<!--DEBUG:--><!--DEBUG:dc3-deutschland-mix-in-german-pdf-2--><!--DEBUG:--><!--DEBUG:dc3-deutschland-mix-in-german-pdf-2--><!--DEBUG-spv-->{"id":1979736,"date":"2021-09-01T05:02:00","date_gmt":"2021-09-01T03:02:00","guid":{"rendered":"http:\/\/nhub.news\/?p=1979736"},"modified":"2021-09-01T05:06:30","modified_gmt":"2021-09-01T03:06:30","slug":"afghanistan-news-deutschland-strebt-diplomatische-vertretung-in-afghanistan-an","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/nhub.news\/ru\/2021\/09\/afghanistan-news-deutschland-strebt-diplomatische-vertretung-in-afghanistan-an\/","title":{"rendered":"Afghanistan-News| Deutschland strebt diplomatische Vertretung in Afghanistan an"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><b>Die deutsche Botschaft in Kabul ist verwaist. In nicht allzu ferner Zukunft k\u00f6nnten aber Diplomaten zur\u00fcckkehren. Und der UN-Generalsekret\u00e4r warnt vor einer humanit\u00e4ren Katastrophe.\u00a0Alle Informationen im Newsblog.<\/b><br \/>\nDie deutsche Botschaft in Kabul ist verwaist. In nicht allzu ferner Zukunft k\u00f6nnten aber Diplomaten zur\u00fcckkehren. Und der UN-Generalsekret\u00e4r warnt vor einer humanit\u00e4ren Katastrophe. Alle Informationen im Newsblog. Die letzten US-Truppen sind aus Afghanistan abgezogen, die Taliban haben die Kontrolle \u00fcber das Land \u00fcbernommen. Gleichzeitig laufen internationale Bem\u00fchungen weiter, auch nach dem Abzug der US-Streitkr\u00e4fte eine sichere Ausreise aus Afghanistan erm\u00f6glichen zu k\u00f6nnen. In Kabul spitzt sich derweil auch der Kampf gegen die Terrormiliz &#171;Islamischer Staat&#187; (IS) zu. Deutschland strebt auch nach der Macht\u00fcbernahme der militant-islamistischen Taliban in Afghanistan unter bestimmten Bedingungen eine diplomatische Vertretung in der Hauptstadt Kabul an. &#171;Wenn es politisch m\u00f6glich w\u00e4re und wenn die Sicherheitslage es erlaubt, dann sollte auch Deutschland in Kabul wieder eine eigene Botschaft haben&#187;, sagte Au\u00dfenminister Heiko Maas am Dienstag bei einem Besuch in Katar. Zurzeit sei man in enger Abstimmung vor allem mit den europ\u00e4ischen Partnern zu diesem Thema. Maas betonte aber auch, dass eine diplomatische Vertretung keine Anerkennung einer Taliban-Regierung bedeuten w\u00fcrde. &#171;Es geht im Moment nicht um die Frage der v\u00f6lkerrechtlichen Anerkennung&#187;, sagte er. &#171;Es geht um die L\u00f6sung ganz praktischer Probleme.&#187; UN-Generalsekret\u00e4r Ant\u00f3nio Guterres hat nach dem Abzug der letzten US-Soldaten aus Afghanistan und dem Ende der Evakuierungsaktion vor dem v\u00f6lligen Zusammenbruch der Grundversorgung in dem Land gewarnt. &#171;Eine humanit\u00e4re Katastrophe bahnt sich an&#187;, sagte Guterres am Dienstagabend (Ortszeit) in New York. Die Menschen verl\u00f6ren jeden Tag den Zugang zu elementaren G\u00fctern und Dienstleistungen. &#171;Fast die H\u00e4lfte der Bev\u00f6lkerung Afghanistans \u2013 18 Millionen Menschen \u2013 sind auf humanit\u00e4re Hilfe angewiesen, um zu \u00fcberleben. Jeder dritte Afghane wei\u00df nicht, woher seine n\u00e4chste Mahlzeit kommen wird. Mehr als die H\u00e4lfte aller Kinder unter f\u00fcnf Jahren wird im n\u00e4chsten Jahr voraussichtlich akut unterern\u00e4hrt sein.&#187; Guterres sagte, alle Mitgliedstaaten seien aufgefordert, &#171;sich f\u00fcr die Menschen in Afghanistan in ihrer dunkelsten Stunde der Not einzusetzen&#187;. Sie sollten rechtzeitig, flexibel und umfassend Mittel bereitstellen. In der n\u00e4chsten Woche w\u00fcrden Einzelheiten \u00fcber den dringendsten humanit\u00e4ren Bedarf und den Finanzierungsbedarf f\u00fcr die n\u00e4chsten vier Monate bekannt gegeben. Die afghanischen Kinder, Frauen und M\u00e4nner br\u00e4uchten jetzt mehr denn je die Unterst\u00fctzung und Solidarit\u00e4t der internationalen Gemeinschaft, sagte Guterres. In diesem Jahr h\u00e4tten bereits acht Millionen Menschen Hilfe bekommen. Angesichts der schweren D\u00fcrre und des bevorstehenden harten Winters m\u00fcssten dringend zus\u00e4tzliche Nahrungsmittel, Unterk\u00fcnfte und medizinische Hilfsg\u00fcter in das Land gebracht werden. &#171;Ich fordere alle Beteiligten auf, den sicheren und ungehinderten Zugang f\u00fcr lebensrettende und lebenserhaltende Hilfsg\u00fcter sowie f\u00fcr alle humanit\u00e4ren Helfer \u2013 M\u00e4nner und Frauen \u2013 zu erm\u00f6glichen.&#187; Die USA setzen auch nach dem Abzug in Afghanistan ihre humanit\u00e4re Hilfe vor Ort fort. Eine Sondergenehmigung erm\u00e4chtige die US-Regierung und ihre Auftragnehmer, trotz Sanktionen gegen die als Terroristen eingestuften Taliban Hilfe f\u00fcr die Menschen in Afghanistan zu leisten, einschlie\u00dflich der Lieferung von Lebensmitteln und Medikamenten, sagt ein Beamter des US-Finanzministeriums der Nachrichtenagentur Reuters. Die bestehenden Sanktionen frieren alle US-Verm\u00f6genswerte der militanten islamistischen Gruppe ein und verbieten den Amerikanern den Handel mit ihnen, einschlie\u00dflich der Spende von Finanzmitteln, Waren oder Dienstleistungen. Diese Sanktionen blieben von der Sonderregelung unber\u00fchrt, sagt der Beamte. Au\u00dfenminister Heiko Maas besucht derzeit die Nachbarl\u00e4nder Afghanistans, um dort \u00fcber die weitere Evakuierung von Ortskr\u00e4ften und deren Familien zu verhandeln. Dort hat es nun Fortschritte gebeben: Die Mitarbeiter zweier deutscher politischer Stiftungen konnten auf dem Landweg nach Pakistan ausreisen. Ziel sei es, sie bald in Deutschland in Empfang zu nehmen, teilten die CDU-nahe Konrad-Adenauer-Stiftung und die SPD-nahe Friedrich-Ebert-Stiftung mit. Nach dpa-Informationen wurden insgesamt etwa 100 Menschen in einem Konvoi \u00fcber die Grenze gebracht. Wie der &#171;Spiegel&#187; berichtet, hat neben Pakistan auch Usbekistan logistische Unterst\u00fctzung bei der Ausreise von Ortskr\u00e4ften und deren Familienangeh\u00f6rigen zugesagt. Selbst Fl\u00fcchtlinge aufnehmen wollen beide Staaten jedoch nicht. Die Bundeswehr hat mehr als 5.000 Menschen ausgeflogen, insgesamt waren es fast 120.000. Nun ist allerdings der Kabuler Flughafen unter der Kontrolle der Taliban. Deutschland will aber noch mehr als 40.000 weitere Menschen au\u00dfer Landes bringen \u2013 auf dem Landweg \u00fcber die Nachbarl\u00e4nder oder auf dem direkten Luftweg vom Flughafen Kabul. Bisher traten die Taliban vers\u00f6hnlich auf und sicherten Zusammenarbeit zu. Viele Afghanen aber bezweifeln, dass es dabei bleibt. Die EU-Staaten haben sich nicht auf ein gemeinsames Vorgehen bez\u00fcglich Migranten aus Afghanistan geeinigt, die nach der Machtergreifung der Taliban als gef\u00e4hrdet gelten. Die EU-Kommissarin f\u00fcr Inneres, Ylva Johansson, sagte am Dienstag vor einem Innenminister-Treffen, die EU solle Frauen, Kinder, Richter, Journalisten und Menschenrechtler aufnehmen, die nun in Gefahr seien. &#171;Wir m\u00fcssen eine humanit\u00e4re Krise vermeiden, wir m\u00fcssen eine Migrationskrise vermeiden, und wir m\u00fcssen eine Gef\u00e4hrdung der Sicherheit vermeiden&#187;, sagte sie und erg\u00e4nzte: &#171;Jeder will eine Situation wie 2015 vermeiden.&#187; Damals hatten mehr als eine Million Migranten aus Syrien und anderen Staaten die EU erreicht, was in vielen EU-Staaten zu Spannungen f\u00fchrte. Bundesinnenminister Horst Seehofer sagte, alle Mitgliedstaaten sollten einen Beitrag leisten. D\u00e4nemark, Tschechien und \u00d6sterreich erkl\u00e4rten jedoch, dies stehe au\u00dferfrage. Eine mit den Taliban verfeindete Miliz hat nach eigenen Angaben einen Vorsto\u00df der neuen Machthaber auf die einzige von diesen noch nicht eroberte afghanische Provinz Pandschir abgewehrt. Bei den K\u00e4mpfen am westlichen Eingang zum Pandschir-Tal seien acht Taliban-K\u00e4mpfer get\u00f6tet worden, teilt ein Vertreter der Nationalen Widerstandsfront mit. In den eigenen Reihen seien zwei K\u00e4mpfer gefallen. Die Taliban waren f\u00fcr eine Stellungnahme zun\u00e4chst nicht zu erreichen. Pandschir liegt nord\u00f6stlich von Kabul. Es ist die einzige Provinz, die seit der Eroberung der afghanischen Hauptstadt durch die Taliban am 15. August noch nicht in deren Hand gefallen ist. Allerdings gab es auch in der benachbarten Provinz Baghlan K\u00e4mpfe zwischen den Taliban und lokalen Milizen. Vor einem EU-Ministertreffen zu Afghanistan hat Luxemburgs Einwanderungsminister Jean Asselborn f\u00fcr die Aufnahme Zehntausender afghanischer Fl\u00fcchtlinge in der EU geworben. &#171;Die Europ\u00e4ische Union sollte bereit sein,40.000 bis 50.000 Resettlement-Pl\u00e4tze f\u00fcr afghanische Fl\u00fcchtlinge zur Verf\u00fcgung zu stellen&#187;, sagte Asselborn der &#171;Welt&#187;. &#171;Damit w\u00fcrden wir M\u00e4dchen, Frauen, ehemalige Richterinnen, Menschenrechts-Aktivisten oder andere Personen, deren Leben unmittelbar bedroht ist, im Rahmen von Umsiedlungen auf einem legalen und sicheren Weg in Zusammenarbeit mit dem Fl\u00fcchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) in die EU holen.&#187; Die &#171;gro\u00dfe Lehre&#187; aus dem Scheitern des Afghanistan-Einsatzes muss nach Ansicht von Au\u00dfenminister Heiko Maas sein, dass k\u00fcnftig &#171;Ziele und Dauer&#187; von Milit\u00e4reins\u00e4tzen neu beurteilt werden m\u00fcssen. &#171;Milit\u00e4rische Interventionen sind nicht geeignet, um langfristig eine Staatsform zu exportieren&#187;, sagt er. &#171;Das ist offensichtlich in Afghanistan gescheitert.&#187; Zudem appellierte er an die Taliban, die Zusagen einzuhalten, dass weitere Menschen ausreisen d\u00fcrfen und eine inklusive Regierung in Kabul entstehe. &#171;Wir wollen nicht nur, dass sie eingehalten werden, sondern sie auch umsetzen&#187;, sagt Maas in Islamabad. &#171;Daf\u00fcr f\u00fchren wir weitere Gespr\u00e4che mit den Taliban.&#187; Man brauche Absprachen etwa f\u00fcr die Evakuierung von Menschen \u00fcber den Landweg. Er hoffe, dass der Flughafen Kabul bald wieder f\u00fcr Charterflugzeuge zur Verf\u00fcgung stehe. Gr\u00fcne und FDP haben erneut das Vorgehen von Bundesau\u00dfenminister Heiko Maas (SPD) in Verbindung mit der Evakuierungsaktion aus Afghanistan scharf kritisiert. Mit seiner Reise in die Region wolle Maas nun &#171;nachtr\u00e4glich den Eindruck erwecken, dass er etwas tut&#187;, sagte der Gr\u00fcnen-Au\u00dfenpolitiker J\u00fcrgen Trittin dem Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND). &#171;Doch die Vers\u00e4umnisse, die bei der Evakuierung und der Visa-Erteilung gemacht wurden, kann man nicht mehr aufholen.&#187; Trittin wies darauf hin, dass die Bundeswehr zwar nach der Macht\u00fcbernahme der radikalislamischen Taliban in Afghanistan rund 5.000 Menschen aus Kabul ausgeflogen habe. Darunter waren nach Angaben des Bundesinnenministeriums jedoch nur 138 Ortskr\u00e4fte deutscher Institutionen, zusammen mit ihren Familienangeh\u00f6rigen 634 Menschen. Mehr als 10.000 weitere Schutzbed\u00fcrftige wurden dagegen zur\u00fcckgelassen. &#171;Private Retter haben rund 300 Menschen ausgeflogen &#8212; das hei\u00dft, sie haben mehr Menschen gerettet als Heiko Maas&#187;, sagte Trittin dazu weiter. Dies sei f\u00fcr die Bundesregierung &#171;eine verheerende Bilanz&#187;. Das Versagen der Regierung f\u00fchre auch dazu, dass Deutschland nun erpressbar sei und &#171;mit autorit\u00e4ren Herrschern wie Erdogan und den radikalen Taliban verhandeln&#187; m\u00fcsse. Die aktuelle Reise von Maas komme &#171;ein oder zwei Jahre zu sp\u00e4t&#187;, kritisierte auch der FDP-Politiker Alexander Graf Lambsdorff in den RND-Zeitungen vom Dienstag. &#171;Die Taliban haben nun die Entscheidungshoheit dar\u00fcber, was mit den deutschen Staatsb\u00fcrgern und den Ortskr\u00e4ften passiert&#187;, warf auch er der Regierung vor. Maas besucht derzeit mehrere Nachbarl\u00e4nder Afghanistans. Zuvor hatte er auch Gespr\u00e4che in der T\u00fcrkei gef\u00fchrt. Die Zahl der britischen Staatsb\u00fcrger, die sich noch in Afghanistan befinden, siedelt Au\u00dfenminister Dominic Raab im &#171;niedrigen Hunderter&#187;-Bereich an. Das sei ein &#171;sehr niedriges Niveau&#187; angesichts dessen, dass 5.000 Menschen aus Afghanistan herausgeholt worden seien, sagt Raab dem Sender Sky News. Nach der Macht\u00fcbernahme der Taliban in Afghanistan hat Pakistans Botschafter in Deutschland der Aufnahme weiterer Fl\u00fcchtlinge aus dem Nachbarland eine Absage erteilt. &#171;Pakistan nimmt keine weiteren Fl\u00fcchtlinge aus Afghanistan auf&#187;, sagte Mohammad Faisal dem &#171;Tagesspiegel&#187; (Dienstagsausgabe). Sein Land unterst\u00fctze allerdings mit allen Kr\u00e4ften die Ausreise von Afghanen in andere L\u00e4nder. Die Grenzen w\u00fcrden erst einmal ge\u00f6ffnet bleiben. Pakistan mit seinen rund 220 Millionen Einwohnern habe bereits zwischen drei und vier Millionen Afghanen aufgenommen. Jetzt sollten &#171;reichere und gr\u00f6\u00dfere&#187; L\u00e4nder Gefl\u00fcchtete von dort aufnehmen, sagte Faisal weiter. Er wollte aber keine L\u00e4nder nennen. Nach dem Abzug der US-Truppen wollen die radikalislamischen Taliban nach eigenen Angaben &#171;gute&#187; Beziehungen mit den USA. &#171;Wir wollen gute Beziehungen zu den USA und der ganzen Welt haben&#187;, sagte der Taliban-Sprecher Sabihullah Mudschahid am Dienstag bei einer Rede am Flughafen in Kabul. &#171;Wir begr\u00fc\u00dfen gute diplomatische Beziehungen mit allen.&#187; Der UN-Sicherheitsrat erh\u00f6ht den Druck auf die Taliban, Afghanen ungehindert aus ihrem Heimatland ausreisen zu lassen. Eine entsprechende Resolution wurde am Montag vom m\u00e4chtigsten UN-Gremium mit 13 Ja-Stimmen angenommen, Russland und China enthielten sich. In der Resolution, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, verweist der Sicherheitsrat auf die Zusagen der Taliban vom Freitag, dass Afghanen das Land jederzeit und auf allen m\u00f6glichen Wegen ungehindert verlassen d\u00fcrften. Der Sicherheitsrat &#171;erwartet, dass die Taliban diese und alle anderen Verpflichtungen einhalten&#187;, hei\u00dft es darin. Die Resolution fordert zugleich, dass Afghanistan nicht zu einem Hafen f\u00fcr Terroristen und ihre Anschlagspl\u00e4ne werden d\u00fcrfe. Ebenfalls hervorgehoben wird die Notwendigkeit f\u00fcr ungehinderten humanit\u00e4ren Zugang sowie die Wahrung der Menschenrechte, insbesondere &#171;der Rechte von Frauen, Kindern und Minderheiten&#187;. Eine vom franz\u00f6sischen Pr\u00e4sidenten Emmanuel Macron zuletzt ins Spiel gebrachte UN-Sicherheitszone in Kabul wird in der Resolution nicht erw\u00e4hnt. UN-Resolutionen sind v\u00f6lkerrechtlich bindend. Zum ersten Mal seit der Macht\u00fcbernahme der radikalislamischen Taliban ist ein Flugzeug mit medizinischen Hilfsg\u00fctern der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Afghanistan gelandet. Wie die WHO am Montag mitteilte, wurde das Flugzeug von der pakistanischen Regierung zur Verf\u00fcgung gestellt. Die Maschine, die von Dubai nach Masar-i-Scharif in Norden Afghanistans flog, hatte 12,5 Tonnen Medikamente und andere medizinische Ausr\u00fcstung an Bord. Vergangene Woche hatte die WHO gewarnt, den Gesundheitseinrichtungen in Afghanistan drohe bald der Nachschub an medizinischer Ausr\u00fcstung auszugehen. Durch das Chaos und die Gefahr am Flughafen von Kabul hatte die WHO mit logistischen Problemen zu k\u00e4mpfen.500 Tonnen an Medikamenten und Hilfsg\u00fctern, die in Dubai gelagert waren, konnten nicht ausgeliefert werden. Die WHO habe &#171;tagelang ununterbrochen an einer L\u00f6sung gearbeitet&#187;, erkl\u00e4rte Leiter der WHO-Region \u00d6stliches Mittelmeer, Ahmed al-Mandhari. Nun k\u00f6nnten die Vorr\u00e4te der Gesundheitseinrichtungen in Afghanistan zumindest &#171;teilweise&#187; wieder aufgef\u00fcllt werden und die von der WHO unterst\u00fctzten Gesundheitsdienste k\u00f6nnten &#171;vorerst&#187; weiterarbeiten. Die jetzige Lieferung deckt demnach den Bedarf von 200.000 Menschen und reicht f\u00fcr 3.500 chirurgische Eingriffe. Die G\u00fcter sollen direkt an 40 Einrichtungen in 29 Provinzen gehen. Der UN-Sicherheitsrat will noch am Montag \u00fcber eine Resolution abstimmen, die zur sicheren Ausreise von Menschen aus Afghanistan f\u00fchren soll. Das wichtigste UN-Gremium soll um 21 Uhr (MESZ) zusammenkommen, berichteten Diplomaten. Die Annahme eines entsprechenden franz\u00f6sisch-britischen Texts w\u00fcrde den Druck auf die Taliban erh\u00f6hen, Menschen eine sichere Ausreise aus Kabul zu gew\u00e4hren und sich an fr\u00fchere Zusagen zu halten. Die Vetom\u00e4chte Russland und China hatten sich bei Verhandlungen am Wochenende Diplomaten zufolge offen f\u00fcr eine Einigung gezeigt. Eine Zustimmung sei aber noch nicht sicher, hie\u00df es. F\u00fcr eine Annahme einer Resolution braucht es im wichtigsten UN-Gremium neun von 15 Ja-Stimmen ohne ein Veto der st\u00e4ndigen Mitglieder USA, China, Russland, Frankreich und Gro\u00dfbritannien. Der Resolutionsentwurf von Gro\u00dfbritannien und Frankreich zusammen mit den USA betont dabei, dass Afghanistan nicht zu einem Hafen f\u00fcr Terroristen und ihre Anschlagspl\u00e4ne werden darf. Ebenfalls hervorgehoben wird die Notwendigkeit, dass unter anderem die Vereinten Nationen ungehinderten humanit\u00e4ren Zugang erhalten. Eine vom franz\u00f6sischen Pr\u00e4sidenten Emmanuel Macron zuletzt ins Spiel gebrachte UN-Sicherheitszone in Kabul wird \u00fcbereinstimmenden Angaben von Diplomaten aber nicht direkt erw\u00e4hnt. Die US-Regierung hat Berichte best\u00e4tigt, wonach f\u00fcnf Raketen in Richtung des Flughafens der afghanischen Hauptstadt abgefeuert worden sind. Drei der Raketen seien &#171;ohne Auswirkungen&#187; au\u00dferhalb des Flughafens gelandet, sagte Generalmajor William Taylor. Eine Rakete sei von einem installierten Raketenabwehrsystem am Flughafen abgewehrt worden. Eine weitere Rakete sei ohne Gefahr f\u00fcr Personal oder die Mission zu Boden gekommen, so Taylor weiter. Auf Nachfrage erkl\u00e4rte Pentagon-Sprecher John Kirby, dass diese Rakete innerhalb des Gel\u00e4nde des Flughafens gelandet sei. Der in Afghanistan aktive Ableger der Terrormiliz &#171;Islamischer Staat&#187; (IS) hatte den Raketenangriff zuvor f\u00fcr sich reklamiert, sprach allerdings von sechs Raketen. Bundesau\u00dfenminister Heiko Maas will nicht selbst mit den radikal-islamischen Taliban \u00fcber die Ausreise schutzsuchender Afghanen reden. Der Gespr\u00e4chspartner der Bundesregierung f\u00fcr die Taliban sei der Diplomat Markus Potzel, der derzeit mit Vertretern der neuen afghanischen Machthaber im Golfemirat Katar verhandelt. &#171;Das ist der Kanal, den wir nutzen.