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Die USA haben ihren moralischen Führungsanspruch verspielt

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Trumps pubertäre Rede vor den Vereinten Nationen – Wenn ein US-Präsident glaubt, seine Autorität durch Kriegsgeschrei zeigen zu müssen, hat er sie verloren.
Trumps pubertäre Rede vor den Vereinten Nationen liefert den Beleg: Wenn ein US-Präsident glaubt, seine Autorität durch Kriegsgeschrei zeigen zu müssen, hat er sie verloren.
Das Weiße Haus hatte der Welt eine “zutiefst philosophische” Rede versprochen: Donald Trump, der neue US-Präsident, der zum ersten Mal vor der Vollversammlung der Vereinten Nationen auftritt und erklärt, was künftig Amerikas Rolle in der Welt ist. Abgeliefert hat Trump dann freilich eine pubertäre Rede, die mehr Filosofie als Philosophie war – ein Mischmasch aus Allgemeinplätzen, Versatzstücken und halbstarker Angeberei, die in der Ankündigung gipfelte, Amerika werde Nordkorea “total zerstören”, wenn der “Rocket Man” Kim Jong-un und seine “kriminelle Bande” nicht aufhörten, die Vereinigten Staaten zu bedrohen.
Einmal abgesehen davon, dass es wohl völkerrechts-, bestimmt aber sittenwidrig ist, einem ganzen Land und dessen Bevölkerung mit völliger Vernichtung zu drohen, weil man mit der Regierung dieses Staates überkreuz liegt, zeigte diese Passage recht gut, was Trumps Problem ist: Der Präsident ist stets so versessen darauf, den starken Mann zu markieren, dass sein Gepoltere zunehmend bizarr klingt.
Denn natürlich wussten am Dienstag alle Zuhörer im Saal, dass ein Krieg zwischen den USA und Nordkorea zuallererst die “totale Zerstörung” Südkoreas zur Folge hätte. Wie ernst kann diese Drohung also gemeint sein? Es ist denkbar, dass Trump mit dem wüsten Gerede ein Ziel verfolgt.

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