<!--DEBUG:--><!--DEBUG:dc3-deutschland-mix-in-german-pdf-2--><!--DEBUG:--><!--DEBUG:dc3-deutschland-mix-in-german-pdf-2--><!--DEBUG-spv-->{"id":487155,"date":"2017-03-28T06:22:00","date_gmt":"2017-03-28T02:22:00","guid":{"rendered":"http:\/\/nhub.news\/?p=487155"},"modified":"2017-03-28T06:25:07","modified_gmt":"2017-03-28T04:25:07","slug":"welch-schone-verschwendung","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/nhub.news\/ru\/2017\/03\/welch-schone-verschwendung\/","title":{"rendered":"Welch sch\u00f6ne Verschwendung"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><b>Herz des renovierten Hotels Sheraton Park Lane in London bleibt der riesige Art-d\u00e9co-Ballsaal &#8212; er treibt Baul\u00f6wen die Tr\u00e4nen in die Augen.<\/b> <br \/>Herzst\u00fcck des renovierten Hotels Sheraton Park Lane in London bleibt der riesige Art-d\u00e9co-Ballsaal &#8212; sein Anblick treibt Baul\u00f6wen die Tr\u00e4nen in die Augen. Erholen k\u00f6nnen sie sich beim besten Afternoon Tea der Stadt.<br \/>Am 4. November 1939 schrieb Bracewell Smith, Erbauer und Betreiber des Park-Lane-Hotels, einen Brief an seine langj\u00e4hrige amerikanische Kundin Edna Westcott. Er versicherte der &#171;verehrten Dame&#187;, dass die von ihr ge\u00e4u\u00dferten Sorgen wegen m\u00f6glicher deutscher Luftangriffe w\u00e4hrend ihres geplanten Besuchs in London ganz unbegr\u00fcndet seien: &#171;Unser Luftschutzkeller ist von der Stadtteilverwaltung Westminster gepr\u00fcft worden und fraglos einer der sichersten und bequemsten in London&#187;, so Smith. Und trotz steigender Kosten seien auch die Preise noch immer die gleichen: 14 Pfund, sechs Schillinge pro Nacht f\u00fcr ein Einzel-, 25 Pfund f\u00fcr ein Doppelzimmer, beide selbstredend mit privatem Bad. <br \/>Ein paar Pfund mehr muss man mittlerweile schon bereithalten, wenn man eine Nacht im Park Lane Hotel an Piccadilly verbringen m\u00f6chte &#8212; aber 1939 war diese W\u00e4hrung ja auch noch eine ganze Menge mehr wert. Bracewell Smiths Brief ist heute in einer kleinen, in die Wand eingelassenen Vitrine nahe der Rezeption zu besichtigen. Es ist eines der vielen Details, mit denen das Hotel auf seine 90-j\u00e4hrige Geschichte hinweist. <br \/>Das Haus geh\u00f6rt zwar schon seit Mitte der Neunzigerjahre zur Sheraton-Gruppe, tr\u00e4gt aber erst seit 2016 offiziell den Namen Sheraton Grand London Park Lane. Gl\u00fccklicherweise verstr\u00f6mt es, anders als manch anderes Haus der Kette, nicht durchgehend die Atmosph\u00e4re einer Executive Lounge. Es ist, wie das Ritz, das Dorchester und das Savoy, an deren legend\u00e4ren Status es nie ganz heranreichte, ein Hotel, das von Beginn an von hochindividuellem Charakter lebte. Und es hat nach zweij\u00e4hriger Renovierung, anders als beispielsweise das umgebaute Savoy mit seinem aufdringlichen Oligarchen-Schick, viel von diesem Charakter bewahrt. <br \/>Der Name des Hotels f\u00fchrt etwas in die Irre, der Haupteingang liegt nicht an der Park Lane. Auch nicht an Piccadilly, obwohl die fayencenverzierte Portlandstein-Fassade dort am pr\u00e4chtigsten ist, sondern eher versteckt auf der R\u00fcckseite, in der Brick Street. An der Rezeption in der unauff\u00e4lligen Eingangshalle vorbei gelangt man in den zweitber\u00fchmtesten Raum des Hotels: Der Palm Court ist tags\u00fcber das Herz des Hauses; hier wird der High Tea serviert, ein wirklicher