}\n});\n<\/script><span>\u00a9 Source: <a href=\"http:\/\/www.augsburger-allgemeine.de\/politik\/Die-Strategie-der-Marine-Le-Pen-id41289542.html\" target=\"_blank\">http:\/\/www.augsburger-allgemeine.de\/politik\/Die-Strategie-der-Marine-Le-Pen-id41289542.html<\/a><br \/>\nAll rights are reserved and belongs to a source media.<\/span><\/p>\n<script>jQuery(function(){jQuery(\"#td_post_ranks\").remove();});<\/script><script>jQuery(function(){jQuery(\".td-post-content\").find(\"p\").find(\"img\").hide();});<\/script>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Rechtspopulistin hat Umfragen zufolge gegen Emmanuel Macron kaum eine Chance. 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