Das US-Militär hat offensichtlich Ziele in Venezuela angegriffen. Die Regierung in Caracas gibt sich kämpferisch. Die wichtigsten Entwicklungen im Live-Blog.
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Nach der Gefangennahme des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro bei einem US-Militäreinsatz hat US-Präsident Donald Trump ein Foto veröffentlicht, das diesen in Handschellen und mit einer schwarzen Maske über den Augen zeigt.
Auf dem Bild sei Maduro an Bord des US-Kriegsschiffs «USS Iwo Jima» zu sehen, kommentierte Trump am Samstag in Onlinediensten das Foto des mit einem grauen Jogginganzug bekleideten langjährigen venezolanischen Staatschefs.
Zudem äußerte sich Trump am Abend bei einer Pressekonferenz in seiner Residenz Mar-a-Lago in Florida zum Angriff auf Venezuela. Zum einen sagte er, die USA wollen Venezuela vorerst selbst führen: «Wir werden das Land so lange führen, bis wir einen sicheren, ordnungsgemäßen und umsichtigen Übergang gewährleisten können.»
Trump sagte, große US-Ölkonzerne sollten Milliarden Dollar investieren, um die nach seinen Worten «schwer beschädigte» venezolanische Öl-Infrastruktur zu modernisieren. Ziel sei es, das Land wirtschaftlich wiederaufzubauen.
Eine Partnerschaft mit den Vereinigten Staaten werde Venezuela «reich, unabhängig und sicher» machen, sagte Trump. Trump sagte zudem, Millionen Venezolaner im Exil – auch in den USA – würden von den geplanten Maßnahmen profitieren.
Zum anderen stellte der Republikaner eine «zweite, deutlich größere Welle» von Angriffen in Venezuela in Aussicht. Diese sei wahrscheinlich nicht nötig, weil das US-Militär bei seiner Festnahme von Venezuelas Staatschef Nicolás Maduro «so erfolgreich» gewesen sei. «Wir sind aber darauf vorbereitet, eine zweite, deutlich größere Welle durchzuführen.»
Bei einem groß angelegten Militäreinsatz hatten die USA in der Nacht Ziele in Venezuela angegriffen und Maduro und dessen Frau gefangen genommen. Der linksgerichtete langjährigen Staatschef soll nach US-Angaben in New York wegen «Verschwörung zum Drogenterrorismus» vor Gericht gestellt werden. (afp/dpa)
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Die US-Regierung will nach der Entmachtung von Venezuelas Staatschef Nicolás Maduro mit dessen Vizepräsidentin Delcy Rodríguez zusammenarbeiten. «Wir haben gerade ein Gespräch mit ihr geführt, und sie ist im Grunde bereit, das zu tun, was wir für notwendig halten, um Venezuela wieder groß zu machen, ganz einfach», sagte US-Präsident Donald Trump bei einer Pressekonferenz in seiner Residenz Mar-a-Lago in Florida.
Nach der venezolanischen Verfassung würde Vizepräsidentin Delcy Rodríguez bei einem Ausfall des Staatschefs bis zu Neuwahlen die Regierungsgeschäfte übernehmen. Als Außenministerin (2014–2017) prägte Rodríguez den konfrontativen Kurs gegen die USA, den sie als Vizepräsidentin fortsetzte. In seiner Pressekonferenz kündigte Trump auch an, dass die USA die Führung in Venezuela übergangsweise übernehmen wollten.
«Ich meine, es gibt niemanden, der das Amt übernehmen könnte», sagte Trump. «Sie hatte ein langes Gespräch mit Marco und sagte: ‘Wir werden alles tun, was Sie brauchen.’ Ich finde, sie war sehr zuvorkommend, aber sie hat wirklich keine andere Wahl.» (dpa)
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UN-Generalsekretär António Guterres hat sich angesichts der jüngsten Eskalation in Venezuela und der Festnahme des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro durch das US-Militär, alarmiert gezeigt. Die Entwicklungen stellten einen gefährlichen Präzedenzfall dar und hätten potenziell weitreichende Folgen für die Region, erklärte ein UN-Sprecher.