&#187; Das werde man auch weiter tun. Maas befindet sich gerade auf einer viert\u00e4gigen Reise durch f\u00fcnf L\u00e4nder, die eine Rolle f\u00fcr die Ausreise schutzbed\u00fcrftiger Menschen spielen. Darunter ist auch das arabische Golfemirat Katar, das einen besonders guten Draht zu den Taliban hat. Dort haben die Islamisten ihr politisches B\u00fcro, eine Art Au\u00dfenministerium. Die von der Bundesregierung organisierte Luftbr\u00fccke aus Kabul hat nach vorl\u00e4ufigen Angaben 138 Ortskr\u00e4fte nach Deutschland gebracht sowie deren Familienangeh\u00f6rige. Insgesamt seien 634 Menschen aus dieser Gruppe ausgeflogen worden, sagte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums (BMI) am Montag in Berlin. Er verwies darauf, dass die Zahl der Hilfeersuchen erst nach dem Beginn der Luftbr\u00fccke deutlich gestiegen sei \u2013 auf nunmehr mindestens 40.000 Menschen. &#171;W\u00e4hrend der Evakuierungen gab es aus den Ressorts Nachreichungen, gab es auch von den Ortskr\u00e4ften sehr viele Nachmeldungen, auch von Familienangeh\u00f6rigen, so dass wir derzeit davon ausgehen, dass der Anteil derer, die einen Bezug zu Ortskr\u00e4ften haben, bei inzwischen mehr als 40.000 Personen liegt&#187;, sagte der Sprecher. \u00dcber die Luftbr\u00fccke der Bundeswehr, die auch Menschen aus anderen Staaten ausflog, kamen inzwischen nach Angaben des Innenministeriums 4.587 Menschen nach Deutschland, davon 3.849 Afghanen und 403 deutsche Staatsangeh\u00f6rige. &#171;Da hat sich niemand an ein deutsches Flugzeug gestellt und hat abgez\u00e4hlt und hat gesagt, wir nehmen jetzt nur diejenigen mit, die nach Deutschland kommen und diejenigen, die nach Italien m\u00fcssen oder nach Belgien, die lassen wir hier stehen&#187;, sagte der Sprecher. Bundesau\u00dfenminister Heiko Maas will nur denjenigen Menschen bei der Ausreise aus Afghanistan helfen, die eine Zusage f\u00fcr die Aufnahme in Deutschland haben. &#171;Es geht uns nur um diese Personengruppe&#187;, betonte der SPD-Politiker am Montag nach Gespr\u00e4chen in Usbekistan, das als Nachbarland Afghanistans eine erste Anlaufstation f\u00fcr Schutzsuchende ist. Die Regierung in Taschkent habe sich bei der von Deutschland definierten Personengruppe zur Kooperation bereit erkl\u00e4rt. &#171;Dar\u00fcber hinaus haben wir auch keine Anfrage gestellt.&#187; Auf den Ausreiselisten des Ausw\u00e4rtigen Amts stehen mehr als 10.000 Afghanen. Dazu z\u00e4hlen ehemalige afghanische Mitarbeiter von Bundeswehr oder Ministerien \u2013 die sogenannten Ortskr\u00e4fte \u2013 und besonders schutzbed\u00fcrftige Menschen wie Menschenrechtsaktivisten oder Frauenrechtlerinnen. Hinzu kommen deren Familienangeh\u00f6rige. Zusammen geht es nach jetzigem Stand um mehr als 40.000 Menschen, die in Deutschland aufgenommen werden sollen \u2013 wenn es ihnen gelingt, das Land zu verlassen. In der afghanischen Hauptstadt Kabul hat es einen Raketenangriff gegeben. Am Montagmorgen seien aus der Gegend Chairchanah im Norden der Stadt mehrere Raketen in Richtung Flughafen abgefeuert worden, schrieb der lokale Fernsehsender Tolonews unter Berufung auf Augenzeugen auf Twitter. Der Fernsehsender CNN berichtete unter Berufung auf US-Regierungsmitarbeiter, dass mindestens f\u00fcnf Raketen in Richtung Flughafen abgefeuert worden seien. \u00dcber m\u00f6gliche Opfer oder Sch\u00e4den gab es zun\u00e4chst keine Informationen. Der Flughafen verf\u00fcgt \u00fcber ein Raketenabwehrsystem. Dieses wurde erst vor wenigen Wochen getestet. In sozialen Medien wurden Videos geteilt, die ein brennendes Auto zeigen sollen, aus dem die Raketen abgefeuert worden sein sollen. Die Aktivit\u00e4ten auf dem Kabuler Flughafen sind durch den Raketenangriff nicht unterbrochen worden. Das teilt die US-Regierung mit. Pr\u00e4sident Joe Biden sei \u00fcber Einzelheiten des Angriffs informiert worden. Er hatte am Sonntag vor m\u00f6glichen weiteren Anschlagen rund um den Flughafen Kabul gewarnt. Der Islamische Staat (IS) hat bereits in der Vergangenheit immer wieder verschiedene Ziele in Kabul mit Raketen angegriffen. China hat die USA f\u00fcr die &#171;chaotische&#187; Situation in Afghanistan mitverantwortlich gemacht. Der Krieg in Afghanistan habe sein Ziel, terroristische Kr\u00e4fte zu beseitigen, nicht erreicht, sagte Chinas Au\u00dfenminister Wang Yi laut der chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua am Sonntag in einem Telefonat mit seinem US-Amtskollegen Antony Blinken. Der \u00fcbereilte Abzug der US- und Nato-Truppen w\u00fcrde nun wahrscheinlich dazu f\u00fchren, dass Terrororganisationen zur\u00fcckkehren w\u00fcrden. In dem Gespr\u00e4ch \u00e4u\u00dferte sich Wang auch deutlich zum derzeitigen Stand der Beziehungen zwischen China und den USA. &#171;Wenn Washington die chinesisch-amerikanischen Beziehungen wieder auf Kurs bringen will, dann sollte es aufh\u00f6ren, China zu verleumden und Chinas Souver\u00e4nit\u00e4t, Sicherheit und Entwicklungsinteressen zu untergraben&#187;, sagte der chinesische Au\u00dfenminister. In Afghanistan befinden sich nach Angaben von Au\u00dfenminister Heiko Maas noch Zehntausende Menschen, die nach Deutschland ausgeflogen werden sollen. &#171;Es gibt noch Zehntausende Ortskr\u00e4fte inklusive ihrer Familien&#187;, sagt Maas in Antalya. Zudem gebe es noch an die zehntausend Schutzbed\u00fcrftige. &#171;Das sind noch viele Menschen, die eine Aufnahmezusage von uns haben&#187;, f\u00fcgt der SPD-Politiker hinzu. F\u00fcr diesen Personenkreis versuche man nun Wege zu organisieren, wie diese legal das Land verlassen k\u00f6nnten. In Regierungskreisen war in den vergangenen Tagen von mehr als 40.000 Personen inklusive der Familienangeh\u00f6rigen die Rede gewesen. Zus\u00e4tzlich bietet Deutschland laut Maas finanzielle und technische Hilfe beim Wiederaufbau des schwer besch\u00e4digten Flughafens in Kabul an. Maas zeigte sich auch offen f\u00fcr den franz\u00f6sischen Vorschlag, um den Flughafen eine Schutzzone zu bilden. Ob das dann die Vereinten Nationen oder einzelne L\u00e4nder mit &#171;Kommunikationskan\u00e4len&#187; zu den militant-islamistischen Taliban machen sollten, &#171;muss man sehen&#187;, sagte Maas nach einem Gespr\u00e4ch mit dem t\u00fcrkischen Au\u00dfenminister Mevl\u00fct \u00c7avu\u015fo\u011flu im s\u00fcdt\u00fcrkischen Antalya. Die militant-islamistischen Taliban haben mehreren L\u00e4ndern versichert, dass ihre Staatsb\u00fcrger und Ortskr\u00e4fte aus dem Land ausreisen d\u00fcrfen. Man habe von den Taliban Zusicherungen erhalten, dass &#171;alle ausl\u00e4ndischen Staatsangeh\u00f6rigen und alle afghanischen Staatsb\u00fcrger mit einer Reisegenehmigung aus unseren L\u00e4ndern sicher und geordnet zu Abflugorten sowie aus dem Land reisen d\u00fcrfen&#187;, hie\u00df es in einer am Sonntag ver\u00f6ffentlichten gemeinsamen Erkl\u00e4rung von mehr als 20 L\u00e4ndern, darunter die USA und auch Deutschland. Man werde bestimmten Afghanen weiterhin Reisedokumente ausstellen, und man habe die klare Erwartung und Zusage der Taliban, dass diese in die jeweiligen L\u00e4nder reisen k\u00f6nnten, hei\u00dft es in der Erkl\u00e4rung weiter. Man nehme zudem die \u00f6ffentlichen Erkl\u00e4rungen der Taliban zur Kenntnis, die dieses Verst\u00e4ndnis best\u00e4tigten. Schon in den vergangenen Tagen hatten mehrere hochrangige Taliban-Mitglieder \u00f6ffentlich versichert, dass Afghanen weiterhin \u00fcber legale Wege aus dem Land ausreisen k\u00f6nnten. Bis Sonntag sind mehr als 21.000 Evakuierte aus Afghanistan allein auf der Air Base Ramstein in Rheinland-Pfalz gelandet. Das teilte der weltweit gr\u00f6\u00dfte US-Luftwaffenst\u00fctzpunkt au\u00dferhalb Amerikas und das US-Konsulat in Frankfurt mit. Ramstein nahe Kaiserslautern ist seit dem 20. August ein US-Drehkreuz f\u00fcr Gefl\u00fcchtete aus Afghanistan. Mehr als 6.000 Evakuierte seien von dort bereits weitergeflogen. &#171;Wir versuchen, so viele Leute wie m\u00f6glich von Afghanistan in Sicherheit zu bringen&#187;, sagte ein Sprecher des US-Generalkonsulats in Frankfurt. Mit Unterst\u00fctzung aus Deutschland sind nach dem Ende der Bundeswehrfl\u00fcge mehr als 300 weitere Schutzbed\u00fcrftige aus Kabul ausgeflogen worden. Darunter waren nach Angaben der Bundesregierung in der Nacht zum Sonntag etwa 140 Deutsche sowie Ortskr\u00e4fte und Mitarbeiter eines Auftragsunternehmens des beendeten Nato-Einsatzes. &#171;Zeit&#187; und &#171;Spiegel&#187; berichteten zudem, dass 189 Schutzbed\u00fcrftige organisiert von der privaten Rettungsinitiative Luftbr\u00fccke Kabul zum Flughafen gebracht und ausgeflogen wurden, darunter auch Mitarbeiter deutscher Medien. Die Bundeswehr hatte ihren Evakuierungseinsatz am Donnerstag beendet. Die US-Streitkr\u00e4fte wollen bis Dienstag abziehen. Die Rettungsinitiative warf der Bundesregierung fehlende Unterst\u00fctzung und massive Widerst\u00e4nde gegen eine vorbereitete Evakuierung vor. &#171;Mit immensem Aufwand konnten wir 18 gef\u00e4hrdete Ortskr\u00e4fte aus Kabul in Sicherheit bringen.18 Menschenleben, dabei h\u00e4tten es hunderte mehr sein k\u00f6nnen, wenn unsere Rettungsaktion nicht aktiv vom Ausw\u00e4rtigen Amt blockiert worden w\u00e4re&#187;, hie\u00df es in einer Erkl\u00e4rung, die am Sonntag auf der Internetseite der zivilgesellschaftlichen Initiative verbreitet wurde. Aus der Bundesregierung wurde die Kritik zur\u00fcckgewiesen. Die Rettungsmission hatte eine Chartermaschine nach Kabul geschickt, um Gef\u00e4hrdete auszufliegen. &#171;F\u00fcr hunderte Menschen hatten wir eine sichere Unterkunft, haben sie offiziell auf Listen des Ausw\u00e4rtigen Amtes registrieren und absegnen lassen, organisierten einen Bustransport \u00fcber die katarische Botschaft und h\u00e4tten Menschen innerhalb weniger Stunden an den Flughafen und auf unser Flugzeug bringen k\u00f6nnen&#187;, so die Initiative. Die Bundesregierung &#171;weigerte sich, eine E-Mail zu schreiben, um den Transport freizugeben&#187;, hie\u00df es. Mit den Evakuierungsfl\u00fcgen der Bundeswehr wurden einem Zeitungsbericht zufolge offenbar nur wenige Ortskr\u00e4fte aus Afghanistan in Sicherheit gebracht. Entsprechende erste Zahlen habe das Bundesinnenministerium in dieser Woche unter anderem im Bundestag pr\u00e4sentiert, berichtete die &#171;Welt am Sonntag&#187;. Demnach befanden sich unter den bis Mitte der Woche etwa 4.500 Ausgeflogenen nur knapp mehr als 100 Ortskr\u00e4fte mit ihren Familien. Insgesamt mache diese Gruppe rund 500 der 4.500 ausgeflogenen Menschen aus. Angesichts der un\u00fcbersichtlichen Evakuierungen aus Kabul werde allerdings davon ausgegangen, dass sich mehrere Ortskr\u00e4fte derzeit wom\u00f6glich noch in anderen europ\u00e4ischen L\u00e4ndern aufhielten. Eine Anfrage dazu habe das Bundesinnenministerium unbeantwortet gelassen, schrieb die &#171;WamS&#187;. Nach Angaben des Ausw\u00e4rtigen Amts in Berlin wurden demnach mittlerweile 5.300 Menschen aus Kabul in Sicherheit gebracht. SPD-Innenexperte Uli Gr\u00f6tsch kritisierte das Innenministerium. &#171;Dass im Zuge der Evakuierung bis Mitte der Woche nur \u00fcber 101 gerettete Ortskr\u00e4fte Gewissheit herrschte, ist ein Problem&#187;, sagte er der &#171;Welt am Sonntag&#187;. Seit Monaten habe die SPD den Koalitionspartner von der Union dazu aufgefordert, &#171;seiner Verantwortung gerecht zu werden&#187;. &#171;Jetzt hoffe ich, dass wir m\u00f6glichst vielen Ortskr\u00e4ften noch helfen k\u00f6nnen&#187;, f\u00fcgte Gr\u00f6tsch hinzu. Bundesau\u00dfenminister Heiko Maas will in den Nachbarstaaten Afghanistans f\u00fcr die Aufnahme afghanischer Fl\u00fcchtlinge werben, die nach Deutschland weiter reisen wollen. Die Bundesregierung werde sich auch nach dem Ende der Luftbr\u00fccke aus dem Flughafen Kabul um Deutsche, afghanische Ortskr\u00e4fte und schutzbed\u00fcrftige Menschen k\u00fcmmern, sagte Maas am Sonntag vor dem Abflug in die T\u00fcrkei, nach Usbekistan, Tadschikistan, Pakistan und Katar. &#171;Hierzu z\u00e4hlt, dass wir uns mit den Nachbarstaaten Afghanistans dar\u00fcber verst\u00e4ndigen, wie Deutsche, unsere Ortskr\u00e4fte und weitere schutzbed\u00fcrftige Afghaninnen und Afghanen schnell und sicher nach Deutschland gelangen k\u00f6nnen&#187;, sagte er. Zudem gehe es um die Frage, wie am Flughafen in Kabul schnell wieder ein ziviler Betrieb erm\u00f6glicht werden k\u00f6nne, sagte Maas. Dazu z\u00e4hle auch ein abgestimmtes internationales Auftreten gegen\u00fcber den Taliban. Deutschland wolle den Nachbarstaaten auch anbieten, ihnen bei der Bew\u00e4ltigung der humanit\u00e4ren und wirtschaftlichen Folgen zu helfen. &#171;Es ist in unserem eigenen Interesse zu verhindern, dass der Kollaps in Afghanistan die ganze Region destabilisiert.&#187; Es gebe in Kabul und Afghanistan noch immer &#171;unz\u00e4hlige Menschen&#187;, die auf eine Ausreise hofften. &#171;Die Lage in Afghanistan ist extrem unbest\u00e4ndig und gef\u00e4hrlich&#187;, sagte der SPD-Politiker mit Verweis auf den Anschlag am Kabuler Flughafen. Es sei ein machtpolitisches Vakuum entstanden, in das nun &#171;mit erschreckender Geschwindigkeit&#187; die radikalislamische Miliz IS und andere Terroristen hineinstrebten. Frankreich und Gro\u00dfbritannien wollen bei einer am Montag stattfindenden Dringlichkeitssitzung der Vereinten Nationen zu Afghanistan eine Resolution einreichen, in der eine Sicherheitszone in Kabul vorgeschlagen wird. &#171;Unser Resolutionsvorschlag zielt darauf ab, eine sichere Zone in Kabul unter der Kontrolle der Vereinten Nationen zu definieren, die Fortsetzung der humanit\u00e4ren Operationen erm\u00f6glichen w\u00fcrde&#187;, sagte der franz\u00f6sische Pr\u00e4sident Emmanuel Macron in einem Interview mit der Zeitung &#171;Le Journal du Dimanche&#187;. Damit sollten Menschen gesch\u00fctzt werden, die versuchten, das Land zu verlassen. Der CSU-Vorsitzende Markus S\u00f6der m\u00f6chte hingegen die Bundeswehr im Rahmen einer EU-Mission zum Schutz des Flughafens in Kabul einsetzen, um die Evakuierungsfl\u00fcge wieder aufzunehmen. &#171;Das Ziel f\u00fcr Afghanistan k\u00f6nnte sein, in naher Zukunft auf dem Flughafen in Kabul eine eigene europ\u00e4ische Schutzzone zu etablieren&#187;, sagte S\u00f6der der &#171;Bild am Sonntag&#187; laut Vorabbericht. Er forderte sofortige Verhandlungen dazu. Europa m\u00fcsse sich endlich auch milit\u00e4risch konsequent koordinieren. Nach der Bundeswehr und anderen westlichen Verb\u00fcndeten hat auch Gro\u00dfbritannien seine letzten Streitkr\u00e4fte aus Afghanistan abgezogen. Das britische Verteidigungsministerium teilte am sp\u00e4ten Samstagabend \u00fcber Twitter mit, der letzte Flug mit Soldaten habe Kabul verlassen. Dank gelte all denen, die unter enormem Druck und schrecklichen Bedingungen so tapfer gedient h\u00e4tten, um die am st\u00e4rksten gef\u00e4hrdeten Zivilisten sicher zu evakuieren. Bei einem US-Luftangriff in Afghanistan sind nach Angaben des US-Milit\u00e4rs zwei ranghohe Vertreter des \u00f6rtlichen Ablegers der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) get\u00f6tet worden. Ein weiterer sei verletzt worden, erkl\u00e4rte Generalmajor William Taylor am Samstag im US-Verteidigungsministerium. Nach dem unbemannten Luftangriff in der Provinz Nangarhar hatte das US-Milit\u00e4r am Freitagabend (Ortszeit) zun\u00e4chst nur angegeben, &#171;einen Planer&#187; des t\u00f6dlichen Terroranschlags in Kabul vom Donnerstag get\u00f6tet zu haben. Nun gehe man davon aus, bei dem Vergeltungsschlag einen Planer und einen Unterst\u00fctzer des Vorhabens get\u00f6tet zu haben, hie\u00df es. Es gebe nach bisherigen Erkenntnissen keine zivilen Opfer, sagte Taylor. Bei dem Anschlag vom Donnerstag am Flughafen in Kabul waren Dutzende Menschen, darunter auch 13 US-Soldaten, get\u00f6tet worden. Der IS hatte sich zu der Tat bekannt. Das US-Milit\u00e4r teilte dar\u00fcber hinaus mit, man habe weiter den Flughafen von Kabul unter Kontrolle. Das Milit\u00e4r werde noch bis zum geplanten Abzug am Dienstag f\u00fcr Sicherheit und Betrieb des Airports verantwortlich sein, sagte der Sprecher des US-Verteidigungsministeriums, John Kirby, am Samstag. Alle Tore des Flughafens st\u00fcnden weiter unter Kontrolle der US-Truppen. Damit widersprach Kirby einer Darstellung der militant-islamistischen Taliban, wonach die USA &#171;zwei, drei&#187; Zug\u00e4nge zum Flughafen in der Nacht zu Samstag an Kr\u00e4fte der Islamisten \u00fcbergeben h\u00e4tten. Die Taliban h\u00e4tten Sicherheitskontrollen rund um den Flughafen errichtet, sagte Kirby. &#171;Aber sie kontrollieren keine Tore, sie sind nicht am Flughafen und haben keine Rolle f\u00fcr die Sicherheit&#187;, betonte Kirby. Au\u00dfenminister Heiko Maas bricht am Sonntag zu einer viert\u00e4gigen Reise in f\u00fcnf L\u00e4nder auf, die alle eine Rolle bei den weiteren Bem\u00fchungen um die Ausreise Schutzsuchender aus Afghanistan spielen. Erste Station ist am Sonntag die T\u00fcrkei, die f\u00fcr den Weiterbetrieb des Flughafens in Kabul und die Aufnahme von Fl\u00fcchtlingen gro\u00dfe Bedeutung hat. Danach besucht der SPD-Politiker mit Usbekistan, Pakistan und Tadschikistan drei Nachbarl\u00e4nder Afghanistans sowie Katar. Das kleine, aber einflussreiche Golfemirat hat sich tatkr\u00e4ftig an den Evakuierungen beteiligt. In der Hauptstadt Doha sitzt au\u00dferdem das politische B\u00fcro der militant-islamistischen Taliban, das quasi als Au\u00dfenministerium der neuen Machthaber in Afghanistan fungiert und mit dem der deutsche Unterh\u00e4ndler Markus Potzel seit Tagen Gespr\u00e4che \u00fcber Ausreisefragen f\u00fchrt. Maas startet nur drei Tage nach dem Ende der Evakuierungsoperation der Bundeswehr, bei der die Luftwaffe unter extrem gef\u00e4hrlichen Bedingungen 5.347 Menschen aus mindestens 45 L\u00e4ndern aus Kabul ausgeflogen hat. Es stehen aber immer noch mehr als 10.000 Menschen auf den Ausreiselisten des Ausw\u00e4rtigen Amts, darunter 300 Deutsche. &#171;Die milit\u00e4rische Evakuierung ist nun beendet. Aber unsere Arbeit geht weiter, und zwar so lange, bis alle in Sicherheit sind, f\u00fcr die wir in Afghanistan Verantwortung tragen&#187;, hatte Maas am Donnerstag versprochen. In den Endz\u00fcgen der milit\u00e4rischen Evakuierungsmission in Afghanistan sind binnen 24 Stunden rund 6.800 Menschen aus Kabul ausgeflogen worden. Eine Sprecherin des Wei\u00dfen Hauses teilte mit, bis zum Samstagvormittag (Ortszeit Kabul) habe die US-Luftwaffe mit 32 Fl\u00fcgen rund 4.000 Menschen in Sicherheit gebracht, Flugzeuge von Verb\u00fcndeten h\u00e4tten rund 2.800 Menschen evakuiert. Seit dem Start des Einsatzes Mitte August h\u00e4tten die Vereinigten Staaten und ihre Partner damit insgesamt rund 112.000 Menschen ausgeflogen. Etwa 