Delcy Rodríguez müsste laut Verfassung die Staatsgewalt übernehmen, doch ohne die Unterstützung des Militärs bleibt ihre Position unsicher – während Oppositionelle und Generäle bereits eigene Pläne schmieden.
Delcy Rodríguez müsste laut Verfassung die Staatsgewalt übernehmen, doch ohne die Unterstützung des Militärs bleibt ihre Position unsicher – während Oppositionelle und Generäle bereits eigene Pläne schmieden.
Nach der Festnahme des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro durch die USA droht ein Machtvakuum. Wer wird die Staatsgewalt in Venezuela nun übernehmen?
Der Verfassung zufolge müsste Vizepräsidentin Delcy Rodríguez die Führung des südamerikanischen Landes übernehmen. Die 56-Jährige steht für die Kontinuität des « Sozialismus des 21. Jahrhunderts ». Die Juristin und erfahrene Diplomatin gilt als eine der loyalsten Figuren in Maduros Machtzentrum.
Als Außenministerin (2014–2017) prägte Rodríguez den konfrontativen Kurs gegen die USA, den sie als Vizepräsidentin fortsetzte. Während Maduro in US-Gewahrsam ist, muss sie die Reaktion auf die Angriffe koordinieren, die Milizen aktivieren und die Verbindung zu Verbündeten wie Russland, China und dem Iran halten.
Doch ohne Maduro fehlt der Führung die Schlüsselfigur, die bislang die entscheidenden Machtpole – das Militär und die sozialistische Regierungspartei – zusammengehalten hat. Es muss sich zeigen, ob Rodríguez das Land im Ausnahmezustand führen kann – und wohin.
Die USA, aber auch die EU und mehrere lateinamerikanische Staaten sehen den inzwischen im spanischen Exil lebenden Edmundo González Urrutia als eigentlichen gewählten Präsidenten Venezuelas an.