<!--DEBUG:--><!--DEBUG:dc3-deutschland-mix-in-german-pdf-2--><!--DEBUG:--><!--DEBUG:dc3-deutschland-mix-in-german-pdf-2--><!--DEBUG-spv-->{"id":412356,"date":"2017-01-19T06:03:01","date_gmt":"2017-01-19T04:03:01","guid":{"rendered":"http:\/\/nhub.news\/?p=412356"},"modified":"2017-01-19T06:03:01","modified_gmt":"2017-01-19T04:03:01","slug":"kunstliche-intelligenz-als-die-maschinen-traumen-lernten","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/nhub.news\/ru\/2017\/01\/kunstliche-intelligenz-als-die-maschinen-traumen-lernten\/","title":{"rendered":"K\u00fcnstliche Intelligenz: Als die Maschinen tr\u00e4umen lernten"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><img style=\"float: left; padding: 5px;\" width=\"300px\" src=\"http:\/\/img.zeit.de\/digital\/2017-01\/kuenstliche-intelligenz-roboter-zukunft-algorithmus\/wide__1300x731\" alt=\"NewsHub\" border=\"0\" \/>Diesmal w\u00fcrde es gl\u00fccken! Johan war fest davon \u00fcberzeugt. W\u00e4hrend drau\u00dfen<br \/>der Wind ums Haus pfiff und ein feiner Nieselregen gegen die Scheiben wischte, setzte er<br \/>Teewasser auf und rief seinem Quantencomputer ein freundliches &#171;An die Arbeit! &#187; zu. Mit einem<br \/>Blinken quittierte die Spracherkennung den Zuruf, und ein leises Surren zeigte an, dass die<br \/>Datenspeicher des Rechners in den Betriebsmodus wechselten. Johan war bester Dinge. Turing sei<br \/>Dank! Weihnachten war vor\u00fcber, diese Zeit des allgemeinen Betroffenheitsbesoffenseins. Er<br \/>hatte seinen Beitrag geleistet mit einer Postkarte ans Pflegeheim seiner Mutter. Nun hatte er<br \/>endlich Zeit, sich dem neuen Algorithmus zu widmen.<br \/>Unwillk\u00fcrlich suchte sein Blick das kleine Bild mit dem b\u00e4rtigen Turbantr\u00e4ger an der Wand. &#171;Ja, Chwarizmi&#187;, dachte er im Stillen, &#171;diesmal bringen wir\u2019s zu Ende. &#187; Muhammad ibn Musa al-Chwarizmi war so etwas wie Johans Privatheiliger. Der arabische Universalgelehrte hatte schlie\u00dflich im 9. Jahrhundert die Null eingef\u00fchrt und dem Begriff &#171;Algorithmus&#187; seinen Namen gegeben. Und wenn etwas g\u00f6ttliche Macht hatte, war es doch wohl die Kraft des Algorithmus!<br \/>Denn all das, was &#171;Sch\u00f6pfung&#187; genannt wurde \u2013 die Entwicklung des Weltalls, die Evolution des Menschen \u2013, war letztlich nichts anderes als eine Rechenvorschrift (wenn auch, zugegebenerma\u00dfen, eine recht komplexe). Und er, Johan Neumann, w\u00fcrde nun den letzten logischen Schritt gehen und einen Algorithmus f\u00fcr die bisher nicht programmierbaren Eigenheiten des Menschen entwerfen: f\u00fcr seine Tr\u00e4ume, das Faulenzen und jene Nutzlosigkeiten, die man &#171;Mu\u00dfe&#187; nannte und gegen die selbst er nicht v\u00f6llig immun war.<br \/>Diese Erkenntnis hatte ihm der<br \/>think-tracker <br \/>beschert, jenes modische Spielzeug, mit dem die Leute neuerdings nicht nur Herzschlag und Blutdruck \u00fcberwachten, sondern auch ihre Gedankent\u00e4tigkeit aufzeichneten. Eines Tages hatte sich Johan das Ding, rein aus Neugier, einmal umgebunden. Als er am Abend seine Werte analysierte, staunte er: Seine effektive, rationale Gehirnt\u00e4tigkeit lag nur bei 76 Prozent. Daneben gab es immer mal wieder ungeordnete Denkphasen, chaotische Ausschl\u00e4ge nach oben oder unten oder inkoh\u00e4rente Gedankenmuster. Zum Beispiel hier, dieser Ausschlag kurz nach elf Uhr: Der Kollege vom B\u00fcro nebenan hatte ihm einen Witz erz\u00e4hlt; da, um 14 Uhr, hatte er sich von ein paar unn\u00f6tigen Mails ablenken lassen, und hier, gegen halb sechs, hatte er doch tats\u00e4chlich einige Zeit lang gedankenlos zum Fenster hinausgetr\u00e4umt.