Nun ist es offiziell: Horst Seehofer will doch über 2018 hinaus im Amt bleiben. Das kündigte er am Montag im CSU-Parteivorstand an.
Der bayerische Ministerpräsident und CSU-Vorsitzende Horst Seehofer will doch über 2018 hinaus im Amt bleiben. In einer Sitzung des Parteivorstands am Montag in München kündigte der 67-Jährige an, wieder für beide Ämter zu kandidieren, wie die Deutsche Presse-Agentur von Teilnehmern erfuhr.
Schon jetzt blickt Seehofer auf vier Jahrzehnte Politik zurück: 1980 zog er in den Bundestag ein, 1992 wurde er Bundesgesundheitsminister. Nach der Wahlniederlage der Union 1998 gab der CSU-Politiker, nach langem Streit mit der CDU über die Gesundheitspolitik, zuerst die Zuständigkeit für die Sozialpolitik in der Unionsfraktion und dann den Vize-Fraktionsvorsitz ab. Ein Jahr vor der Bundestagswahl 2005 war Seehofer – wie er selbst einmal sagte – «politisch tot». Doch er kam wieder: als Bundesagrarminister, durchgesetzt von Edmund Stoiber.
Sein Weg nach Bayern führte über eine weitere Niederlage: Auf dem Parteitag 2007, als es um das Erbe Edmund Stoibers ging, unterlag er im Kampf um den Parteivorsitz dem Niederbayern Erwin Huber. Erst ein Jahr später, nach der dramatischen CSU-Wahlniederlage mit dem Verlust der absoluten Mehrheit, schlug Seehofers große Stunde: Im Herbst 2008 wurde er binnen weniger Tage Parteichef und Ministerpräsident.
Seither durchlebte Seehofer Höhen und Tiefen. Die Rückeroberung der absoluten Mehrheit in Bayern 2013 war sein bislang größter Triumph. Doch schon bei der Europawahl ein Jahr später ließ eine missglückte Wahlkampfstrategie Seehofers die CSU wieder dramatisch absacken.
Inzwischen richtet Seehofer seine Politik nahezu vollständig am Willen der Bevölkerung aus – jedenfalls wie er diesen versteht.