Seoul wurde über den Plan, Militärübungen mit Südkorea zu stoppen, nicht informiert. Japan kritisiert den Vorstoß.
Tokio. Euphorisch feiern Nordkoreas Staatsmedien nach dem Singapur-Gipfel das Zurückweichen Donald Trumps. Die offizielle Parteizeitung Ronbon Shimbun nennt die Begegnung das „Treffen des Jahrhunderts“: Der US-Präsident sei in wichtigen Fragen auf Forderungen Nordkoreas eingegangen, berichtet die amtliche Nachrichtenagentur KCNA. Unter anderem habe er die Lockerung der Sanktionen und den Abzug Tausender der 32.000 in Südkorea stationierten US-Soldaten in Aussicht gestellt.
Tatsächlich hatte Trump das Ende der Sanktionen in Aussicht gestellt, „wenn ein erkennbarer Abrüstungsprozess“ im Gange sei. Und er hatte gesagt: „ich will unsere Soldaten nach Hause bringen“, aber das sei „derzeit nicht Teil der Gleichung“.
Fakt ist aber, dass Trump überraschend angekündigt hatte, Militärübungen mit Südkorea während der Verhandlungen zu stoppen, weil diese provokativ wirkten und kostspielig seien. Diese Position könne sich ändern, wenn „die künftigen Verhandlungen nicht so laufen wie sie sollten“. Seoul war darüber offenbar nicht vorab informiert worden. „Zum gegenwärtigen Zeitpunkt benötigen wir erst einmal Klarheit, was der Präsident mit seiner Bemerkung exakt gemeint hat“, hieß es aus Seoul. Es habe noch keine Gespräche mit Washington gegeben, ob das für August geplante Großmanöver modifiziert werden muss.

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