20.500 Evakuierte aus Afghanistan sind bis Samstag auf der Air Base Ramstein in Rheinland-Pfalz gelandet. Ramstein nahe Kaiserslautern ist seit dem 20. August ein US-Drehkreuz f\u00fcr Gefl\u00fcchtete aus Afghanistan. Etwa 100 Flugzeuge der United States Air Force seien auf der Air Base eingetroffen, berichtete eine Sprecherin des St\u00fctzpunkts. Mehr als 5.000 Evakuierte seien von dort mit etwa 22 Fl\u00fcgen weitergereist. Die Fl\u00fcge werden voraussichtlich \u00fcber das ganze Wochenende andauern. Die militant-islamistischen Taliban haben eigenen Angaben zufolge mehrere Tore am Flughafen Kabul unter ihre Kontrolle gebracht. &#171;Zwei, drei&#187; Zug\u00e4nge zum Flughafen seien in der Nacht zu Samstag von den USA an Kr\u00e4fte der Islamisten \u00fcbergeben worden, sagte ein Vertreter der Taliban der Deutschen Presse-Agentur am Samstag. Der Sprecher des US-Verteidigungsministeriums, John Kirby, hatte eine derartige \u00dcbergabe nach ersten Medienberichten dar\u00fcber in der Nacht zum Samstag allerdings vehement und ohne Z\u00f6gern dementiert. Taliban kontrollierten weder den Flughafen noch Teile davon, noch Tore des Gel\u00e4ndes, sagte der Sprecher des US-Verteidigungsministeriums am Freitag. In der Nacht zu Samstag hatten Pro-Taliban-Nutzer auf Twitter Bilder geteilt, die Taliban-Kr\u00e4fte wenige Meter hinter dem Zugang zum zivilen Teil des Flughafen zeigen sollen, also innerhalb des Flughafengel\u00e4ndes. Auch am Samstagmorgen (Ortszeit) teilten sie Bilder, die Taliban-Kr\u00e4fte noch etwas weiter innerhalb des zivilen Teils des Flughafengel\u00e4ndes zeigten, nahe des VIP-Parkplatzes und des Inlandsterminals. Von wann die Fotos sind, ist nicht klar. In der Vergangenheit haben die Islamisten ihre K\u00e4mpfer immer wieder kurzzeitig an bekannte Punkte geschickt und Fotos machen lassen, um beispielsweise in sozialen Medien ihr Vorr\u00fccken auf eine bestimmte Stadt vorzut\u00e4uschen und Panik zu sch\u00fcren. Die Bundeswehr hat nun auch ihr Sanit\u00e4tsflugzeug aus dem usbekischen Taschkent abgezogen, das dort noch f\u00fcr eine m\u00f6gliche Rettung Verletzter aus dem afghanischen Kabul stationiert war. Wie die Deutsche Presse-Agentur am Samstag aus der Bundeswehr erfuhr, startete die fliegende Intensivstation &#171;MedEvac&#187; am Samstag Richtung Wunstorf bei Hannover. Auch eine Transportmaschine A400M brach mit Material an Bord zur\u00fcck nach Deutschland auf. Bereits am Freitagabend waren drei Bundeswehrmaschinen aus Taschkent in Wunstorf gelandet, die rund 380 Soldaten aus dem Einsatz zur\u00fcckbrachten. Bei der gr\u00f6\u00dften Evakuierungsoperation in der Geschichte der Bundeswehr hatte die Luftwaffe in elf Tagen 5.347 Menschen aus mindestens 45 L\u00e4ndern aus Kabul ausgeflogen, \u00fcberwiegend Afghanen, aber auch mehr als 500 Deutsche. Am Sonntag sollen die letzten zwei Transportmaschinen aus Taschkent nach Deutschland mit Material und Munition an Bord zur\u00fcckkehren. Dann ist auch das Drehkreuz des Evakuierungseinsatzes in Taschkent Geschichte. CSU-Chef Markus S\u00f6der hat sich daf\u00fcr ausgesprochen, allen Bundeswehr-Soldaten im Afghanistan-Einsatz das Bundesverdienstkreuz zu verleihen. &#171;Unsere Bundeswehr hat mehr Respekt und Anerkennung verdient. Alle Soldaten, die in Afghanistan im Einsatz waren, sollten das Bundesverdienstkreuz oder eine vergleichbare Ehrung bekommen&#187;, sagte der bayerische Ministerpr\u00e4sident der &#171;Bild am Sonntag&#187;. &#171;F\u00fcr mich sind unsere Soldatinnen und Soldaten wahre Helden.&#187; Die Bundesanwaltschaft hat ein Ermittlungsverfahren zu den Schussverletzungen eines Deutschen am Flughafen in Kabul eingeleitet. Es bestehe ein Anfangsverdacht f\u00fcr die Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung in Tateinheit mit gef\u00e4hrlicher K\u00f6rperverletzung, sagte ein Sprecher der Bundesanwaltschaft in Karlsruhe am Samstag. Da bislang unklar sei, wer den Schuss abgegeben habe, werde das Verfahren gegen Unbekannt gef\u00fchrt. Zun\u00e4chst hatte die &#171;Welt&#187; dar\u00fcber berichtet. Am Freitag der vergangenen Woche wurde bekannt, dass ein Deutscher auf dem Weg zum Flughafen in der afghanischen Hauptstadt Kabul angeschossen worden war. Um den Flughafen herrschen seit der Macht\u00fcbernahme der militant-islamistischen Taliban chaotische Zust\u00e4nde. Die Lage ist extrem gef\u00e4hrlich. Ein weiterer Deutscher wurde in der N\u00e4he des Flughafen leicht verletzt. Italien hat nach eigenen Angaben mehr bedrohte afghanische B\u00fcrger aus Kabul ausgeflogen als jedes andere EU-Mitgliedsland. Mit der Ankunft von 58 Afghanen an Bord des letzten Evakuierungsflugs am Samstagmorgen habe Italien in den vergangenen Wochen rund 4900 Afghanen aus dem Land gebracht, sagte Au\u00dfenminister Luigi di Maio am Flughafen Rom Fiumicino. An Bord des Flugzeugs waren auch die letzten diplomatischen Vertreter und Sicherheitskr\u00e4fte. Nach dem Ende der Luftbr\u00fccke werde sich Italien weiterhin um rasche Ausreisem\u00f6glichkeiten f\u00fcr bedrohte Ortskr\u00e4fte aus dem Krisenland bem\u00fchen, versprach di Maio. Italien sei bereit, &#171;gemeinsam mit den Vereinten Nationen und Afghanistans Nachbarl\u00e4ndern&#187; daf\u00fcr zu sorgen, dass auch diese Menschen das Land verlassen k\u00f6nnten. Nun beginne die &#171;schwierigste Phase, in der es unser Gebot sein muss, das afghanische Volk, die afghanischen Frauen, die jungen Afghanen und alle, die in den vergangenen Jahren auf den Wandel gehofft haben, nicht im Stich zu lassen&#187;, f\u00fcgte er hinzu. Italien geh\u00f6rte neben den USA, der T\u00fcrkei, Gro\u00dfbritannien und Deutschland zu den f\u00fcnf L\u00e4ndern, die am st\u00e4rksten an der Nato-Mission &#171;Resolute Support&#187; zur Ausbildung und Unterst\u00fctzung der afghanischen Sicherheitskr\u00e4fte beteiligt waren. Das letzte italienische Kontingent im Rahmen der Mission hatte Ende Juni die westafghanische Provinz Herat verlassen. Am Donnerstag sprengte sich ein Selbstmordattent\u00e4ter des IS am Flughafen in Kabul in die Luft. Mehrere Medien sprechen von 183 Opfern. Wie die britische &#171;Times&#187; berichtet, sind unter den Opfern auch drei Staatsangeh\u00f6rige, darunter ein Kind. Die Regierung best\u00e4tigte das am Freitagabend. Ein weiteres Kind aus Gro\u00dfbritannien, das unter zehn Jahre alt sein soll und mit einem der get\u00f6teten Briten verwandt ist, war nach den Explosionen mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus gekommen. Ein weiterer Brite sei zudem verletzt worden, habe aber inzwischen das Land verlassen k\u00f6nnen. Die drei Todesopfer, die aus verschiedenen Familien stammen, warteten vor dem Flughafen auf einen Evakuierungsflug, als der Anschlag ver\u00fcbt wurde. Taliban in Aghanistan haben alle im \u00f6ffentlichen Gesundheitssektor besch\u00e4ftigten Frauen aufgefordert, ihre Arbeit wieder aufzunehmen. Das Gesundheitsministerium weise alle weiblichen Mitarbeiter in der Hauptstadt und den Provinzen an, an ihren Arbeitsplatz zur\u00fcckzukehren, hie\u00df es in einem Tweet des Taliban-Sprechers Sabiullah Mudschahid von Freitagabend. Der Aus\u00fcbung ihrer Arbeit stehe nichts im Wege. Es ist bisher weitgehend unklar, ob Frauen in Afghanistan mit der Macht\u00fcbernahme der Taliban weiter ihren Berufen nachgehen k\u00f6nnen. Bislang gab es lediglich f\u00fcr den Gesundheits- und den Bildungsbereich konkretere Aussagen, dass Frauen wieder ihre Arbeit aufnehmen sollten. Der Oberbefehlshaber der britischen Armee, General Nick Carter, k\u00fcndigt an, dass noch am Samstag die von Briten durchgef\u00fchrten Evakuierungen von Zivilisten abgeschlossen werden. &#171;Und danach wird es n\u00f6tig sein, unsere Truppen mit den verbliebenen Flugzeugen rauszubringen.&#187; Er sagt in der BBC: &#171;Wir waren nicht in der Lage, jeden rauszubringen. Und das war herzzerbrechend. Es gab einige sehr schwierige Entscheidungen, die wir (&#8230;) treffen mussten.&#187; Die US-Botschaft ver\u00f6ffentlichte in der Nacht erneut eine Sicherheitswarnung und rief alle Landsleute dazu auf, die Gegend rund um die Eingangstore zum Flughafen sofort zu verlassen. Die Lage am Flughafen Kabul, wo die US-Luftwaffe ihre Evakuierungsfl\u00fcge fortsetzt, bleibt hochgef\u00e4hrlich. US-B\u00fcrger, die sich am Abbey-Gate, Ost-Gate, Nord-Gate oder New-Ministry-of-Interior-Gate aufhielten, &#171;sollten das Gebiet sofort verlassen&#187;, appellierte die US-Botschaft. Stunden vor der Terrorattacke am Donnerstag hatte sie eine \u00e4hnliche Warnung ver\u00f6ffentlicht. &#171;Die Bedrohung ist akut, sie dauert an. Unsere Truppen sind immer noch in Gefahr&#187;, hatte Psaki am Freitag gesagt. Biden sei bei einem Treffen mit seinem nationalen Sicherheitsteam dar\u00fcber informiert worden, &#171;dass ein weiterer Terroranschlag in Kabul wahrscheinlich ist&#187;. Die kommenden Tage werden nach Angaben des Wei\u00dfen Hauses die gef\u00e4hrlichsten des Evakuierungseinsatzes sein. Biden hatte am Freitag dennoch betont, dass die USA weiter Menschen ausfliegen w\u00fcrden und es ein &#171;lohnender Einsatz&#187; sei. Die Taliban haben nach eigenen Angaben die Kontrolle \u00fcber Teile des Flughafens der afghanischen Hauptstadt Kabul \u00fcbernommen. Am Freitag habe das US-Milit\u00e4r &#171;drei wichtige Bereiche&#187; im milit\u00e4rischen Teil des Flughafens verlassen, erkl\u00e4rte der Taliban-Sprecher Bilal Karimi auf Twitter. Diese Bereiche seien nun &#171;unter der Kontrolle des Islamischen Emirats&#187; und nur noch &#171;ein sehr kleiner Teil&#187; des Airports werde von US-Soldaten kontrolliert. Das US-Verteidigungsministerium erkl\u00e4rte daraufhin, die Zug\u00e4nge zum Flughafengel\u00e4nde und der Betrieb des Flughafens w\u00fcrden weiter von US-Soldaten kontrolliert. &#171;Sie haben weder die Verantwortung f\u00fcr irgendeines der Tore noch f\u00fcr den Betrieb des Flughafens&#187;, sagte der Pentagon-Sprecher John Kirby \u00fcber die Taliban. &#171;Das steht weiter unter Kontrolle des US-Milit\u00e4rs.&#187; Psaki betonte die Entschlossenheit der US-Regierung, die Drahtzieher des Anschlags von Kabul t\u00f6ten zu lassen. &#171;Er hat klar gemacht, dass er nicht will, dass sie noch auf der Erde leben&#187;, sagte sie mit Blick auf Bidens j\u00fcngste Drohung gegen die Terroristen. Psaki reagierte auf die Frage, ob Biden die Urheber der Attacke t\u00f6ten lassen oder vor Gericht stellen wolle. Psaki sagte, die Regierung werde sich nicht zu Details \u00e4u\u00dfern, wie genau man gegen die Urheber des Anschlags vorgehen werde. Sie betonte aber, dieses Bekenntnis dazu bleibe bestehen, &#171;bis es erledigt ist&#187;. Der Pr\u00e4sident und das Milit\u00e4r h\u00e4tten keinen Zweifel, dass sie jede Befugnis h\u00e4tten, Isis-K anzugreifen. An der deutschen Evakuierungsmission in Afghanistan ist laut einem Bericht der &#171;Bild&#187; auch der Bundesnachrichtendienst (BND) beteiligt gewesen. Der Auslandsgeheimdienst habe bis zuletzt im \u00e4u\u00dferen Umfeld des Flughafens von Kabul gearbeitet, berichtete die &#171;Bild&#187; am Samstag unter Berufung auf Regierungskreise. Demnach halfen BND-Mitarbeiter beim Abgleichen von Listen und dem Auffinden schutzw\u00fcrdiger Menschen. Zudem habe der BND alle eigenen afghanischen Ortskr\u00e4fte in Sicherheit gebracht. Laut &#171;Bild&#187; schickte der BND vor einigen Tagen ein frisches Team nach Kabul, um die Arbeit bis zum Schluss der Evakuierungsmission fortzusetzen. Dieses habe in der letzten deutschen A400M-Maschine Afghanistan verlassen. Trotz des verheerenden Selbstmordanschlags mit mindestens 85 Todesopfern am Flughafen von Kabul wollen die USA weiter &#171;bis zum letzten Moment&#187; Menschen ausfliegen. Mehr als 5.400 Menschen warteten noch am Airport, erkl\u00e4rte Pentagon-Sprecher John Kirby. Der Einsatz sei nach wie vor &#171;konkreten und glaubw\u00fcrdigen Bedrohungen&#187; ausgesetzt. Das Ministerium korrigierte derweil seine Angaben zum Anschlag. Demnach war es die Tat eines einzelnen Selbstmordattent\u00e4ters. Unter den Opfern seien viele Frauen und Kinder, sagten zwei fr\u00fchere Mitarbeiter des afghanischen Gesundheitsministeriums. Mehr als 150 Menschen seien verletzt worden. Nach Angaben des britischen Au\u00dfenministeriums sind unter den Toten auch zwei britische Staatsb\u00fcrger sowie das Kind eines Briten oder einer Britin. Derweil suchten in Kabul viele Menschen nach dem Anschlag verzweifelt ihre Angeh\u00f6rigen. In einem Krankenhaus der Hilfsorganisation Emergency operierten die \u00c4rzte bis in die fr\u00fchen Morgenstunden. Die Situation sei nach wie vor kritisch, berichteten sie auf Twitter. Der afghanische Ableger der Terrormiliz &#171;Islamischer Staat Provinz Chorasan&#187; (IS-K) bekannte sich zu dem Anschlag am Flughafentor Abbey Gate, wo Tausende Menschen auf einen Platz in einem der letzten westlichen Evakuierungsflugzeuge warteten. Der Anschlag war die verlustreichste Attacke auf die US-Armee am Hindukusch seit zehn Jahren. US-Pr\u00e4sident Joe Biden k\u00fcndigte Vergeltung f\u00fcr den Anschlag an, bei dem auch 13 US-Soldaten starben und 18 verletzt wurden. &#171;Wir werden euch jagen und euch b\u00fc\u00dfen lassen&#187;, sagte Biden an die Drahtzieher gerichtet. Die ersten Soldaten der Bundeswehr sind von ihrer Evakuierungsmission in Afghanistan nach Deutschland zur\u00fcckgekehrt. Auf dem Luftwaffenst\u00fctzpunkt Wunstorf bei Hannover landete am Freitagabend die erste von drei Milit\u00e4rmaschinen. Die zwei weiteren Flugzeuge wurden wenig sp\u00e4ter erwartet. An Bord eines Flugzeugs war nach Milit\u00e4rangaben auch Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU). Die Einsatzkr\u00e4fte waren in Taschkent gestartet, der Hauptstadt von Usbekistan. Dort hatte die Bundeswehr ein Drehkreuz eingerichtet, um in kurzen Shuttlefl\u00fcgen Deutsche und bedrohte Afghanen aus Kabul auszufliegen. F\u00fcr den R\u00fcckflug der Soldaten nach Deutschland wurden ein Airbus A310 der Luftwaffe und zwei Milit\u00e4rtransporter A400M eingesetzt. Nach Bundeswehrangaben waren an der Evakuierungsmission 454 Einsatzkr\u00e4fte beteiligt, darunter 19 Soldatinnen. US-Pr\u00e4sident Joe Biden hat einem Insider zufolge seinen Kommandeuren die Erlaubnis zu Angriffen auf Ziele der Islamistengruppe IS-Chorassan erteilt. Diese wird f\u00fcr den Anschlag am Flughafen verantwortlich gemacht. Berater des Pr\u00e4sidenten h\u00e4tten Biden zudem gewarnt, dass ein weiterer Terrorangriff in Kabul wahrscheinlich sei, sagt der Insider. Frankreich verhandelt seit Tagen mit den Taliban \u00fcber die Evakuierung. Es gebe Kontakte, um die Ausreise von Menschen zu erleichtern, best\u00e4tigte das franz\u00f6sische Au\u00dfenministerium. Frankreich will die Fl\u00fcge \u00fcber Freitagabend hinaus fortsetzen. Bei dem Anschlag am Flughafen der afghanischen Hauptstadt Kabul verletzte US-Soldaten sind nach Deutschland geflogen worden. Zwei Maschinen mit den Verletzten seien am Freitag am US-Luftwaffenst\u00fctzpunkt Ramstein in Rheinland-Pfalz gelandet, erkl\u00e4rte das US-Verteidigungsministerium in Washington. Die Soldaten seien zum nahegelegenen US-Milit\u00e4rkrankenhaus in Landstuhl gebracht worden und w\u00fcrden dort behandelt. In Landstuhl westlich von Kaiserslautern befindet sich das gr\u00f6\u00dfte US-Milit\u00e4rkrankenhaus au\u00dferhalb der USA. Das UN-Fl\u00fcchtlingshilfswerk UNHCR geht bei seinen Planungen davon aus, dass bis zu einer halben Million Afghanen zu Fl\u00fcchtlingen werden. Die Organisation ruft alle Nachbarl\u00e4nder in der Region dazu auf, Schutzsuchende aufzunehmen. Das Patenschaftsnetzwerk Afghanische Ortskr\u00e4fte sieht kaum noch Chancen, die ehemaligen Helfer der deutschen Truppen noch aus Kabul zu evakuieren. &#171;Die M\u00f6glichkeit f\u00fcr Ortskr\u00e4fte Deutschlands rauszufliegen, ist jetzt nicht mehr vorhanden&#187;, sagte der Leiter der Organisation, Marcus Grotian, im Interview mit Reuters TV am Freitag. Alle seien nach dem Ende der deutschen Luftbr\u00fccke und den Anschl\u00e4gen vom Donnerstag &#171;verbittert und frustriert und auch hoffnungslos, denn so richtig, wie es jetzt weitergehen soll, wissen sie alle nicht&#187;. Wichtig f\u00fcr eine Ausreise seien vor allem Papiere wie ein Visum und ein g\u00fcltiger Reisepass. &#171;Schnell und einfach wird es da gar nichts geben&#187;, sagte Grotian. Im Rahmen der Amtshilfe f\u00fcr die Air Base Ramstein hat sich der Landkreis Kaiserslautern am Freitag mit seinem Rettungsdienst auf die Ankunft zahlreicher Verletzter aus Kabul vorbereitet. Es k\u00f6nne sich um etwa 30 bis 40 Verletzte durch den Anschlag am Vortag am Flughafen Kabul handeln, sagte Landrat Ralf Le\u00dfmeister (CDU). Genaue Zahlen waren zun\u00e4chst nicht bekannt. Bei den Verletzten und zum Teil Schwerstverletzten soll es sich um M\u00e4nner, Frauen und Kinder handeln. Ob darunter Soldaten, Zivilisten oder Deutsche sind, konnte Le\u00dfmeister nicht sagen. Die Rettungsdienste und umliegenden Kliniken seien in Abstimmung mit dem rheinland-pf\u00e4lzischen Innenministerium alarmiert, sagte der Landrat. Die Zahl der bei dem Anschlag am Flughafen Kabul ums Leben gekommenen Menschen steigt weiter. Afghanische Gesundheitsbeh\u00f6rden sprechen jetzt von 79 get\u00f6teten Einheimischen, nachdem zuletzt von 72 Toten die Rede war. Da zudem 13 US-Soldaten starben, steigt die Gesamtzahl der Opfer nun auf mindestens 92. Bei der \u00fcberst\u00fcrzten Evakuierung des britischen Botschaftsgel\u00e4ndes in Kabul sollen Diplomaten einem Medienbericht zufolge die Kontaktdaten afghanischer Ortskr\u00e4fte zur\u00fcckgelassen haben. Die Zeitung &#171;Times&#187; berichtete am Freitag in einer Titelgeschichte des langj\u00e4hrigen Kriegsberichterstatters Anthony Loyd, dass er bei einem Rundgang durch das nun von Taliban-K\u00e4mpfern bewachte Gel\u00e4nde nicht geschredderte Dokumente mit den Kontaktdaten afghanischer Mitarbeiter und Stellenbewerber fand. Die &#171;Times&#187; rief die Nummern an und stellte fest, dass einige Mitarbeiter noch in Afghanistan waren und versuchten zu fliehen. Die Zeitung leitete die Kontakte nach eigenen Angaben an das britische Au\u00dfenministerium weiter, damit die Menschen noch in Sicherheit gebracht werden k\u00f6nnen. Der UN-Sicherheitsrat fordert eine Bek\u00e4mpfung des Terrorismus in Afghanistan. Das Land d\u00fcrfe nicht dazu genutzt werden, um andere Staaten zu bedrohen oder anzugreifen, verlangt der Sicherheitsrat. Zivilisten im Land m\u00fcssten respektiert und eine Ausreise gesichert sein. Der Anschlag am Flughafen sei besonders absto\u00dfend, da gezielt Zivilisten angegriffen worden seien. \u00dcber die Evakuierungsfl\u00fcge aus Afghanistan ist es nach Kenntnis der Beh\u00f6rden vier vormals Abgeschobenen gelungen, nach Deutschland zur\u00fcckzukehren. Aufgrund der Notlage habe sich die Bundesregierung bei der Evakuierung f\u00fcr ein &#171;sehr pragmatisches Verfahren&#187; entschieden, das auch mit Risiken verbunden sei, sagte der Sprecher des Bundesinnenministeriums, Steve Alter, am Freitag in Berlin. Dazu geh\u00f6re, dass die Sicherheits\u00fcberpr\u00fcfung, die normalerweise vor Erteilung des Visums erfolgt, erst bei der Einreise vorgenommen werde. