<!--DEBUG:--><!--DEBUG:dc3-united-states-mix-in-english-pdf-2--><!--DEBUG:--><!--DEBUG:dc3-united-states-mix-in-english-pdf-2--><!--DEBUG-spv-->{"id":1979346,"date":"2021-08-31T11:00:00","date_gmt":"2021-08-31T09:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/nhub.news\/?p=1979346"},"modified":"2021-08-31T11:13:08","modified_gmt":"2021-08-31T09:13:08","slug":"us-abzug-aus-afghanistan-taliban-schusse-als-grausamer-ansporn","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/nhub.news\/ru\/2021\/08\/us-abzug-aus-afghanistan-taliban-schusse-als-grausamer-ansporn\/","title":{"rendered":"US-Abzug aus Afghanistan: Taliban-Sch\u00fcsse als grausamer Ansporn"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><b>Der endg\u00fcltige Abzug der USA aus Afghanistan ist nachvollziehbar. Im Namen der Menschlichkeit aber darf das nicht der letzte Schritt gewesen\u00a0sein.<\/b><br \/>\nDer endg\u00fcltige Abzug der USA aus Afghanistan ist nachvollziehbar. Im Namen der Menschlichkeit aber darf das nicht der letzte Schritt gewesen sein. Gespenstisch wirkt der letzte Schritt eines US-amerikanischen Soldaten auf afghanischem Boden. Aufgenommen mit Hilfe eines Nachtsichtger\u00e4tes. Sein Gewehr in der rechten Hand, beleuchtet nur von ein paar Scheinwerfern am Flughafen von Kabul, beschreitet Generalmajor Chris Donahue, Kommandeur der 82. US-Luftlandedivision, das vorerst letzte milit\u00e4rische Kapitel der Vereinigten Staaten am Hindukusch. Das Foto h\u00e4lt Historisches fest: Nach 20 Jahren Krieg und Frieden ist dieser letzte Schritt Donahues ein kleiner f\u00fcr einen Menschen und ein noch kleinerer f\u00fcr die Menschlichkeit. Denn zur\u00fcck bleiben nun jene, die es nicht geschafft haben. Jetzt wird es vermeintlich still in und um Kabul. Die Welt\u00f6ffentlichkeit wird kaum noch anwesend sein. Schon deshalb, weil nur noch sehr wenige Journalisten aus dem Land werden berichten k\u00f6nnen. Dabei waren schon die Bilder der vergangenen zwei Wochen aus Kabul voller Grausamkeit. In vollkommener Hoffnungslosigkeit klammerten sich Menschen an Flugzeuge und st\u00fcrzten vom Himmel in den sicheren Tod. Verzweifelte M\u00fctter und V\u00e4ter reichten ihre Babys und Kinder \u00fcber Stacheldraht am Flughafen in die Obhut von US-Soldaten. Dazu der blutgetr\u00e4nkte und von Leichen \u00fcbers\u00e4te Graben vor dem Gel\u00e4nde nach dem Anschlag. Tr\u00e4nen, Trauer und Schreie. Ein neuerliches Video zeigt, wie Taliban -K\u00e4mpfer offenbar einen Menschen erh\u00e4ngen, indem sie ihn \u00fcber Kabul aufsteigen lassen, aufgekn\u00fcpft an einem der erbeuteten Black-Hawk-Helikopter. Es sind Bilder von Schmach, Sadismus und Sch\u00e4ndlichkeit. &#171;Jetzt ist unsere 20-j\u00e4hrige Milit\u00e4rpr\u00e4senz in Afghanistan zu Ende&#187;, lie\u00df US-Pr\u00e4sident Joe Biden in einem Statement aus dem Wei\u00dfen Haus verk\u00fcnden. Das Ende des l\u00e4ngsten Krieges in der US-amerikanischen Geschichte ist besiegelt. Und damit auch das Schicksal von Millionen Afghanen. Seinen Au\u00dfenminister Antony Blinken lie\u00df Biden schon mal verhaltenen Optimismus verbreiten: &#171;Ein neues Kapitel amerikanischen Engagements in Afghanistan hat begonnen&#187;, sagte er am Montagabend vor der Hauptstadtpresse. Das milit\u00e4rische Kapitel sei zwar zu Ende, ein diplomatisches aber beginne zugleich. Die US-Botschaft in Kabul allerdings bleibt vorerst geschlossen und wurde nach Doha verlegt. Man werde afghanische Verb\u00fcndete auch weiterhin in ihrem Wunsch nach Verlassen des Landes unterst\u00fctzen. Wie viele es noch sind, ist unklar. Gesch\u00e4tzt sollen es auch noch mehrere Hundert Amerikaner sein. Wie genau die weitere Evakuierung ablaufen soll, lie\u00df Blinken indes erkennen. Die US-Regierung werde sich nicht direkt engagieren, vielmehr indirekt \u00fcber unabh\u00e4ngige Institutionen wie den UN und Nichtregierungsorganisationen. &#171;Wir erwarten, dass diese Bem\u00fchungen weder von den Taliban noch von irgendjemandem sonst behindert werden&#187;, sagte er. Klare Aussagen zu etwaigen Konsequenzen aber lie\u00df er offen. Joe Biden will sich am Dienstag noch einmal \u00f6ffentlich dazu \u00e4u\u00dfern. Aus Sicht vieler Amerikaner ist der Abzug aus Afghanistan trotz des Chaos und des schwer zu beschreibenden Leids die richtige Entscheidung. F\u00fcr sie geht es nicht mehr um die Frage, ob vielleicht noch ein Jahr l\u00e4nger, noch eine Million Dollar mehr, noch eine Regierung weiter dieses weit entfernte Land am Hindukusch befrieden und seiner Bev\u00f6lkerung mehr Freiheit, Sicherheit