<!--DEBUG:--><!--DEBUG:dc3-deutschland-mix-in-german-pdf-2--><!--DEBUG:--><!--DEBUG:dc3-deutschland-mix-in-german-pdf-2--><!--DEBUG-spv-->{"id":1257071,"date":"2018-11-12T22:30:00","date_gmt":"2018-11-12T20:30:00","guid":{"rendered":"http:\/\/nhub.news\/?p=1257071"},"modified":"2018-11-13T00:10:49","modified_gmt":"2018-11-12T22:10:49","slug":"ein-leben-fur-den-comic","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/nhub.news\/ru\/2018\/11\/ein-leben-fur-den-comic\/","title":{"rendered":"Ein Leben f\u00fcr den Comic"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><b>Puppenspieler, Strippenzieher, Selbstdarsteller: Kaum jemand hat den modernen US-Comic so gepr\u00e4gt wie Stan Lee. Jetzt starb er mit 95 Jahren. Ein Nachruf<\/b><br \/>\nDer alte Mann war ein Zauberer. In einer seiner vielen Erz\u00e4hlungen, der zusammen mit dem Zeichner Hiroyuki Takei geschaffenen Manga-Serie \u201eUltimo\u201c, hatte sich Stan Lee in Gestalt eines Puppenspielers selbst verewigt. Dieser Dr. Dunstan ist ein Forscher, den die Abgr\u00fcnde der menschlichen Natur ebenso interessieren wie die Macht der Superwesen. Er hat sich zwei mit \u00fcbermenschlichen Kr\u00e4ften ausgestattete Puppen geschaffen, die das B\u00f6se und das Gute in Reinform repr\u00e4sentieren. Als er von Wegelagerern \u00fcberfallen wird, geraten die Puppen au\u00dfer Kontrolle, ein Jahrhunderte \u00fcberspannendes Action-Fantasy-Abenteuer beginnt, dessen erste B\u00e4nde jetzt sukzessive auch auf Deutsch erscheinen.<br \/>Diese Erz\u00e4hlung Stan Lees bot mit dem Puppenspieler eine passende Verk\u00f6rperung jenes Mannes an, der 1922 als Stanley Martin Lieber in New York zur Welt kam und jetzt im Alter von 95 Jahren gestorben ist. Das meldeten am Montagabend US-Medien.<br \/>Eine Nachricht, die nicht nur viele Comicfans traurig stimmen d\u00fcrfte. Wohl kein anderer lebender Autor hatte den US-Comic und die daraus entstandene milliardenschwere Unterhaltungsindustrie so nachhaltig gepr\u00e4gt wie Lee \u2013 und keiner war so umstritten wie er. Denn der mit einem riesigen Ego beseelte Autor und Redakteur war nicht nur ein geschickter Strippenzieher und Geschichtenerfinder mit Hang zu menschelnden Helden und pathetischen Dialogen, sondern vor allem ein begnadeter Selbstdarsteller.<br \/>W\u00e4hrend viele Fans den Sohn j\u00fcdisch- rum\u00e4nischer Immigranten bis heute als Sch\u00f6pfer von Spider-Man, den Avengers und vieler anderer Comic-Ikonen verehrten, hielten ihn andere f\u00fcr einen Hochstapler, der sich mit der Kreativit\u00e4t seiner Weggef\u00e4hrten schm\u00fcckte.<br \/>In seiner Autobiografie \u201eExcelsior \u2013 The Amazing Life of Stan Lee\u201c zeichnete er das Bild eines kreativen Tausendsassas. Als Jugendlicher verschlang er Groschenhefte, Comics, Mark Twain und Shakespeare. Mit 17 Jahren stieg er als Laufbursche beim Verlag seines Onkels ein, aus dem sp\u00e4ter mit Marvel einer der beiden gr\u00f6\u00dften US-Comicverlage werden sollte.<br \/>Nach seiner Darstellung erfand er dort ab den Sechzigern nahezu im Alleingang Superhelden wie die Fantastischen Vier, die X-Men, Hulk und Iron Man, die westliche Unterhaltungsindustrie nachhaltig ver\u00e4nderten. Denn sie haben neben ihren Superkr\u00e4ften auch Schw\u00e4chen und Alltagsprobleme und leben in einer Welt, die der amerikanischen Gegenwartsrealit\u00e4t \u00e4hnelt. Zudem sind sie j\u00fcnger als Superman, Batman und Co, die bis dahin das Genre dominiert hatten.<br \/>Und ihre Abenteuer wurden nicht mehr in Form kurzer Strips servierte, sondern wuchsen sich zu epischen Comic-Seifenopern aus, die neben exzessiver Action und einem stetig wachsenden Fantasie-Universum auch viel Platz f\u00fcr menschliche Dramen und die privaten N\u00f6te der unter ihrem Au\u00dfenseiter-Dasein leidenden Hauptfiguren boten. Damit bieten sie ihren Lesern zahlreiche Projektionsfl\u00e4chen, die bis heute den Erfolg der auf diesen Reihen basierenden Hollywood-Blockbuster erkl\u00e4ren \u2013 in denen Lee bis ins hohe Alter in bester Hitchcock-Manier einen Cameo-Auftritt absolvierte.