Geheimtipp in einer Stadt, in der man sich vor Angeboten kaum retten kann, bei denen Tee, Gurkensandwiches, K\u00fcchlein, Scones mit Streichrahm und Marmelade kredenzt werden. <br \/>Stammg\u00e4ste werden zweimal hinschauen m\u00fcssen, um den Palm Court wiederzuerkennen: Verschwunden sind die Seidentapeten mit fern\u00f6stlichen Vogelmustern, verschwunden die hellen Bambusm\u00f6bel und die chinesischen Vasen. Sie gaben dem Raum zwei Jahrzehnte lang ein (gerade aufgrund seiner leichten Durchgesessenheit) heimeliges, neokolonialistisches Gepr\u00e4ge. Die Innenarchitektin Maria Katsarou Vafiadis hat nicht nur die auff\u00e4llig vergoldete, monstranzartige Uhr \u00fcber der Bar an der Stirnwand entfernt, sondern auch Arrangement und Farbpalette des Mobiliars komplett umgekrempelt. <br \/>Geschmackssache, ob die violetten und sattgelben T\u00f6ne, die jetzt vorherrschen, eine Verbesserung darstellen. Der High Tea, der hier allnachmitt\u00e4glich von einer Harfenistin begleitet wird, hat jedenfalls nichts von seiner Qualit\u00e4t eingeb\u00fc\u00dft: Sandwiches mit ger\u00e4uchertem Lachs und Kapernsahne oder Schinken mit Sellerie- und Senfremoulade auf Rote-Bete-Brot erg\u00e4nzen das obligatorische S\u00fc\u00dfgeb\u00e4ck. <br \/>&#171;Birdcage Afternoon Tea&#187; hei\u00dft das Men\u00fc jetzt, und das, obwohl im ganzen Hotel kein einziger Vogelk\u00e4fig zu entdecken ist. Tats\u00e4chlich ist auch diese Bezeichnung ein historischer Verweis: Die damals neuartige Stahlrahmenstruktur, auf der das Hotel aufgebaut ist, wurde in der Rohbauphase aufgrund der optischen \u00c4hnlichkeit &#171;bird cage&#187; genannt. Der Hotelgr\u00fcnder Bracewell Smith wollte nun einmal so modern bauen wie m\u00f6glich. Bei der Innengestaltung orientierte er sich daher weitgehend am Stil der Zeit, dem Art d\u00e9co. <br \/>Das ist das Pfund, mit dem das Hotel heute wuchert: Die Innenarchitektin Viafidis wollte die 303 Zimmer in so etwas wie Neo-Art-d\u00e9co gestalten, was weitgehend gelungen ist, von den Original-Marmorb\u00e4dern bis zu den blattvergoldeten Zimmerdecken und Armani-Chaiselongues in den Grand Suites. Bracewell Smith wusste zugleich, dass er seinen \u00fcberwiegend amerikanischen G\u00e4sten ein Qu\u00e4ntchen Altweltcharme schuldete. Er bewies das mit der Einrichtung des &#171;Tudor Ball Room&#187;, eines mit reichlich Holzvert\u00e4felung und prachtvoller Stuckdecke aufwartenden Saales.<\/p>\n<p><span>\u00a9 Source: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/reise\/hotel-sheraton-park-lane-in-london-welch-schoene-verschwendung-1.3429701?source=rss\" target=\"_blank\">http:\/\/www.sueddeutsche.de\/reise\/hotel-sheraton-park-lane-in-london-welch-schoene-verschwendung-1.3429701?source=rss<\/a><br \/>\nAll rights are reserved and belongs to a source media.<\/span><\/p>\n<script>jQuery(function(){jQuery(\".vc_icon_element-icon\").css(\"top\", \"0px\");});<\/script><script>jQuery(function(){jQuery(\"#td_post_ranks\").css(\"height\", \"10px\");});<\/script><script>jQuery(function(){jQuery(\".td-post-content\").find(\"p\").find(\"img\").hide();});<\/script>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Herz des renovierten Hotels Sheraton Park Lane in London bleibt der riesige Art-d\u00e9co-Ballsaal &#8212; er treibt Baul\u00f6wen die Tr\u00e4nen in die Augen. 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