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hatte am Donnerstag gesagt, von Abgeschobenen seien gef\u00e4lschte Dokumente vorgelegt worden, um an Bord der Evakuierungsflugzeuge zu gelangen. Mindestens einer der vormals abgeschobenen Afghanen sei direkt wieder in Haft genommen worden, berichtete der Sprecher. Andere erhielten eine Duldung, weil keine Bedenken gegen ihren Aufenthalt in Deutschland best\u00fcnden. Das Krisenreaktionszentrum des Ausw\u00e4rtigen Amts sch\u00e4tzt die Sicherheitslage am Flughafen in der afghanischen Hauptstadt Kabul als &#171;hochgef\u00e4hrlich&#187; ein. Es bestehe weiterhin ein hohes Anschlagsrisiko rund um den Flughafen, hie\u00df es am Freitag in einem Schreiben an deutsche Staatsb\u00fcrger, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. &#171;Wir raten Ihnen deshalb dringend, sich derzeit nicht zum Flughafen zu begeben.&#187; Es sei noch nicht absehbar, wann der regul\u00e4re Flugbetrieb wieder aufgenommen werde. Der britische Verteidigungsminister Ben Wallace hat nach eigenen Angaben zu viel Zeit mit der Diskussion \u00fcber die Evakuierung von Haustieren aus Afghanistan verbracht. Das sagte der konservative Politiker am Freitag in einem Interview des Senders &#171;Times Radio&#187;. Der ehemalige britischer Soldat Paul Farthing hatte zuvor eine Kampagne in sozialen Medien gestartet, um mehr als 150 Katzen und Hunde aus einem von ihm gegr\u00fcndeten Tierheim in Kabul ausfliegen zu k\u00f6nnen. Wallace hatte das zun\u00e4chst unter Verweis auf den Vorrang f\u00fcr von den Taliban gef\u00e4hrdete Menschen abgelehnt, aber schlie\u00dflich dem Druck nachgegeben. Der Versuch Farthings, mit rund 70 Mitarbeitern und den Tieren am Donnerstag zu einer Maschine an den Flughafen zu gelangen, die von Unterst\u00fctzern gechartert worden war, scheiterte jedoch an fehlenden Dokumenten, die Aktion musste wegen des Chaos nach dem blutigen Anschlag mit Dutzenden Toten abgebrochen werden. Die britische Rettungsmission sollte nach Angaben von Wallace noch am Freitag zu Ende gehen. Ob Farthing mit seinen Mitarbeitern und Tieren die Ausreise vor dem Ende des US-Milit\u00e4reinsatzes am 31. August noch gelingen wird, scheint inzwischen mehr als fraglich. Die Taliban hat bei ihrem Kampf gegen die Nato und auch auf ihrem j\u00fcngsten Eroberungszug teilweise Unterst\u00fctzung in der Bev\u00f6lkerung gehabt. Schon unter der sowjetischen Besatzung seien sie manchen als eine Art Befreiungsbewegung erschienen, sagte die Islamwissenschaftlerin Susanne Schr\u00f6ter, Direktorin des Frankfurter Forschungszentrums Globaler Islam, am Freitag im ZDF-&#171;Morgenmagazin&#187;. Der Anschlag in Kabul zeigte laut Schr\u00f6ter allerdings auch, dass der IS selbst in der Hauptstadt zuschlagen k\u00f6nne und die Taliban nicht das ganze Land vollst\u00e4ndig kontrollieren. Sie bef\u00fcrchte, dass es nun zu &#171;b\u00fcrgerkriegs\u00e4hnlichen Zust\u00e4nden&#187; kommen k\u00f6nnte. Die neuen islamistischen Machthaber, die Taliban, und die mit ihnen verfeindete Terrormiliz Islamischer Staat, die sich zu dem Anschlag bekannte, konkurrierten um Macht, Einfluss und die religi\u00f6se Deutungshoheit. In Afghanistan wurden nach Angaben eines Sprechers des Au\u00dfenministeriums in den letzten Tagen Deutsche immer wieder Opfer von gezielter Desinformation. Immer wieder w\u00fcrden Personen von gef\u00e4lschten E-Mailadressen aus aufgefordert, sich zu bestimmten Punkten in der Hauptstadt zu begeben, was mit erheblichen Gef\u00e4hrdungen verbunden sei. &#171;Leider handelt es sich um ein Ph\u00e4nomen, das in den letzten Tagen erheblich zugenommen hat&#187;, sagt der Sprecher. Schweden hat den Einsatz zur Rettung Schutzsuchender beendet. &#171;Alles in allem hat das Au\u00dfenministerium rund 1.100 Menschen evakuiert&#187;, sagt Ressortchefin Ann Linde bei einer Pressekonferenz. &#171;Alle Ortskr\u00e4fte der Botschaft und ihre Familienangeh\u00f6rigen sind evakuiert worden.&#187; Ein Sprecher des deutschen Au\u00dfenministeriums sagt, es seien noch etwa 300 Deutsche in Afghanistan. Deutschland habe insgesamt \u00fcber 10.000 Afghanen als schutzw\u00fcrdig identifiziert. Von deutscher Seite seien keine Listen mit Namen an die Taliban \u00fcbergeben worden. Vizekanzler Olaf Scholz hat versprochen, die Bem\u00fchungen um die Rettung von in Afghanistan zur\u00fcckgelassenen Menschen fortzusetzen. &#171;Wir tun weiter alles daf\u00fcr, die in Sicherheit zu bringen, f\u00fcr die wir in Afghanistan Verantwortung tragen&#187;, schrieb der SPD-Kanzlerkandidat am Freitag auf Twitter. Deutschland habe mehr als 5.000 Menschen aus Afghanistan evakuieren k\u00f6nnen. &#171;Das war ein hochgef\u00e4hrlicher Einsatz, f\u00fcr den ich den Kr\u00e4ften der Bundeswehr und des Ausw\u00e4rtigen Amtes zutiefst dankbar bin.&#187; Scholz verurteilte den Anschlag, zu dem sich die Terrormiliz Islamischer Staat bekannte, aufs Sch\u00e4rfste. &#171;Meine Gedanken sind bei den Angeh\u00f6rigen der Opfer und den vielen Verletzten dieses menschenverachtenden Terrors&#187;, schrieb er. Mehr als acht Millionen Kinder in Afghanistan sind nach Angaben des internationalen Kinderhilfswerks World Vision dringend auf humanit\u00e4re Hilfe und Schutz angewiesen.8,2 Millionen Minderj\u00e4hrige in dem Krisenland seien &#171;in h\u00f6chstem Ma\u00dfe gef\u00e4hrdet&#187;, teilte die Organisation am Freitag mit. Insgesamt ben\u00f6tigten demnach 18,4 Millionen Menschen und damit fast die H\u00e4lfte der afghanischen Bev\u00f6lkerung Hilfe und Schutz. Die humanit\u00e4re Lage im Land habe sich in den vergangenen Monaten dramatisch verschlechtert. &#171;Kinder konnten nicht zur Schule gehen, Lebensmittel sind knapp und die Zahl der Binnenvertriebenen ist steil angestiegen&#187;, teilte World Vision mit. Aufgrund einer D\u00fcrre h\u00e4tten mehr als zw\u00f6lf Millionen Afghaninnen und Afghanen nicht gen\u00fcgend zu essen, viele Kinder seien schwer unterern\u00e4hrt. &#171;Kinder sind einem gr\u00f6\u00dferen Risiko von Gewalt, Missbrauch und Ausbeutung ausgesetzt&#187;, erkl\u00e4rte die nationale Direktorin der Hilfsorganisation in Afghanistan, Asuntha Charles. &#171;Die Menschen sind jetzt am verwundbarsten, und wir k\u00f6nnen sie jetzt nicht im Stich lassen.&#187; Die internationale Gemeinschaft m\u00fcsse ihre Pr\u00e4senz vor Ort aufrechterhalten, um eine humanit\u00e4re Katastrophe zu verhindern. &#171;Wir appellieren an die Staats- und Regierungschefs der Welt, die dringend ben\u00f6tigten Mittel dauerhaft und flexibel bereitzustellen, damit die afghanischen Kinder nicht vergessen werden&#187;, erkl\u00e4rte Charles. In Afghanistan wird das medizinische Material zur Versorgung der Bev\u00f6lkerung knapp. Geplante Versorgungsfl\u00fcge der Weltgesundheitsorganisation (WHO) konnten wegen der Sicherheitslage nicht stattfinden, wie Rick Brennan, WHO-Nothilfekoordinator f\u00fcr die Region, am Freitag per Video zu Journalisten in Genf sagte. &#171;Die Vorr\u00e4te reichen nur noch f\u00fcr ein paar Tage&#187;, sagte Brennan. Die WHO versuche, mit Unterst\u00fctzung Pakistans den Flughafen von Mazar-i-Scharif zu erreichen. Fl\u00fcge waren f\u00fcr Anfang kommender Woche geplant. Ein gro\u00dfe H\u00fcrde seien die Kosten: Die Preise f\u00fcr die Versicherung solcher Fl\u00fcge sei in nie da gewesene H\u00f6hen geschnellt, sagte Brennan. Knapp werde praktisch alles: Material zur Versorgung von Verletzungen, zur Behandlung von Unterern\u00e4hrten und Arzneimittel f\u00fcr chronisch Kranke. Nahe Masar-i-Scharif war der deutsche St\u00fctzpunkt zur Unterst\u00fctzung des Nato-Einsatzes. Die letzten deutschen Soldaten zogen im Juni ab. Als Lichtblick bezeichnete Brennan die Tatsache, dass 97 Prozent der rund 2 200 Gesundheitseinrichtungen, die WHO unterst\u00fctzt, weiter funktionierten. Allerdings blieben den Kliniken hier und da sowohl Frauen und Kinder als Patienten als auch weibliches Personal fern. Nach ersten Eindr\u00fccken gehe das auf Angst und Vorsicht der Frauen zur\u00fcck. Es gebe bislang keine Berichte, dass sie von den machthabenden islamistischen Taliban am Besuch der Kliniken gehindert werden. Unter den Evakuierten und Gefl\u00fcchteten sei auch Gesundheitspersonal, sagte Brennan. Der Verlust von Fachkr\u00e4ften (&#171;brain drain&#187;) sei ein enormes Problem f\u00fcr alle. Auf der Air Base Ramstein in Rheinland-Pfalz sind bis Freitag mehr als 18.700 Evakuierte aus Afghanistan gelandet. Das teilte der weltweit gr\u00f6\u00dfte US-Luftwaffenst\u00fctzpunkt au\u00dferhalb Amerikas mit. Ramstein nahe Kaiserslautern ist seit vergangenem Freitag (20.8.) ein US-Drehkreuz f\u00fcr Gefl\u00fcchtete aus Afghanistan. Auf der Air Base seien etwa 76 Flugzeuge der United States Air Force eingetroffen, berichtete eine Sprecherin des St\u00fctzpunkts. In die USA weitergereist seien mehr als 4.100 Evakuierte mit etwa 18 Fl\u00fcgen. Die Fl\u00fcge werden voraussichtlich das ganze Wochenende \u00fcber fortgesetzt. Schutzsuchende wie etwa ehemalige Ortskr\u00e4fte der USA in Afghanistan und ihre Familien, die aus Angst vor den Taliban ihre Heimat verlassen, kommen zun\u00e4chst in Zelten und Flugzeughangars der Air Base unter. Sie werden registriert und bei Bedarf medizinisch behandelt. In der US-Milit\u00e4ranlage Rhine Ordnance Barracks in Kaiserslautern werden Menschen aus Afghanistan ebenfalls vor\u00fcbergehend beherbergt. Die t\u00fcrkische Regierung hat nach eigenen Angaben erste Verhandlungen mit den radikalislamischen Taliban in Afghanistan in Kabul gef\u00fchrt. Die Gespr\u00e4che auf dem milit\u00e4rischen Teil des Flughafens in der afghanischen Hauptstadt dauerten rund dreieinhalb Stunden, wie Pr\u00e4sident Recep Tayyip Erdogan am Freitag mitteilte. Dabei sei \u00fcber den Vorschlag der Taliban gesprochen worden, dass die T\u00fcrkei k\u00fcnftig den Flughafen in der afghanischen Stadt betreibt. In den Wochen vor der Macht\u00fcbernahme der Taliban hatte die T\u00fcrkei mit den USA dar\u00fcber verhandelt, dass sie sich nach dem vollst\u00e4ndigen US-Abzug aus Afghanistan an der Absicherung und dem Betrieb des Kabuler Flughafens beteiligen k\u00f6nnte. Die schnelle Einnahme Kabuls durch die Taliban brachte die Pl\u00e4ne allerdings durcheinander. Die T\u00fcrkei, die zuletzt 500 Soldaten in Afghanistan stationiert hatte, begann am Mittwoch mit dem Abzug ihrer Soldaten aus dem Land. Die Wehrbeauftragte des Bundestages, Eva H\u00f6gl, hat der Bundeswehr f\u00fcr den Einsatz zur Evakuierung aus Afghanistan gedankt. Sie sei sehr erleichtert, dass Soldaten und Diplomaten das Land wohlbehalten verlassen h\u00e4tten, teilte H\u00f6gl am Freitag mit. Sie war mit Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer am Vorabend nach Taschkent in Usbekistan geflogen, wo die Truppe ihr Drehkreuz hatte. &#171;Buchst\u00e4blich bis zur letzten Minute haben sie alles gegeben, um noch so viele Schutzbed\u00fcrftige wie m\u00f6glich aus Kabul herauszuholen. F\u00fcr diesen herausragenden Einsatz geb\u00fchrt ihnen unser allergr\u00f6\u00dfter Respekt und Anerkennung&#187;, so H\u00f6gl weiter. &#171;Wichtig wird es nun sein, auf diplomatischem Weg weiteren Ortskr\u00e4ften und Schutzbed\u00fcrftigen, die es nicht geschafft haben, eine Ausreise zu erm\u00f6glichen.&#187; Die Wehrbeauftragte forderte, es m\u00fcsse nun f\u00fcr Soldatinnen und Soldaten die n\u00f6tige Zeit und gen\u00fcgend Betreuungsangebote geben, &#171;damit sie ihre Erlebnisse verarbeiten k\u00f6nnen und der gr\u00f6\u00dfte Evakuierungseinsatz in der Geschichte der Bundeswehr aufgearbeitet werden kann&#187;. Deutschland tut zu wenig f\u00fcr Ortskr\u00e4fte deutscher Einrichtungen in Afghanistan, sagen 57 Prozent der Befragten im ZDF-Politbarometer.27 Prozent sind zufrieden, sieben Prozent sind der Meinung, es werde zu viel f\u00fcr sie getan.43 Prozent geben an, den Afghanistan-Einsatz seit 2001 f\u00fcr grunds\u00e4tzlich richtig zu halten.43 Prozent sind hier gegenteiliger Meinung. ach den Anschl\u00e4gen von Kabul am Donnerstag hat Spanien die Evakuierungen von Schutzsuchenden beendet und sich vollst\u00e4ndig aus dem Konfliktland zur\u00fcckgezogen. Die letzten 81 Spanier, die sich zuletzt noch im Land aufgehalten h\u00e4tten, seien am Freitag in einem Transportflugzeug Airbus A400M der Luftwaffe nach Dubai ausgeflogen worden, teilte die Regierung in Madrid mit. Es handele sich um Botschafter Gabriel Ferr\u00e1n, Botschaftsmitarbeiter und Milit\u00e4rpersonal, hie\u00df es. Au\u00dferdem seien in den letzten beiden Evakuierungsfl\u00fcgen auch vier Milit\u00e4rangeh\u00f6rige aus Portugal und 85 afghanische Mitarbeiter Spaniens, Portugals und der Nato aus dem Land gebracht worden. Bei den von Spanien organisierten Fl\u00fcgen wurden den amtlichen Angaben zufolge insgesamt 1.900 Schutzsuchende aus Afghanistan evakuiert. Man habe nicht nur eigene Mitarbeiter und deren Familien, sondern auch einheimische Mitarbeiter anderer L\u00e4nder, der Europ\u00e4ischen Union, der Vereinten Nationen und der Nato ausgeflogen, lie\u00df Madrid wissen. Die dramatische Situation in Afghanistan spiegelt sich auch in der Suche nach Vermissten beim Deutschen Roten Kreuz (DRK) wider. &#171;Aufgrund der aktuellen Ereignisse erwarten wir, dass die Zahl der Suchanfragen mit Bezug auf Afghanistan in den n\u00e4chsten Wochen deutlich zunehmen werden&#187;, erkl\u00e4rte DRK-Pr\u00e4sidentin Gerda Hasselfeldt. Bei Anfragen in den Beratungsstellen zur Familienzusammenf\u00fchrung sei schon seit Tagen &#171;ein drastischer Anstieg zu verzeichnen&#187;. Nach dem Tod von 13 US-Soldaten bei dem Anschlag am Kabuler Flughafen hat Bundespr\u00e4sident Frank-Walter Steinmeier US-Pr\u00e4sident Joe Biden kondoliert. &#171;Wir trauern mit Ihnen um die Opfer des brutalen Anschlags in Kabul&#187;, schrieb Steinmeier am Freitag. &#171;Unsere Gedanken sind bei den Angeh\u00f6rigen der tapferen amerikanischen Soldaten, die ihr Leben gaben, um das Leben anderer zu retten.&#187; Mit ihrem mutigen Einsatz h\u00e4tten sie auch die Evakuierung vieler Deutscher und tausender afghanischer Ortskr\u00e4fte erst m\u00f6glich gemacht, erkl\u00e4rte Steinmeier. &#171;Wir beklagen mit Ihnen auch die vielen Toten und Verletzten unter der afghanischen Zivilbev\u00f6lkerung, die unseren Schutz gesucht haben.&#187; Deutschland stehe in &#171;dieser schweren Stunde fest an der Seite der Vereinigten Staaten im Kampf gegen den Terrorismus, der so viel Leid \u00fcber so viele Menschen bringt&#187;. Die Taliban signalisieren nach Angaben von Au\u00dfenminister Heiko Maas die Bereitschaft, auch nach Ende der Evakuierungen Ausreisen von Afghanen zuzulassen. Erste \u00c4u\u00dferungen der Taliban deuteten darauf hin, dass Afghanen mit g\u00fcltigen Ausweispapieren das Land verlassen k\u00f6nnten, schreibt Maas in einem Reuters vorliegenden Brief an die Mitglieder der SPD-Fraktion. Die neun Bundespolizisten, die bis zum Ende der Evakuierungsmission in Kabul waren, sind in Berlin eingetroffen, wie das Bundesinnenministerium mitteilt. &#171;Sie haben unter Einsatz ihres Lebens einen gef\u00e4hrlichen und f\u00fcr unser Land sehr wichtigen Dienst getan, um andere zu sch\u00fctzen und zu retten&#187;, erkl\u00e4rt Minister Horst Seehofer. Die Situation in Afghanistan sei derzeit nicht bedrohlicher, als in den vergangenen Tagen. Das erkl\u00e4rte Franz Marty, Journalist in Kabul, in einer Sondersendung der &#171;Tagesschau&#187;. Es gebe zwar Checkpoints, doch abgesehen von der Region rundum den Flughafen in Kabul, w\u00fcrden die Menschen nicht \u00fcberm\u00e4\u00dfig kontrolliert werden. &#171;Sie werden den Staat sicher umbauen und neue Gesetze erlassen. Das ist bisher aber nicht passiert&#187;, erkl\u00e4rte er. Marty rechne damit, dass die Taliban mit einem Propagandaprogramm die Medienarbeit lenken wollen. &#171;Bisher gab es noch keinen fl\u00e4chendeckenden Eingriff in die Medienarbeit, wie einschneidend das sein wird, kann man derzeit noch nicht sagen.&#187; Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) hat die Bundeswehrsoldaten nach dem Ende ihres Evakuierungseinsatzes in Kabul in der usbekischen Hauptstadt Taschkent in Empfang genommen. Kramp-Karrenbauer und Generalinspekteur Eberhard Zorn seien am Donnerstagabend nach Taschkent geflogen, teilte das Verteidigungsministerium am Freitagmorgen mit. Auch die Wehrbeauftragte des Bundestages, Eva H\u00f6gl (SPD), war nach Angaben ihres B\u00fcros bei der Begr\u00fc\u00dfung der Soldaten in Taschkent dabei. &#171;Die Evakuierungsoperation in Kabul war hochgef\u00e4hrlich. Die Bundeswehr hat unter schwersten Bedingungen vor Ort so viele Menschen wie m\u00f6glich in Sicherheit gebracht&#187;, erkl\u00e4rte das Ministerium auf Twitter. Nach mehreren anderen westlichen L\u00e4ndern haben nun auch Gro\u00dfbritannien und Spanien das Ende ihrer Evakuierungen aus Kabul angek\u00fcndigt. In &#171;wenigen Stunden&#187; w\u00fcrden die Evakuierungsfl\u00fcge f\u00fcr britische und afghanische Staatsb\u00fcrger beendet, sagte Verteidigungsminister Ben Wallace am Freitagmorgen dem Sender Sky News. Die Armee werde sich nun noch um etwa tausend Menschen k\u00fcmmern, die sich bereits auf dem Flughafengel\u00e4nde befinden. Zwar hielten die Soldaten noch Ausschau nach ausreiseberechtigten Menschen in der Menge, die sich vor dem Flughafen versammelt habe. Grunds\u00e4tzlich sei der Prozess aber nun abgeschlossen, sagte Wallace. Der Verteidigungsminister bezeichnete den verheerenden Doppelanschlag am Kabuler Flughafen als &#171;entsetzlich&#187;. Der Angriff habe den Abzug der britischen Soldaten aber nicht beschleunigt. Bei dem Attentat am Donnerstagabend waren mindestens 85 Menschen get\u00f6tet worden, unter ihnen 13 US-Soldaten. Nach der Macht\u00fcbernahme der Taliban konnte sich die ehemalige afghanische Ministerin f\u00fcr Mineralien und Erd\u00f6l, Nargis Nehan, nach Norwegen retten. Auf Twitter schrieb sie am Donnerstag, sie sei endlich mit ihrer Familie in Norwegen gelandet, h\u00e4tte aber ihren Vater und ihre Schwester zur\u00fccklassen m\u00fcssen. &#171;Ich bin nicht l\u00e4nger eine stolze, robuste und hoffnungsvolle Afghanin&#187;, schrieb sie. &#171;Ich bin wieder ein hoffnungsloser und hilfloser Fl\u00fcchtling, dessen Suche nach einer Identit\u00e4t, einem Zuhause und Frieden nie aufh\u00f6rt.