<!--DEBUG:--><!--DEBUG:dc3-united-states-mix-in-english-pdf-2--><!--DEBUG:--><!--DEBUG:dc3-united-states-mix-in-english-pdf-2--><!--DEBUG-spv-->{"id":2005215,"date":"2021-10-07T11:00:00","date_gmt":"2021-10-07T09:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/nhub.news\/?p=2005215"},"modified":"2021-10-07T11:13:50","modified_gmt":"2021-10-07T09:13:50","slug":"digitale-baustellen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/nhub.news\/ru\/2021\/10\/digitale-baustellen\/","title":{"rendered":"Digitale Baustellen"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><b>Eine Studie der Telekom-Stiftungen und aktuelle Empfehlungen an die Kultusminister zeigen, wo Deutschland bei digitalen Lernplattformen steht.<\/b><br \/>\nBayern, Bremen, Hamburg und Sachsen seien mit ihren Schulclouds \u201egut unterwegs\u201c, Berlin dagegen geh\u00f6re zu den Bundesl\u00e4ndern beziehungsweise Gro\u00dfst\u00e4dten, in denen zwei oder mehrere digitale Lernplattformen nebeneinander existieren. Das teilt die Deutsche Telekom Stiftung zu einer von ihr beauftragten Studie \u00fcber Lernmanagementsysteme (LMS) der 16 L\u00e4nder mit, die am Donnerstag vorgestellt wurde. Der vom Institut f\u00fcr Informationsmanagement an der Uni Bremen (ifib) erstellte L\u00e4ndervergleich zeichnet das Bild einer \u201eheterogenen Landschaft\u201c von Plattformen und ihren Betriebsmodellen. \u201eWir sehen L\u00e4nder, die ihren Schulen fr\u00fch Angebote gemacht und damit Orientierung geboten haben. Andere haben sp\u00e4ter angefangen und sind jetzt damit konfrontiert, dass es auf kommunaler Ebene bereits eine Vielzahl an L\u00f6sungen gibt\u201c, erkl\u00e4rt Studienleiter Andreas Breiter. Die Vielzahl der L\u00f6sungen, die kommunale Selbstbestimmung der Schultr\u00e4ger sowie die Schulautonomie machten eine bundesweit einheitliche Schulcloud-L\u00f6sung f\u00fcr alle Schulen sehr unwahrscheinlich, lautet die zentrale Botschaft der Studie. Eine solche L\u00f6sung sollte die HPI Schul-Cloud bieten, die das Potsdamer Hasso-Plattner-Institut im Auftrag der Bundesregierung von 2016 bis Sommer 2021 programmiert und betreut hat. Als eine Art Leitstern des milliardenschweren Digitalpakts f\u00fcr die Schulen geplant, konnte sich die HPI-L\u00f6sung jedoch nicht bundesweit durchsetzen. Die HPI-Cloud wird von nur drei L\u00e4ndern weitergef\u00fchrt Nach einer Pilotphase mit dem Schulnetzwerk MINT-EC sollen zwar mittlerweile 4000 Schulen mit 1,4 Millionen Nutzer:innen angeschlossen sein. Aber nur drei L\u00e4nder \u2013 Brandenburg, Niedersachsen und Th\u00fcringen \u2013 setzen die Plattform fl\u00e4chendeckend ein. Nach dem Ende der Bundesf\u00f6rderung im Juli dieses Jahres wird das System in einem Verbund der drei L\u00e4nder betrieben. Auch f\u00fcr Thomas de Maizi\u00e8re, den Vorsitzenden der Stiftung steht fest: \u201eDie Studie zeigt klar, dass die immer wieder geforderte bundeseinheitliche Schulcloud eine Utopie ist.\u201c Angesichts der Vielfalt der Lernplattformen gelte es vielmehr, diese durch gemeinsame Standards und Schnittstellen miteinander zu verbinden. Nach einer ebenfalls am Donnerstag ver\u00f6ffentlichten Stellungnahme gegen\u00fcber der Kultusministerkonferenz (KMK) durch f\u00fchrende Bildungsforscher:innen ist eine bundesweite Schulcloud aber keineswegs vom Tisch. Die St\u00e4ndige wissenschaftliche Kommission (St\u00e4wiko) der KMK fordert die \u201eEntwicklung einer l\u00e4nder\u00fcbergreifenden Struktur zur Verkn\u00fcpfung von Plattformen, die entwickelten digitalen Technologien und Werkzeuge als Open Educational Ressources bereitstellen\u201c. Was die St\u00e4wiko unter dem Vorsitz der Erziehungswissenschaftlerin Felicitas Thiel (FU Berlin) und Olaf K\u00f6ller vom Leibniz\u2013Institut f\u00fcr die P\u00e4dagogik der Naturwissenschaften und Mathematik (Uni Kiel) empfiehlt, steht den Aussagen der Studie f\u00fcr die Telekom-Stiftung teils diametral entgegen. St\u00e4wiko-Kritik Kritik an kommerziellen Angeboten Kommerziellen Angeboten \u201eauf dem un\u00fcbersichtlichen Markt f\u00fcr digitale Lernsoftware\u201c spricht die St\u00e4wiko die Qualit\u00e4t ab: \u201eH\u00e4ufig sind diese Tools auf eine Unterst\u00fctzung der Pr\u00fcfungsvorbereitung ausgerichtet und vernachl\u00e4ssigen wichtige Funktionen der Lehr-Lern-Prozesse.