<!--DEBUG:--><!--DEBUG:dc3-deutschland-mix-in-german-pdf-2--><!--DEBUG:--><!--DEBUG:dc3-deutschland-mix-in-german-pdf-2--><!--DEBUG-spv-->{"id":519423,"date":"2017-05-04T09:54:00","date_gmt":"2017-05-04T07:54:00","guid":{"rendered":"http:\/\/nhub.news\/?p=519423"},"modified":"2017-05-04T11:10:42","modified_gmt":"2017-05-04T09:10:42","slug":"25-stunden-beschimpfungen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/nhub.news\/ru\/2017\/05\/25-stunden-beschimpfungen\/","title":{"rendered":"2,5 Stunden Beschimpfungen!"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><b>Es war DAS Duell vor der Schicksalswahl in Frankreich am Sonntag. Und die lange TV-Debatte zwischen Favorit Emmanuel Macron (39) und Marine Le Pen (48) am Mittwochabend hatte es in sich. Eines ist<\/b><br \/>\nEs war DAS Duell vor der Schicksalswahl in Frankreich am Sonntag. Und die lange TV-Debatte zwischen Favorit Emmanuel Macron (39) und Marine Le Pen (48) am Mittwochabend hatte es in sich.<br \/>Eines ist klar: Ein Bier gingen sie danach nicht miteinander trinken; dass sie Freunde f\u00fcrs Leben werden \u2013 unvorstellbar.<br \/>Es trafen zwei grundverschiedene Modelle aufeinander, politisch wie pers\u00f6nlich.<br \/>\u25ba Auf der einen Seite: der junge, smarte Senkrechtstarter, links der Mitte und pro-europ\u00e4isch. <br \/>\u25ba Auf der anderen: die mit allen Wassern gewaschene Stimmenf\u00e4ngerin vom Front National (FN) , deutlich rechts von der Mitte und erkl\u00e4rterma\u00dfen f\u00fcr das Ende der EU.<br \/>Einzige Gemeinsamkeit: Beide traten in dunkelblau mit wei\u00dfem Hemd\/Bluse auf.<br \/>Nach einem noch relativ freundlichen Beginn wurde es schnell hitzig, dann sehr hitzig, die Worte \u00fcberschlugen sich; \u00fcberfordert wirkten vor allem die beiden Moderatoren.<br \/>Le Pen attackierte den Ex-Wirtschaftsminister scharf, nannte den Kandidaten einen \u201eh\u00e4mischen Banker\u201c, der f\u00fcr \u201ewilde Globalisierung&#187; stehe.<br \/>Macron warf seiner Kontrahentin vor, \u201eL\u00fcgen\u201c und \u201eUnsinn\u201c zu verbreiten und nicht finanzierbare Wahlversprechen zu machen. Er dagegen wolle auf den Erfolgen und der St\u00e4rke Frankreichs aufbauen.<br \/>154 Minuten beharkten sich die beiden Bewerber um den Posten des n\u00e4chsten franz\u00f6sischen Pr\u00e4sidenten. Der \u201eFigaro\u201c titelte danach online: \u201e2h30 lang Beschimpfungen\u201c.<br \/>Tats\u00e4chlich schenkten sie sich \u2013 erwartungsgem\u00e4\u00df \u2013 rein gar nichts, waren aggressiv, wurden auch pers\u00f6nlich.<br \/>Angriffslustig, hitzig, laut, jederzeit wortreich &#8230; Die rauchig-tiefe Stimme des Rechtspopulistin gegen die manchmal hohe Stimme des jungen Politstars aus Nordostfrankreich.<br \/>Beide gerieten mehrmals hart aneinander, in der Ausl\u00e4nder- und Sicherheitspolitik wie in EU-Fragen.<br \/>Eine wirkliche Bl\u00f6\u00dfe gab sich keiner der beiden. Allerdings: Beim kritischen Thema Sicherheit gegen Terror konnte Hardlinerin Le Pen nicht wirklich punkten, eher im Gegenteil.