Guterres betonte die Notwendigkeit der uneingeschränkten Achtung des Völkerrechts und der UN-Charta und äußerte Sorge, dass diese Grundsätze nicht gewahrt worden seien. Zugleich rief er alle Akteure in Venezuela zu einem inklusiven Dialog unter Wahrung der Menschenrechte und der Rechtsstaatlichkeit auf. (dpa)
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Der französische Außenminister Jean-Noël Barrot hat die Gefangennahme des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro durch US-Streitkräfte scharf verurteilt. Der US-Einsatz «verstößt gegen das Gewaltverbot, das dem Völkerrecht zugrunde liegt», schrieb Barrot am Samstag im Onlinedienst X. Auch wenn Maduro «die Würde und das Recht des venezolanischen Volkes auf Selbstbestimmung schwer verletzt» habe, dürfe dem Land «keine dauerhafte politische Lösung von außen aufgezwungen werden».
«Souveräne Völker entscheiden allein über ihre Zukunft», betonte der französische Außenminister. Die «zunehmenden Verstöße» von Ländern, die als ständige Mitglieder des UN-Sicherheitsrats besondere Verantwortung trügen, hätten schwerwiegende Folgen für die Sicherheit der Welt, warnte Barrot. (afp)
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Nach dem US-Militäreinsatz in Venezuela und der Gefangennahme von Präsident Nicolás Maduro hat das Auswärtige Amt eine Reisewarnung für das gesamte südamerikanische Land erlassen. Deutsche Staatsangehörige in Venezuela seien aufgerufen, an einem sicheren Ort zu bleiben, erklärte das Auswärtige Amt am Samstag nach einer Sitzung des Krisenstabs. Das Auswärtige Amt stehe «im engsten Kontakt» mit der Botschaft in Caracas.
Die Bundesregierung beobachte die Lage in dem Land «weiter mit Sorge, fortlaufend und sehr genau», erklärte eine Sprecherin des Auswärtigen Amts: «Wir rufen alle Beteiligten auf, nichts zu tun, was zu einer Zuspitzung der Lage führen könnte, und Wege zu einer politischen Beilegung zu suchen.» Dabei müssten völkerrechtliche Normen eingehalten werden. (afp)
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Die Friedensnobelpreisträgerin María Corina Machado fordert nach der Festnahme von Venezuelas Präsidenten Nicolás Maduro durch US-Spezialkräfte die Einsetzung des Oppositionspolitikers Edmundo González Urrutia als Nachfolger. Er habe die Präsidentenwahl vor eineinhalb Jahren gewonnen und sollte sein verfassungsmäßiges Amt nun unverzüglich antreten, heißt es in einer auf X veröffentlichten Mitteilung Machados.
Nach dem Militäreinsatz der USA sei für die Opposition die Zeit gekommen, Venezuela zu regieren, schrieb Machado weiter. «Heute sind wir bereit, unser Mandat durchzusetzen und die Macht zu übernehmen. Bleiben wir wachsam, aktiv und organisiert, bis der demokratische Übergang vollzogen ist.» Sie rief die Streitkräfte des südamerikanischen Landes dazu auf, González als Oberbefehlshaber anzuerkennen. (dpa)
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Die US-Bundespolizei FBI war nach Angaben eines Senators bei der Festnahme von Venezuelas Staatschef Nicolás Maduro durch US-Spezialkräfte beteiligt. Es sei nicht nötig gewesen, den US-Kongress über die Pläne von US-Präsident Donald Trump zu informieren, da es sich um die Festnahme eines Drogenhändlers handele, behauptete der republikanische Senator Tom Cotton in einem Gespräch mit Fox News.
«Der Kongress muss nicht jedes Mal benachrichtigt werden, wenn die Exekutive eine Festnahme vollzieht», rechtfertigte er den US-Angriff. Es sei zudem gut gewesen, dass das US-Parlament nicht im Vorfeld involviert worden sei – sonst hätte der Angriff womöglich öffentlich gemacht werden können, spekulierte Cotton. (dpa)
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Großbritannien war nach Angaben des britischen Premierministers Keir Starmer nicht an der US-Militäroperation in Venezuela beteiligt. «Was ich sagen kann, ist, dass Großbritannien auf keine Weise beteiligt war an diesem Einsatz (.)», sagte Starmer der BBC.
Er wolle mit US-Präsident Donald Trump und mit weiteren Verbündeten sprechen, so Starmer weiter.
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Deutschland — in German USA wollen Venezuela vorerst selbst führen – Trump veröffentlicht Maduro-Foto