<!--DEBUG:--><!--DEBUG:dc3-deutschland-mix-in-german-pdf-2--><!--DEBUG:--><!--DEBUG:dc3-deutschland-mix-in-german-pdf-2--><!--DEBUG-spv-->{"id":1949150,"date":"2021-07-19T15:39:00","date_gmt":"2021-07-19T13:39:00","guid":{"rendered":"http:\/\/nhub.news\/?p=1949150"},"modified":"2021-07-19T17:14:35","modified_gmt":"2021-07-19T15:14:35","slug":"forscherin-sieht-monumentales-versagen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/nhub.news\/ru\/2021\/07\/forscherin-sieht-monumentales-versagen\/","title":{"rendered":"Forscherin sieht &quot;monumentales&quot; Versagen"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><b>Nach der Flutkatastrophe in Deutschland steht der Katastrophenschutz auf dem Pr\u00fcfstand. H\u00e4tten die Menschen fr\u00fcher gewarnt werden k\u00f6nnen? Eine britische Wissenschaftlerin geht hart mit den Beh\u00f6rden ins Gericht &#8212; und das Innenministerium k\u00fcndigt Tempo bei einer Reform an.<\/b><br \/>\nNach der Flutkatastrophe in Deutschland steht der Katastrophenschutz auf dem Pr\u00fcfstand. H\u00e4tten die Menschen fr\u00fcher gewarnt werden k\u00f6nnen? Eine britische Wissenschaftlerin geht hart mit den Beh\u00f6rden ins Gericht &#8212; und das Innenministerium k\u00fcndigt Tempo bei einer Reform an. Eine britische Wissenschaftlerin hat den deutschen Beh\u00f6rden &#171;monumentales&#187; System-Versagen bez\u00fcglich der Flutkatastrophe vorgeworfen. Klare Hinweise, die im Rahmen des europ\u00e4ischen Fr\u00fchwarnsystems EFAS bereits vier Tage vor den ersten \u00dcberschwemmungen herausgegeben wurden, seien offenbar nicht bei der Bev\u00f6lkerung angekommen, sagte Hannah Cloke von der Universit\u00e4t Reading der &#187; Sunday Times &#171;. Die Forscherin war am Aufbau von EFAS (European Flood Awareness System) beteiligt, das nach den verheerenden \u00dcberschwemmungen an Elbe und Donau im Jahr 2002 gegr\u00fcndet wurde. Mithilfe meteorologischer und hydrologischer Daten sowie anhand von Computer-Modellen werden dabei \u00dcberschwemmungen und Sturzfluten vorhergesagt. Ziel ist es, Zeit zu gewinnen, um die Bev\u00f6lkerung besser zu sch\u00fctzen. Dem Klimawandeldienst Copernicus zufolge wurde bereits am 10. Juli eine erste Warnung an die relevanten nationalen Beh\u00f6rden gegeben. Bis zum 14. Juli wurden demnach mehr als 25 weitere Warnungen mit fortlaufend aktualisierten Vorhersagen f\u00fcr spezifische Regionen des Rheins und der Maas herausgegeben. Obwohl die genaue Vorhersage einzelner \u00dcberschwemmungsgebiete schwierig gewesen sei, h\u00e4tte es &#171;sicherlich Zeit&#187; geben m\u00fcssen, um gr\u00f6\u00dfere Gemeinden mit Warnungen und Evakuierungen vorzubereiten, sagte die Forscherin. Das Ergebnis zeige, dass viel schiefgegangen sei. &#171;Die Menschen h\u00e4tten Warnungen erhalten sollen, sie h\u00e4tten die Warnungen verstehen sollen&#187;, kritisierte Cloke und f\u00fcgte hinzu: &#171;Es hat keinen Sinn, mit gigantischen Computer-Modellen vorherzusagen, was geschehen wird, wenn die Leute nicht wissen, wie sie sich bei einer \u00dcberschwemmung verhalten m\u00fcssen.&#187; Bekannt wurde nun, dass angesichts des verheerenden Hochwassers im Westen Deutschlands die geplante Reform des Katastrophenschutzes schneller umgesetzt werden soll als bisher geplant. Die Kompetenzen und Ressourcen des Bundesamtes f\u00fcr Bev\u00f6lkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) m\u00fcssten k\u00fcnftig auch in Friedenszeiten genutzt werden k\u00f6nnen, sagte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums. Die stellvertretende Regierungssprecherin Martina Fietz erkl\u00e4rte auf Fragen zu m\u00f6glicherweise ausgebliebenen oder versp\u00e4teten Warnungen an die Bev\u00f6lkerung in den vergangenen Tagen die geltende Rechtslage. Sie sagte: &#171;Der Bev\u00f6lkerungsschutz in Deutschland liegt nicht in einer Hand.