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Der Imperator gibt kein Pardon

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NewsHubNun ist er es, der eine. Donald Trump, der 45. Präsident der USA, feierlich auf den Stufen des Kapitols ins Amt eingeführt und vereidigt. So wahr ihm Gott helfe.
Und uns. Seine Rede, die erste im Amt, hat gezeigt, welcher Geist von jetzt an herrscht. Das Amerika, wie er es repräsentiert, kommt zuerst, immer und überall. Pardon wird nicht gegeben. Die uramerikanische Vorstellung, auserwählt zu sein, ist zurück. Neue Zeiten sollen anbrechen? Alte Zeiten sollen zurückkehren.
Das Land, wie Donald Trump es sieht: am Boden, in seinem Stolz verletzt, mit Grabsteinen verfehlter Politik am Wegesrand und Abermillionen Menschen, die von pflichtvergessenen Staatsführern im Stich gelassen wurden. Bis er kam. Ein Land ohne Perspektive, regiert von einem Establishment, das weit entfernt ist von dem, was nottut.
Wie es klang: Ihr da oben, wir hier unten – und das aus dem Munde eines Milliardärs ohne jede politische Erfahrung. Eines Mannes aus dem goldenen Turm. Und das Gesicht von Barack Obama gerann zur Maske.
Denn keiner auf dieser Welt ist mächtiger als Donald Trump. Niemand sonst gebietet zur gleichen Zeit über eine sowohl wirtschaftliche als auch militärische Supermacht. Die Macht des amerikanischen Präsidenten ist groß, ist real. Und Trump will sie nutzen, sie anwenden, für alles mögliche, für neue Jobs, Infrastruktur aller Art – aber auch gegen alle, die er als Gegner ansieht. Die Vorstellungen dieses Präsidenten führen zu einer Restauration. Von Renovierung ist nicht die Rede.
Wäre das Gesagte vom Gestus her nicht antiintellektuell gewesen – man könnte meinen, Trump hätte Carl Schmitt gelesen. Und dann bedient sich der 70-jährige Präsident auch noch der modernsten, der jüngsten Mittel der Massenkommunikation, um seine Version von Führung auszuüben: Er kommuniziert direkt mit dem Volk. Wie er es tut, macht seinen Gegnern Angst. Was er sagt, auch den Freunden Amerikas.

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