Die EU verklagt Deutschland wegen der anhaltend zu hohen Stickoxid-Werte. Vielmehr könnte es für Politik und Automobilwirtschaft in Deutschland der lange notwendige Tritt in den Hintern sein.
Es ist wie verhext: Seit Jahren schiebt die deutsche Politik das Diesel-Problem vor sich her (und von sich weg), doch es will einfach nicht dem Vergessen anheim fallen. Gebannt schauen Politiker und Umweltfachleute auf leicht abflachende CO2-Kurven und können doch nicht ändern, dass die Werte in vielen Städten noch immer über der roten Linie liegen. In Hannover zum Beispiel wird das auch noch eine Weile so bleiben, wie Landesumweltminister Olaf Lies unlängst einräumen musste, nachdem er sein Amt komplizierte Modellrechnungen hatte anstellen lassen. Es hilft nichts: Wenn nicht ernsthaft etwas passiert, wird die Luft der Landeshauptstadt zu lange zu dreckig bleiben.
Wegen dieser anhaltenden Wurstigkeit klagt nun also die EU-Kommission gegen Deutschland und fünf weitere Mitgliedsstaaten. Gut so. Das Verfahren ist keine Schikane unausgelasteter Bürokraten. Vielmehr könnte es für Politik und Automobilwirtschaft in Deutschland der lange notwendige Tritt in den Hintern sein.
Die Lösung des Problems hat zwei Ebenen: Auf der einen, langfristigen, machen sich kluge Menschen schon lange Gedanken darüber, wie das Fortkommen in der Stadt der Zukunft aussehen könnte.

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