<!--DEBUG:--><!--DEBUG:dc3-deutschland-mix-in-german-pdf-2--><!--DEBUG:--><!--DEBUG:dc3-deutschland-mix-in-german-pdf-2--><!--DEBUG-spv-->{"id":525365,"date":"2017-05-08T21:25:00","date_gmt":"2017-05-08T19:25:00","guid":{"rendered":"http:\/\/nhub.news\/?p=525365"},"modified":"2017-05-08T23:07:43","modified_gmt":"2017-05-08T21:07:43","slug":"populismus-zuge-eines-wunderheilers","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/nhub.news\/ru\/2017\/05\/populismus-zuge-eines-wunderheilers\/","title":{"rendered":"Populismus: Z\u00fcge eines Wunderheilers"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><b>Le Pen hat die Wahl verloren. Der Populismus aber ist nicht geschlagen \u2013 Macron ist selbst ein Populist. In den Erwartungen an ihn liegt die gr\u00f6\u00dfte Gefahr.<\/b><br \/>\nEmmanuel Macron ist der neue Pr\u00e4sident Frankreichs. Er hat die Populistin Marine Le Pen eindrucksvoll besiegt.<br \/>Der Populismus ist aber nicht geschlagen \u2013 schon alleine deshalb, weil Macron selbst ein Populist ist. Ein guter, m\u00f6chte man sagen; einer, der nicht Angst, sondern Optimismus verbreitet; einer, dem man vertrauen will und soll. Sein Sieg ist eine sehr gute Nachricht.<br \/>Das \u00e4ndert nichts an der Grundstruktur dieses Politikers und seines Erfolges.<br \/>Macron ist auf den Tr\u00fcmmern der traditionellen Parteien entstanden. Es gibt ihn und seine Bewegung, ihn und sein Wahlvolk. Vermittelnde Instanzen gibt es so gut wie nicht. Bisher nicht. Man wird sehen, ob aus Macrons Bewegung En Marche! eine Partei entstehen wird. Doch vorerst ist er EIN Mann an der Spitze, umgeben von einem kleinen Zirkel von Beratern. In vielen Kommentaren steht recht beil\u00e4ufig der Hinweis zu lesen, Macron sei das j\u00fcngste Staatsoberhaupt Frankreichs seit Napoleon Bonaparte. Das ist mehr als nur die Feststellung einer Tatsache. Der Bonapartismus ist als franz\u00f6sische Spielart des Populismus in die Geschichte eingegangen.<br \/>Es sollen hier keine Missverst\u00e4ndnisse auftauchen.<br \/>Ein Wahlsieg von Marine Le Pen w\u00e4re f\u00fcr Europa eine t\u00f6dliche Gefahr gewesen. F\u00fcr Le Pen ist die EU ein V\u00f6lkergef\u00e4ngnis, das zerst\u00f6rt werden muss. Sie ist die antieurop\u00e4ische Populistin par excellence, die wichtigste in einer ganzen Reihe von Agitatoren, die ihre L\u00e4nder aus der EU f\u00fchren wollen. Ihre Niederlage ist nun schon die dritte f\u00fcr die Gegner der EU. In \u00d6sterreich verlor der FP\u00d6-Kandidat Norbert Hofer im Dezember 2016 die Pr\u00e4sidentschaftswahlen, im M\u00e4rz 2017 erzielte Geert Wilders in den Niederlanden nicht den erwarteten Erfolg. Die Welle des antieurop\u00e4ischen Populismus scheint gebrochen.<br \/>Mit dem Wahlsieg Macrons kann die EU durchatmen. Er hat einen ausgesprochen proeurop\u00e4ischen Wahlkampf gef\u00fchrt. Er hat sich zu Europa bekannt, wo andere hasenf\u00fc\u00dfig werden. Die EU hat nun etwas mehr Zeit und eine bessere Chance, die B\u00fcrger zu \u00fcberzeugen.<br \/>Doch der Erfolg Macrons macht eben auch eine problematische Tatsache sichtbar: Wir leben in populistischen Zeiten.<br \/>Die Gr\u00fcnde daf\u00fcr sind h\u00e4ufig benannt worden. Parteien, Kirchen, Gewerkschaften \u2013 alle traditionellen gesellschaftlichen Akteure haben ihre Bindekraft verloren. Die Digitalisierung der Gesellschaft beschleunigt den Prozess der Individualisierung und Personalisierung. Gleichzeitig werden immer mehr Menschen bedr\u00e4ngt, von Massenmigration, Arbeitslosigkeit und einem so schwer fassbaren Ph\u00e4nomen wie der Globalisierung.<br \/>Aus dieser Bedr\u00e4ngnis heraus w\u00e4chst die Sehnsucht nach Erl\u00f6sung. Erfolgreiche Politiker tragen mehr und mehr Z\u00fcge von Wunderheilern. So war es vor mehr als acht Jahren bei Barack Obama, so ist es jetzt bei Emmanuel Macron.<br \/>Der &#171;Heiler&#187; Obama hat ein gespaltenes Amerika hinterlassen, und welches Frankreich wird Macron hinterlassen?<br \/>Die Erwartungen sind hoch, entsprechend gro\u00df k\u00f6nnen die Entt\u00e4uschungen ausfallen.<br \/>Populismus baut auf Gef\u00fchlen auf. Das macht ihn so m\u00e4chtig, so fragil und so unberechenbar. Wer heute jubelt, der f\u00e4llt morgen schon in die Depression. Wer heute au\u00dfer sich vor Gl\u00fcck ist, kann morgen au\u00dfer sich vor Wut sein. Das ist dann die Stunde von Marine Le Pen und ihresgleichen in Europa. Denn sie ist die Hohepriesterin des Zorns, der Depression und der Angst. Macron hat gewiss viele Gegner. Doch der schwerste ist ausgerechnet der, der ihn gro\u00df gemacht hat: die Hoffnung.<\/p>\n<div id=\"td_post_ranks_tmp\" class=\"td-post-comments\" style=\"vertical-align: middle;display:none;\">\n<div style=\"float: left;\">Similarity rank: 1.1<\/div>\n<\/div>\n<p><script>\n\/*jQuery(function() {\nvar mainContentMetaInfo = '.td-post-header .meta-info';\nvar tdPostRanks = '#td_post_ranks';\nif (jQuery(tdPostRanks).length) {\n    var tdPostRanksHtml = jQuery(tdPostRanks).get(0).outerHTML;\n    if (typeof tdPostRanksHtml != 'undefined') {\n        jQuery(tdPostRanks).remove();\n        jQuery(mainContentMetaInfo).append(tdPostRanksHtml);\n    }\n}\n});*\/\n<\/script><span>\u00a9 Source: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/politik\/ausland\/2017-05\/populismus-frankreich-wahl-emmanuel-macron-eu-hoffnung\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">http:\/\/www.zeit.de\/politik\/ausland\/2017-05\/populismus-frankreich-wahl-emmanuel-macron-eu-hoffnung<\/a><br \/>\nAll rights are reserved and belongs to a source media.<\/span><\/p>\n<script>jQuery(function(){jQuery(\"#td_post_ranks\").remove();});<\/script><script>jQuery(function(){jQuery(\".td-post-content\").find(\"p\").find(\"img\").hide();});<\/script>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Le Pen hat die Wahl verloren. 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