Vom Pannen-Puma zur Primaballerina? Pistorius kauft neue Schützenpanzer; die Bundeswehr übernimmt damit mehr Verantwortung für die NATO-Verteidigung.
Stand: 20.12.2025, 22:02 Uhr
Von: Karsten-Dirk Hinzmann
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Vom Pannen-Puma zur Primaballerina? Die Bundeswehr bekommt neue Schützenpanzer; Deutschland übernimmt mehr Verantwortung für die Bündnisverteidigung.
Berlin – „Deutschland beabsichtigt, die Bundeswehr zur ,stärksten konventionellen Armee Europas‘ auszubauen“, zitiert Politico Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) – zusammen mit seinem Versprechen, ihr „alle notwendigen finanziellen Mittel“ zur Verfügung zu stellen, so das Magazin zu dessen Aussage aus dem Mai. Der Ukraine-Krieg und vor allem Wladimir Putins Bedrohung der freien westlichen Welt nötigen die Bundesregierung dazu, die Armee so auszustatten, dass sie die Bezeichnung „Streitkräfte“ wieder verdient. Was sie jetzt offenbar getan hat. Auf Deutschland rollt ein großes Rudel Pumas zu, nachdem bereits 50 Stück bestellt sind.
200 dieser modernen Schützenpanzer hat die Bundesregierung nachgeordert. Wie Rheinmetall mitteilt, habe das Unternehmen zusammen mit einem Joint Venture mit KNDS Deutschland einen Vertrag mit dem Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) unterschrieben. Start ist Januar 2026, das Volumen umfasst 4,2 Milliarden Euro brutto; die ersten Fahrzeuge dieser Tranche sollen 2028 ausgeliefert werden. Vor etwas mehr als zehn Jahren hatte der Puma als „,Mutterschiff‘ der Panzergrenadiere“, wie die Bundeswehr schreibt, seinen Vorgänger Marder abgelöst. Der war bis dahin mehr als 50 Jahre das Arbeitspferd der motorisierten Schützen gewesen und trotz all seiner Stärken von der technischen Entwicklung überholt worden.
Schützenpanzer sind in erster Linie für den sicheren Transport von Soldaten und nicht als Kampfpanzer gedacht. Jedoch werden diese auch an der Front verwendet. Schützenpanzer befördern also Soldaten unbeschadet direkt mitten in das Kriegsgeschehen und unterstützen die Infanterie dann im Einsatz. Die Kanone des Schützenpanzers ist kleiner als die des Kampfpanzers; allein deshalb ist ein Schützenpanzer einem feindlichen Kampfpanzer an Feuerkraft, Panzerung und Reichweite unterlegen und im Prinzip leichter zu zerstören; oder wie das Magazin Forbes über das US-Pendant zum Marder beziehungsweise Puma schreibt: „Das in den USA hergestellte Infanterie-Kampffahrzeug M-2 Bradley ist kein Panzer. Es ist ein Kampftaxi für die Infanterie.“
„Das dynamische und intensive Kriegsumfeld erfordert ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Größe und Raffinesse – eine Beschaffungsstrategie, die man als ,präzise Masse‘ bezeichnen könnte. Teure, hochtechnologische ,Boutique‘- und ,exquisite‘ Waffensysteme, die sich nur schwer in großer Stückzahl einsetzen lassen, dürften einer Kriegsmaschinerie, die auf Größe setzt, kaum erfolgreich entgegentreten können.“
Auch der Puma wird auf einem Gefechtsfeld eine stärkere Rolle spielen.
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