Laut Klage gab es gleich drei Versäumnisse der Behörden
Am Wiener Landesgericht für Zivilrechtssachen hat die erste mündliche Verhandlung einer Amtshaftungsklage gegen die Republik in der Causa Ischgl begonnen. Geklagt haben die Witwe und der Sohn eine Mannes, der sich im Skiurlaub im März 2020 mit dem Coronavirus angesteckt hat und wenig später gestorben ist. Es geht um einen Schadenersatz von über 100.000 Euro. Die Verhandlung ist für zwei Stunden anberaumt. Mit einem Ergebnis in der ersten Verhandlung wird nicht gerechnet. Der Termin hatte für reges Medieninteresse gesorgt. Aufgrund der Corona-Pandemie wurde die Verhandlung im Festsaal des Obersten Gerichtshofes im Justizpalast abgehalten. An die 60 Journalisten hatten sich im Vorfeld akkreditiert, viele auch aus dem Ausland. Der Sohn des an Covid-19 verstorbenen 72-Jährigen — einer der Kläger — war zum Termin gekommen. Seine Mutter, die Witwe des Niederösterreichers schaffte es aus emotionalen Gründen nicht, wie ihr Sohn im APA-Gespräch sagte. Der Verbraucherschutzverein (VSV) hat im Namen der Familie des an Covid-19 verstorbenen Mannes Klage eingereicht. Anwaltlich vertreten wurden die Kläger von Alexander Klauser. Der Familie des 72-Jährigen gehe es nicht um das Geld, sondern um Gerechtigkeit, sagte der Sohn der APA. Sollte es zu einer Zahlung kommen, werde er das Geld spenden, sagte der Mann. Sein Vater habe zu Lebzeiten gerne die Caritas unterstützt. Die zentralen Vorwürfe: Die Behörden hätten nicht schnell und nicht entschlossen genug agiert, um die Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern.