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Israels Militär diskutiert Reaktion – Iran droht USA mit Angriff auf Stützpunkte

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Der Iran hat in der Nacht zu Sonntag einen beispiellosen Angriff auf Israel unternommen. Laut der israelischen Armee konnten 99 Prozent der Drohnen, Marschflugkörper und Raketen abgewehrt werden. Alle Entwicklungen im Liveticker.
Der Iran hat den USA damit gedroht, amerikanische Stützpunkte ins Visier zu nehmen, sollte die US-Regierung Israel bei einem möglichen militärischen Schlag gegen Teheran unterstützen. Das berichtet das staatliche Fernsehen im Iran. Die Botschaft habe man über die Schweiz der Regierung in Washington übermittelt.
Erstmals in der Geschichte der Islamischen Republik hatte der Iran seinen Erzfeind Israel in der Nacht direkt angegriffen. Die Revolutionsgarden feuerten nach eigenen Angaben Dutzende Drohnen und Raketen ab. Nach Angaben Israels wurden rund 300 Geschosse vom Iran abgefeuert und 99 Prozent davon von Israel sowie seinen Verbündeten abgefangen.
Der Chef-Sprecher des israelischen Militärs, Daniel Hagari, bezeichnete Irans Vorgehen als „sehr schwerwiegend“. Die Region werde dadurch in eine Eskalation gedrängt. Auf die Frage, ob Israel reagieren werde, antwortete Hagari nur, dass die Streitkräfte alles tut würden, was notwendig sei, um die Sicherheit des Staates Israel zu schützen. „Wir prüfen die Situation und zeigen dem Kabinett die Pläne.“ Laut israelischen Medienberichten ist mit einer „erheblichen Reaktion“ Israels zu rechnen. Dies berichteten das israelische Fernsehen und die Zeitung „Haaretz“.
Wegen des iranischen Angriffs wurde in der Nacht zum Sonntag an verschiedenen Orten in Israel Raketenalarm ausgelöst. Mehrere ballistische Raketen erreichten laut Hagari israelisches Territorium und beschädigten einen Luftwaffenstützpunkt leicht. Ein siebenjähriges Mädchen aus einer arabischen Beduinenstadt im Süden Israels wurden nach Angaben von Rettungskräften schwer verletzt, offenbar durch einen Raketeneinschlag. Sie erklärten jedoch, die Polizei untersuche die Umstände der Verletzungen noch.
Nach einigen Stunden gab Israels Heimatschutz schließlich vorerst Entwarnung: Einwohner im Norden und Süden des Landes müssten sich nicht mehr in der Nähe von Schutzräumen aufhalten, hieß es. Der Luftraum über Israel wurde wieder geöffnet.
Nach dem mutmaßlich von Israel geführten Luftangriff auf Irans Botschaftsgelände in Syrien am 1. April hatte der Iran wiederholt angekündigt, Vergeltung zu üben. Bei dem Luftangriff waren zwei Brigadegeneräle und fünf weitere Mitglieder der mächtigen Revolutionsgarden getötet worden. Der Iran macht Israel für ihren Tod verantwortlich.
Zahlreiche Flughäfen im Iran sind nach dem Großangriff auf Israel noch bis Montag außer Betrieb. Wie die iranische Nachrichtenagentur Isna am Sonntag berichtete, seien neben dem Hauptstadtflughafen bei Teheran auch weitere Städte betroffen. Vor allem im Westen des Landes wurde demnach der Flugbetrieb bis Montag 6.00 Uhr Ortszeit (4.30 Uhr MESZ) eingestellt. Dies galt unter anderem für die Metropolen Tabris, Kermanschah und Ahwas, aber auch für die Flughäfen in Schiras und Isfahan im Landesinneren.
Die meisten der iranischen Drohnen sind nach Angaben aus Geheimdienstkreisen über Syrien abgeschossen worden. Israelische und amerikanische Jets hätten sie abgefangen, bevor sie ihre Ziele in Israel erreichen konnten, sagen zwei Mitarbeiter westlicher Geheimdienste zu Reuters. Die vom Iran gestarteten Flugkörper seien über Südsyrien, dem syrischen Teil der Golanhöhen und in Ostsyrien entlang der Grenze zum Irak geflogen.
Die islamistische Terrororganisation Hamas begrüßt den iranischen Angriff. „Wir in der Hamas betrachten den Militäreinsatz der Islamischen Republik Iran als natürliches Recht und als verdiente Antwort auf das Verbrechen im iranischen Konsulat in Damaskus und auf die Ermordung mehrerer Anführer der Revolutionsgarden“, erklärte die Hamas mit Blick auf den Israel zugeschriebenen Angriff auf das Botschaftsgelände in Syrien am 1. April.
