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Zittert man in Dänemark vor Trump, Herr Seidler?

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Der SSW-Bundestagsabgeordnete Stefan Seidler spricht über die Stimmung in Dänemark seit den Drohungen von Trump bezüglich Grönland.
Donald Trump lässt nicht locker: Der US-Präsident will sich Grönland einverleiben. Stefan Seidler vertritt im Deutschen Bundestag die dänische Minderheit. Er spricht über die Stimmung im Nachbarland – und über seine Erwartungen an die Bundesregierung.
Mit der Militäroperation in Venezuela hat die US-Regierung Fakten geschaffen – und sie erneuert auch ihre Drohungen gegen andere Teile der Welt. US-Präsident Donald Trump hat mehrmals betont, dass er sich Grönland einverleiben will. Seine Sprecherin schließt auch den Einsatz des Militärs nicht aus.
Die größte Insel der Welt ist zum Teil autonom, gehört aber zum Königreich Dänemark. Wie denkt man in Dänemark über die Lage? Stefan Seidler kennt das Land gut: Er sitzt für den “Südschleswigschen Wählerverband” im Bundestag und vertritt damit die rund 50.000 Menschen zählende dänische Minderheit im deutschen Parlament.
Herr Seidler, wie bedrohlich ist die Situation aus Ihrer Sicht?
Stefan Seidler: Man muss das sehr ernst nehmen. Die Forderungen werden inzwischen ja von mehreren amerikanischen Akteuren erhoben, nicht nur vom Präsidenten selbst.
Sie kennen Dänemark gut. Zittern die Dänen jetzt vor Trump?
Viele Dänen hatten die Forderungen zuallererst als Scherz aufgefasst – sowohl viele Kolleginnen und Kollegen in der Politik, aber auch in der Bevölkerung. Wir haben inzwischen aber alle gelernt: Wenn Präsident Trump etwas sagt, muss man das ernst nehmen. Die Vorgänge in Venezuela haben viele Menschen aufhorchen lassen.
Was unternimmt die dänische Regierung? Rein militärisch hätte sie den USA ja nur wenig entgegenzusetzen.
Die dänische Ministerpräsidentin hat schon früh den Dialog mit den Kolleginnen und Kollegen in Europa und darüber hinaus gesucht. Das sehen wir an der gemeinsamen Erklärung, die gestern von mehreren europäischen Staaten zusammen mit der dänischen Regierung verabschiedet wurde – auch Kanada hat klare Unterstützung signalisiert. Viele Menschen in Dänemark stört es sehr, wenn sie sehen, wie die Berater des US-Präsidenten mehr oder weniger über ihr Land lachen.

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