&#187; Wie die Zeitung &#171;The Times&#187; berichtet, haben Mitarbeiter des britischen Au\u00dfenministeriums in der Botschaft in Kabul, Dokumente mit Kontaktdaten ihrer afghanischen Angestellten zur\u00fcckgelassen. &#171;Der Abzug unserer Botschaft erfolgte gro\u00dfer Eile, weil sich die Lage in Kabul verschlechterte. Es wurden alle Anstrengungen unternommen, um sensibles Material zu vernichten&#187;, sagt ein Sprecher des Au\u00dfenministeriums gegen\u00fcber der Nachrichtenagentur Reuters. Australien hat Evakuierungsfl\u00fcge aus Kabul gestoppt. Laut Ministerpr\u00e4sident Scott Morrison seien australische Milit\u00e4rs nur wenige Stunden vor den Selbstmordanschl\u00e4gen aus Kabul ausgeflogen worden. Angesichts der prek\u00e4ren Sicherheitslage sei es nicht mehr sicher, die Evakuierungen fortzusetzen. Morrison r\u00e4umte ein, dass sich noch einige australische Visuminhaber in Afghanistan aufhielten, Canberra aber keine genauen Zahlen kenne. Die Einsatzkr\u00e4fte der Bundeswehr werden nach dem Evakuierungseinsatz am Flughafen Kabul am Freitagnachmittag in Deutschland erwartet. Wie das Verteidigungsministerium am sp\u00e4ten Donnerstagabend mitteilte, sollen die etwa 600 Soldatinnen und Soldaten, die am Einsatz beteiligt waren, um 16 Uhr am Milit\u00e4rflugplatz in Wunstorf empfangen werden. Bei der Ankunft werden Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU), Generalinspekteur Eberhard Zorn, die Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestages, Eva H\u00f6gl, sowie weitere Politikerinnen und Politiker anwesend sein. Bei den Explosionen vor dem Flughafen von Kabul sollen mindestens 28 Taliban-Mitglieder ums Leben gekommen sein, wie ein Mitglied der Taliban gegen\u00fcber der Nachrichtenagentur Reuters erkl\u00e4rte. Nach dem Anschlag in Kabul ist ein weiterer US-Soldat seinen Verletzungen erlegen. Die Zahl der get\u00f6teten Soldaten stieg damit auf 13, wie ein Sprecher des US-Milit\u00e4rs am Donnerstag (Ortszeit) sagte. Die Zahl der verletzten Truppenmitglieder sei auf 18 angestiegen. Sie alle w\u00fcrden mit medizinisch ausger\u00fcsteten Transportflugzeugen vom Typ Boeing C-17 aus Kabul ausgeflogen. Nach dem Anschlag an einem Tor des Flughafens der afghanischen Hauptstadt hatte das US-Verteidigungsministerium zun\u00e4chst von zw\u00f6lf get\u00f6teten und 15 verletzten Soldaten gesprochen. Das letzte Flugzeug mit Gefl\u00fcchteten aus Kabul ist vor wenigen Minuten in Frankfurt gelandet. Der norwegische Au\u00dfenministerin Ine Eriksen Soreide zufolge, hat Norwegen seinen Evakuierungseinsatz in Kabul vorerst gestoppt. Wie Soreide dem Fernsehsender TV2 sagt, seien die T\u00fcren des Flughafens nun wegen der j\u00fcngsten Anschl\u00e4ge geschlossen worden. Nach dem t\u00f6dlichen Terroranschlag in Kabul werden die Flaggen in den USA auf halbmast gesetzt. Damit sollen die Opfer der &#171;sinnlosen Gewaltakte&#187; geehrt werden, wie die Sprecherin von US-Pr\u00e4sident Joe Biden, Jen Psaki, am Donnerstag sagte. Die Flaggen-Anordnung werde bis zum Montagabend f\u00fcr das Wei\u00dfe Haus, alle \u00f6ffentlichen Geb\u00e4ude und Milit\u00e4reinrichtungen in den USA sowie US-Botschaften und konsularische Vertretungen weltweit gelten. Die Bundeswehr plant die R\u00fcckkehr der bei der Evakuierungsmission in Afghanistan eingesetzten Soldatinnen und Soldaten f\u00fcr Freitagnachmittag. Ihre Ankunft sei gegen 16.00 Uhr auf dem nieders\u00e4chsischen Fliegerhorst Wunstorf geplant, teilte die Bundeswehr am sp\u00e4ten Donnerstagabend mit. Empfangen werden sie demnach unter anderem von Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU). Die Taliban haben nach eigenen Angaben die ausl\u00e4ndischen Streitkr\u00e4fte vor den Auswirkungen gro\u00dfer Menschenmengen am Flughafen in Kabul gewarnt. Das sagte ein Taliban-Sprecher dem Sender Al-Jazeera. Die Ansammlung von vielen Personen habe angemessene Sicherheitsma\u00dfnahmen verhindert. Frankreichs Pr\u00e4sident Emmanuel Macron hat die Terroranschl\u00e4ge in Kabul &#171;auf das Sch\u00e4rfste&#187; verurteilt. Der Pr\u00e4sident spreche den Familien der amerikanischen und afghanischen Opfer sein Beileid aus sowie den Verletzten seine Unterst\u00fctzung, hie\u00df es in einer Mitteilung des \u00c9lys\u00e9epalasts am Donnerstagabend. Zugleich hob Macron den &#171;heldenhaften Einsatz&#187; derjenigen hervor, die sich vor Ort um den Erfolg der Evakuierungsoperationen bem\u00fchten. &#171;Frankreich wird sie bis zum Ende durchziehen und seine humanit\u00e4ren und Schutzbem\u00fchungen f\u00fcr die bedrohten Afghanen fortsetzen.&#187; Zuvor hatte Macron von mehreren Hundert Menschen gesprochen, die in Kabul noch auf ihre Evakuierung nach Frankreich warteten. &#171;Wir werden ein Maximum tun, damit diese Menschen, um die wir uns bereits k\u00fcmmern, die aber noch nicht auf dem Gel\u00e4nde des Milit\u00e4rflughafens eingetroffen sind, dort hingelangen k\u00f6nnen und evakuiert werden k\u00f6nnen in Richtung der Vereinigten Arabischen Emirate und nach Frankreich.&#187; Die letzte Explosion in Kabul in der Nacht war angeblich eine kontrollierte Sprengung der US-Truppen, wie mehrere Journalisten berichten. Ein angeblicher Taliban-Sprecher schrieb auf Twitter, dass US-Soldaten Ausr\u00fcstung vernichtet h\u00e4tten. F\u00fcr die Bewohner von Kabul bestehe kein Anlass zur Sorge. Die Angaben konnten zun\u00e4chst nicht von unabh\u00e4ngiger Seite best\u00e4tigt werden. Die afghanische Hauptstadt Kabul ist am fr\u00fchen Freitagmorgen (Ortszeit) nach Angaben von Mitarbeitern der Nachrichtenagentur AFP erneut von einer starken Explosion ersch\u00fcttert worden. Die Ursache der Explosion, die sich wenige Stunden nach dem Doppelanschlag vor dem Flughafen von Kabul ereignete, war zun\u00e4chst unklar. Die Terroranschl\u00e4ge au\u00dferhalb des Flughafens von Kabul werden das US-Milit\u00e4r nach Angaben von Verteidigungsminister Lloyd Austin nicht davon abhalten, seinen Aufgaben weiter nachzukommen. Alles andere w\u00fcrde das von den get\u00f6teten Soldaten erbrachte Opfer entehren, teilte Austin mit. Er sprach den Familienangeh\u00f6rigen und Kameraden der get\u00f6teten und verletzten US-Soldaten sein Beileid aus. &#171;Wir bedauern ihren Tod. Wir werden ihre Wunden behandeln. Und wir werden die Familien unterst\u00fctzen bei dem, was sicher vernichtende Trauer sein wird. Aber wird werden uns nicht von unserer Aufgabe abbringen lassen&#187;, erkl\u00e4rte Austin. Bei dem Doppelanschlag am Flughafen von Kabul sind mindestens zw\u00f6lf US-Soldaten get\u00f6tet worden.15 weitere Soldaten seien verletzt worden, sagte der Chef des Zentralkommandos der US-Streitkr\u00e4fte, General Kenneth McKenzie, am Donnerstag. Er machte die Dschihadistenmiliz &#171;Islamischer Staat&#187; (IS) f\u00fcr den Doppelanschlag verantwortlich und stellte klar, die USA w\u00fcrden ihren Evakuierungseinsatz fortsetzen. Inzwischen hat sich der IS \u00fcber den Internet-Dienst Telegram zu dem Angriff bekannt. Bundeskanzlerin Angela Merkel spricht angesichts der Anschl\u00e4ge vor dem Flughafen Kabul von einer &#171;bedr\u00fcckenden Nachricht&#187;. &#171;Dies ist ein absolut niedertr\u00e4chtiger Anschlag&#187;, sagt sie. Es habe offenbar auch US-Soldaten getroffen. &#171;Wir beenden die Luftbr\u00fccke mit dem heutigen Tag&#187;, sagte Merkel. Auch nach dem Ende der Evakuierung werde sich Deutschland um von den Taliban bedrohte Menschen k\u00fcmmern, betonte sie. An die Menschen gerichtet, die bisher von deutscher Seite aus nicht gerettet werden konnten, sagte sie: &#171;Wir werden Sie nicht vergessen&#187;. F\u00fcr die Rettung dieser Menschen sollen auf dem Verhandlungsweg L\u00f6sungen gefunden werden: &#171;Wir sind mit Hochdruck und Nachdruck dabei, eben Bedingungen auszuhandeln mit den Taliban dar\u00fcber, wie weitere Ausreisen auch m\u00f6glich sein werden.&#187; Bundesau\u00dfenminister Heiko Maas zufolge arbeitet die Bundesregierung daran, Ausreisem\u00f6glichkeiten f\u00fcr verbliebene Ortskr\u00e4fte und besonders gef\u00e4hrdete Menschen zu schaffen. Als Teil seines Asien-Besuchs werde er auch in die T\u00fcrkei und nach Katar reisen, um \u00fcber die Lage in Afghanistan zu sprechen, sagt Maas. Er k\u00fcndigt zudem ab Sonntag Besuche in Pakistan, Usbekistan und Tadschikistan an, wie bereits von Reuters gemeldet. Dabei solle sichergestellt werden, dass Afghanen schnell und sicher von der Grenze zu den deutschen Botschaften gelangen k\u00f6nnen, sagt der Minister. Bei den Anschl\u00e4gen vor dem Flughafen der afghanischen Hauptstadt Kabul hat es nach den bisherigen Erkenntnissen des Ausw\u00e4rtigen Amts keine deutschen Opfer gegeben. &#171;Wir haben zurzeit keine Informationen \u00fcber deutsche Opfer&#187;, sagte Au\u00dfenminister Heiko Maas am Donnerstag in Berlin. Er sprach von zwei aufeinanderfolgenden Anschl\u00e4gen. Ein erster &#171;ekelhafter Anschlag&#187; mit zahlreichen Toten und Verletzten habe sich Minuten vor dem Start der letzten Evakuierungsmaschine der Bundeswehr in Kabul ereignet. &#171;Kurz danach gab es noch einen weiteren Anschlag.&#187; Die Bilder aus Kabul seien &#171;grauenhaft, und sie gehen jedem bis ins Mark&#187;. Die britischen Streitkr\u00e4fte wollen ihre Evakuierungsmission trotz des t\u00f6dlichen Anschlags am Flughafen in Kabul fortsetzen. Das sagte Premierminister Boris Johnson nach einer Sitzung des Sicherheitskabinetts am Donnerstagabend. Der Premier verurteilte die Tat als &#171;barbarisch&#187; und sprach den USA sowie &#171;dem afghanischen Volk&#187; sein Beileid aus. Es habe sich wohl um eine Serie von Attacken gehandelt, so Johnson weiter. Zu geheimdienstlichen Erkenntnissen \u00fcber die Hintergr\u00fcnde wollte er sich nicht \u00e4u\u00dfern. Es sei aber &#171;beinahe sicher&#187;, dass auch Mitglieder der Taliban unter den Opfern seien, so Johnson. Mit dem Fortschritt der Evakuierungen zeigte sich Johnson zufrieden. Der gr\u00f6\u00dfte Teil derjenigen, die evakuiert werden sollten, sei bereits au\u00dfer Landes gebracht. Die Luftwaffe hat am Donnerstag alle deutschen Soldaten, Diplomaten und verbliebenen Polizisten aus der afghanischen Hauptstadt Kabul ausgeflogen. Das sagte Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) in Berlin nach dem Start der letzten Maschine. Damit ist der Evakuierungseinsatz der Bundeswehr in Afghanistan nach elf Tagen beendet. Nach dem Anschlag in Kabul hat die Bundeswehr am Donnerstag ein f\u00fcr die Versorgung von Verletzten ausger\u00fcstetes Transportflugzeug A400M zur\u00fcck zum Flughafen der afghanischen Hauptstadt geschickt. Die f\u00fcr m\u00f6gliche Notf\u00e4lle im Luftraum \u00fcber Kabul bereitgehaltene Maschine landete am Abend nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur au\u00dferplanm\u00e4\u00dfig und bot den US-Amerikanern Hilfe bei der Versorgung an. Zudem wurden zwei deutsche Soldaten aufgenommen, die w\u00e4hrend des Chaos nach der Explosion vor dem Flughafen noch am Boden geblieben waren. Die Bundeswehr schlie\u00dft die Evakuierungsfl\u00fcge am Flughafen der afghanischen Hauptstadt Kabul an diesem Donnerstag ab. Dies erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters aus Sicherheitskreisen. Die letzten Bundeswehrflieger seien abgeflogen. Die Luftbr\u00fccke soll sp\u00e4testens am Dienstag kommender Woche mit dem Abzug der US-Soldaten vom Flughafen aufgel\u00f6st werden. Am Nachmittag waren noch einmal vier A400M der Bundeswehr in Kabul gelandet. Parallel dazu ereignete sich vor den Toren des Airports nach US-Informationen ein Selbstmordanschlag, bei dem nach Angaben der jetzt in Afghanistan regierenden Taliban mehrere Menschen get\u00f6tet wurden. Generalinspekteur Eberhard Zorn hatte am Mittag gesagt, die Bundeswehr habe bislang mehr als 5.200 Menschen aus Kabul evakuiert. Unter den Personen aus insgesamt 45 Nationen seien 4.200 Afghanen und 505 Deutsche. Jens Stoltenberg, der Generalsekret\u00e4r der Nato, hat sich entsetzt \u00fcber die j\u00fcngsten Ereignisse in der afghanischen Hauptstadt ge\u00e4u\u00dfert. &#171;Ich verurteile den grausamen Terroranschlag vor dem Flughafen Kabul auf das Sch\u00e4rfste&#187;, teilte er am Donnerstag mit. Priorit\u00e4t der Nato bleibe es, m\u00f6glichst schnell m\u00f6glichst viele Menschen in Sicherheit zu bringen. Seine Gedanken seien bei allen Betroffenen des Anschlags und ihren Angeh\u00f6rigen. Am Donnerstag ereigneten sich mindestens zwei Explosionen vor dem Flughafen Kabul. Dabei gab es zahlreiche Tote und Verletze. Ersten Erkenntnissen zufolge soll die Ursache die Tat eines Selbstmordattent\u00e4ters sein, wie ein US-Regierungsvertreter der Nachrichtenagentur Reuters sagte. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat ihre geplante Reise nach Israel wegen der Krise in Afghanistan abgesagt. Die von Samstag bis Montag geplante Reise sei in Absprache mit dem israelischen Ministerpr\u00e4sidenten aufgrund der aktuellen Entwicklungen in Afghanistan abgesagt worden, teilte Regierungssprecher Steffen Seibert am Donnerstag mit. Der Besuch soll demnach nachgeholt werden. Merkel wollte kurz vor dem Ende ihrer Amtszeit auf Einladung des neuen israelischen Ministerpr\u00e4sidenten Naftali Bennett Israel besuchen. Auf dem Plan standen zudem Treffen mit dem israelischen Kabinett und mit Pr\u00e4sident Isaac Herzog sowie ein Besuch in der Holocaust-Gedenkst\u00e4tte Yad Vashem. Zudem sollte der Kanzlerin die Ehrendoktorw\u00fcrde des Haifa Technion \u2013 Israel Institute of Technology verliehen werden. Angesicht der dramatischen Lage in Afghanistan und kurz vor dem Ende der milit\u00e4rischen Evakuierungsfl\u00fcge aus Kabul sagte Merkel diese Reise nun ab. Am Mittwoch hatte sie sich in einer Regierungserkl\u00e4rung im Bundestag zu der Lage dort ge\u00e4u\u00dfert und dabei f\u00fcr Gespr\u00e4che mit den radikalislamischen Taliban pl\u00e4diert, um die Not der Menschen in Afghanistan zu lindern. Ein italienisches Milit\u00e4rflugzeug wurde beim Start vom Flughafen Kabul laut italienischen Sicherheitskreisen beschossen. Das Flugzeug sei dabei aber nicht besch\u00e4digt worden. Ein italienischer Journalist an Bord sagt dem Sender Sky 24 TG, das Flugzeug habe 100 afghanische Zivilisten ausgeflogen. Die Sch\u00fcsse h\u00e4tten nicht dem Flugzeug gegolten, verlautet aus Regierungskreisen. Vielmehr seien sie nach Einsch\u00e4tzung des italienischen Geheimdienstes wohl abgefeuert worden, um die Menschenmenge nahe des Flughafens auseinanderzutreiben. Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer hat vor einer immer weiter wachsenden Terrorgefahr um den Flughafen im afghanischen Kabul gewarnt. &#171;Wir wissen, dass die Terrordrohungen sich massiv versch\u00e4rft haben, dass sie deutlich konkreter geworden sind&#187;, sagte sie am Donnerstag in Berlin. &#171;Wir befinden uns jetzt in der sicherlich hektischsten, in der gef\u00e4hrlichsten, in der sensibelsten Phase.&#187; Der Evakuierungseinsatz der Bundeswehr soll wegen des bevorstehenden Abzugs der US-Streitkr\u00e4fte vom Flughafen und der wachsenden Terrorgefahr in K\u00fcrze enden. Am Donnerstag flog die Bundeswehr aber Kabul noch an. Die deutsche Botschaft hat bereits am Mittwoch davor gewarnt, zum Flughafen zu kommen. Laut Informationen von &#171;Bild&#187; und dpa sollen f\u00fcr Donnerstag noch vier Rettungsfl\u00fcge vorgesehen sein, ein Flug mit 154 Passagieren ist bereits erfolgreich in Taschkent gelandet. Bundeswehr-Generalinspekteur Eberhard Zorn sagte, dass inzwischen 5.200 Menschen aus 45 Nationen von der Bundeswehr ausgeflogen worden seien. Darunter seien 4.200 Afghanen und 505 deutsche Staatsb\u00fcrger. Zwei Hubschrauber, die f\u00fcr die Evakuierungsaktionen nach Kabul transportiert worden waren, sind bereits wieder ins usbekische Taschkent gebracht worden. Dort befindet sich das Drehkreuz der Bundeswehr f\u00fcr die Evakuierung. Zwei Mitarbeiter des beliebten afghanischen Fernsehsenders Tolonews sind in Afghanistan eigenen Angaben zufolge von militant-islamistischen Taliban misshandelt worden. Der Reporter Siar Jad und sein Kameramann seien am Mittwoch im Zentrum der Hauptstadt Kabul geschlagen worden, als sie gerade an einem Bericht arbeiteten, teilte Tolonews am Donnerstag auf Twitter mit. Die Mitarbeiter h\u00e4tten Tagel\u00f6hner und Arbeitslose f\u00fcr einen Beitrag gefilmt, als Talibank\u00e4mpfer sie pl\u00f6tzlich schlugen. Der Grund daf\u00fcr sei unbekannt. Der Reporter Jad selbst schrieb auf Twitter, die Taliban seien pl\u00f6tzlich aus ihrem gepanzerten Landcruiser ausgestiegen und h\u00e4tten ihn mit vorgehaltener Waffe geschlagen. Auch Kameras, technische Ger\u00e4te und sein pers\u00f6nliches Handy seien gekapert worden. Ein Vertreter der Taliban habe zu Tolonews gesagt, der Fall werde &#171;ernsthaft&#187; untersucht. Die Taliban haben Mitte August nach einem rasanten Eroberungszug im ganzen Land auch Kabul eingenommen. Die Islamisten hatten nach ihrer Ankunft erkl\u00e4rt, dass Medien normal weiter arbeiten k\u00f6nnten. W\u00e4hrend ihrer fr\u00fcheren Herrschaft in den 1990er-Jahren gab es keine Medienfreiheit. Ein Vertreter der britischen Regierung h\u00e4lt einen Terroranschlag am Flughafen in Kabul binnen Stunden f\u00fcr m\u00f6glich. Auf die Frage des Senders Sky News, ob sich ein Anschlag innerhalb der n\u00e4chsten Stunden ereignen k\u00f6nne, sagte Verteidigungsstaatssekret\u00e4r James Heappey am Donnerstagmorgen ausdr\u00fccklich &#171;Ja&#187;. Im Laufe der Woche seien sich die Geheimdienste immer sicherer dar\u00fcber geworden, dass ein &#171;ernsthafter, unmittelbarer, t\u00f6dlicher Angriff&#187; auf den Flughafen oder die von westlichen Truppen genutzten Zentren drohe. &#171;W\u00e4hrend die Uhr bis zum Ende des Monats weiter tickt, m\u00fcssen wir diese sehr, sehr reelle Bedrohung mit den Menschen in Kabul teilen und ihnen raten, sich vom Flughafen zu entfernen, anstatt dorthin zu kommen&#187;, sagte der Staatssekret\u00e4r. Der Sender zitiert zudem eine nicht genannte, hochrangige britische Quelle, die von einem &#171;sehr hohen Risiko eines Terroranschlags&#187; auf die Evakuierungsmission in Kabul sprach. Auch deutsche und US-Beh\u00f6rden hatten davor bereits gewarnt. Wann die britischen Evakuierungsfl\u00fcge enden sollen, wollte Staatssekret\u00e4r Heappey nicht genauer bekanntgeben. In den n\u00e4chsten 24 Stunden sollten aber elf Fl\u00fcge stattfinden, sofern m\u00f6glich. Regierungschef Jean Castex sagte am Donnerstag im Radiosender RTL, die franz\u00f6sische Armee werde den Einsatz &#171;bis morgen Abend fortf\u00fchren&#187;. Zur Begr\u00fcndung sagte er: &#171;Ab morgen Abend k\u00f6nnen wir keine Evakuierungen mehr vom Flughafen Kabul aus vornehmen.