\u201c Eine Einzelbewertung der Plattform-L\u00f6sungen in den Bundesl\u00e4ndern nehmen aber weder die St\u00e4wiko noch die Telekom-Stiftung vor. \u201eIm Hinblick auf die Eignung oder Nicht-Eignung eines spezifischen Produktes\u201c sei dies wegen der unterschiedlichen Ausgangsbedingungen nicht m\u00f6glich und nicht sinnvoll, stellen Breiter und sein Team fest. Doch ein Vergleich zwischen Bayern und Berlin l\u00e4sst dann doch R\u00fcckschl\u00fcsse auf unterschiedliche Entwicklungsst\u00e4nde zu. So umfasst die \u201eBayern Cloud Schule\u201c laut ifib-Studie das Videokonferenz-Tool Visavid, das Schulportal und die Lernplattform Mebis sowie den integrierten Dienst teachSHARE, der Lehrkr\u00e4ften einen schul\u00fcbergreifenden Austausch von Unterrichtsmaterialien und Konzepten in Bayern erm\u00f6glicht. Zu Mebis geh\u00f6ren auch eine browserbasierte Tafelsoftware, eine Mediathek, ein Pr\u00fcfungsarchiv sowie ein Infoportal. In der Mediathek k\u00f6nnen \u201erechtlich abgesicherte und p\u00e4dagogisch didaktisch gepr\u00fcfte Video- und Audioinhalte\u201c abgerufen werden. Die Erweiterung \u201emebis Tube\u201c soll es Lehrkr\u00e4ften zudem erm\u00f6glichen, selbst erstellte Erkl\u00e4rvideos unter einer Creative-Commons-Lizenz zu ver\u00f6ffentlichen. Und im Pr\u00fcfungsarchiv stehen zentrale bayrische Abschlusspr\u00fcfungen, Jahrgangsstufen- und Vergleichsarbeiten sowie Grundwissenstests bereit. Viele Quellen f\u00fcr Online-Tools und -Material in Berlin Das alles klingt nach einem deutlich umfassenderen und konzentrierteren Angebot, als es Berlin mit zwei Lernplattformen bereitstellen kann. Der seit einigen Jahren bestehende Lernraum Berlin wird seit Anfang 2021 mit Unterst\u00fctzung der Schulverwaltung durch den kommerziellen Anbieter itslearning erg\u00e4nzt. F\u00fcr beide Systeme stehen als integrierte Dienste die Open Source Videokonferenzl\u00f6sung BigBlueButton und Lerntools als Landeslizenz zur Verf\u00fcgung. Zu den weiteren Diensten, die das Land erg\u00e4nzend zur Verf\u00fcgung stellt, geh\u00f6ren ein extern gehosteter Datenspeicher und webbasierte Dienste zur Stunden- und Vertretungsplanung sowie f\u00fcr ein digitales Klassenbuch. Auf Online-Medien k\u00f6nnen Schulen \u00fcber den Bildungsserver Berlin-Brandenburg, das Landesmedienzentrum und das Medienforum zugreifen. Eine OER-Plattform sei noch im Aufbau. Die Plattformen f\u00fcr Online-Medien sollten \u201ezuk\u00fcnftig ebenfalls \u00fcber das sich in Entwicklung befindende Schulportal zu erreichen\u201c sein. Noch eine Menge digitaler Baustellen also f\u00fcr Berlin. [Wenn Sie aktuelle Nachrichten aus Berlin, Deutschland und der Welt live auf Ihr Handy haben wollen, empfehlen wir Ihnen unsere App, die Sie hier f\u00fcr Apple- und Android-Ger\u00e4te herunterladen k\u00f6nnen] In der abschlie\u00dfenden Gesamtbewertung durch den ifib-Studienleiter und sein Team wird die \u201eBedeutung von standardisierten Schnittstellen, Datenformaten und Protokollen\u201c betont. Erst sie w\u00fcrden \u201eeine sichere Datenhaltung, einen sicheren Datentransfer und damit eine alltagstaugliche, verl\u00e4ssliche, verteilte IT-Systemlandschaft ohne unn\u00f6tige Medienbr\u00fcche erm\u00f6glichen\u201c. Pr\u00e4senzunterricht \u2013 und die Digitalisierung stagniert? Zum Fazit der Studie geh\u00f6rt auch, dass Deutschland im internationalen Vergleich bei der Nutzung von