Kim Jong-un und Xi Jinping landen mit dem Treffen in Peking einen Propagandacoup. Es ist vor allem ein Zeichen an Donald Trump: Er könne die alten Partner nicht entzweien.
Für Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping und Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un war es ein Propagandacoup: Am Mittwoch bestätigte die chinesische Regierung, worüber stundenlang spekuliert worden war. Der nordkoreanische Diktator war auf Staatsbesuch in China. Seinem ersten überhaupt, seit er 2011 die Macht in dem abgeschotteten Staat auf der koreanischen Halbinsel übernommen hatte.
Das Timing spricht für sich: Das bis zuletzt streng geheim gehaltene Treffen fand kurz vor einem im April geplanten Gipfel mit dem südkoreanischen Präsidenten Moon Jae-in und dem für Mai angesetzten Gespräch mit US-Präsident Donald Trump statt. Damit setzt Kim seine Charmoffensive seit den Olympischen Spielen in Südkorea fort.
Xi empfing Kim mit allen Ehren in der Großen Halles des Volkes auf dem Pekinger Tiananmen-Platz. Der chinesische Staatschef habe ein Bankett für Kim und dessen Frau Ri Sol-ju gegeben, berichtete die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua. Dort habe Kim gesagt, er habe « erfolgreiche Gespräche » mit Xi zur Entwicklung der beiderseitigen Beziehungen und zum « Erhalt von Frieden und Stabilität auf der koreanischen Halbinsel » geführt.
Von dem hochsymbolischen Treffen profitieren beide Autokraten. Noch vor wenigen Monaten hatte sich Nordkorea mit seinen Raketen- und Atomtests immer weiter in die Isolation getrieben – und sich selbst von Peking, seinem langjährigen Verbündeten, entfernt.