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Ukraine-Krieg: ++ „Es ist an der Zeit, dass Europa mit Russland spricht“, sagt Meloni ++ Liveticker

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Berlin verurteilt den Oreschnik-Einsatz gegen ukrainische Zivilisten scharf. Russlands Ex-Präsident Medwedew rechtfertigt die Mittelstreckenraketen als Beruhigungsmittel. Wolfgang Ischinger will den „Frontstaat“ Polen mit Waffen aus Deutschland ausrüsten. Mehr im Liveticker.
Russland setzt in der Ukraine offenbar zum zweiten Mal die Mittelstreckenrakete „Oreschnik“ ein. WELT-Korrespondent Christoph Wanner berichtet aus Kiew über die gezielten Schläge gegen die Energieinfrastruktur nahe der polnischen Grenze.
Die Bundesregierung verurteilt den Einsatz einer ballistischen Rakete gegen ukrainische Zivilisten scharf. Kiews Bürgermeister Klitschko rät Bürgern zum Verlassen der Stadt. Italiens Regierungschefin Meloni plädiert für direkten Dialog mit Russland. Mehr im Liveticker.
Dies sei kein offizieller Aufruf zur Evakuierung, sondern als Ratschlag an die Kiewer gemeint, auf ihre ofengeheizten Datschen zu fahren oder sich bei Verwandten und Freunden in weniger betroffenen Orten einzuquartieren. Der ukrainische Inlandsgeheimdienst SBU stuft den nächtlichen russischen Angriff mit einer Hyperschallrakete auf die westliche Region Lwiw als Kriegsverbrechen ein. ⁠Russland habe inmitten sich stark verschlechternder Wetterbedingungen versucht, kritische Infrastruktur in der Nähe der Grenze zur Europäischen Union zu zerstören, teilt der SBU mit. Die Bundesregierung verurteilt den russischen Angriff auf die Ukraine mit der Mittelstreckenrakete Oreschnik. „Während die Ukraine die USA und Europa sich in den vergangenen Tagen und Wochen sehr intensiv für einen Frieden in der Ukraine einsetzen, hat Russland die Mittelstreckenrakete Oreschnik gegen die Ukraine eingesetzt“, sagte der stellvertretende Regierungssprecher Steffen Meyer am Freitag in Berlin. Die Bundesregierung verurteile dies „aufs Schärfste“. Mit ihrem Angriff auf zivile ukrainische Energieinfrastruktur habe Russland den Konflikt „nochmals eskaliert“. Es handele sich um „symbolische Drohgebärden“, um weiter Angst zu verbreiten. „Russland eskaliert hier unprovoziert weiter“, sagte Meyer. „An unserer Entschlossenheit wird dies nichts ändern — im Gegenteil: Wir stehen weiter eng an der Seite der Ukraine und setzen unsere umfassende Unterstützung ungemindert fort.“
Russlands Ex-Präsident Dimitri Medwedjew rechtfertigt den Einsatz der neuen Mittelstreckenrakete Oreschnik gegen die Ukraine als Beruhigungsmittel. „Gefährliche Psychopathen brauchen eine Zwangsjacke oder eine Rettungsspritze mit Haloperidol“, schrieb der als Vizechef des nationalen Sicherheitsrats in Moskau immer noch einflussreiche Politiker. So sei es in der vergangenen Nacht im Westen der Ukraine passiert. Haloperidol ist ein Medikament zur Behandlung von Schizophrenie. In seinem jüngsten Blogeintrag konstatierte er eine „universale Katastrophe in den internationalen Beziehungen“. Ursache ist seiner Darstellung nach aber nicht der von Kremlchef Putin 2022 befohlene Krieg gegen die Ukraine, sondern das Verhalten der USA mit der Entführung von Venezuelas Präsident Nicolás Maduro. Dieser werde zu einer neuen Symbolfigur wie einst Südafrikas Nelson Mandela, prophezeite Medwedjew. Der Putin-Vertraute ging in dem Zusammenhang auch US-Präsident Trump an, den die russische Führung normalerweise von ihrer Kritik am Westen ausnimmt. Medwedjew warf dem Chef des Weißen Hauses „militaristischen Wahn“ vor. Scharfe Kritik übte er auch an der Kaperung des Öltankers der russischen Schattenflotte, die er als Verbrechen bezeichnete. „Und die Antwort darauf sollte keineswegs im Rahmen der Konvention des internationalen Seerechts liegen“, drohte er indirekt Vergeltung an. Selenskyj verlangt nach den neuen massiven russischen Angriffen auf sein Land eine „klare“ internationale Reaktion. „Es bedarf einer klaren Reaktion der Weltgemeinschaft“, erklärte Selenskyj am Freitag im Onlinedienst X. Dies gelte vor allem für eine Reaktion seitens der USA, „deren Signalen Russland wirklich Beachtung schenkt“, fügte er hinzu. Russland müsse signalisiert werden, „dass es seine Pflicht ist, sich auf die Diplomatie zu konzentrieren“, fügte der ukrainische Staatschef hinzu. Moskau müsse „jedes Mal Konsequenzen spüren, wenn es sich erneut auf Tötungen und die Zerstörung von Infrastruktur konzentriert“.
Selenskyj zufolge wurden bei der nächtlichen Attacke auf Kiew mindestens 20 Wohnhäuser beschädigt. Demnach wurde auch ein Gebäude der Botschaft des Golfemirats Katar getroffen. Nach Angaben der ukrainischen Armee feuerte die russische Armee in der Nacht 36 Raketen und 242 Drohnen verschiedener Bauarten auf die Ukraine ab. Der Luftabwehr sei es gelungen, 18 Raketen und 226 Drohnen abzufangen. In der Hauptstadt Kiew und ihren Vororten wurden bei den Angriffen mindestens vier Menschen getötet, wie Bürgermeister Vitali Klitschko mitteilte. Die Bundesregierung soll nach Ansicht des Vorsitzenden der Münchner Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger, dem östlichen EU-Nachbarn Polen Waffensysteme schenken. Der EU- und Nato-Partner ⁠sei heute „so etwas wie ein Frontstaat“, sagte Ischinger in einem am Freitag veröffentlichten Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters.

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