Der Irak, Jordanien und der Libanon haben ihren Luftraum am Sonntagmorgen wieder eröffnet. Die irakische Luftfahrtbehörde erklärte, „alle Risiken für die Sicherheit ziviler Flugzeuge im Irak“ seien „beseitigt worden“. Der libanesische Verkehrsminister Ali Hamie erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur AFP, die Flugzeuge im Land hätten ihre Flüge um 07.00 Uhr (Ortszeit, 06.00 Uhr MESZ) wieder aufgenommen. Die Regierung beobachte die Situation weiterhin. Aus Jordanien hieß es in einer Erklärung der Regierung, der Luftraum sei am Sonntag wieder eröffnet worden.
Irans Militärführung hat den Großangriff auf Israel als erfolgreich bewertet. „Der Grund für diese Operation war die Überschreitung der roten Linien durch das zionistische Regime, die für uns nicht tragbar war“, zitierte die Nachrichtenagentur Isna Irans Generalstabschef Mohammed Bagheri. Die Vergeltungsschläge gegen Israel seien erfolgreich gewesen. Mit „zionistischem Regime“ meint die iranische Führung Israel.
Nach dem großangelegten Luftangriff des Irans auf Israel kommt am Vormittag in Berlin der Krisenstab der Bundesregierung zusammen. Das Gremium werde wegen des iranischen Angriffs unter Leitung von Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) im Auswärtigen Amt tagen, hieß es aus dem deutschen Außenministerium.
Die islamistische Terrororganisation Hamas hat nach Angaben des israelischen Geheimdienstes Mossad den jüngsten Vorschlag internationaler Vermittler für eine Waffenruhe im Gazastreifen abgelehnt. Die Ablehnung des Vorschlags zeige, dass der Chef der Hamas im Gazastreifen, Jahja Sinwar, weder eine humanitäre Vereinbarung noch eine Rückkehr der Geiseln wolle, teilte der Mossad mit.
Israel dankt Frankreich für Hilfen bei der Abwehr des iranischen Angriffs. „Frankreich verfügt über sehr gute Technologie, Jets, Radar – und ich weiß, dass sie zur Überwachung des Luftraums beigetragen haben“, sagte der Sprecher der israelischen Armee. Er erklärte, nichts Genaues darüber zu wissen, ob französische Jets von Iran abgefeuerte Raketen abgeschossen hätten.
Der Iran warnt Israel vor einem Gegenangriff. „Sollte das israelische Regime erneut einen militärischen Angriff durchführen, wird die Antwort des Irans mit Sicherheit stärker und entschlossener ausfallen“, zitierte die staatliche Nachrichtenagentur Irna aus einem Schreiben von Irans UN-Botschafter Amir Saeid Irawani an UN-Generalsekretär António Guterres. Den Großangriff mit Drohnen, Marschflugkörpern und Raketen auf den Erzfeind Israel verteidigte der Iran als Vergeltungsschlag.
Israels Präsident Izchak Herzog hat sich nach dem abgewehrten iranischen Großangriff auf sein Land beim israelischen Militär, seinem Volk und dem Verbündeten USA bedankt. „Seid gesegnet, liebe Soldaten und Kommandeure“, schrieb Herzog auf der Plattform X und fügte hinzu: „Segne die Koalition der Nationen unter der Führung der USA“ und ihrem Präsidenten. Das israelische Volk habe eine „außergewöhnliche Widerstandsfähigkeit“ bewiesen, schrieb Herzog. „Gemeinsam werden die Kräfte des Guten die Kräfte des Bösen besiegen“, so der israelische Präsident weiter.
Der israelische Armeesprecher Daniel Hagari sagte, von 170 unbemannten Flugkörpern, die der Iran losgeschickt habe, seien „null auf das israelische Gebiet vorgedrungen“. Dutzende seien von israelischen Kampfjets abgeschossen worden, von der israelischen Luftabwehr sowie „der Luftwaffe und Luftabwehr unserer Partner“. Auch von mehr als 30 Marschflugkörpern, die der Iran abgefeuert habe, sei keiner nach Israel eingedrungen. „Von mehr als 120 ballistischen Raketen sind nur wenige nach Israel vorgedrungen und der Rest wurde abgefangen“, sagte Hagari weiter.
Der Luftraum über Israel ist nach Angaben der dortigen Flughafenbehörde seit 07.30 Uhr Ortszeit (06.30 MESZ) wieder geöffnet. Es sei aber mit Beeinträchtigungen des Flugplans ab Tel Aviv zu rechnen. Reisende sollten daher ihre Flugzeiten prüfen.
Donald Trump kritisiert US-Präsident Joe Biden wegen des iranischen Angriffs auf Israel. „Die Schwäche, die wir gezeigt haben, ist unglaublich“, sagte der voraussichtliche republikanische Präsidentschaftskandidat am Samstag (Ortszeit) bei einem Wahlkampfauftritt im Bundesstaat Pennsylvania.

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