&#187; Vielmehr seien die Aufgaben auf Bund, L\u00e4nder und Kommunen verteilt. Beispielsweise stelle der Bund eine umfangreiche &#171;Warn-Infrastruktur&#187; zur Verf\u00fcgung. &#171;Diese technischen Instrumente haben w\u00e4hrend der Flutkatastrophe funktioniert und damit auch zum Schutz der Bev\u00f6lkerung erheblich beigetragen&#187;, f\u00fcgte Fietz hinzu. Die Erfahrungen mit dem Hochwasser in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz h\u00e4tten aber gezeigt, &#171;dass wir hier noch mehr tun m\u00fcssen und besser werden m\u00fcssen&#187;, r\u00e4umte Fietz ein. Sie verwies auf die im M\u00e4rz von Bundesinnenminister Horst Seehofer und BBK-Pr\u00e4sident Armin Schuster vorgestellten Pl\u00e4ne f\u00fcr ein neues &#171;Kompetenzzentrum&#187; beim BBK, in dem alle im Katastrophen- und Bev\u00f6lkerungsschutz relevanten Akteure von Bund und L\u00e4ndern zusammenarbeiten sollen. Daran, den Katastrophenschutz auch jenseits des Verteidigungsfalls generell dem Bund anzuvertrauen, wird bei dieser geplanten Reform allerdings nicht gedacht. Seehofer, der nun die von den Fluten betroffenen Regionen besuchte, lie\u00df \u00fcber seinen Sprecher auf Twitter verbreiten: &#171;Ich m\u00f6chte keinen Zweifel daran lassen, dass diese f\u00f6derale Struktur beim Bev\u00f6lkerungs- und Katastrophenschutz richtig ist, und zwar seit vielen Jahrzehnten. Wir sollten daran nicht r\u00fctteln. Zentralismus verbessert hier gar nichts.&#187; Feuerwehr-Experten fordern indes ein Forschungszentrum f\u00fcr Krisenmanagement. Es fehle eine Institution, die L\u00f6sungen f\u00fcr zuk\u00fcnftige Herausforderungen entwickle und diese deutlich schneller als bisher verf\u00fcgbar mache, erkl\u00e4rten der Pr\u00e4sident des Deutschen Feuerwehrverbandes, Karl-Heinz Banse, und sein Kollege Dirk Aschenbrenner von der Vereinigung zur F\u00f6rderung des Deutschen Brandschutzes bei einem Besuch im nordrhein-westf\u00e4lischen Erftstadt. &#171;Die Erfahrung hat auch diesmal gezeigt, dass wir zwar \u00fcber gut ausgebildete Einsatzkr\u00e4fte, motivierte Freiwillige und beste Ressourcen verf\u00fcgen, mit denen wir Extremereignissen begegnen k\u00f6nnen&#187;, so Aschenbrenner. &#171;Allerdings m\u00fcssen wir uns im Klaren sein, dass die Zahl und Intensit\u00e4t solcher Katastrophen in Zukunft eher zunehmen wird &#8212; Stichwort: Klimaver\u00e4nderungen.&#187; Sinnvoll sei deshalb eine Institution, in der Partner aus Anwendern, Wissenschaft und Industrie unter einem Dach Szenarien und L\u00f6sungsm\u00f6glichkeiten f\u00fcr die Zukunft entwickelten. In der Diskussion um die Organisation des Katastrophenschutzes \u00e4u\u00dferte sich nun auch das nordrhein-westf\u00e4lische Innenministerium. Es habe in der vergangenen Woche Unwetterwarnungen des Deutschen Wetterdienstes an die St\u00e4dte und Kreise weitergeleitet. Grunds\u00e4tzlich gelte im Katastrophenschutz aber ein \u00d6rtlichkeitsprinzip, sodass \u00fcber Schutzma\u00dfnahmen vor Ort zu entscheiden sei, sagte ein Ministeriumssprecher. Am vorigen Mittwoch sei im NRW-Innenministerium ein Koordinationsstab gebildet worden. Dort berieten seitdem Fachleute aus dem eigenen Haus mit weiteren Experten &#8212; etwa aus dem Umweltministerium, der Bundeswehr, Bundespolizei oder den Feuerwehren &#8212; permanent \u00fcber die Lage. Rund um die Uhr sei dort auch eine Kontaktperson zu erreichen, sagte der Sprecher. Diese Koordinierungsgruppe sei aber kein Krisenstab, welcher von der Landesregierung unter Beteiligung s\u00e4mtlicher Ressorts eingerichtet werden m\u00fcsste, um dann in regelm\u00e4\u00dfigen Sitzungen zentral die Lage im Land abzuarbeiten. Bundesweit diskutieren Politiker und Experten derzeit, ob der Katastrophenschutz in Deutschland angesichts einer zunehmenden Zahl von Extremwetter-Katastrophen organisatorisch und technisch noch richtig aufgestellt ist.<\/p>\n<script>jQuery(function(){jQuery(\".vc_icon_element-icon\").css(\"top\", \"0px\");});<\/script><script>jQuery(function(){jQuery(\"#td_post_ranks\").css(\"height\", \"10px\");});<\/script><script>jQuery(function(){jQuery(\".td-post-content\").find(\"p\").find(\"img\").hide();});<\/script>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach der Flutkatastrophe in Deutschland steht der Katastrophenschutz auf dem Pr\u00fcfstand. H\u00e4tten die Menschen fr\u00fcher gewarnt werden k\u00f6nnen? 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