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Kanzler in der Krise: Ein Rauswurf, der Friedrich Merz helfen soll

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Nur acht Monate nach seinem Einzug ins Kanzleramt trennt sich Friedrich Merz von seinem Büroleiter. Der stand schon länger in der Kritik.
© dpa/Kay Nietfeld
Nur acht Monate nach seinem Einzug ins Kanzleramt trennt sich Friedrich Merz von seinem Büroleiter. Der stand schon länger in der Kritik.
Stand: heute, 18:17 Uhr
Im vergangenen Juni schaffte es Jacob Schrot nicht nur ins Zentrum der deutschen Macht, sondern rückte sogar ins Scheinwerferlicht der Weltbühne. Beim Antrittsbesuch von Bundeskanzler Friedrich Merz im Weißen Haus staunten selbst erfahrene deutsche Diplomaten nicht schlecht beim Anblick der Bilder aus dem Oval Office.
Denn es war Schrot, der im Büro des US-Präsidenten direkt neben Merz auf dem Sofa Platz nahm und damit gegenüber von US-Vizepräsident JD Vance saß. Nicht der außenpolitische Berater Günter Sautter oder Regierungssprecher Stefan Kornelius, sondern der Büroleiter des deutschen Kanzlers. Eine bemerkenswerte Position, die viel über den Menschen Schrot verriet.
Blitzgescheit sei er, kenne sich international gut aus, aber er dränge sich eben auch auf Fotos, hieß es schon damals über den gerade einmal 35-Jährigen. Auf einem weiteren Foto aus dem Oval Office, das Trump zeigte, wie er den von Merz mitgebrachten Golfschläger testete, stand Schrot hinter dem US-Präsidenten. Undenkbar, dass es so ein Bild mit Beate Baumann, der langjährigen Büroleiterin von Angela Merkel, gegeben hätte.
Doch so schnell werden ähnliche Fotos wohl nicht dazukommen. Am Montag teilte Regierungssprecher Stefan Kornelius die Trennung von Schrot mit. Künftig soll mit Philipp Birkenmaier der bisherige Bundesgeschäftsführer der CDU das Büro des Bundeskanzlers leiten. Der Kanzler selbst dankte Schrot in vier Sätzen für seinen „unermüdlichen Einsatz“.
Doch genau daran gibt es im Regierungsapparat und in Unionskreisen schon länger Unmut. Schrot ziehe alles auf seinen Schreibtisch, delegiere zu wenig und monopolisiere den Zugang zum Kanzler, heißt es. Zudem pflege er zuweilen, einen unüblichen Tonfall, etwa gegenüber Bundestagsabgeordneten. Schrot entscheide teils willkürlich über die Zusammensetzung von Reisedelegationen, die den Kanzler ins In- oder Ausland begleiten.
Und doch dürfte die Entlassung von Schrot nur in Teilen mit seinem Arbeitsstil zusammenhängen.

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