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Das Schicksal der politischen Häftlinge im KZ Bergen-Belsen steht im Fokus einer neuen Ausstellung der Gedenkstätte in der Lüneburger Heide. ‘Sie stellten mehr
Das Schicksal der politischen Häftlinge im KZ Bergen-Belsen steht im Fokus einer neuen Ausstellung der Gedenkstätte in der Lüneburger Heide. “Sie stellten mehr als die Hälfte aller Häftlinge, doch kaum jemand weiß noch, dass hier unter anderem acht Reichstagsabgeordnete der Weimarer Republik starben”, sagte Gedenkstättenleiter Jens-Christian Wagner am Donnerstag über die politischen Häftlinge in dem Konzentrationslager der Nazis. Der Historiker hat die Schau mit dem Titel “Roter Winkel” gemeinsam mit Studenten der Leibniz Universität Hannover konzipiert. Sie wird an diesem Sonntag zum 72. Jahrestag der Lagerbefreiung im Beisein von mehreren KZ-Überlebenden eröffnet und ist bis zum 20. August in Bergen-Belsen zu sehen. Danach sind weitere Stationen geplant.
Die Schau stellt exemplarisch politische Häftlinge vor, die auf ihrer Häftlingskleidung einen roten Winkel tragen mussten. “Der ehemalige Braunschweiger Ministerpräsidenten Heinrich Jasper zum Beispiel war in den 1920er Jahren einer der profiliertesten NS-Gegner. Er starb im Frühjahr 1945 in Bergen-Belsen”, sagte Wagner. Zwischen 1943 und 1945 wurden zehntausende Frauen und Männer als politische Gefangene nach Bergen-Belsen verschleppt, von denen viele die Lagerhaft nicht überlebten. Genaue Zahlen dazu gibt es nicht, weil die Nazis vor der Befreiung des Lagers durch die Alliierten alle Dokumente vernichteteten.
Nach dem gescheiterten Attentat auf Adolf Hitler am 20. Juli 1944 wurden Wagner zufolge in der “Aktion Gewitter” tausende politische Gegner festgenommen, darunter auch ehemalige Reichstagsabgeordnete. So lernen die Ausstellungsbesucher den Zentrums-Politiker Theodor Roeingh aus Beverungen an der Weser sowie den KPD-Abgeordneten Max Saupe aus Chemnitz kennen.
Gedenkstättenleiter Wagner will das Vermächtnis der Widerstandskämpfer, die vor allem aus den von Deutschland besetzten Ländern stammten, wieder in den Blick rücken. “Angesichts des Rechtsrucks und der Abschottungspolitik in Europa ist das wichtiger denn je”, sagte der Historiker.

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