&#187; Die Zahl der bisher aus Afghanistan Ausgeflogenen bezifferte Castex auf &#171;rund 2.500&#187; Menschen. Darunter seien Franzosen, Ortskr\u00e4fte und ihre Familien sowie &#171;K\u00fcnstler und Journalisten&#187;. Nachdem die Lage am Flughafen von Kabul immer dramatischer wird, versuchen offenbar viele Menschen \u00fcber den Landweg Afghanistan zu verlassen. Aufnahmen eines Journalisten auf Twitter sollen chaotischen Szenen aus der Stadt Spin Boldak zeigen, die an Pakistan grenzt. Dort dr\u00e4ngen sich offenbar tausende Menschen vor dem Grenz\u00fcbergang. &#171;Die Situation ist hier deutlich schlimmer als am Flughafen von Kabul, weil es hier keine ausl\u00e4ndischen Streitkr\u00e4fte gibt&#187;, schreibt der Journalist Natiq Malikzada. D\u00e4nemark, Belgien und Polen haben die Evakuierung aus der afghanischen Hauptstadt Kabul eingestellt. &#171;Es ist nicht mehr sicher, vom Flughafen Kabul zu fliegen&#187;, sagte die d\u00e4nische Verteidigungsministerin Trine Bramsen der Nachrichtenagentur Ritzau. Die letzte Maschine sei am Mittwochabend in Islamabad gelandet. An Bord waren 90 Evakuierte, die letzten d\u00e4nischen Angestellten, Soldaten und Diplomaten aus Kabul, so die Ministerin. D\u00e4nemark hat in den letzten Tagen rund 1.000 Menschen aus Afghanistan evakuiert. Der letzte belgische Flug sei vergangene Nacht in Islamabad angekommen, sagt Ministerpr\u00e4sident Alexander De Croo. Grund f\u00fcr den Abbruch der Transporte seien Warnungen vor drohenden Anschl\u00e4gen. Man habe rund 1.400 Menschen evakuieren k\u00f6nnen, sagt De Croo. Polen flog mit 14 Flugzeugen 1.300 Menschen aus,200 davon auf Bitten anderer L\u00e4nder und Organisationen, wie Vize-Au\u00dfenminister Marcin Przydacz am Donnerstag in Warschau sagte. Am Vormittag traf laut der Nachrichtenagentur PAP das letzte Flugzeug mit Geretteten auf dem Warschauer Flughafen ein. Ein Vertreter der britischen Regierung h\u00e4lt einen Terroranschlag am Flughafen in Kabul binnen Stunden f\u00fcr m\u00f6glich. Auf die Frage des Senders Sky News, ob sich ein Anschlag innerhalb der n\u00e4chsten Stunden ereignen k\u00f6nne, sagte Verteidigungsstaatssekret\u00e4r James Heappey am Donnerstagmorgen ausdr\u00fccklich &#171;Ja&#187;. Im Laufe der Woche seien sich die Geheimdienste immer sicherer dar\u00fcber geworden, dass ein &#171;ernsthafter, unmittelbarer, t\u00f6dlicher Angriff&#187; auf den Flughafen oder die von westlichen Truppen genutzten Zentren drohe. Italiens Ministerpr\u00e4sident Mario Draghi fordert die Gruppe der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenl\u00e4nder (G20) auf, sich f\u00fcr die Einhaltung der Grundrechte von Frauen in Afghanistan unter der Herrschaft der radikal-islamischen Taliban einzusetzen. &#171;Der in den vergangenen 20 Jahren erzielte Fortschritt muss erhalten bleiben&#187;, sagt Draghi zum Auftakt der G20-Konferenz zur St\u00e4rkung der Frauenrechte. Italien hat derzeit die Pr\u00e4sidentschaft der Gruppe inne. Die Bundeswehr hat ihre Evakuierungsmission f\u00fcr Deutsche und einheimische Ortskr\u00e4fte in Afghanistan am Donnerstagmorgen fortgesetzt. Gegen 7.15 Uhr deutscher Zeit startete in der usbekischen Hauptstadt Taschkent ein Transportflugzeug A400M in Richtung Kabul, wie das Einsatzf\u00fchrungskommando auf Twitter mitteilte. Es soll dort weitere Schutzsuchende aufnehmen. Am Vorabend hatte die Bundeswehr mit dem letzten von mehreren Fl\u00fcgen am Mittwoch 167 Menschen aus der afghanischen Hauptstadt ausgeflogen. &#171;Insgesamt 5.193 Personen konnten seit Beginn der Evakuierungsmission durch die Bundeswehr in Sicherheit gebracht werden \u2013 allein gestern waren es 539 zu Sch\u00fctzende&#187;, schrieb das Verteidigungsministerium am Donnerstag auf Twitter. &#171;Wir evakuieren bis zur letzten Sekunde.&#187; Trotz der Warnungen der USA und ihrer Verb\u00fcndeten vor Angriffen der IS-Miliz dr\u00e4ngen sich riesige Menschenmengen vor den Zug\u00e4ngen zum Flughafen Kabul. Die Umgebung sei &#171;unglaublich \u00fcberf\u00fcllt&#187;, sagt ein westlicher Diplomat. Allein sch\u00e4tzungsweise 1.500 Menschen, die US-P\u00e4sse oder Visa f\u00fcr die USA h\u00e4tten, versuchten weiterhin, auf das Flughafengel\u00e4nde zu gelangen. Der Flugbetrieb, der sich am Mittwoch verlangsamt habe, werde nun wieder beschleunigt. Die US-Botschaft in Kabul hat US-B\u00fcrgern laut einer Sicherheitswarnung geraten, sich derzeit nicht zum internationalen Flughafen Hamid Karzai zu begeben. B\u00fcrger, die sich bereits am Abbey Gate, East Gate und North Gate des Flughafens aufhielten, sollen den Flughafen sofort verlassen, hei\u00dft es in dem Sicherheitshinweis. Auch Gro\u00dfbritannien forderte seine bis jetzt in Afghanistan verbliebenen Staatsb\u00fcrger wegen der Gefahr von Anschl\u00e4gen auf, sich vom Kabuler Flughafen fernzuhalten. Es gebe eine &#171;anhaltende und hohe Gefahr terroristischer Angriffe&#187;. Die australische Regierung in Canberra forderte australische Staatsb\u00fcrger und Visa-Inhaber am Flughafen in Kabul auf, das Gebiet sofort zu verlassen. &#171;Es besteht eine anhaltende und sehr hohe Bedrohung durch einen Terroranschlag&#187;, sagt Au\u00dfenministerin Marise Payne. Die Sicherheitslage in Afghanistan ist seit der Macht\u00fcbernahme der Taliban weitgehend ruhig. Das geht aus einem w\u00f6chentlichen Bericht der UN-Agentur zur Koordinierung humanit\u00e4rer Hilfe (OCHA) hervor, der am Mittwochabend ver\u00f6ffentlicht wurde. In den allermeisten Regionen des Landes sei die Sicherheitssituation im Berichtszeitraum &#8212; der Woche nach der Taliban-Macht\u00fcbernahme \u2013 vergleichsweise ruhig. In dem Bericht hie\u00df es, im S\u00fcden seien Zivilistinnen und Zivilisten weiter von Explosionen durch am Stra\u00dfenrand versteckte Bomben betroffen gewesen oder von Kugeln durch Freudensch\u00fcsse in den Provinzhauptst\u00e4dten. Die gro\u00dfen Krankenh\u00e4user in der s\u00fcdlichen Region h\u00e4tten zudem eine gro\u00dfe Zahl an Patienten aufgenommen, die bereits fr\u00fcher verletzt worden waren, wegen andauernder Gefechte und Stra\u00dfensperren aber keine M\u00f6glichkeit gehabt h\u00e4tten, in Krankenh\u00e4user zu kommen. Im Nordosten habe es Berichte \u00fcber Gefechte in den Bezirken Pul-i Hisar, Dih Salah und Bano der Provinz Baghlan gegeben. Einem Bericht der &#171;New York Times&#187; zufolge hatten Hausdurchsuchungen durch die Taliban diese Gefechte mit lokalen Milizen ausgel\u00f6st. Aus den Provinzen Kabul und Pandschir seien mehrere Sicherheitsvorf\u00e4lle und Gewalttaten gemeldet worden. Allerdings gibt es in dem Bericht keine Details hierzu. In der Stadt Dschalalabad im Osten seien Berichten zufolge zwei Zivilisten get\u00f6tet und sechs weitere im Zuge eines Protests am Nationalfeiertag verletzt worden, hie\u00df es weiter. Lokale Journalisten berichteten, Taliban-K\u00e4mpfer h\u00e4tten das Feuer er\u00f6ffnet. Vergangenen Samstag habe es bewaffnete Zusammenst\u00f6\u00dfe zwischen K\u00e4mpfern der Taliban und der Terrormiliz &#171;Islamischer Staat&#187; (IS) im Bezirk Alingar der Provinz Laghman im Osten gegeben. Das an Bord eines US-Transportflugzeugs zur Welt gekommene afghanische Baby ist nach Milit\u00e4rangaben von den Eltern nach dem Flugzeug benannt worden. Das M\u00e4dchen, das auf dem deutschen US-St\u00fctzpunkt Ramstein geboren wurde, hei\u00dfe nun nach dem Rufzeichen der Maschine &#171;Reach&#187;, erkl\u00e4rte der Kommandeur der US-Streitkr\u00e4fte in Europa, General Tod Wolters, am Mittwoch. Die Transportflugzeuge vom Typ Boeing C-17 der US-Luftwaffe nutzen oft das Rufzeichen &#171;Reach&#187;, gefolgt von einer Zahlenkombination. &#171;Wie sie sich gut vorstellen k\u00f6nnen, als Pilot der Luftwaffe ist es mein Traum, dass junge Kind namens Reach als US-Staatsb\u00fcrgerin aufwachsen zu sehen und dass sie (sp\u00e4ter) Kampflugzeuge der US-Luftwaffe f\u00fcr die Luftwaffe fliegen wird&#187;, sagte Wolters, der \u00fcber Video ins US-Verteidigungsministerium zugeschaltet war. Das Milit\u00e4r habe mit den Eltern gesprochen, sagte Wolters. Zudem seien zwei weitere S\u00e4uglinge von Evakuierten im nahen Milit\u00e4rkrankenhaus in Landstuhl zur Welt gekommen, sagte er. Den Babys gehe es gut. Die US-Regierung will auch nach dem 31. August US-Amerikaner und Afghanen bei der Ausreise aus Afghanistan unterst\u00fctzen. &#171;Wir und die internationale Gemeinschaft erwarten, dass die Menschen, die Afghanistan nach dem Abzug des US-Milit\u00e4rs verlassen wollen, dies auch tun k\u00f6nnen. Daran arbeiten wir&#187;, sagte die Sprecherin des Wei\u00dfen Hauses, Jen Psaki, am Mittwochnachmittag (Ortszeit). Man pr\u00fcfe eine Reihe von M\u00f6glichkeiten, wie man etwa weiter konsularische Unterst\u00fctzung leisten k\u00f6nnen. US-Au\u00dfenminister Antony Blinken sprach davon, dass es keine &#171;Frist&#187; f\u00fcr die Bem\u00fchungen gebe, ausreisewilligen US-Amerikanern oder Afghanen zu helfen. Die militant-islamistischen Taliban h\u00e4tten sich verpflicht, Menschen \u00fcber den 31. August hinaus sicheres Geleit zu erm\u00f6glichen. &#171;Und wir haben sicherlich Anreize und Druckmittel gegen\u00fcber einer zuk\u00fcnftigen afghanischen Regierung, um sicherzustellen, dass dies geschieht&#187;, sagte Blinken weiter ohne ins Detail zu gehen. In Afghanistan weitet sich die Widerstandsbewegung gegen die radikalislamischen Taliban nach den Worten des Bruders des legend\u00e4ren afghanischen Kriegsherrn und Taliban-Gegners Ahmed Schah Massud aus. Der Widerstand habe sich \u00fcber das Land verbreitet, sagte Ahmed Wali Massud am Mittwoch der Nachrichtenagentur AFP. Die Einstellungen der Afghanen h\u00e4tten sich in den vergangenen 20 Jahren entwickelt, sagte Massud. &#171;Die Frauen Afghanistans sind der Widerstand, denn ihre Werte unterscheiden sich sehr von denen der Taliban.&#187; Auch die j\u00fcngeren Generationen, die einen Gro\u00dfteil der Bev\u00f6lkerung ausmachten, seien Teil der Widerstandsbewegung. &#171;Egal was passiert, der Widerstand wird weitergehen. Es ist ein Freiheitskampf f\u00fcr universelle Rechte und \u00dcberzeugungen. Das wird niemals sterben&#187;, sagte Ahmed Wali Massud. Der Sohn des fr\u00fcheren Kriegsherrn Massud, Ahmed Massud, hatte in der vergangenen Woche zum Widerstand gegen die Taliban aufgerufen. Nach seinen Angaben haben sich ihm im Pandschir-Tal tausende K\u00e4mpfer angeschlossen. Das Pandschir-Tal war in den 90er Jahren eine Hochburg des Widerstands gegen die Taliban und fiel nie unter die Kontrolle der Islamisten. Journalisten am Kabuler Flughafen soll nach eigenen Angaben am Mittwoch durch US-Soldaten der Zugang in die Stadt verwehrt worden sein. Der stellvertretende Chefredakteur der Boulevardzeitung &#171;Bild&#187;, Paul Ronzheimer, selbst vor Ort, berichtete auf Twitter: &#171;Unter Androhung von Milit\u00e4rpolizei zwingt US-Milit\u00e4r uns und zehn weitere internationale Journalisten, Flieger nach Doha zu nehmen. Obwohl wir einen gesicherten Weg raus aus dem Airport hatten Richtung Stadt. Krasser Angriff auf die Pressefreiheit.&#187; Im weiteren Verlauf berichtete Ronzheimer, man werde zum Flieger nach Doha eskortiert. \u00c4hnlich berichtete auf Twitter am Mittwoch eine freischaffende Journalistin, die unter anderem regelm\u00e4\u00dfig f\u00fcr den &#171;Guardian&#187; arbeitete: Sie sei Teil einer Gruppe von Journalisten, die von US-Kr\u00e4ften gezwungen w\u00fcrden, in ein Flugzeug zu steigen. Alles, was man wolle, sei in Kabul zu bleiben. Sie schrieb auch: &#171;Wer kann helfen?&#187; Ronzheimer war am Mittwochnachmittag dann auch in einer Sondersendung des TV-Senders Bild per Telefon zugeschaltet. Er sagte, er gehe davon aus, in wenigen Stunden im Flugzeug nach Doha, der Hauptstadt von Katar, zu sitzen. Von dort sei er am Mittwochmorgen gekommen. In der afghanischen Hauptstadt Kabul halten sich nach Angaben des Ausw\u00e4rtigen Amts noch mehr als 200 deutsche Staatsb\u00fcrger auf. Die Zahl liege h\u00f6her als noch am Vortag, &#171;weil sich weiterhin Menschen bei uns melden&#187;, sagte ein Sprecher des Ausw\u00e4rtigen Amts am Mittwoch in Berlin.540 Deutsche seien bereits ausgeflogen worden. Am Dienstag hatte Au\u00dfenminister Heiko Maas (SPD) von rund 100 Deutschen vor Ort und ihren Familien gesprochen. Es gebe eine &#171;gewisse Unsch\u00e4rfe&#187; bei den Zahlen, weil teils auch Angeh\u00f6rige deutsche Staatsb\u00fcrger seien, sagte der Sprecher. Wie viele der Betroffenen neben der deutschen auch die afghanische Staatsb\u00fcrgerschaft haben, werde nicht erfasst, weil es f\u00fcr die Frage, ob jemand zur Teilnahme an der Evakuierungsmission berechtigt sei, keinen Unterschied mache. Er r\u00e4umte aber ein, dass es f\u00fcr die Bewegungsfreiheit der Betroffenen im von den Taliban kontrollierten Kabul relevant sein k\u00f6nne. &#171;Das ist ein Faktor, den man ber\u00fccksichtigen muss.&#187; Das Ausw\u00e4rtige Amt geht davon aus, dass sich in Kabul insgesamt noch eine &#171;hohe vierstellige oder niedrige f\u00fcnfstellige Zahl&#187; schutzbed\u00fcrftiger Menschen befindet, die grunds\u00e4tzlich f\u00fcr eine Evakuierung infrage k\u00e4men. Mehr als eine Woche nach Beginn der Evakuierungsaktion der Bundeswehr im afghanischen Kabul hat der Bundestag dem Einsatz von bis zu 600 Soldaten zugestimmt. Die Abgeordneten billigten das bis zum 30. September befristete Mandat mit gro\u00dfer Mehrheit.539 stimmten daf\u00fcr,9 dagegen,90 enthielten sich. Mit dem Mandat schafft der Bundestag nachtr\u00e4glich die rechtliche Grundlage f\u00fcr den Einsatz. Das Parlament muss jedem bewaffneten Einsatz der Bundeswehr zustimmen. In Ausnahmef\u00e4llen ist das auch nachtr\u00e4glich m\u00f6glich, vor allem, wenn Gefahr in Verzug ist. Das trifft nach Ansicht der Bundesregierung auf die Evakuierung deutscher Staatsb\u00fcrger und afghanischer Helfer von Bundeswehr und Bundesministerien zu. Die gro\u00dfe Mehrheit f\u00fcr den Einsatz war erwartet worden. Die Linksfraktion hatte allerdings am Dienstag wegen einiger Kritikpunkte am Mandatstext beschlossen, sich zu enthalten. Die Bundesregierung spricht nach eigenen Angaben weiter mit Vertretern der Taliban, um auch nach dem 31. August Menschen au\u00dfer Landes bringen zu k\u00f6nnen. Das Ende der Luftbr\u00fccke sei nicht gleichbedeutend mit einem Ende dieser Bem\u00fchungen, sagte ein Sprecher des Ausw\u00e4rtigen Amts in Berlin. M\u00f6glich sei etwa eine Evakuierung mit zivilen Fl\u00fcgen oder auch ein Transport von Menschen auf dem Landweg in die Nachbarl\u00e4nder Afghanistans. Bereits am Dienstag hatte Au\u00dfenminister Heiko Maas verdeutlicht, dass ein Ende der Luftbr\u00fccke nicht bedeute, dass keine Menschen mehr gerettet werden. Gegen\u00fcber &#171;Bild&#187; nannte er m\u00f6gliche Verhandlungen mit den Taliban &#171;schlimmer als verkehrte Welt&#187;. Allerdings habe man &#171;\u00fcberhaupt keine Alternative. Daf\u00fcr muss man Wege gehen, die man nicht gehen will.&#187; Spezialkr\u00e4fte der Bundeswehr haben offenbar erstmals Deutsche aus Afghanistan mit Hubschraubern gerettet. Das berichtet die &#171;S\u00fcddeutsche Zeitung&#187;. Demnach haben Soldaten des &#171;Kommando Spezialkr\u00e4fte&#187; (KSK) in einer Geheimoperation in der Nacht zum Mittwoch gemeinsam mit US-Kr\u00e4ften mehr als ein Dutzend deutsche Staatsb\u00fcrger aus Kabul geflogen, die auf der Flucht vor den islamistischen Taliban waren. Nach Informationen der Zeitung war es offenbar bereits die vierte Operation der Spezialeinheit. Genutzt wurden allerdings keine eigenen, sondern amerikanische Hubschrauber des Typen MH-6. Ein Lufteinsatz galt zuletzt noch als zu gef\u00e4hrlich. Bisher waren die Soldaten nur am Boden t\u00e4tig. Aufgrund des geplanten Abzugs der US-Truppen dr\u00fccke auch die Bundeswehr aufs Tempo. &#171;Das Fenster, Leute zu retten, schlie\u00dft sich&#187;, hei\u00dft es aus Bundeswehrkreisen. Bei der Evakuierungsmission am Flughafen der afghanischen Hauptstadt Kabul haben die USA zuletzt innerhalb von 24 Stunden mehr als 11.000 Menschen au\u00dfer Landes gebracht. Zwischen dem fr\u00fchen Dienstagmorgen und dem fr\u00fchen Mittwochmorgen h\u00e4tten 42 Flugzeuge des US-Milit\u00e4rs rund 11.200 Menschen ausgeflogen, teilte das Wei\u00dfe Haus am Mittwoch in Washington mit. Im gleichen Zeitraum h\u00e4tten au\u00dferdem 48 Maschinen internationaler Partner rund 7.800 Menschen evakuiert. Insgesamt waren es innerhalb der 24-Stunden-Spanne also etwa 19.000 Menschen. Seit dem Start der Evakuierungsmission Mitte August haben die Vereinigten Staaten insgesamt rund 82.300 Menschen entweder selbst aus Afghanistan ausgeflogen oder deren Ausreise erm\u00f6glicht, wie es weiter hie\u00df. Nach der Macht\u00fcbernahme der militant-islamistischen Taliban in Afghanistan hatten die USA und ihre Verb\u00fcndeten begonnen, in gro\u00dfer Eile ihre Staatsb\u00fcrger sowie afghanische Helfer und andere Schutzbed\u00fcrftige au\u00dfer Landes zu bringen. US-Pr\u00e4sident Joe Biden hatte am Dienstag nach einer Videoschalte mit den Staats- und Regierungschefs der G7-L\u00e4nder erkl\u00e4rt, dass er an dem Plan festhalte, die amerikanischen Truppen bis zum 31. August aus Kabul abzuziehen. Ohne die Unterst\u00fctzung der USA gilt auch eine Fortsetzung der Evakuierungsfl\u00fcge anderer westlicher Staaten als undenkbar. Das US-Milit\u00e4r kontrolliert den Flughafen in Kabul und hat dort mehrere Tausend Soldaten stationiert, die den internationalen Evakuierungseinsatz absichern. Ein Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums sagt in Berlin mit Blick auf das bevorstehende Ende der Evakuierungsmission: &#171;Jetzt beginnen f\u00fcr uns die anspruchvollsten und auch die gef\u00e4hrlichsten Stunden.