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Prien und Wadephul: CDU holt Kandidaten aus SH in Bundesregierung

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Johann Wadephul soll Außenminister in der neuen Bundesregierung werden. Das gab CDU-Chef Friedrich Merz am Morgen bekannt. Die Kieler Bildungsministerin Karin Prien ist als Ministerin für das Bundesbildungs- und Familienministerium vorgesehen. Auch mehrere Parlamentarische Staatssekretäre kommen aus dem Norden.
von Stefan Böhnke und Katharina Seiler
CDU-Chef Friedrich Merz hat heute die Liste der designierten CDU-Ministerinnen und -Minister für die künftige Bundesregierung vorgestellt. Mit Karin Prien wird eine selbstbewusste Bildungspolitikerin von der Landes- in die Bundespolitik wechseln. Daniel Günther hatte Prien 2017 als Bildungsministerin seiner Jamaika-Koalition von Hamburg an die Förde geholt. In der Hansestadt hatte sich die Rechtsanwältin einen Namen als streitbare Schulpolitikerin in der Bürgerschaft gemacht. In Kiel setzte sie ihren selbstbewussten Kurs fort. Immer wieder nutzte sie auch Interviews und Social Media, um sich in bundespolitische Themen einzumischen. Als eine der wenigen Landespolitikerinnen wurde sie daher schnell ein gern geladener Gast mit klarer Haltung in bundesweiten Talkshows.
Ihre bundespolitische Bekanntheit nahm noch zu, als sie 2018 zusammen mit anderen CDU- und CSU-Mitgliedern die Initiative « Union der Mitte » gründete – als Reaktion auf neue konservative Unions-Gruppierungen wie die WerteUnion oder den Berliner Kreis. Priens Ziel: Sie will die Union in der politischen Mitte halten und den Merkel-Kurs unterstützten. Ein Jahr später allerdings verlässt sie die Gruppierung wieder, weil sie, wie sie sagt, die Flügelkämpfe in der Union nicht verstärken wolle. 2021 wird Prien in den CDU-Bundesvorstand gewählt und zur Bundestagswahl 2021 von Kanzlerkandidat Laschet als Bildungsexpertin in sein Zukunftsteam geholt.
Im Jahr 2022 bewirbt sie sich für einen Stellvertreter-Posten von Parteichef Merz und wird mit 74 Prozent der Stimmen gewählt. Zwei Jahre später wird sie zwar als Partei-Vize bestätigt, aber mit 58,1 Prozent der Stimmen deutlich abgestraft – wohl auch stellvertretend für ihren schleswig-holsteinischen Kabinettschef Günther, der kurz vor dem Parteitag in einem Interview indirekt Parteichef Merz kritisiert hatte.

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