Als US-Präsident Trump zuletzt die Kontrolle der USA über Grönland forderte, lenkte er die Aufmerksamkeit auf einen geopolitischen Hotspot von globaler Bedeutung. Nicht umsonst sind die Großmächte dort engagiert.
Im Juli und August 2024 brach das Eis des arktischen Meeres unter dem Stahl dreier schwerer Eisbrecher: des Xuelong 2, des Ji Di und des Zhong Shan Da Xue Ji Di. Die drei Schiffe probten die ungehinderte Fahrt durch das Nordmeer, praktisch, vor allem aber auch symbolisch: China, gaben die drei Schiffe zu verstehen, ist in der Arktis präsent und zwar auf Dauer.
Die Botschaft wurde gehört: « Die Arktis wird chinesisch », titelte die staatliche russische Nachrichtenagentur RIA Novosti im Oktober 2024.
China engagiere sich seit langem in der Arktis, sagt Michael Paul, Experte für maritime Sicherheit am Berliner Think Tank Wissenschaft und Politik (SWP) und Autor mehrerer Studien zur geostrategischen Bedeutung der Arktis wie auch der chinesischen Präsenz ebendort.
« Seit den frühen 2000er Jahren ist China in der Region sehr engagiert, und zwar insbesondere in Island. Dann aber stieß Peking auf eine abwehrende Haltung Dänemarks und der USA. »
Beide Staaten fürchteten einen übergroßen Einfluss der Chinesen, so Paul. « Seitdem wendet sich Peking anderen Ländern in der Region zu, insbesondere Russland. Allerdings ist Russland durch den Ukraine-Krieg geschwächt – und ist damit auch in der Arktis mehr und mehr in die Rolle eines chinesischen Juniorpartners geraten. »
China wie auch andere Staaten der Region engagieren sich in der Arktis vor dem Hintergrund des Klimawandels, der sich dort besonders stark bemerkbar macht. So lag die globale Jahres-Durchschnittstemperatur im Jahr 2024 rund 1,5 Grad Celsius über der des vorindustriellen Zeitraums. Die Arktis-Region erwärmt sich dem Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung zufolge allerdings viermal schneller als der Rest des Planeten.
Die Folge: Die arktische Eiskappe schmilzt immer schneller ab. Sollte sie sich, wie derzeit prognostiziert, zwischen 2030 und 2040 in den Sommermonaten weitgehend zurückgebildet haben, dürften sich dort für die Fahrt aus dem Pazifik in den Atlantik gleich drei neue Schiffspassagen etablieren, die es erlauben, die bisherigen Routen teils erheblich abzukürzen.
Eine dieser Routen, die so genannte Nordostpassage nahe der russischen Landmasse, wird von China und Russland bereits jetzt als Handelsroute und Seestraße für den Transport von Rohstoffen ausgebaut.
Home
Deutschland
Deutschland — in German USA, Russland und China: In der Arktis hat ein strategischer Wettlauf begonnen