<br \/>\u201eSie schlagen nichts vor, sie haben sich gegen alle Vorschl\u00e4ge der EU gestellt, um Terroristen zu bek\u00e4mpfen\u201c, wirft Macron ihr vor. Le Pen warf ihm \u201e Gef\u00e4lligkeit mit dem islamistischen Fundamentalismus&#187; vor und warb, ausl\u00e4ndische Gef\u00e4hrder sofort aus Frankreich auszuweisen.<br \/>Punkten konnte Macron bei der Schulpolitik (seine Frau ist seine Lehrerin &#8230;) : W\u00e4hrend Le Pen sehr im Vagen blieb (\u201eFranz\u00f6sisch ist das Wichtigste\u201c) legte Macron konkrete Vorschl\u00e4ge vor, wie er gedenkt, das Schulsystem f\u00fcr die Zukunft zu st\u00fctzen, vor allem die Grundschule.<br \/>Ein Eindruck, der sich durch die ganze Debatte zog: Le Pen war von Anfang an auf Angriff aus. Es schien als sollte sich die Wut und die Angst ihrer Anh\u00e4nger in ihr wiederspiegeln. Macron nannte sie entsprechend eine \u201eHohepriesterin der Angst\u201c.<br \/>\u25ba Als er Le Pen f\u00fcr ihre falschen Aussagen hinsichtlich der franz\u00f6sischen Wirtschaft angriff, konterte sie: \u201eSie versuchen mit mir zu spielen wie ein Lehrer mit einem Sch\u00fcler.\u201c<br \/>Das klang nach einer fiesen Anspielung auf Macrons Ehefrau Brigitte! Denn: Sie ist 24 Jahre \u00e4lter als er \u2013 und war Macrons Franz\u00f6sischlehrerin.<br \/>Als 17-j\u00e4hriger Sch\u00fcler verliebte er sich in die damals 40-j\u00e4hirge Mutter dreier Kinder und versprach ihr, nach dem Studium in Paris in die Heimatstadt Amiens zur\u00fcckzukehren, um mit ihr zusammen zu sein. Die beiden sind seit 2007 gl\u00fccklich verheiratet.<br \/>Doch ob solche pers\u00f6nlichen Angriffe Le Pen wirklich helfen?<br \/>Insgesamt wurde bei der TV-Debatte deutlich: W\u00e4hrend Le Pen wenig eigene Vorschl\u00e4ge brachte, machte sie stattdessen Macron f\u00fcr so ziemlich alles Schlechte in Frankreich verantwortlich und warf ihm vor allem massive Fehler in seiner Zeit als Wirtschaftsminister unter dem noch amtierenden Pr\u00e4sidenten, dem Sozialisten Fran\u00e7ois Hollande, vor.<br \/>Das zwang Macron einerseits dazu, sich h\u00e4ufig rechtfertigen zu m\u00fcssen und ihre falschen Behauptungen richtig zu stellen. Andererseits wirkte er wesentlich sicherer im Stoff, war konkreter in seinen Pl\u00e4nen.<br \/>Laut einer ersten Umfrage ist Emmanuel Macron der klare Sieger. 63 Prozent der befragten Zuschauer hielten ihn f\u00fcr \u00fcberzeugender, 34 Prozent sahen Le Pen vorn.<br \/>Wichtig k\u00f6nnte sein, dass Macron auch bei den Anh\u00e4ngern des ausgeschiedenen Linkskandidaten Jean-Luc M\u00e9lenchon vorn lag. Aber: Viele von ihnen sehen Macrons wirtschaftsfreundliche Positionen kritisch und erw\u00e4gen, nicht zur Wahl zu gehen oder einen leeren Umschlag in die Urne zu werfen.<br \/>Die entscheidende Frage nun: Was bedeutet die TV-Schlacht f\u00fcr die Wahl am kommenden Sonntag?<br \/>\u25ba Laut Umfragen f\u00fchrt Macron zwar mit vermeintlich komfortablen 59 Prozent vor Le Pen mit 41 Prozent. Doch die zweite gro\u00dfe Frage ist: <br \/>Was machen die W\u00e4hler, die in der ersten Wahlrunde vor zehn Tagen f\u00fcr einen der anderen neun Kandidaten gestimmt haben (immerhin rund 22 Millionen) und nun unentschlossen sind?