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Wer den Maduro-Coup verstehen will, muss das „Trump-Korollar“ kennen

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Mit der Militäroperation gegen Venezuela wollen die USA ihre Dominanz in der „Westlichen Hemisphäre“ wiederherstellen, erläutert der USA-Experte Josef Braml. Wichtig dabei ist das sogenannte „Trump-Korollar“.
Am 3. Januar 2026 gab US-Präsident Donald Trump bekannt, dass US-Streitkräfte und Spezialkräfte eine groß angelegte Operation gegen Venezuela durchgeführt und Präsident Nicolás Maduro sowie dessen Ehefrau aus dem Land ausgeflogen hätten. Dies war der Höhepunkt monatelanger Bemühungen der US-Regierung, einen Regimewechsel in Caracas herbeizuführen. Diese amerikanischen Aktionen sind Teil einer umfassenderen Strategie, mit der Zielsetzung, die Dominanz der USA auf dem amerikanischen Kontinent – den „Americas“ – wiederherzustellen.
Gegen Ende 2025 vollzog Präsident Trump einen dramatischen Wandel in der US-Außenpolitik, indem er die Monroe-Doktrin aktualisierte. Damit wurde Amerikas Einflussbereich in der „westlichen Hemisphäre“ neu definiert und eine neue Phase der strategischen Rivalität mit China und Russland eingeleitet. Die Doktrin verfolgt nicht nur das Ziel der militärischen und wirtschaftlichen Vorherrschaft in Amerika, sondern stellt auch den Zugang und Einfluss Europas infrage. Dies ebnet den Weg für verstärkte globale Spannungen und eine fragmentiertere Weltordnung.
Bereits vor etwa einem Jahr, Anfang 2025, griff die „New York Post“ das Thema auf und präsentierte Präsident Trump auf ihrer Titelseite mit einem Wortspiel: „The Donroe Doctrine“. Der Begriff verbindet Trumps Vornamen („Don“) – ein spanischer Ehrentitel – mit der historischen Monroe-Doktrin. Auf einer Karte der westlichen Hemisphäre machte Trump weitreichende Ansprüche geltend: Kanada wurde als „51. Bundesstaat“ bezeichnet, Grönland als „unser Land“ umbenannt, der Golf von Mexiko in „Golf von Amerika“ umgetauft und die US-Autorität über den Panamakanal bekräftigt. Was zunächst belustigend erschien, wird nun angesichts der politischen Ernsthaftigkeit Trumps schnell zum Anlass für Besorgnis.
Die Ende 2025 veröffentlichte Nationale Sicherheitsstrategie der USA teilt die Welt in drei Haupteinflusszonen auf, die jeweils unterschiedliche Erwartungen an regionale Führung und Sicherheitsstrukturen mit sich bringen:
Diese Herangehensweise spiegelt eine transaktionale Weltsicht wider: Großmächte dominieren ihre Nachbarschaften, während kleinere Staaten sich anpassen müssen, um nicht an Bedeutung zu verlieren. Die Priorisierung regionaler Vormachtstellung ersetzt universelle Normen durch geografische Hierarchien.
Eine zentrale Neuerung ist das sogenannte „Trump-Korollar“ zur Monroe-Doktrin. Es besagt explizit, dass die USA nicht-hemisphärischen Konkurrenten – insbesondere China und Russland – verwehren werden, strategisch bedeutsame Vermögenswerte in der westlichen Hemisphäre zu besitzen oder zu kontrollieren.

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