&#187; Die Sicherheitslage am Kabuler Flughafen habe sich immer weiter versch\u00e4rft und versch\u00e4rfe sich weiter. Nach tagelanger Debatte hat die britische Regierung einen Rettungsflug f\u00fcr Hunde und Katzen aus einem Kabuler Tierheim vom Flughafen der afghanischen Hauptstadt genehmigt. &#171;Wenn er mit seinen Tieren kommt, werden wir einen Slot f\u00fcr sein Flugzeug finden&#187;, schrieb der britische Verteidigungsminister Ben Wallace am Mittwoch auf Twitter \u00fcber Paul Farthing, einen ehemaligen Soldaten, der in Kabul ein Tierheim f\u00fcr Hunde und Katzen betreute. Farthing will nun mit einem gecharterten Flugzeug rund 140 Hunden und 60 Katzen zusammen mit seinen afghanischen Mitarbeitern und deren Familien die Ausreise erm\u00f6glichen. Bereits am Montag hatte die britische Regierung laut Farthing allen Mitarbeitern des Vereins &#171;Nowsad&#187; und ihren Familienmitgliedern Visa erteilt. Es handele sich insgesamt um 68 Menschen. Wallace hatte noch am Dienstag erkl\u00e4rt, dass er &#171;Tieren keinen Vorrang vor verzweifelten M\u00e4nnern, Frauen und Kindern, die an die T\u00fcr klopfen&#187;, einr\u00e4umen werde. Daf\u00fcr musste der Verteidigungsminister harte Kritik von Tiersch\u00fctzern einstecken. Nun folgte die Wende. Mindestens 12 Personen einer Gruppe von 78 Menschen, die aus Kabul in Afghanistan evakuiert und nach Indien gebracht wurden, sind mit dem Coronavirus infiziert. Sie zeigten keine Symptome, sagte ein Mitarbeiter der Organisation India World Forum, die dem indischen Au\u00dfenministerium bei ihrer Evakuierungsmission hilft, der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch. Die Gruppe sei am Dienstag in Indien angekommen und die Positiv-Getesteten bef\u00e4nden sich in Quarant\u00e4ne. Indien hat seit der Macht\u00fcbernahme der Taliban in Afghanistan mehr als 600 Menschen ausgeflogen \u2013 darunter mehr als 200 indische B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger. Der kritische Soldatenarbeitskreis &#171;Darmst\u00e4dter Signal&#187; bewertet Deutschlands Beteiligung am Einsatz in Afghanistan als &#171;riesigen Fehler&#187;. &#171;Der Einsatz war so verlogen wie die \u00dcberraschung [\u00fcber das Ende] geheuchelt&#187;, sagte der Sprecher des Arbeitskreises, Florian Pfaff, dem S\u00fcdwestrundfunk am Mittwoch. &#171;Man wurde im Grunde herausgeworfen. Man hatte die Standorte aufgeben m\u00fcssen, weil der Druck zu gro\u00df war.&#187; Wer jetzt so tue, als h\u00e4tte man sich auf die afghanische Armee verlassen, sei unehrlich, erg\u00e4nzte Pfaff im Radioprogramm SWR Aktuell. Die Kriege im Irak und in Afghanistan bezeichnete er als sinnlos und verlogen. Der eher linksgerichtete Arbeitskreis &#171;Darmst\u00e4dter Signal&#187; bezeichnet sich als &#171;das einzige kritische Sprachrohr von ehemaligen und aktiven Offizieren und Unteroffizieren sowie Soldatinnen und Soldaten und zivilen Angeh\u00f6rigen der Bundeswehr&#187;. Das erste Treffen des Arbeitskreises gab es 1983. Zu den Grunds\u00e4tzen geh\u00f6rt laut Homepage die kritische Begleitung der &#171;hinsichtlich des Auftrags der Streitkr\u00e4fte, deren Bindung an Moral und Gesetze, die Umsetzung des Staatsb\u00fcrgers in Uniform sowie nichtmilit\u00e4rische Alternativen der Konfliktbew\u00e4ltigung&#187;. Der Vorsitzende des Bundes Deutscher Einsatzveteranen, Bernhard Drescher, hat angesichts der Entwicklungen in Afghanistan nach dem Abzug der Bundeswehr vor einer Radikalisierung altgedienter Soldaten gewarnt. &#171;Die Stimmung unter den Veteranen ist grottenschlecht&#187;, sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Sie h\u00e4tten das Gef\u00fchl, dass ihre Belange &#171;noch nie interessiert&#187; h\u00e4tten. Angesichts der Bilder aus Kabul entstehe nun der Eindruck, dass ihre Arbeit zunichte gemacht werde. Schlie\u00dflich ziehe man Schutzkr\u00e4fte nicht ab, bevor nicht alles Sch\u00fctzenswerte in Sicherheit gebracht worden sei, so Drescher. Und die Helfer der Bundeswehr, also die afghanischen Ortskr\u00e4fte, w\u00fcrden offenbar nicht f\u00fcr sch\u00fctzenswert gehalten. Die Vorg\u00e4nge w\u00fcrden &#171;hochemotional aufgenommen&#187;. Drescher warnte: &#171;Man verliert emotional eine Gruppe von Menschen, die f\u00fcr den Staat wichtig ist.&#187; In der Folge entst\u00fcnden neuerdings rechtsorientierte Gruppen wie &#171;Veteranen 5 n 12&#187; oder der &#171;Veteranen Pool&#187;. &#171;Ich mache mir Sorgen, wie sich das weiterentwickelt.&#187; Die Bundeswehr hat mittlerweile mehr als 4.650 Bundesb\u00fcrger, Afghanen und B\u00fcrger anderer Staaten aus Kabul evakuiert. Am sp\u00e4ten Dienstagabend landete ein Milit\u00e4rtransporter des Typs A400M mit 178 schutzbed\u00fcrftigen Menschen an Bord in der usbekischen Hauptstadt Taschkent, wie die Bundeswehr in der Nacht zu Mittwoch twitterte. &#171;Damit wurden bisher insgesamt mehr als 4.650 Menschen aus Afghanistan evakuiert&#187;, hie\u00df es weiter. Von Taschkent aus geht es dann weiter nach Deutschland. Derweil teilten die USA mit, vorerst an dem Plan festzuhalten, ihre Truppen bis zum 31. August aus Afghanistan abzuziehen. Der laufende internationale Milit\u00e4reinsatz zur Evakuierung westlicher Staatsb\u00fcrger, afghanischer Ortskr\u00e4fte und anderer Schutzbed\u00fcrftiger ist von der US-Truppenpr\u00e4senz abh\u00e4ngig. Bereits am Montag hatte ein Taliban-Vertreter die f\u00fcr den 31. August gesetzte Frist als &#171;rote Linie&#187; bezeichnet. Angesichts des nahenden Endes von Evakuierungsfl\u00fcgen aus Kabul werden Forderungen nach einem verst\u00e4rkten Engagement der Nachbarl\u00e4nder Afghanistans laut. &#171;Iran, Pakistan und Tadschikistan sollten mehr Menschen \u00fcber Land oder Luft herausholen&#187;, sagte ein in Kabul ans\u00e4ssiger Nato-Diplomat am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters. Die L\u00e4nder sollten ihre Grenzen \u00f6ffnen. Aus Diplomatenkreisen hie\u00df es in den vergangenen Tagen, nach Einstellung der Evakuierungsfl\u00fcge k\u00f6nnten die zu Evakuierenden m\u00f6glicherweise auf dem Landweg in Drittstaaten ausreisen und von dort nach Europa geflogen werden. Beide Grenz\u00fcberg\u00e4nge nach Pakistan etwa sind aktuell ge\u00f6ffnet, allerdings brauchen Afghanen Visa f\u00fcr das Nachbarland. In einem in der Nacht zu Mittwoch versandten Landsleutebrief der deutschen Botschaft in Kabul hie\u00df es, Deutschland plane zun\u00e4chst weiterhin Evakuierungsfl\u00fcge mit der Bundeswehr und zudem mit anderen befreundeten Staaten Fl\u00fcge von Kabul ins Ausland. Gleichzeitig pr\u00fcfe man weitere konkrete Ma\u00dfnahmen zur Erm\u00f6glichung der Ausreise. Laut mehreren Medienberichten plant die Bundeswehr, ihre Rettungsfl\u00fcge aus Afghanistan bereits Ende der Woche einzustellen. Mehr dazu lesen Sie hier. US-Pr\u00e4sident Joe Biden hat vor einer wachsenden Terrorgefahr am Flughafen in Kabul gewarnt. Jeder Tag, den man wegen der Evakuierungen l\u00e4nger vor Ort bleibe, sei ein weiterer Tag, an dem ein \u00f6rtlicher Ableger der Terrormiliz Islamischer Staat versuche, den Flughafen anzugreifen, sagte Biden. Es gebe die &#171;akute und wachsende Gefahr eines Anschlags&#187;, sagte er am Dienstag in Washington (Ortszeit) nach einer Videoschalte der G7-Staats- und Regierungschefs zur Lage in Afghanistan. Die USA halten daher vorerst an ihrem Plan fest, ihre Truppen bis zum 31. August aus Afghanistan abzuziehen. &#171;Je fr\u00fcher wir es abschlie\u00dfen, desto besser&#187;, sagte Biden. Das US-Milit\u00e4r hat seine Truppenpr\u00e4senz am Flughafen Kabul nach eigenen Angaben um &#171;mehrere Hundert&#187; Soldatinnen und Soldaten reduziert. Dies sei bei einem laufenden Einsatz Teil der normalen Entscheidungsgewalt des \u00f6rtlichen Kommandeurs, erkl\u00e4rte der Sprecher des US-Verteidigungsministeriums, John Kirby. Es handle sich dabei unter anderem um Besch\u00e4ftigte der Zentrale, Spezialisten f\u00fcr Wartungsarbeiten und andere Soldaten, deren Mission am Flughafen abgeschlossen sei, erkl\u00e4rte er am Dienstag (Ortszeit). Das US-Milit\u00e4r hatte dort zuletzt rund 5.800 Soldaten im Einsatz. Kirby betonte, der routinem\u00e4\u00dfige Abzug einiger Truppen stelle nicht den Beginn des Abzugs aller Soldaten aus Afghanistan dar. Dies sei zum jetzigen Zeitpunkt nicht befohlen worden, erkl\u00e4rte er. Eine Gruppe von Computer-Spezialistinnen ist nach ihrer Flucht aus Afghanistan vor den Taliban in Mexiko eingetroffen. &#171;Wir hei\u00dfen Sie herzlich in Mexiko willkommen&#187;, sagt Martha Delgado, Unterstaatssekret\u00e4rin f\u00fcr multilaterale Angelegenheiten und Menschenrechte im mexikanischen Au\u00dfenministerium bei einer Pressekonferenz zur Ankunft des Robotik-Teams. Das j\u00fcngste Mitglied ist 14 Jahre alt. Die international ausgezeichnete Gruppe hatte im M\u00e4rz mit der Arbeit an einem kosteng\u00fcnstigen Open-Source-Beatmungsger\u00e4t begonnen, um die Krankenh\u00e4user ihres Heimatlandes im Kampf gegen die Corona-Pandemie zu unterst\u00fctzen. Der russische Pr\u00e4sident Wladimir Putin hat dem Westen vorgeworfen, Chaos in Afghanistan hinterlassen sowie eine gro\u00dfe Terrorbedrohung f\u00fcr andere L\u00e4nder verursacht zu haben. &#171;Es gibt die Gefahr, dass Terroristen und verschiedene Gruppierungen, die in Afghanistan Zuflucht gefunden haben, das von unseren westlichen Partnern hinterlassene Chaos nutzen&#187;, sagte Putin am Dienstag in Moskau. Terroristen k\u00f6nnten in den Nachbarl\u00e4ndern f\u00fcr eine Eskalation der Lage sorgen. &#171;Das ist eine direkte Bedrohung f\u00fcr unsere Verb\u00fcndeten und f\u00fcr unser Land&#187;, sagte Putin mit Blick etwa auf die Ex-Sowjetrepubliken Tadschikistan und Usbekistan, direkte Nachbarn Afghanistans. Es bestehe die Gefahr, dass der Drogenschmuggel und die illegale Migration zunehmen, meinte er bei einer Veranstaltung der Kremlpartei Geeintes Russland vor der Parlamentswahl am 19. September. &#171;Das sind alles Bedrohungen f\u00fcr uns. Sie sind absolut real.&#187; Die USA haben nach Berichten \u00fcber schlechte hygienische Zust\u00e4nde auf dem Milit\u00e4rflugplatz nahe der katarischen Hauptstadt Doha eine schnelle Besserung versprochen. Der Flugplatz ist ein wichtiges Drehkreuz f\u00fcr die Evakuierungsfl\u00fcge aus Afghanistan. &#171;Wir sind uns dessen bewusst und arbeiten schnell daran, die Situation zu verbessern, und wir wollen nat\u00fcrlich, dass die Menschen, die evakuiert werden, mit Respekt behandelt werden&#187;, sagte die Sprecherin des Wei\u00dfen Hauses, Jen Psaki, am Dienstag (Ortszeit). Zuvor hatte etwa das Nachrichtenportal &#171;Axios&#187; unter Berufung auf eine E-Mail eines US-Beamten von Ratten, Urin und F\u00e4kalien berichtet. Selbst wenn Afghanen ein Sondervisum f\u00fcr die USA haben, kommen sie nicht direkt in das Land. Milit\u00e4rfl\u00fcge bringen sie zun\u00e4chst auf US-St\u00fctzpunkte oder in andere Transitzentren in Drittstaaten \u2013wie etwa nach Katar. Von diesen Zwischenstationen sollen die Menschen nach einer Sicherheitspr\u00fcfung in die USA gebracht werden. Axios zufolge sind auf dem St\u00fctzpunkt in Katar Tausende Afghanen vorl\u00e4ufig untergebracht. Nach dem Bericht ist die Situation dort &#171;die H\u00f6lle auf Herden&#187;. Psaki betonte, dass der Bericht des Portals sich auf die Lage vor einigen Tagen beziehe. Man sei sich der &#171;schrecklichen hygienischen Zust\u00e4nde in Katar&#187; bewusst, die dort geherrscht h\u00e4tten, sagte der Sprecher des US-Verteidigungsministeriums, John Kirby. Man habe bereits daran gearbeitet, sie zu verbessern. &#171;Ich werde mich hier nicht hinstellen und sagen, dass sie perfekt sind, denn das sind sie nicht, weil die Evakuierten weiterhin nach Katar str\u00f6men, und im Moment eine Menge vor Ort sind&#187;, so Kirby weiter. Niemand suche nach Ausreden. &#171;Wir erkennen an, dass die sanit\u00e4ren Verh\u00e4ltnisse und die Hygiene in vielerlei Hinsicht noch nicht das Niveau erreicht haben, das wir uns w\u00fcnschen.&#187; Weil die Kapazit\u00e4ten f\u00fcr die Unterbringung tausender Evakuierter aus Afghanistan auf der US-Luftwaffenbasis Ramstein in Rheinland-Pfalz an ihre Grenzen sto\u00dfen, hat die US-Armee mit der \u00dcberf\u00fchrung der Menschen zu anderen St\u00fctzpunkten in Deutschland begonnen. Erste Evakuierte seien am Dienstag in den Rhine Ordnance Barracks in Kaiserslautern eingetroffen, gaben die US-Streitkr\u00e4fte bekannt. Dort k\u00f6nnten rund 2.000 Menschen vor\u00fcbergehend untergebracht werden. Dar\u00fcber hinaus seien die Truppen\u00fcbungspl\u00e4tze Grafenw\u00f6hr und Hohenfels bereit, bei Bedarf Gerettete aus Afghanistan aufzunehmen. An diesen Standorten k\u00f6nnen laut US-Armee vor\u00fcbergehend etwa 3.000 beziehungsweise 2.000 Menschen untergebracht werden. Nach der Macht\u00fcbernahme der radikalislamischen Taliban in Afghanistan legt auch die Weltbank ihre Hilfen f\u00fcr das Land auf Eis. Die Zahlungen seien ausgesetzt worden, sagte ein Weltbank-Sprecher am Dienstag der Nachrichtenagentur AFP. Die internationale Finanzorganisation beobachte die Entwicklungen vor Ort genau. Die Weltbank unterh\u00e4lt in Afghanistan nach eigenen Angaben mehr als zwei Dutzend Entwicklungsprojekte und hat dem Land seit 2002 5,3 Milliarden Dollar zur Verf\u00fcgung gestellt. Afghanistan ist als eines der \u00e4rmsten L\u00e4nder der Welt stark auf Hilfsgelder angewiesen. Nach Angaben der Weltbank belief sich das Bruttoinlandsprodukt (BIP) des Landes im Jahr 2020 auf 19,81 Milliarden US-Dollar, davon machten Hilfsgelder fast 43 Prozent aus. Die sieben gr\u00f6\u00dften westlichen Industriel\u00e4nder (G7) wollen von den Taliban freies Geleit f\u00fcr Ausreisewillige \u00fcber den 31. August hinaus verlangen. Das erkl\u00e4rte der britische Premierminister Boris Johnson am Dienstag nach dem G7-Sondergipfel zu Afghanistan. Man plane ein Abkommen mit den Islamisten, in der diese Forderung die wichtigste Bedingung f\u00fcr eine Einigung sein solle. Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte nach der Video-Konferenz der Staats- und Regierungschefs, man habe keine Verl\u00e4ngerung der Evakuierungen vereinbart. Bereits zuvor hatte ein Mitarbeiter der US-Regierung Reuters gegen\u00fcber erkl\u00e4rt, US-Pr\u00e4sident Joe Biden bleibe dabei, die Evakuierungen am 31. August abzuschlie\u00dfen. Die Taliban hatten mit Konsequenzen gedroht, sollten ausl\u00e4ndische Soldaten bis Ende August nicht abgezogen werden. Kritiker warnen, bis dahin k\u00f6nnten nicht alle Menschen ausgeflogen werden, die Schutz vor den Islamisten suchen. Die G7-Staaten beschlossen, ihre Afghanistan-Politik mit anderen Staaten abzustimmen. Deshalb solle auch mit den G20 zusammengearbeitet werden. In dieser Staaten-Gruppe sind auch Russland und China Mitglieder. Der italienische Ministerpr\u00e4sident Mario Draghi forderte auch eine gemeinsame Immigrationspolitik Europas f\u00fcr Menschen aus Afghanistan. Die Bundeswehr sieht eine zunehmende Anschlagsgefahr durch IS-Terroristen in der afghanischen Hauptstadt Kabul. Man habe Signale aus amerikanischen Quellen, aber auch eigene Erkenntnisse, dass zunehmend potenzielle Selbstmordattent\u00e4ter der Terrororganisation Islamischer Staat &#171;in die Stadt einsickern&#187;, sagte Generalinspekteur Eberhard Zorn am Montag in Berlin. Man habe von den Amerikanern bereits in der vergangenen Woche Hinweise darauf bekommen. &#171;Das nimmt jetzt zu.&#187; Die US-Regierung hatte am Sonntag erstmals \u00f6ffentlich Sorgen vor einem IS-Anschlag am Flughafen oder in der Umgebung ge\u00e4u\u00dfert. &#171;Die Bedrohung ist real, sie ist akut, sie ist anhaltend&#187;, sagte der Nationale Sicherheitsberater von US-Pr\u00e4sident Joe Biden, Jake Sullivan, im Sender CNN. Man nehme die Warnungen &#171;absolut todernst&#187;. Die militant-islamistischen Taliban und der regional aktive Zweig des IS sind verfeindet und haben in der Vergangenheit gegeneinander gek\u00e4mpft. Au\u00dfenminister Heiko Maas (SPD) hat w\u00e4hrend eines Live-Interviews mit dem neuen Fernsehsender Bild eine ersch\u00fctternde Prognose abgegeben. Trotz aller Bem\u00fchungen, so viele Ortskr\u00e4fte wie m\u00f6glich schnell aus Afghanistan auszufliegen, vermutet er: &#171;Die Zeit wird nicht reichen, um alle auszufliegen.&#187; Er gehe nicht davon aus, dass &#171;wir alle ausfliegen k\u00f6nnen, die wir ausfliegen wollen.&#187; Das Gleiche gelte wohl f\u00fcr die USA. Weiter erkl\u00e4rte er: &#171;Wir stehen noch mit 100 Staatsb\u00fcrgern und ihren Familien in Kontakt, deren Standort wir auch kennen. Die versuchen wir heute wieder einigerma\u00dfen sicher an den Flughafen zu bringen, um sie dann auf eine unserer Maschinen zu verteilen.&#187; Es gehe jetzt darum, die Probleme in Afghanistan zu l\u00f6sen und nicht um seine politische Zukunft, betonte Maas auf Nachfrage. &#171;Gehen Sie mal davon aus, dass auch ich meine Schl\u00fcsse daraus ziehen w\u00fcrde, was zurzeit geschieht und wie damit umzugehen ist und wie auch ich pers\u00f6nlich damit umgehe&#187;, sagte er. Die Bundesregierung hat den Kreis der afghanischen Ortskr\u00e4fte in der Entwicklungshilfe ausgeweitet, die f\u00fcr eine Evakuierung im Gefahrenfall infrage kommen: Grunds\u00e4tzlich sei am Wochenende entschieden worden, dass ab jetzt auch Ortskr\u00e4fte der Entwicklungszusammenarbeit aufgrund einer Gef\u00e4hrdung f\u00fcr eine Ausreise infrage k\u00e4men, deren Besch\u00e4ftigungsverh\u00e4ltnis schon mehr als zwei Jahre zur\u00fcckliege, teilt ein Sprecher des Entwicklungsministeriums mit. Analog zur Regelung des Bundesministeriums der Verteidigung sei nun eine Besch\u00e4ftigung ab 2013 ausschlaggebend. Brandenburg will die im Land angekommenen Ortskr\u00e4fte aus Afghanistan auch dauerhaft aufnehmen. Das erkl\u00e4rte Innenminister Michael St\u00fcbgen am Dienstag. &#171;Wir hoffen, damit einen Beitrag leisten zu k\u00f6nnen, die weiteren Belastungen f\u00fcr die geretteten Menschen m\u00f6glichst gering zu halten und aufwendige B\u00fcrokratie zu vermeiden.