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Anstiftung zur Untreue: Middelhoff sitzt wieder auf der Anklagebank

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Wenige Monate vor seiner Pleite zahlte der Karstadt-Mutterkonzern Arcandor enorme Erfolgsboni an Thomas Middelhoff. Dafür muss er sich vor Gericht verantworten.
Thomas Middelhoff ist zurück im Essener Landgericht. Die Staatsanwaltschaft klagt ihn wegen Anstiftung zur Untreue an. Es geht um knapp 2,3 Millionen Euro, die ihm der Aufsichtsrat von Arcandor auf sein Drängen hin als Sonderbonus zugebilligt haben soll, als er aus der Unternehmensführung ausschied. Wenige Monate später war der Konzern pleite.
Ebenfalls angeklagt sind sechs ehemalige Aufsichtsratsmitglieder, darunter der Ex-Chef des Kontrollgremiums, Friedrich Carl Janssen, und der
Ehemann der Quelle-Erbin und Arcandor-Großaktionärin Madeleine
Schickedanz, Leo Herl. Die Staatsanwaltschaft beschuldigt die Aufsichtsratsmitglieder der Untreue: wegen der Erfolgsprämie für Middelhoff, aber auch wegen einer ähnlichen Zahlung an den früheren Finanzvorstand des Konzerns. Insgesamt geht es damit um Bonuszahlungen in Höhe von rund 3,8 Millionen Euro.
Die Manager hätten keinen Anspruch auf das Geld gehabt und die Zahlungen hätten für das Unternehmen auch wirtschaftlich keinen Nutzen gebracht, begründete die Staatsanwaltschaft ihre Anklage. Das sei den Aufsichtsratsmitgliedern auch bewusst, aber gleichgültig gewesen. Ihr Ziel habe darin bestanden, das Gehaltsgefüge trotz der Turbulenzen, in denen sich Arcandor befand, auf gleichmäßigem Niveau zu halten.

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