<!--DEBUG:--><!--DEBUG:dc3-deutschland-mix-in-german-pdf-2--><!--DEBUG:--><!--DEBUG:dc3-deutschland-mix-in-german-pdf-2--><!--DEBUG-spv-->{"id":421676,"date":"2017-01-22T17:07:00","date_gmt":"2017-01-22T13:07:00","guid":{"rendered":"http:\/\/nhub.news\/?p=421676"},"modified":"2017-01-23T00:04:25","modified_gmt":"2017-01-22T22:04:25","slug":"sean-spicer-kommandeur-der-neuen-wahrheit","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/nhub.news\/ru\/2017\/01\/sean-spicer-kommandeur-der-neuen-wahrheit\/","title":{"rendered":"Sean Spicer: Kommandeur der neuen Wahrheit"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><img style=\"float: left; padding: 5px;\" width=\"300px\" src=\"http:\/\/img.zeit.de\/politik\/deutschland\/2017-01\/sean-spicer-pressesprecher\/wide__1300x731\" alt=\"NewsHub\" border=\"0\" \/>Als Reservist der<br \/>Navy steht Sean Spicer im Rang eines Commanders, an Bord eines Schiffs kommt \u00fcber ihm nur noch der Kapit\u00e4n. Seine Rolle als<br \/>Pressesprecher des Wei\u00dfen Hauses interpretiert Spicer offenbar genau so: In<br \/>seiner ersten Pressekonferenz nach dem Antritt seines Chefs<br \/>Donald Trump als US-Pr\u00e4sident wollte er den anwesenden Journalisten eine Wahrheit diktieren,<br \/>die zwar nicht mit der Realit\u00e4t in Einklang zu bringen ist, aber<br \/>ganz dem Selbst- und Weltbild seines Chefs entspricht.<br \/>Spicer hat seinen Master am Naval War College in Rhode Island gemacht <br \/>und ist seit 17 Jahren Marinereservist. Bis vor<br \/>wenigen Tagen war er der Kommunikationsdirektor und oberste Stratege des<br \/>Republican National Committee, der Parteif\u00fchrung der Republikanischen <br \/>Partei. Am Samstag begann seine Arbeit im Wei\u00dfen Haus mit<br \/>einer Standpauke, die er ablesen musste \u2013 und die erahnen l\u00e4sst,<br \/>wie die \u00d6ffentlichkeitsarbeit der US-Regierung in den kommenden vier<br \/>Jahren aussehen wird.<br \/>Bei der Pressekonferenz ging es praktisch<br \/>nur um ein Thema: die<br \/>Zuschauerzahlen bei Trumps Vereidigung vor<br \/>dem Kapitol in Washington, D. C. Nicht Trumps erste pr\u00e4sidiale<br \/>Verf\u00fcgungen wurden diskutiert, mit denen er den<br \/>Affordable Care Act von Obama aushebelt und finanzschwachen<br \/>Hausk\u00e4ufern h\u00f6here<br \/>Hypothekenzahlungen beschert. Es ging nur darum, dass zu Trumps<br \/>Vereidigung nicht ann\u00e4hernd so viele Menschen gekommen waren wie zu<br \/>Obama. <br \/>Die Berichte, belegt<br \/>mit Fotos und Analysen unter anderem des \u00f6ffentlichen Nahverkehrs,<br \/>haben den neuen Pr\u00e4sidenten gekr\u00e4nkt. Sie haben ihn an seiner empfindlichsten Stelle<br \/>getroffen, seinem Ego. Spicer stellte die Berichte \u00fcber die Zuschauerzahlen als absichtlich<br \/>irref\u00fchrend dar und verk\u00fcndete eigene, durch nichts belegte und<br \/>teils nachweislich falsche &#171;Fakten&#187;. Ganz in der Tradition<br \/>seines Commander in Chiefs.<br \/>Nun hat der<br \/>Pressesprecher des Wei\u00dfen Hauses grunds\u00e4tzlich keine sonderlich<br \/>dankbare Aufgabe. Man denke nur an Ari Fleischer, der<br \/>einst den Irak-Krieg verteidigen musste , den George W. Bush<br \/>angezettelt hatte. Es ist auch nicht der Job des Pressesprechers, der<br \/>beste Freund der Journalisten zu sein.<br \/>Aber die Premiere von Spicer war nichts anderes als eine Kampfansage an die<br \/>Medien \u2013 auch jenseits des Versuchs, Fakten zu leugnen und Zahlen<br \/>sch\u00f6nzureden. Er wolle zun\u00e4chst &#171;ein wenig \u00fcber die<br \/>Berichterstattung der vergangenen 24 Stunden diskutieren&#187;, sagt<br \/>er zu Beginn. ( Hier<br \/>das Video der Veranstaltung und hier<br \/>das komplette Transkript, mit Anmerkungen der Washington Post )<br \/>Allerdings lie\u00df er keine einzige Frage zu, weshalb es auch keine<br \/>Diskussion wurde, sondern ein Anschiss, wie man ihn von einem<br \/>Offizier der Reserve erwarten kann. Schon die Form dessen, was<br \/>eigentlich eine Pressekonferenz sein sollte, war also bemerkenswert.