Der US-Amerikaner Matthew Pridgen ist Weiß, konservativ, evangelisch und unterstützte 2016 Donald Trump. Heute warnt er vor der Maga-Bewegung.
Stand: 25.12.2025, 19:01 Uhr
Von: Anne-Kathrin Hamilton
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Der US-Amerikaner Matthew Pridgen ist Weiß, konservativ, evangelisch und unterstützte 2016 Donald Trump. Heute warnt er vor der Maga-Bewegung.
Matthew Pridgen wuchs privilegiert in einem reichen Stadtteil in Charleston, im Südstaat South Carolina, auf. Seine Heimatstadt war einst Drehscheibe im Sklavenhandel. Noch 2016 wählte er Donald Trump. Ein Projekt in einem Schwarzen Viertel öffnete ihm die Augen dafür, wie sehr Rassismus noch heute die US-Gesellschaft beeinflusst.
Pridgens Dokumentarfilm „The Sins of Our Fathers“ zeigt, wie Weiße Christen Rassismus seit Jahrzehnten mithilfe der Bibel rechtfertigen und zum Erfolg von Trumps „Make America Great Again“-Bewegung (Maga) beitragen. Im Interview mit der Frankfurter Rundschau von Ippen.Media erklärt er, wie sein Bruch mit Trump und Maga sein Familienleben beeinflusst – und worauf er für die USA hofft.
Herr Pridgen, wie viele Maga-Anhänger treffen Sie in den Schwarzen Kirchen von Charleston?
Keinen. Was mich nicht überrascht.
Wieso?
Bis heute spielt Rassismus eine Rolle in meiner Heimatstadt. Ich wuchs in einem wohlhabenden historischen Stadtteil auf. Damals hieß es: Geh nicht in das Viertel, wo mehrheitlich Schwarze leben. Sie seien gefährlich, arm und faul. Sie würden Sozialhilfen missbrauchen und Drogen verkaufen. All diese rassischen Narrative.
Genau diese Nachbarschaft sollte später Ihr Leben verändern.
Meine Frau und ich riefen dort eine Mentoring-Gruppe für Kinder ins Leben. Dabei wurde ich mit all diesen Erzählungen aus meiner Kindheit konfrontiert. Die Realität ist: Diese Familien arbeiten extrem hart, um gerade so über die Runden zu kommen. Das Viertel entstand durch Sklaven, die damals nach der Arbeit nach Hause gehen durften. 200 Jahre später ist es noch immer Schwarz und arm. Und meine Nachbarschaft ist noch immer reich und weiß. Wir haben diese Linien damals gezogen, und sie gelten bis heute.
2016 haben Sie noch Trump gewählt. Heute werfen Sie ihm Rassismus vor.
Ich war schon immer Republikaner und Christ. In der Kirche erzählten sie uns, dass Abtreibung das wichtigste Thema bei dieser Wahl sei. Damals hatte ich mich wenig mit Politik beschäftigt. Ich wusste nicht viel über Trump. Bis ich anfing, ihn zu beobachten. Alles, was er von sich gibt, ist eine Lüge. Auf seine Lügen folgen Lügen und noch mehr Lügen. Und um heute einen einflussreichen Posten in der Republikanischen Partei zu erhalten, musst du diese Lügen wiederholen.
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