Nach dem Brand in einer Schweizer Bar stellt sich die Frage: Wie sicher sind Berlins Clubs – und werden sie ausreichend kontrolliert?
Jetzt steht fest, was schon lange vermutet wurde: Ein Tischfeuerwerk hat in der Silvesternacht die Decke eines Clubs im Schweizer Ski-Ort Crans-Montana in Brand gesteckt. Mindestens 40 Menschen starben im Rauch und in den Flammen, mehr als 100 wurden verletzt. Tischfeuerwerke dürften viele wohl auch aus Berliner Clubs kennen. Was die Frage aufwirft, ob sich eine solche Katastrophe auch in der Hauptstadt ereignen könnte. Die Berliner Morgenpost hat deswegen mit einem Brandexperten gesprochen.
Tischfeuerwerk allein sei keine Gefahr, sagt Katastrophenschützer Philipp Cachée, der an der Berliner Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin (HWR) lehrt. Es zählt zur harmlosesten Kategorie F1, die in Innenräumen gezündet werden kann. Wichtig sei dabei jedoch, dass der Brandschutz eingehalten wird. Die Regeln an sich seien ausreichend. „Es müsste aber viel mehr unangekündigte Kontrollen geben.“ Die Wiederholungsprüfungen alle paar Jahre seien schlicht zu wenig.
Gerade in der Gastronomie, wo beim Personal hohe Fluktuation herrscht, würden Arbeitsschutz- und Brandschutzschulungen mitunter zu kurz kommen, so Cachée weiter. „Oft sind Feuerlöscher veraltet oder niemand kann richtig damit umgehen.“ Im Zweifel müsse man dann auch so standhaft sein, einen Club zu schließen, auch wenn es auf politischen Gegenwind stoßen kann.
In Berlin sind für diese Kontrollen die zwölf Bezirke zuständig. Die Verordnung über den Betrieb von baulichen Anlagen schreibe vor, dass bestimmte Einrichtungen „mindestens alle fünf Jahre im Rahmen einer Brandsicherheitsschau begangen werden“, hieß es dazu am Freitag auf Morgenpost-Anfrage aus dem Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg.
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Deutschland — in German Katastrophe in der Schweiz: So steht es in Berlins Clubs um den...