Enthüllungen aus dem Datenleck Paradise Papers werfen neue Fragen zu Russland-Verbindungen der US-Regierung auf. Zudem sollen russische Gelder an Facebook geflossen sein.
Die Bilanz am Ende der Woche sah gut aus für Donald Trump: Mit Jerome Powell hatte der US-Präsident einen Fed-Chef auserkoren, der Zustimmung von allen Seiten erhielt; die Steuerreform hatte eine wichtige Hürde im Repräsentantenhaus genommen. Doch die Erfolgsserie erwies sich als kurz: Am Sonntag bereits überlagerten Meldungen über Verbindungen zwischen der US-Regierung und dem Kreml die ohnehin seltenen Zwischenerfolge. Diesmal stand nicht der Präsident selbst im Mittelpunkt, sondern eines seiner mächtigsten Kabinettsmitglieder.
Handelsminister Wilbur Ross soll trotz seines neuen Amtes an Investitionen in eine Reederei festgehalten haben, die enge Verbindungen nach Russland unterhält. Die Schifffahrtsgesellschaft Navigator Holdings soll unter anderem Millionen von Dollars damit verdient haben, Öl für den russischen Energiekonzern Sibur zu transportieren. Zu dessen Besitzern gehören mehrere Familienmitglieder Putins und Kreml-nahe Oligarchen wie Gennadi Timtschenko und Kirill Shamalov.
Die Verwicklungen gehen aus neuen Unterlagen über Offshore-Geschäfte der internationalen Geld- und Wirtschaftselite hervor, die Süddeutsche Zeitung in Zusammenarbeit mit einem internationalen Journalistennetzwerk veröffentlichte. Insgesamt soll Ross über verschiedene Partnerschaften und Investmentvehikel einen Anteil von 31 Prozent an der Reederei halten. Der Wert der persönlichen Anteile von Ross wird auf zwei bis zehn Millionen Dollar geschätzt. Der Minister hatte die Anteile an der Reederei im Januar offengelegt, die Geschäfte mit Sibur dabei aber nicht erwähnt.