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Bain Capital und Cinven setzen sich bei Stada durch

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Der Pharmahersteller Stada wird von Finanzinvestoren aus Großbritannien und den USA übernommen.
Der Poker dauerte bis zum frühen Montagmorgen. Dann hatten die Finanzinvestoren Bain Capital (USA) und Cinven (Großbritannien) den Zuschlag für die Übernahme des Arzneimittelherstellers Stada – für 5,3 Milliarden Euro, viel mehr als Analysten und Börsianer dem Vorstand und Aufsichtsrat von Stada zugetraut hatten. „Wir haben an einem Strang gezogen, wir hatten ein Ziel und ein Interesse. Und das Ziel haben wir erreicht“, fasste Stada-Chef Matthias Wiedenfels den Poker zusammen. Man habe 750 Millionen Euro mehr herausgeholt als Cinven anfangs geboten hatte. Falls die Beteiligungsfirmen wie geplant auf mehr als 75 Prozent an Stada kommen, ist der Hersteller von „Grippostad“ und „Ladival“ aus Bad Vilbel bei Frankfurt die größte Übernahme, die Finanzinvestoren in Deutschland je bewerkstelligt haben. Sie setzen bei Stada auf Wachstum, auch durch Übernahmen.
Ob es wirklich dazu kommt, ist allerdings unklar: Weil die Finanzinvestoren einen sehr hohen Preis gezahlt haben, müssen sie in den kommenden Jahren eine entsprechende Rendite erwirtschaften. Begünstigt könnte die der hohe Kaufpreis durch die niedrigen Zinsen worden sein. Allerdings wird Stada nun im operativen Geschäft sehr profitabel agieren müssen.
Das Investoren-Duo hatte sich das ganze Wochenende über ein Wettbieten um Stada mit dem rivalisierenden Konsortium aus den Beteiligungsgesellschaften Advent und Permira geliefert. „Da sind einige rote Linien überschritten worden“, sagte ein Insider. Bei 66 Euro – einschließlich der 72 Cent Dividende, die Stada für 2016 beschlossen hatte – wollten Advent und Permira nicht mehr dagegenhalten. „Am Ende war es recht eng“, sagte ein Verhandlungsteilnehmer. Bis zur vergangenen Woche hatten beide Bietergruppen je 58 Euro pro Stada-Aktie geboten. „Es hat keiner geschlafen – aber wir waren bis zur letzten Sekunde fit“, sagte Wiedenfels.

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