Der deutsche Mitarbeiter des Autokonzerns hatte zunächst abgestritten, an der Abgasmanipulation beteiligt gewesen zu sein.
Der deutsche Mitarbeiter des Autokonzerns hatte zunächst abgestritten, an der Abgasmanipulation beteiligt gewesen zu sein. Dann erlebte er die ganze Härte der US-Justiz.
Dieser Mittwoch, sagt Oliver S., sei ohne Zweifel einer der härtesten Tage seines Lebens. Er ist der zweite VW-Manager, der wegen seiner Beteiligung am Dieselskandal in Detroit vor Gericht steht. Der zuständige Richter Sean Cox hat keine Gnade gezeigt und ihn zu sieben Jahren Gefängnis sowie einer Geldstrafe von 400 000 Dollar verurteilt.
Oliver S., der aus einer Kleinstadt in Niedersachsen stammt, war von Februar 2012 bis März 2015 Leiter der VW-Umweltzertifizierungsstelle in Michigan und damit für den Kontakt zu den US-Umweltbehörden zuständig. Er hatte zunächst alles abgestritten. Im August bekannte sich der 48-Jährige aber schuldig, die Behörden betrogen und gegen das Luftreinhaltungsgesetz verstoßen zu haben.
Interne Unterlagen und E-Mails hatten zuvor gezeigt, dass er von der Manipulation der Diesel-Abgasanlagen in den VW-Autos wusste und versucht hatte, die US-Behörden hinters Licht zu führen. Oliver S. sagt, er habe erst im Sommer 2015 von der Schummelsoftware erfahren.
In der vergangenen Woche hatte er einen Brief an den Richter geschrieben, der Süddeutschen Zeitung vorliegt. Darin entschuldigt er sich und macht VW schwere Vorwürfe. » Ich fühle mich von meiner eigenen Firma missbraucht « , schrieb er. Bei einem Treffen mit der Umweltbehörde habe ihm VW Gesprächspunkte vorgegeben. « Bedauerlicherweise habe ich mich an sie gehalten. »
Weil er sich zunächst weigerte, zu gestehen und über den Fall auszusagen, erlebte er die ganze Härte des amerikanischen Justizsystems. Zur ersten Anhörung im Januar wurde er in Handschellen und Sträflingskleidung vorgeführt.