<br \/>Die Selbsterkenntnis hatte ihm einen regelrechten Schock versetzt. War er doch nicht so effizient und rational, wie er glaubte? Er, der Chefprogrammierer eines Unternehmens f\u00fcr humanoid-identische Intelligenz! Verst\u00f6rt hatte er an diesem Abend einen Ort zum Nachdenken gesucht und war dabei in seiner Bibliothek gelandet, jenem stillen Nostalgieraum mit den altert\u00fcmlichen Wissensspeichern. Warum ihm dort ausgerechnet dieses eine Buch ins Auge stach, konnte er sp\u00e4ter gar nicht mehr sagen. Vielleicht war es der gr\u00fcne Einband, der sich von den blaugrauen Lehrb\u00fcchern so abhob? Vielleicht war es auch der kuriose Titel:<br \/>Der elektrische M\u00f6nch. <br \/>Was mochte das sein? Johan zog das Buch aus dem Regal und begann zu bl\u00e4ttern.<br \/>Die Handlung erschien unzusammenh\u00e4ngend und reichlich fantastisch. Doch dieser Absatz auf der dritten Seite war interessant: &#171;Der elektrische M\u00f6nch&#187;, stand da, &#171;war ein Ger\u00e4t zur Arbeitseinsparung wie ein Geschirrsp\u00fcler oder Videorekorder. Geschirrsp\u00fcler sp\u00fclten f\u00fcr einen das langweilige Geschirr und ersparten einem so die M\u00fche, es selbst sp\u00fclen zu m\u00fcssen; Videorekorder sahen sich f\u00fcr einen langweilige Fernsehprogramme an und ersparten einem so die M\u00fche, sie selbst ansehen zu m\u00fcssen; elektrische M\u00f6nche glaubten f\u00fcr einen gewisse Dinge und ersparten einem damit, was allm\u00e4hlich zu einer immer beschwerlicheren Aufgabe wurde, n\u00e4mlich alle Dinge zu glauben, die zu glauben die Welt von einem erwartete. &#171;<br \/>1987 war das Buch erschienen. Erstaunlich weitsichtig, dachte Johan anerkennend. Wer war der Autor noch mal? &#187; Douglas Adams , Autor des Bestsellers<br \/>Per Anhalter durch die Galaxis. &#187; <br \/>Nie geh\u00f6rt, dachte Johan, aber die Konsequenz, mit der hier der Gedanke der Rationalisierung zu Ende gedacht wurde, gefiel ihm. Dass intelligente Systeme viel mehr konnten als Spracherkennung, Autofahren oder Haushaltspflege, lag auf der Hand. Sie jedoch auch das Glauben \u00fcbernehmen zu lassen war wirklich originell.<br \/>Und warum beim Glauben stehen bleiben? Johan sp\u00fcrte, wie ihn ein Kribbeln erfasste. K\u00f6nnte man nicht auch andere st\u00f6rende Eigenschaften auslagern und sich auf diese Weise davon befreien? Den \u00e4rgerlichen Hang zum Rumtr\u00f6deln und Aufschieben etwa, das unn\u00fctze Aus-dem-Fenster-Starren? Die Melancholie, die einen mitunter grundlos \u00fcberf\u00e4llt und einem das klare Denken raubt? Oder noch allgemeiner: all jene ineffizienten T\u00e4tigkeiten, die den Defiziten des menschlichen Charakters geschuldet sind und mit so unwissenschaftlichen Begriffen wie Religion, Kunst oder Mu\u00dfe belegt werden? Ja, dachte Johan, man m\u00fcsste eine Maschine bauen, die auch solche Ausw\u00fcchse menschlicher Idiotie simulieren k\u00f6nnte. Erst dann h\u00e4tte man bewiesen, dass Maschinen dem Menschen wirklich auf allen Gebieten ebenb\u00fcrtig oder sogar \u00fcberlegen waren! Und war nicht genau dies letztlich das Ziel der k\u00fcnstlichen Intelligenz?<\/p>\n<div id=\"td_post_ranks\" class=\"td-post-comments\" style=\"vertical-align: middle;\">\n<div style=\"float: left;\">\nSimilarity rank: 0\n<\/div>\n<\/div>\n<p><script>\njQuery(function() {\nvar mainContentMetaInfo = '.td-post-header .meta-info';\nvar tdPostRanks = '#td_post_ranks';\nif (jQuery(tdPostRanks).length) {\n    var tdPostRanksHtml = jQuery(tdPostRanks).get(0).outerHTML;\n    if (typeof tdPostRanksHtml != 'undefined') {\n        jQuery(tdPostRanks).remove();\n        jQuery(mainContentMetaInfo).append(tdPostRanksHtml);\n    }\n}\n});\n<\/script><span>&copy; Source: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/2017\/02\/kuenstliche-intelligenz-roboter-zukunft-algorithmus-musse-faulheit\" target=\"_blank\">http:\/\/www.zeit.de\/2017\/02\/kuenstliche-intelligenz-roboter-zukunft-algorithmus-musse-faulheit<\/a><br \/>All rights are reserved and belongs to a source media.<\/span><\/p>\n<script>jQuery(function(){jQuery(\"#td_post_ranks\").remove();});<\/script><script>jQuery(function(){jQuery(\".td-post-content\").find(\"p\").find(\"img\").hide();});<\/script>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Diesmal w\u00fcrde es gl\u00fccken! 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