<br \/>Sp\u00e4ter legte er den<br \/>Journalisten nahe, \u00fcber die Verz\u00f6gerungen im Senat bei der<br \/>Best\u00e4tigung von Mike Pompeo als neuem CIA-Direktor zu berichten:<br \/>&#171;Das ist es, wor\u00fcber ihr schreiben solltet, anstatt Zwietracht<br \/>(\u00fcber die Zuschauerzahlen bei Trumps Inauguration \u2013 Anm. d. Red.)<br \/>zu s\u00e4en&#187;. Zu Trumps Lieblingswerkzeugen geh\u00f6rt die Ablenkung<br \/>von unangenehmen Themen, das hat Spicer offenbar schon gut<br \/>verinnerlicht.<br \/>Er drohte Journalisten auch ganz offen: &#171;Es wurde viel geredet \u00fcber die Verantwortung, Donald<br \/>Trump zur Rechenschaft zu ziehen&#187;, sagte er, &#171;und ich bin<br \/>hier, um euch zu sagen: Das geht in zwei Richtungen. Wir werden<br \/>unsererseits die Presse zur Rechenschaft ziehen. &#187; Man kann das<br \/>als Einsch\u00fcchterungsversuch deuten, erst recht, wenn man Trumps<br \/>Aussage vom selben Tag kennt, die<br \/>er vor 400 CIA-Mitarbeitern machte (Minute 10:29 im Video): &#171;Wie<br \/>Sie wissen, befinde ich mich in einem anhaltenden Krieg mit den<br \/>Medien. &#171;<br \/>Schon jetzt fragen<br \/>sich deshalb manche , ob es angesichts der L\u00fcgen und Drohungen nicht besser w\u00e4re, gar nicht erst zu den<br \/>Pressekonferenzen des Wei\u00dfen Hauses zu gehen. Doch eine Meuterei gegen den<br \/>Commander w\u00e4re kontraproduktiv. Denn Spicer f\u00fcgte der ersten<br \/>Drohung noch eine zweite hinzu: &#171;Das amerikanische Volk<br \/>verdient etwas Besseres. Und so lange er (Trump) als Botschafter<br \/>dieser unglaublichen Bewegung dient, wird er seine Botschaften direkt<br \/>zum Volk bringen. &#187; Was bedeutet: Wof\u00fcr braucht mein Chef euch<br \/>noch, wenn er doch Twitter hat und ohne l\u00e4stige Filter, Analysen und<br \/>Faktenchecks zu den B\u00fcrgern sprechen kann?<br \/>Au\u00dferdem hat er offenbar schon Verb\u00fcndete gefunden: Die rechte Website Breitbart hat Spicers alternative &#171;Fakten&#187; unwidersprochen \u00fcbernommen. <br \/>Gerade deshalb ist es so wichtig, dass Journalisten weiter zu den Pressekonferenzen gehen und dort verbreitete L\u00fcgen auch als solche benennen.<\/p>\n<div id=\"td_post_ranks\" class=\"td-post-comments\" style=\"vertical-align: middle;\">\n<div style=\"float: left;\">\nSimilarity rank: 2.1\n<\/div>\n<\/div>\n<p><script>\njQuery(function() {\nvar mainContentMetaInfo = '.td-post-header .meta-info';\nvar tdPostRanks = '#td_post_ranks';\nif (jQuery(tdPostRanks).length) {\n    var tdPostRanksHtml = jQuery(tdPostRanks).get(0).outerHTML;\n    if (typeof tdPostRanksHtml != 'undefined') {\n        jQuery(tdPostRanks).remove();\n        jQuery(mainContentMetaInfo).append(tdPostRanksHtml);\n    }\n}\n});\n<\/script><span>&copy; Source: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/politik\/ausland\/2017-01\/sean-spicer-donald-trump-pressesprecher-medien\" target=\"_blank\">http:\/\/www.zeit.de\/politik\/ausland\/2017-01\/sean-spicer-donald-trump-pressesprecher-medien<\/a><br \/>All rights are reserved and belongs to a source media.<\/span><\/p>\n<script>jQuery(function(){jQuery(\"#td_post_ranks\").remove();});<\/script><script>jQuery(function(){jQuery(\".td-post-content\").find(\"p\").find(\"img\").hide();});<\/script>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Als Reservist derNavy steht Sean Spicer im Rang eines Commanders, an Bord eines Schiffs kommt \u00fcber ihm nur noch der Kapit\u00e4n. 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