Das Strafmaß war eindeutig. Doch während die Gerichtspräsidentin das Urteil verlas, sorgte die französische Rechtspopulistin für einen Eklat.
Paris. Das Strafmaß war eindeutig. Doch während die Gerichtspräsidentin das Urteil verlas, sorgte die französische Rechtspopulistin für einen Eklat.
Marine Le Pen betrat das Gericht mit einem Lächeln; bevor sie sich in dem vollgepferchten Saal in die erste Reihe setzte, dankte sie den Anwälten, die sie zwei Monate lang durch einen aufreibenden Prozess begleitet hatten. Doch als Gerichtspräsidentin Bénédicte de Perthuis das Urteil zu verlesen begann, versteinerten sich die Gesichtszüge der Angeklagten zusehends.
Dann fiel das eindeutige Urteil. Le Pen und zahlreiche prominente Vertreter des Rassemblement National (RN) sind schuldig der Veruntreuung: Von 2004 bis 2016 sollen sie Gelder des EU-Parlamentes in Straßburg zur Finanzierung der Pariser Parteizentrale abgezweigt haben. Der Deliktbetrag beläuft sich auf 4,1 Millionen Euro.
Le Pen nahm diese Ausführungen kopfschüttelnd entgegen. Sie wirkte zunehmend genervt, doch die Gerichtsvorsteherin fuhr ungerührt fort und erklärte: „Madame Le Pen war das Herz dieses Systems.“ Sie habe mit den Geldern auch ihren Leibwächter und ihre persönliche Sekretärin fürs Kinderhüten entlohnt. Sogar die Höhe dieser illegalen Saläre habe sie festgelegt, ohne auch nur ihre EU-Abgeordneten in Straßburg zu konsultieren. Nur einen Punkt gesteht das Gericht der langjährigen RN-Vorsteherin zu: Sie soll keine „persönliche Bereicherung“ betrieben, also nicht in die eigene Tasche gearbeitet haben.
Meine schwerste Entscheidung
Le Pen erhält wie auch ihre Mitangeklagten harte Strafen: zwei Jahre Haft mit Fußfessel, dazu zwei Jahre auf Bewährung. Außerdem muss sie eine Geldstrafe von 100.
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Deutschland — in German Urteil gegen Marine Le Pen – ein Präzedenzfall gibt ihr Hoffnung