<!--DEBUG:--><!--DEBUG:dc3-united-states-mix-in-english-pdf-2--><!--DEBUG:--><!--DEBUG:dc3-united-states-mix-in-english-pdf-2--><!--DEBUG-spv-->{"id":1956533,"date":"2021-07-30T03:54:00","date_gmt":"2021-07-30T01:54:00","guid":{"rendered":"http:\/\/nhub.news\/?p=1956533"},"modified":"2021-07-30T05:03:51","modified_gmt":"2021-07-30T03:03:51","slug":"plotzlich-sklave","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/nhub.news\/ru\/2021\/07\/plotzlich-sklave\/","title":{"rendered":"Pl\u00f6tzlich Sklave"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><b>Hunderttausende Menschen werden j\u00e4hrlich verschleppt und als illegale Sklavenarbeiter eingesetzt. In Pakistan geht die Regierung inzwischen h\u00e4rter dagegen vor. Es ist ein langwieriger Kampf &#8212; vor allem in entlegenen Gebieten. <em>Von Oliver Mayer.<\/em><\/b><br \/>\nHunderttausende Menschen werden j\u00e4hrlich verschleppt und als illegale Sklavenarbeiter eingesetzt. In Pakistan geht die Regierung inzwischen h\u00e4rter dagegen vor. Es ist ein langwieriger Kampf &#8212; vor allem in entlegenen Gebieten. Mohammad Arif sitzt in seiner neun Quadratmeter kleinen H\u00fctte in Haripur im Norden Pakistans. Der einzige Luxus, den er besitzt, ist ein kleiner R\u00f6hrenfernseher und ein alter Videorecorder. T\u00e4glich schiebt er dort den gleichen Film rein. Es bringt ihn auf andere Gedanken. Noch immer verfolgt ihn das Trauma, dass er als junger Erwachsener von drei M\u00e4nnern entf\u00fchrt wurde. Sie brachten ihn an einen unbekannten Ort, an dem er viele Jahre lang Sklavenarbeit verrichten musste. Nachdem er an dem ihm unbekannten Ort wochenlang gefoltert wurde, arbeitete er t\u00e4glich bis zu 16 Stunden in einem Steinbruch. Pausen waren nicht erlaubt. Wer sie sich nahm, wurde verpr\u00fcgelt. Noch schlimmer als die Tage hat er allerdings die N\u00e4chte in Erinnerung. &#171;Nachts haben sie uns eingesperrt und an Ketten gelegt. Sie haben uns einen Fra\u00df vorgeworfen, den man noch nicht einmal Hunden gibt&#187;, erz\u00e4hlt Arif. &#171;Es war barbarisch. So habe ich dort mein Leben verbracht, ohne Kontakt zur Au\u00dfenwelt.&#187; So wie Mohammad Arif geht es weltweit laut Zahlen der UN zwischen 600.000 bis 800.000 Menschen j\u00e4hrlich. Etwa 70 Prozent von ihnen sind weiblich, rund die H\u00e4lfte sind noch Kinder. Viele von ihnen werden als Sexarbeiterinnen und -arbeiter missbraucht. Es wird gesch\u00e4tzt, dass sich auch heute noch zwischen 20 bis 40 Millionen Menschen in moderner Sklavenarbeit befinden. Jahrzehnte lang hat die pakistanische Regierung wenig gegen diese Praxis unternommen. In den vergangenen Jahren aber wurden die Strafen immer h\u00e4rter, die Taten strenger verfolgt. Noch immer geschehen solche Vorf\u00e4lle aber regelm\u00e4\u00dfig, berichtet Shahid Akram Abbasi, Koordinator bei der internationalen Menschenrechtsorganisation: &#171;In Pakistan passiert dies vor allem in abgelegenen Gegenden, wo es kaum eine Infrastruktur gibt und die Bildung ein gro\u00dfes Problem ist.&#187; Die T\u00e4ter entf\u00fchrten dann Menschen und erhielten daf\u00fcr eine Belohnung. &#171;Meistens werden die Opfer zur Arbeit gebraucht.&#187; Genau wie im Fall von Mohammad Arif, der im Steinbruch nicht der einzige Sklavenarbeiter war. &#171;Die Unterk\u00fcnfte waren voll von Menschen wie mir. Sie hatten es gezielt auf junge M\u00e4nner abgesehen, die schwere k\u00f6rperliche Arbeit leisten konnten&#187;, erinnert er sich. Nach vielen Jahren unter schlimmsten Bedingungen wollte Arif lieber sterben als weiterleben. Als er eines Morgens mit dem Boot zur Arbeit gefahren wurde, entschied er sich, \u00fcber Bord zu springen und eine Flucht zu wagen. &#171;Sie schossen auf mich, doch zum Gl\u00fcck verfehlten ihre Sch\u00fcsse das Ziel. Ich schwamm stundenlang bis ich mich traute, an Land zu gehen&#187;, erz\u00e4hlt er. &#171;Dort wurde mir dann geholfen und ich konnte in meine Heimat zur\u00fcckkehren.&#187; Eine R\u00fcckkehr, die nur den allerwenigsten gelingt. Weniger als ein Prozent der verschleppten Menschen schaffen die Flucht. F\u00fcr die meisten aber beginnt mit der Verschleppung ein Leben in Gefangenschaft, dem sie nicht mehr entkommen k\u00f6nnen. Die Hoffnung, dass es mit dieser Praxis bald vorbei sein k\u00f6nnte, ist gering. Zu profitabel ist das Gesch\u00e4ft des Menschenhandels. Laut &#171;Human Rights First&#187; werden damit j\u00e4hrlich bis zu 130 Milliarden Euro umgesetzt. &#171;Deshalb wird der Menschenhandel nie g\u00e4nzlich einzud\u00e4mmen sein&#187;, sagt Shahid Akram Abbasi. &#171;Opfer wird es immer geben. Und die kommen vor allem aus Gegenden, in denen es die Menschen sowieso schon schwer haben.&#187; Mohammad Arif k\u00e4mpft mehrere Jahre nach der R\u00fcckkehr in sein Heimatdorf immer noch damit, ins Leben zur\u00fcckzufinden. Seine Frau, die ihn zehn Jahre nach seiner Entf\u00fchrung f\u00fcr tot hielt, hat inzwischen einen anderen Mann. Arif h\u00e4lt sich als Tagel\u00f6hner \u00fcber Wasser. &#171;Ich f\u00fchle mich weder lebendig noch tot&#187;, sagt er.&#187;\u201cDie Entf\u00fchrer haben mir mein Leben genommen.&#187;<\/p>\n<script>jQuery(function(){jQuery(\".vc_icon_element-icon\").css(\"top\", \"0px\");});<\/script><script>jQuery(function(){jQuery(\"#td_post_ranks\").css(\"height\", \"10px\");});<\/script><script>jQuery(function(){jQuery(\".td-post-content\").find(\"p\").find(\"img\").hide();});<\/script>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hunderttausende Menschen werden j\u00e4hrlich verschleppt und als illegale Sklavenarbeiter eingesetzt. In Pakistan geht die Regierung inzwischen h\u00e4rter dagegen vor. Es ist ein langwieriger Kampf &#8212; vor allem in entlegenen Gebieten. Von Oliver Mayer. Hunderttausende Menschen werden j\u00e4hrlich verschleppt und als illegale Sklavenarbeiter eingesetzt. In Pakistan geht die Regierung inzwischen h\u00e4rter dagegen vor. 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