&#187; Die Verteilung aller in Deutschland angekommenen Ortskr\u00e4fte obliege aber dem Bundesinnenministerium, so St\u00fcbgen weiter. Brandenburg tausche sich derzeit eng mit dem Bund und den anderen Bundesl\u00e4ndern aus, um weitere Abl\u00e4ufe zur Aufnahme der Ortskr\u00e4fte zu kl\u00e4ren. Zun\u00e4chst hatten die &#171;Potsdamer Neuesten Nachrichten&#187; berichtet, dass Land wolle 300 Ortskr\u00e4fte dauerhaft aufnehmen. Nach Angaben des Innenministeriums sind mittlerweile 265 Menschen, davon 125 Kinder und Jugendliche, in Brandenburg angekommen und werden erstversorgt. &#171;Wir wollen, dass die Menschen zur Ruhe kommen k\u00f6nnen und k\u00fcmmern uns um die Erledigung aller notwendigen Formalit\u00e4ten der Erstaufnahme&#187;, sagte St\u00fcbgen. Die Evakuierungsmission am Flughafen der afghanischen Hauptstadt Kabul gewinnt weiter an Tempo. Die USA flogen bei dem Einsatz erstmals innerhalb von 24 Stunden mehr als 12.000 Menschen aus Kabul aus. Zwischen dem fr\u00fchen Montagmorgen und dem fr\u00fchen Dienstagmorgen h\u00e4tten 37 Flugzeuge des US-Milit\u00e4rs rund 12.700 Menschen au\u00dfer Landes gebracht, teilte das Wei\u00dfe Haus am Dienstag in Washington mit. Im gleichen Zeitraum h\u00e4tten au\u00dferdem 57 Maschinen internationaler Partner rund 8900 Menschen evakuiert. Seit dem Start der Evakuierungsmission Mitte August h\u00e4tten die Vereinigten Staaten insgesamt rund 58 700 Menschen entweder selbst aus Afghanistan ausgeflogen oder deren Ausreise erm\u00f6glicht. Das US-Milit\u00e4r kontrolliert den Flughafen in Kabul und hat dort mehrere Tausend Soldaten stationiert, die den internationalen Evakuierungseinsatz absichern. Nach der Macht\u00fcbernahme der militant-islamistischen Taliban in Afghanistan hatten die USA und ihre Verb\u00fcndeten begonnen, in gro\u00dfer Eile ihre Staatsb\u00fcrger sowie afghanische Ortskr\u00e4fte au\u00dfer Landes zu bringen. CIA-Chef William Burns hat einem Zeitungsbericht zufolge den Anf\u00fchrer der Taliban, Abdul Ghani Baradar, zu einem Gespr\u00e4ch getroffen. Der Direktor des US-Auslandsgeheimdienstes und Baradar seien sich am Montag in der afghanischen Hauptstadt Kabul begegnet, berichtet die &#171;Washington Post&#187;. Das Blatt beruft sich auf nicht n\u00e4her bezeichnete US-Beamte, die sich nur anonym \u00e4u\u00dfern wollten. Die militant-islamistischen Taliban lassen in der afghanischen Hauptstadt Kabul die f\u00fcr das Stadtbild bislang typischen Sprengschutzw\u00e4nde abbauen. Das ist auf Videos und Fotos zu sehen, die am Dienstag in sozialen Medien kursierten. Die oft drei Meter hohen und einen halben Meter dicken grauen Betonw\u00e4nde sollten in der Vergangenheit die Auswirkungen von Autobomben oder anderen Explosionen vermindern. Sie standen bisher praktisch \u00fcberall in der Stadt, vor allem rund um Regierungseinrichtungen wie Ministerien oder ausl\u00e4ndischen Botschaften. Am Sonntag hatten die Taliban \u00fcber die Facebook-Seite der Stadtverwaltung die B\u00fcrger der Stadt dazu aufgerufen, binnen einer Woche Sprengschutzw\u00e4nde rund um Privath\u00e4user zu entfernen. B\u00fcrger, die keinen Platz h\u00e4tten, k\u00f6nnten sich an die Stadtverwaltung wenden, die ihnen einen Deponieplatz zur Verf\u00fcgung stelle. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) verf\u00fcgt nach eigenen Angaben nur noch \u00fcber medizinische Vorr\u00e4te f\u00fcr eine Woche. Mehr als 500 Tonnen solcher G\u00fcter wie OP-Ausr\u00fcstungen oder Mittel zur Versorgung von Unterern\u00e4hrten gelangten wegen der Einschr\u00e4nkungen am Kabuler Flughafen derzeit nicht ins Land, sagt ein WHO-Vertreter. Auch werde ein Anstieg der Corona-Infektionen bef\u00fcrchtet, weil die Zahl der durchgef\u00fchrten Tests in der vergangenen Woche um 77 Prozent gesunken sei. Dagegen hielten 95 Prozent der medizinischen Einrichtungen ihren Betrieb aufrecht. Allerdings seien mehrere weibliche Angestellte nicht mehr zum Dienst erschienen und einige Patientinnen wagten nicht, ihre H\u00e4user zu verlassen und zum Arzt zu gehen. W\u00e4hrend einer Massenpanik am Flughafen Kabul ist am Samstag ein zweij\u00e4hriges Kind gestorben. Es handelt sich um die Tochter einer Dolmetscherin, die f\u00fcr eine amerikanische Firma in Kabul gearbeitet hatte. Die Frau, ihre Tochter und weitere Familienmitglieder wurden von der Menge zu Boden geworfen. Menschen trampelten auf ihnen herum, wie die Frau der &#171;New York Times&#187; erz\u00e4hlte. &#171;Ich f\u00fchlte puren Terror. Ich konnte sie nicht retten.&#187; Die deutschen Beh\u00f6rden haben wegen der Sicherheitslage davor gewarnt, selbstst\u00e4ndig zum Flughafen zu gehen. Am Wochenende starben am Flughafen in Kabul sieben Menschen. Mit einer Bundeswehr-Maschine sind abermals mehr als 200 Menschen aus Afghanistan ausgeflogen worden. Der Milit\u00e4rtransporter des Typs A400M startete am Dienstag vom Flughafen der Hauptstadt Kabul ins Nachbarland Usbekistan, wie die Bundeswehr am Dienstag mitteilte. Von dort geht es dann weiter nach Deutschland. Insgesamt hat die Bundeswehr inzwischen mehr als 3.650 Bundesb\u00fcrger, Afghanen und B\u00fcrger anderer Staaten aus Kabul evakuiert. Am Sonntag vergangener Woche hatten die militant-islamistischen Taliban die afghanische Hauptstadt erobert und wieder die Macht \u00fcbernommen. Bundesau\u00dfenminister Heiko Maas rechnet damit, dass die USA noch am Dienstag entscheiden werden, ob sie ihr Milit\u00e4r zum 31. August abziehen werden. Sollte die Operation tats\u00e4chlich Ende des Monats auslaufen, w\u00fcrden die Amerikaner alleine ein bis zwei Tage brauchen, um ihre eigenen Soldaten auszufliegen. Deutschland habe bislang etwa 3.800 Personen evakuiert, sagt der SPD-Politiker bei &#171;Bild TV.&#187; Die Europ\u00e4ische Union vervierfacht ihre Hilfsgelder f\u00fcr afghanische Staatsb\u00fcrger auf mehr als 200 Millionen Euro, wie EU-Kommissionspr\u00e4sidentin Ursula von der Leyen auf Twitter ank\u00fcndigt. Die Mittel w\u00fcrden zus\u00e4tzlich zu den Hilfszusagen der einzelnen EU-Mitgliedsstaaten zur Verf\u00fcgung gestellt. Offiziell werde sie das Vorhaben beim virtuellen G7-Gipfel vorstellen. Das Geld solle den Menschen innerhalb und au\u00dferhalb ihres Heimatlandes zugutekommen, erkl\u00e4rt die Kommissionspr\u00e4sidentin. Ein EU-Vertreter f\u00fcgt hinzu, zur Bedingung f\u00fcr die Auszahlung werde die Achtung der Menschenrechte und insbesondere der Rechte von Frauen gemacht. Danach werde entschieden, ob das Geld direkt nach Afghanistan oder in benachbarte Regionen flie\u00dfe. Die Taliban stellen einem Medienbericht zufolge eine neue Regierung zusammen. Finanzminister werde Gul Agha, meldet die afghanische Nachrichtenagentur Pajhwok. Zum amtierenden Innenminister sei Sadr Ibrahim ernannt worden. Auch der Geheimdienst erhalte eine neue Spitze. Neuer Gouverneur der Provinz Kabul sei Mullah Schirin, B\u00fcrgermeister der gleichnamigen Hauptstadt sei Hamdullah Nomani. Weitere Details wurden zun\u00e4chst nicht bekannt. Der Europaabgeordnete der Gr\u00fcnen, Erik Marquardt, hat mit mehreren Hilfsorganisationen und in Absprache mit der Bundesregierung einen Charterflug nach Kabul organisiert, wie er auf Twitter mitteilt. Um weitere Fl\u00fcge zu realisieren, bittet der Politiker um Spenden. Gro\u00dfbritanniens Premierminister Boris Johnson und US-Pr\u00e4sident Joe Biden haben miteinander gesprochen. Die Politiker h\u00e4tten vereinbart, weiter daran zu arbeiten, dass alle Ausreiseberechtigten Afghanistan verlassen k\u00f6nnten, teilte die britische Regierung am Montag mit. Gro\u00dfbritanniens Verteidigungsminister Ben Wallace sagte, Johnson werde bei dem virtuellen Gipfel der G7-Staats- und Regierungschefs an diesem Dienstag &#171;versuchen, die M\u00f6glichkeit einer Verl\u00e4ngerung&#187; des bis zum 31. August befristeten US-Einsatzes am Kabuler Flughafen zu ergr\u00fcnden. Johnson erkl\u00e4rte, die Rettung &#171;unserer B\u00fcrger und jener Afghanen, die uns w\u00e4hrend der vergangenen 20 Jahre geholfen haben&#187;, habe nun &#171;oberste Priorit\u00e4t&#187;. Die G7-Staaten m\u00fcssten aber bereits jetzt &#171;die n\u00e4chste Phase&#187; in den Blick nehmen, in der es darum gehen m\u00fcsse, als internationale Gemeinschaft einen &#171;gemeinsamen Ansatz&#187; gegen\u00fcber Afghanistan zu definieren. Laut seinem B\u00fcro will Johnson seine G7-Kollegen dazu aufrufen, die Unterst\u00fctzung f\u00fcr Fl\u00fcchtlinge aus Afghanistan zu erh\u00f6hen und den Partnern die Selbstverpflichtung abnehmen, &#171;den Schutz der Fortschritte der vergangenen 20 Jahre in Afghanistan sicherzustellen \u2013 insbesondere die M\u00e4dchenbildung und die Rechte von Frauen und Minderheiten&#187;. US-Vizepr\u00e4sidentin Kamala Harris hat den Abzug der amerikanischen Truppen aus Afghanistan verteidigt. Pr\u00e4sident Joe Biden habe &#171;die mutige und richtige Entscheidung&#187; getroffen, einen seit 20 Jahren dauernden Krieg zu beenden, sagte Harris am Dienstag bei einem Besuch in Singapur. &#171;Wir hatten das erreicht, wof\u00fcr wir dorthin gegangen waren.&#187; Nach der Macht\u00fcbernahme der militant-islamistischen Taliban liege der Focus nun auf der Evakuierung von US-Amerikanern, von B\u00fcrgern aus Partnerl\u00e4ndern und von Afghanen, die mit den USA zusammengearbeitet haben. Zugleich kritisierte Harris Chinas Auftreten im Streit um mehrere Gebiete im rohstoffreichen S\u00fcdchinesischen Meer. Peking setze Mittel wie &#171;N\u00f6tigung&#187; und &#171;Einsch\u00fcchterung&#187; ein, um rechtswidrige Anspr\u00fcche durchzusetzen. Die Biden-Stellvertreterin f\u00fcgte hinzu: &#171;Pekings Aktionen untergraben weiterhin die regelbasierte Ordnung und bedrohen die Souver\u00e4nit\u00e4t von Nationen.&#187; Bei dem Besuch in Singapur wurden eine Verst\u00e4rkung der US-Pr\u00e4senz in dem s\u00fcdostasiatischen Stadtstaat sowie eine engere Zusammenarbeit bei Cybersicherheit und im Finanzsektor vereinbart. N\u00e4chste Station der Reise ist Vietnam. Trotz Gewalt und chaotischen Zust\u00e4nden an den Gates zum Flughafen der afghanischen Hauptstadt Kabul schreitet die Evakuierungsmission voran. Das Tempo der Abfl\u00fcge habe sich im Vergleich zu Sonntag fast verdoppelt, schrieb der zivile Repr\u00e4sentant der Nato in Afghanistan, Stefano Pontecorvo, auf Twitter. Das US-Milit\u00e4r flog zwischen dem fr\u00fchen Sonntagmorgen und dem fr\u00fchen Montagmorgen rund 10.400 Menschen aus Kabul aus, teilte das Wei\u00dfe Haus in Washington mit. US-Pr\u00e4sident Joe Biden will einem Insider zufolge binnen 24 Stunden \u00fcber eine Verl\u00e4ngerung der Abzugsfrist entscheiden. Biden wolle dem Pentagon Zeit zur Vorbereitung einr\u00e4umen, erkl\u00e4rt ein Regierungsbeamter der Nachrichtenagentur Reuters. Der Vorsitzende des Geheimdienstausschusses des US-Repr\u00e4sentantenhauses, Adam Schiff, geht nicht von einem Abschluss der Evakuierungen bis zum 31. August aus. &#171;Ich halte es zwar f\u00fcr m\u00f6glich, aber angesichts der Zahl der Amerikaner, die noch evakuiert werden m\u00fcssen, f\u00fcr sehr unwahrscheinlich&#187;, sagt Schiff nach einem Briefing von Geheimdienstmitarbeitern zu Reportern. Der um 22.29 Uhr MESZ in Kabul gestartete A400M ist um 23.48 Uhr MESZ nach Angaben der Bundeswehr mit 211 weiteren Schutzbed\u00fcrftigen in Taschkent gelandet. Seit Beginn der Operation seien damit bislang mehr als 3.650 Menschen durch die Bundeswehr aus der afghanischen Hauptstadt ausgeflogen worden. Im Rahmen der Evakuierungen aus Afghanistan sind nach Angaben des US-Milit\u00e4rs mindestens drei Babys auf die Welt gekommen. Seines Wissens nach seien es bislang drei gewesen, aber es gebe keine formelle Z\u00e4hlung, sagte General Steve Lyons am Montag bei einer Pressekonferenz des Pentagons. Lyons sprach \u00fcber die afghanische Frau, die an Bord eines US-Evakuierungsflugzeugs ein Baby zur Welt gebracht hatte. Die Maschine war auf dem Weg zum US-St\u00fctzpunkt im pf\u00e4lzischen Ramstein in Deutschland. Nach der Landung in Ramstein hat die Frau im Laderaum der Maschine mit Hilfe von Soldaten ein M\u00e4dchen zur Welt gebracht. &#171;Es gab tats\u00e4chlich mehr&#187;, sagte Lyons, der Chef des Transportkommandos der USA ist. Auf Nachfrage erkl\u00e4rte er, ihm sei die Geburt von insgesamt drei Babys bekannt. Er konnte aber keine Details nennen. Offen blieb, ob die anderen beiden Babys ebenfalls in einem Flugzeug, in einer Einrichtung zur tempor\u00e4ren Unterbringung wie Ramstein oder noch am Kabuler Flughafen zur Welt gekommen waren. Insgesamt sei das aber ein Zeichen der &#171;beeindruckenden Arbeit unser gro\u00dfartigen Soldaten der Luftstreitkr\u00e4fte&#187;, so Lyons. Deutschland wird nach Einsch\u00e4tzung von Gr\u00fcnen-Co-Chef Robert Habeck f\u00fcr lange Zeit keine abgelehnten oder straff\u00e4lligen Asylbewerber nach Afghanistan abschieben k\u00f6nnen. &#171;Ich sehe nicht, wie wir Menschen in ein Taliban-Regime abschieben k\u00f6nnten, zumal dem Land nun ein B\u00fcrgerkrieg droht. Wir werden Islamisten und Straft\u00e4ter also bei uns verurteilen und ihre Strafe hier weiterhin absitzen lassen m\u00fcssen&#187;, sagte Habeck der D\u00fcsseldorfer &#171;Rheinischen Post&#187; (Dienstag). Die Staats- und Regierungschefs der G7 wollen einem Insider zufolge den radikal-islamischen Taliban geeint gegen\u00fcbertreten. &#171;Die Staats- und Regierungschefs der G7 werden sich koordinieren, ob und wann sie die Taliban anerkennen&#187;, sagte ein europ\u00e4ischer Diplomat. Au\u00dferdem wollten sie sich darauf verst\u00e4ndigen, weiterhin eng zusammenzuarbeiten. Auch bei m\u00f6glichen Sanktionen wollten sie mit einer Stimme sprechen. Der virtuelle Sondergipfel der G7-Staaten zur Lage in Afghanistan soll an diesem Dienstag stattfinden. Der Vorsitzende der M\u00fcnchner Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger, hat sich hinter die Forderung von Unionskanzlerkandidat Armin Laschet (CDU) nach einem Nationalen Sicherheitsrat im Kanzleramt gestellt. &#171;Schwierige oder gar gef\u00e4hrliche au\u00dfenpolitische Situationen, in denen die Bundesregierung eine gemeinsame tragf\u00e4hige Strategie ben\u00f6tigt, werden uns in der Zukunft h\u00e4ufiger bevorstehen. Darauf m\u00fcssen wir organisatorisch und ressourcenm\u00e4\u00dfig vorbereitet sein&#187;, sagte Ischinger der D\u00fcsseldorfer &#171;Rheinischen Post&#187; (Dienstag). Er freue sich, dass die Forderung, den Bundessicherheitsrat auszubauen und Au\u00dfen- und Sicherheitspolitik systematisch besser zu koordinieren, nun auch partei\u00fcbergreifend auf Zustimmung sto\u00dfe. &#171;Man hat ja den Eindruck, dass die Ministerien nicht sonderlich gut zusammengearbeitet haben \u2013 und das hat nun gravierende Konsequenzen f\u00fcr viele Menschen, aber eben auch f\u00fcr die au\u00dfenpolitischen Interessen und das Gewicht der Bundesrepublik&#187;, sagte Ischinger. Gro\u00dfbritannien hat mehr als 7.000 Menschen aus Afghanistan ausgeflogen. Wie das Verteidigungsministerium mitteilt, sollen die Rettungsfl\u00fcge weitergehen, solange es die Sicherheitslage zul\u00e4sst. Ein festes Datum f\u00fcr ein Ende der Fl\u00fcge sei nicht bestimmt worden. CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt hat vor einer weiteren Eskalation der Lage in Afghanistan gewarnt. &#171;Ich bef\u00fcrchte, dass die schlimmsten Bilder aus Afghanistan uns noch bevorstehen werden&#187;, sagte Dobrindt &#171;Focus Online&#187;. &#171;Es ist bisher nicht absehbar, wie lange die Situation am Flughafen in Kabul aufrechterhalten werden kann. Die Amerikaner jedenfalls sind in der Lage, Kabul innerhalb weniger Stunden zu verlassen. Damit w\u00e4re der Einsatz dort beendet \u2013 mit vermutlich sehr schwierigen Bildern f\u00fcr uns.&#187; Dobrindt vertrat die Ansicht, nun k\u00e4men zwei gro\u00dfe Herausforderungen auf den Westen zu. &#171;Das eine ist die neue Terrorgefahr durch die Taliban. Ich glaube nicht daran, dass sich die Taliban von 2021 von den Taliban von 2001 unterscheiden. Darauf m\u00fcssen wir uns einstellen und unsere F\u00e4higkeiten international anpassen&#187;, sagte er. &#171;Die zweite ist eine langanhaltende Fluchtbewegung durch die Macht\u00fcbernahme der Taliban. Auf diese Herausforderungen m\u00fcssen wir uns vorbereiten.&#187; Am Sonntag haben Soldaten des Kommandos Spezialkr\u00e4fte (KSK) eine M\u00fcnchner Familie aus Afghanistan gerettet. Die Einsatzkr\u00e4fte haben eine Mutter, deren 19-j\u00e4hrige Tochter und ihren 12-j\u00e4hrigen Sohn an den Flughafen von Kabul gebracht. Von dort wurden sie nach Taschkent im sicheren Nachbarland Usbekistan geflogen, berichtet der &#171;Spiegel&#187;. Die Rettungsaktion war demnach seit dem fr\u00fchen Samstagmorgen geplant worden. Die M\u00fcnchner Familie hatte schon mehrmals versucht, auf eigene Faust durch ein Gate in den Flughafen zu kommen. Als dies nicht gelang, entschied sich das KSK zur Rettungsaktion, so der &#171;Spiegel&#187;. Per Telefon habe man vereinbart, dass sich die Familie zwischen 21 und 23 Uhr dem sogenannten Abbey Gate n\u00e4hern sollte, wo sie das KSK im Schutz der Dunkelheit abholen sollte. Die Operation habe rund eine Stunde gedauert, neun Soldaten sollen beteiligt gewesen sein. Bisher hatte sich die Evakuierungsmission der Bundeswehr auf das Flughafengel\u00e4nde beschr\u00e4nkt. Zwei Hubschrauber, die zur Evakuierung von gef\u00e4hrdeten Menschen aus dem Stadtgebiet nach Afghanistan gebracht worden waren, kamen bisher nicht zum Einsatz. Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) sagte bei &#171;Bild TV&#187;, es sei im Moment fast nicht mehr m\u00f6glich, zum Flughafen zu gelangen. &#171;Deswegen m\u00fcssen wir sehr viel st\u00e4rker dazu \u00fcbergehen, die Leute sozusagen abzuholen. Das tun wir.&#187; Die Bundeswehr hat weitere 378 Menschen aus Kabul ausgeflogen. Um 11.53 Uhr und 13.00 Uhr landete jeweils eine A400M mit den Geretteten in Taschkent in Usbekistan. Nach eigenen Angaben hat die Bundeswehr bereits mehr um die 3.000 Menschen evakuiert. Am 31. August sollen die Rettungsaktionen der USA aus Afghanistan enden. Nun sagte ein Sprecher der Taliban in Doha, der Hauptstadt Katars, dem Fernsehnetzwerk Sky News, eine Verl\u00e4ngerung der Frist zu Evakuierung k\u00e4me einer Verl\u00e4ngerung der milit\u00e4rischen Besatzung seines Landes gleich. Das sei weder notwendig noch werde man sich darauf einlassen. Sollten sich die USA dazu entscheiden, werde das Konsequenzen haben, so der Sprecher weiter. Gro\u00dfbritanniens Premierminister Boris Johnson will sich bei US-Pr\u00e4sident Joe Biden f\u00fcr eine Verl\u00e4ngerung des Evakuierungseinsatzes in Afghanistan \u00fcber die bisherige Deadline Ende August hinaus einsetzen. Das sagte Verteidigungs-Staatssekret\u00e4r James Heappey dem Nachrichtensender Sky News am Montag. Johnson werde das Thema an diesem Dienstag bei einem Sondergipfel der G7-Staats- und Regierungschefs ansprechen. Die nach Kabul gebrachten Helikopter der Spezialkr\u00e4fte (KSK) werden wohl vorerst nicht eingesetzt. Das sagte ein Bundeswehr-Offizier dem &#171;Focus&#187;. Der Einsatz sei zu gef\u00e4hrlich, da die Taliban von den Helikoptern w\u00fcssten, hie\u00df es. Die Ger\u00e4te wurden angefordert, da sie klein und wendig sind und damit auch Menschen aus dem Stadtgebiet von Kabul evakuieren k\u00f6nnten. Die Bundeswehr hatte den Transport der Helikopter selbst fotografiert und in den sozialen Netzwerken verbreitet. Am Flughafen von Kabul hat es laut Angaben der Bundeswehr am Montagmorgen ein Feuergefecht zwischen afghanischen Sicherheitskr\u00e4ften und unbekannten Angreifern gegeben. Dabei seien eine afghanische Sicherheitskraft get\u00f6tet und drei weitere verletzt worden, meldete die Bundeswehr im Onlinedienst Twitter. Im weiteren Verlauf des Gefechts seien auch US- und deutsche Soldaten beteiligt gewesen. Alle Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr seien unverletzt. 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