<br \/>Wie gro\u00df der Anteil Lees am Erfolg wirklich war? Am wahrscheinlichsten ist, dass er vor allem als Impresario wirkte, der es wie ein Zirkusdirektor meisterhaft verstand, die Talente anderer Menschen in den Dienst einer gemeinsamen Sache zu stellen. \u201eIch habe Stan Lee niemals irgendetwas schreiben sehen\u201c, sagte der Zeichner Jack Kirby einmal, der mit seinem dynamischen Stil den US-Comic k\u00fcnstlerisch gepr\u00e4gt hat.<br \/>Comic-Publizist Andreas C. Knigge stellte in seinem Standardwerk \u201eAlles \u00fcber Comics\u201c fest: \u201eDe facto erfand Kirby die neuen Helden, Lee beseelte sie und stattete sie mit menschlichen Z\u00fcgen und ihrer Verletzbarkeit aus.\u201c \u00c4hnlich d\u00fcrfte die Zusammenarbeit mit Steve Ditko verlaufen sein, der die ersten Spider-Man-Abenteuer zeichnete und als Miterfinder der Figur gilt, sp\u00e4ter aber verbittert den Marvel-Verlag verlie\u00df.<br \/>Plausibel ist, dass Lee vor allem ein Vermittler war, der einerseits gute Comics machen wollte und den f\u00fcr ihn arbeitenden K\u00fcnstlern den R\u00fccken freihielt, w\u00e4hrend er neben den Erwartungen der \u00d6ffentlichkeit zugleich die wechselnden Verlagsbesitzer zufrieden stellen musste, wie es Sean Howe in seinem Buch \u201eMarvel Comics \u2013 The Untold Story\u201c nahe legt.<br \/>Dazu kommt, dass Lee eine aus der Not der \u00dcberarbeitung geborene Methode der Comic-Kreation zum \u201eMarvel Way\u201c erkl\u00e4rte, die es nachtr\u00e4glich kaum m\u00f6glich macht, den Anteil verschiedener Beteiligter genau zu kl\u00e4ren: Er besprach mit Zeichnern m\u00f6gliche Handlungsverl\u00e4ufe der n\u00e4chsten Hefte, daraufhin entwickelte der Zeichner die Layouts und Bilderfolgen, in die der Autor dann wiederum Dialoge einf\u00fcgte.<br \/>Stan Lee blieb im Gegensatz zu seinen fr\u00fchen Weggef\u00e4hrten bis ins hohe Alter vital und sehr selbstbewusst. Nach einer Herz-OP teilte er seinen Fans vor einigen Jahren mit, er habe sich \u2013 \u00e4hnlich wie Iron Man \u2013 einen Schrittmacher einsetzen lassen, \u201eum sicherzugehen, dass ich euch noch weitere 90 Jahre anf\u00fchren kann\u201c.<\/p>\n<div id=\"td_post_ranks_tmp\" class=\"td-post-comments\" style=\"vertical-align: middle;display:none;\">\n<div style=\"float: left;\">Similarity rank: 3.5<\/div>\n<\/div>\n<p><script>\n\/*jQuery(function() {\nvar mainContentMetaInfo = '.td-post-header .meta-info';\nvar tdPostRanks = '#td_post_ranks';\nif (jQuery(tdPostRanks).length) {\n    var tdPostRanksHtml = jQuery(tdPostRanks).get(0).outerHTML;\n    if (typeof tdPostRanksHtml != 'undefined') {\n        jQuery(tdPostRanks).remove();\n        jQuery(mainContentMetaInfo).append(tdPostRanksHtml);\n    }\n}\n});*\/\n<\/script><span>\u00a9 Source: <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/kultur\/comics\/stan-lee-1922-2018-ein-leben-fuer-den-comic\/7565390.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">https:\/\/www.tagesspiegel.de\/kultur\/comics\/stan-lee-1922-2018-ein-leben-fuer-den-comic\/7565390.html<\/a><br \/>\nAll rights are reserved and belongs to a source media.<\/span><\/p>\n<script>jQuery(function(){jQuery(\"#td_post_ranks\").remove();});<\/script><script>jQuery(function(){jQuery(\".td-post-content\").find(\"p\").find(\"img\").hide();});<\/script>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Puppenspieler, Strippenzieher, Selbstdarsteller: Kaum jemand hat den modernen US-Comic so gepr\u00e4gt wie Stan Lee. 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