Lernmanagementsystemen noch zur\u00fcckliege. L\u00e4nder wie Gro\u00dfbritannien, D\u00e4nemark oder die Niederlande h\u00e4tten schon seit mehr als einer Dekade den Schulen LMS zur Verf\u00fcgung gestellt oder \u201e\u00fcber den Markt angeboten\u201c. Damit sind die digitalen Tools im Unterricht dort auch wesentlich tiefer verankert als in Deutschland. Und ohne die coronabedingten Schulschlie\u00dfungen drohen die im Fernunterricht erzielten Fortschritte gerade wieder in Vergessenheit zu geraten. In der aktuellen Pr\u00e4senzphase geht es vielmehr darum, Kindern und Jugendlichen endlich wieder einen geordneten Unterricht zu bieten. Die St\u00e4ndige wissenschaftliche Kommission der KMK merkt kritisch an, dass Deutschland dem Schulbarometer zufolge bei den Schulschlie\u00dfungen 2020 nur ein Drittel der Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler \u00fcber Online-Lernplattformen erreichte, w\u00e4hrend es in \u00d6sterreich und der Schweiz zwei Drittel waren. KMK-Berater:innen: Digitale Medien breit verankern, auch in Tests Das soll sich \u00e4ndern: Zu einer \u201erobusten IT-Infrastruktur\u201c, die jede Schule in Deutschland brauche, geh\u00f6rt laut St\u00e4wiko \u201eder dauerhafte Betrieb von Lernmanagementsystemen und Lernplattformen\u201c. Voraussetzung daf\u00fcr sind Anschl\u00fcsse ans schnelle Internet, leistungsf\u00e4hige Schulserver samt Herstellersupport, verl\u00e4ssliche Unterrichtsstrukturen sowie ausreichend flexibel einsetzbare Endger\u00e4te und die dazugeh\u00f6rigen \u201emehrj\u00e4hrigen Wartungsvertr\u00e4ge\u201c, schreibt die St\u00e4wiko in ihrer \u201eStellungnahme zur Weiterentwicklung der KMK-Strategie Bildung in der digitalen Welt\u201c. Grunds\u00e4tzlich gut sind laut Kommission kostenfrei zug\u00e4ngliche digitale Materialien, also Open Education Ressources, die einen Mehrwert gegen\u00fcber analogen Unterrichtselementen haben. Daf\u00fcr m\u00fcssten sie auf lernpsychologischen und fachdidaktischen Theorien beruhen \u2013 und auf technologischen Innovationen aus der KI, beispielsweise durch eine \u201eautomatische Bewertung sprachproduktiver Leistungen\u201c. Die Bildungsexpert:innen fordern deshalb von der KMK einheitliche Standards f\u00fcr die Zulassung schulischer Medien und entsprechende Zertifizierungsverfahren, die 16 L\u00e4nder gemeinsam entwickeln. Insgesamt sollen der St\u00e4wiko-Stellungnahme zufolge digitale Medien viel st\u00e4rker als bisher in den Unterricht, aber auch in Klassenarbeiten und Schulleistungsstudien integriert werden. Einsetzen solle man die Tools beispielsweise, um die \u201ekognitive Aktivierung und \u00dcbung von Fertigkeiten\u201c zu verbessern \u2013 etwa durch interaktive Visualisierungen und digital unterst\u00fctzte kollaborative Arbeitsformen. Auf dem Weg dorthin m\u00fcsse die KMK auch \u201eden Stellenwert des Fachs Informatik in den Stundentafeln der L\u00e4nder\u201c kl\u00e4ren. Auch diese Forderungen zeigen, wie sehr Deutschland bei der Digitalisierung der Schulen und des Unterrichts noch am Anfang steht.<\/p>\n<script>jQuery(function(){jQuery(\".vc_icon_element-icon\").css(\"top\", \"0px\");});<\/script><script>jQuery(function(){jQuery(\"#td_post_ranks\").css(\"height\", \"10px\");});<\/script><script>jQuery(function(){jQuery(\".td-post-content\").find(\"p\").find(\"img\").hide();});<\/script>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine Studie der Telekom-Stiftungen und aktuelle Empfehlungen an die Kultusminister zeigen, wo Deutschland bei digitalen Lernplattformen steht. Bayern, Bremen, Hamburg und Sachsen seien mit ihren Schulclouds \u201egut unterwegs\u201c, Berlin dagegen geh\u00f6re zu den Bundesl\u00e4ndern beziehungsweise Gro\u00dfst\u00e4dten, in denen zwei oder mehrere digitale Lernplattformen nebeneinander existieren. 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