Berlin (dpa) – CSU-Chef Markus Söder hat die AfD aufgefordert, sich klar von der Querdenker-Szene in Deutschland zu distanzieren.
Mehr zur Bundestagswahl 2021 finden Sie hier Es ist die Blaupause für die große Elefantenrunde nach der Bundestagswahl am Sonntag: Das Spitzenpersonal aller großen Parteien steckt seine Territorien ab. Keine drei Tage vor dem Urnengang richtet sich der Blick bei der TV-« Schlussrunde » schon darauf, wer zusammen passen könnte – und weniger auf Wahlausgang und Programme. ARD und ZDF haben die Politiker in vermeintliche Lager geordnet: Auf der einen Seite der Moderatoren Linke, Grüne und SPD, auf der anderen CDU, CSU, FDP, ganz außen die AfD. Doch so einfach ist es diesmal nicht, wenn es um mögliche Koalitionen geht. Man muss auf Nuancen achten: Wer blinkt in Richtung welcher Koalition, wer geht auf Distanz zu wem? Und wie gehen der gescheiterte und der tatsächliche Kanzlerkandidat der Union miteinander um? Ein Blick auf die Achsen in der Auseinandersetzung von sechs Spitzenkandidaten und CSU-Chef Markus Söder: SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz macht keinen Hehl daraus, dass die Grünen sein Lieblings-Koalitionspartner sind. Ob die Grünen das auch so sehen und zusammen mit SPD und FDP eine Ampel anstreben – oder ob sie doch lieber eine Jamaika-Koalition mit Union und FDP eingehen, ließ Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock in der Schlussrunde offen. Im letzten Triell der Kanzlerkandidaten am vergangenen Wochenende hatte man zeitweise fast den Eindruck eines Schulterschlusses zwischen ihr und Scholz, etwa als sie sich beim Thema Mindestlohn gegenseitig die Bälle zuspielten. Diesmal sind die Zwischentöne andere: Wo war die SPD, als die Sozialwohnungen abgeschafft wurden, fragte etwa Baerbock. Zum umstrittenen Mietdeckel sagte Scholz klar Nein, Baerbock vermied eine eindeutige Position. Ausdrücklich ging sie auf Distanz zu beiden derzeitigen Regierungsparteien, die sich aktuell in den Umfragen duellieren. « CDU und SPD stehen für Weiter so », erklärte sie. Die Grünen wollten ein neues Kapitel beim Klimaschutz aufschlagen – und dies mit den Parteien tun, mit denen das am besten gelinge. Am liebsten natürlich, so betonte Baerbock, in einer grün geführten Regierung. In den Umfragen scheint das aber keine Option mehr zu sein.