<br \/>47,58 Millionen Franzosen waren zur Wahl des Nachfolgers von Hollande aufgerufen: 37 Millionen gingen zur Urne und so ist die dritte gro\u00dfe Frage: Wie viele werden es am Sonntag sein? <br \/>Die Fernsehdebatte zwischen den beiden Wahlrunden ist in Frankreich traditionell einer der wichtigsten Moment des langen Wahlkampfs.<br \/>\u25ba 2002 lehnte der sp\u00e4tere Pr\u00e4sident Jacques Chirac (84) ein TV-Duell gegen den Konkurrenten von rechts, Marines Vater Jean-Marie (88) , noch kategorisch ab. Nun aber ist das Treffen schon fast selbstverst\u00e4ndlich: Ein Zeichen auch, dass der FN im Land \u201eangekommen\u201c ist. <br \/>\u25ba 2012 verfolgten fast 18 Millionen Fernsehzuschauer das TV-Duell zwischen Hollande und dem Konservativen Nicolas Sarkozy (62) , der am Ende knapp verlor.<br \/>Es ist jene Zahl, die eine (r) braucht, der\/die Frankreichs n\u00e4chster Pr\u00e4sident werden m\u00f6chte: Bisher ergatterte der Front National Truppe nie mehr als 6,8 Millionen Stimmen. Bei der 1. Runde am 23. April waren es bereits 7,6 Millionen \u2013 ein historisches Ergebnis.<br \/>Le Pens Abstand zu Macron: Ziemlich genau eine Millionen Stimmen&#8230;<br \/>Hoffnung kann Le Pen daraus sch\u00f6pfen, dass sie den konservativen Politiker Nicolas Dupont-Aignan (56) auf ihre Seite gezogen hat.<br \/>Sie hofft, mit ihm Frankreichs W\u00e4hler der Mitte zu gewinnen \u2013 immerhin haben knapp 1,7 Millionen f\u00fcr den Gr\u00fcnder der nationalkonservativen Splitterpartei \u201eDebout la France\u201c (etwa: Aufrecht, Frankreich) gestimmt. Zum Dank winkt dem B\u00fcrgermeister einer Kleinstadt s\u00fcdlich von Paris das Amt des Premierministers.<br \/>Der Drittplatzierte Fran\u00e7ois Fillon (63) , mit nur 560 000 Stimmen hinter Le Pen (die k\u00fcrzlich eine seiner Reden abgekupfert hat) hat dagegen sofort seine 7,2 Millionen W\u00e4hler aufgerufen, Macron zu w\u00e4hlen.<br \/>\u201eSie sind das Frankreich, das sich unterwirft!\u201c, wirft Le Pen Macron vor. Sie hingegen wolle nicht die Vize-Kanzlerin von Angela Merkel sein.<br \/>Damit zielt sie direkt auf die W\u00e4hler von M\u00e9lenchon ab und seine Partei, die sich schon im Namen \u201enicht unterwirft\u201c.<br \/>M\u00e9lenchon war in der Vergangenheit ausf\u00e4llig gegen\u00fcber Deutschland und der Kanzlerin geworden.<br \/>\u25ba Tats\u00e4chlich ist jene Schiene ihre einzige Chance, Macron noch irgendwie abzufangen: Sie braucht die rund sieben Millionen Stimmen der (extremen) Linken, die der Alt-Linksau\u00dfen \u2013 schon fast sensationell \u2013 auf sich vereint hat.<br \/>Eine Wahlempfehlung verweigert der gescheiterte Kommunist zwar bislang. Aber er warnte eindringlich davor, Le Pen zur Pr\u00e4sidentin zu machen.<br \/>Man sei gegen Le Pen und den Front National, aber auch nicht sonderlich \u00fcberzeugt von Macron, h\u00f6rt man dieser Tage oft in Frankreich. Dass sich halb Frankreich in ein Land der Radikalinskis verwandeln soll, das wollen viele nicht hoffen. Aber \u00dcberzeugung h\u00f6rt sich anders an.<br \/>PS: Sind Sie bei Facebook? 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