und Zuversicht geben kann. F\u00fcr sie geht es nach 2.461 toten und mehr als 20.000 verletzten Amerikanern darum, ob daf\u00fcr auch nur noch ein Marine mehr fallen muss. Es wirkt zynisch. Aber die zuletzt beim Anschlag am Kabuler Flughafen erneut gefallenen 13 US-Soldatinnen und Soldaten sind f\u00fcr die hiesige Bev\u00f6lkerung mehrheitlich 13 weitere Argumente, um zu gehen. Zu Ehren der Toten wehten in Washington die US-Banner deshalb in den vergangenen Stunden an \u00f6ffentlichen Geb\u00e4uden, an Monumenten und an Denkm\u00e4lern auf Halbmast. Die sich im Osten vom Capitol bis im Westen zum Lincoln Memorial erstreckende National Mall ist ges\u00e4umt von Kriegsdenkm\u00e4lern: Eines f\u00fcr die Gefallenen des Zweiten Weltkriegs. Eines f\u00fcr Korea. Eines f\u00fcr Vietnam. Eines f\u00fcr Afghanistan und auch eines f\u00fcr den Irak fehlen noch, auch wenn Veteranenverb\u00e4nde es sich l\u00e4ngst w\u00fcnschten. Der Wunsch einer Mehrheit der US-Amerikaner nach einem Abzug ist nachvollziehbar. Der gew\u00e4hlte Pr\u00e4sident eines Landes ist daf\u00fcr zust\u00e4ndig, Schaden vom eigenen Volk abzuwenden. Diesem Auftrag folgt Joe Biden, mit allen bitteren und ethisch anzuprangernden Konsequenzen. Doch Schuld haben die Amerikaner trotzdem auf sich geladen. Immerhin haben sie in Afghanistan einst begonnen, Schicksal zu spielen \u2013 und zwar lange vor dem Einmarsch der Nato-Truppen nach dem 11. September 2001. Sie hatten zuvor Osama bin Laden und die Mudschahidin gemeinsam mit dem pakistanischen Geheimdienst in der Operation Cyclone finanziell, logistisch und milit\u00e4risch unterst\u00fctzt, um der Sowjetunion am Hindukusch eine schwere Niederlage zuzuf\u00fchren. Jetzt zu gehen, nachdem die Hoffnung auf eine sichere Zukunft 20 Jahre lang die Voraussetzung vieler Afghanen f\u00fcr eine Zusammenarbeit mit den Amerikanern war, ist eine Verantwortung, an der die USA und ihre Verb\u00fcndeten noch viel zu tragen haben werden. Ja, die Amerikaner haben, gemeinsam mit ihren Partnern, unter hochgef\u00e4hrlichen Bedingungen nun auch Hunderttausenden Afghanen zur Flucht verholfen. Das war trotz allem einem logistische und historische Meisterleistung. Auf diese Menschen wartet ein zwar schwerer, aber eben doch ein Neustart ohne akute Lebensgefahr. Einfach wird es auch deshalb nicht, weil die politischen Gegner Bidens \u00c4ngste vor mutma\u00dflichen Terrorgefahren durch die Ank\u00f6mmlinge sch\u00fcren. Rechtsextreme bedrohen hierzulande zudem viele ehrenamtliche Helfer. Zugleich aber bem\u00fchen sich viele Hilfsorganisationen und Gouverneure im ganzen Land darum, die Gefl\u00fcchteten zu unterst\u00fctzen. Ob es sich um Spielzeug handelt, um Therapien, Sprachprogramme, Hilfe bei der Jobsuche und Beh\u00f6rdeng\u00e4ngen oder um die Aufnahme in amerikanischen Familien. Auf den letzten Schritt des US-Soldaten Chris Donahue in Kabul m\u00fcssen nun viele weitere gro\u00dfe zivile Schritte folgen \u2013 diplomatisch, politisch, wirtschaftlich und gesellschaftlich. Nicht nur f\u00fcr die USA, sondern \u00fcberall auf der Welt. Auch f\u00fcr Deutschland und die anderen Nato-Mitgliedsstaaten \u2013 sie alle tragen Verantwortung f\u00fcr ihr Handeln. Immerhin m\u00fcssen sich Biden und mit ihm der Westen an den Worten messen lassen, dass die Menschenrechte im Zentrum der Au\u00dfenpolitik stehen sollen. Nur wenn diese vielen Schritte zum Wohle der verbliebenen Afghanen im Land und im Exil gelingen, werden es doch noch gro\u00dfe Schritte f\u00fcr die Menschlichkeit und damit f\u00fcr die ganze Menschheit. Die triumphierenden Sch\u00fcsse der Taliban-K\u00e4mpfer am Kabuler Flughafen gleich nach dem Abflug der letzten US-Milit\u00e4rmaschine sind dazu ein schauerlicher Ansporn.<\/p>\n<script>jQuery(function(){jQuery(\".vc_icon_element-icon\").css(\"top\", \"0px\");});<\/script><script>jQuery(function(){jQuery(\"#td_post_ranks\").css(\"height\", \"10px\");});<\/script><script>jQuery(function(){jQuery(\".td-post-content\").find(\"p\").find(\"img\").hide();});<\/script>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der endg\u00fcltige Abzug der USA aus Afghanistan ist nachvollziehbar. Im Namen der Menschlichkeit aber darf das nicht der letzte Schritt gewesen\u00a0sein. Der endg\u00fcltige Abzug der USA aus Afghanistan ist nachvollziehbar. Im Namen der Menschlichkeit aber darf das nicht der letzte Schritt gewesen sein. Gespenstisch wirkt der letzte Schritt eines US-amerikanischen Soldaten auf afghanischem Boden. 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