In Hamburg beginnt eines der komplexesten Internetstrafverfahren der vergangenen Jahre. Doch noch vor dem Start der nicht öffentlichen Hauptverhandlung in Hamburg erhebt die Verteidigung schwere Vorwürfe wegen eines Angriffs auf den Angeklagten.
In Hamburg beginnt eines der komplexesten Internetstrafverfahren der vergangenen Jahre. Doch noch vor dem Start der nicht öffentlichen Hauptverhandlung in Hamburg erhebt die Verteidigung schwere Vorwürfe wegen eines Angriffs auf den Angeklagten.
Noch bevor sich das Landgericht Hamburg erstmals mit der Sache selbst befasst hat, wird der Fall „White Tiger“ von einem mutmaßlichen Übergriff auf den Angeklagten überschattet. Die Hamburger Strafverteidigerin Christiane C. Yüksel schildert einen gewalttätigen Vorfall im Zusammenhang mit der Überstellung ihres Mandanten in die Untersuchungshaft. Nach dessen Angaben sei er während des Transports und unmittelbar nach der Ankunft in der Haftanstalt angegriffen worden.
Yüksel berichtet, ihr Mandant sei am Donnerstagmorgen aus einer anderen Haftanstalt in einem Sammeltransport nach Hamburg gebracht worden. Entgegen vorheriger Informationen habe er den Transportwagen nicht allein verlassen, sondern sei gemeinsam mit anderen Gefangenen in eine Sammelzelle gekommen.
Dort sei die Situation eskaliert. Andere Insassen hätten ihn auf seine Uhr angesprochen und diese offenbar haben wollen. Als er nicht reagiert habe, sei er „unvermittelt mit der Faust ins Gesicht geschlagen worden“. Der Angeklagte sei zu Boden gegangen, weitere Schläge hätten gefolgt. Dabei sei nach seinen Angaben mehrfach „White Tiger“ gerufen worden. Zu weiteren Einzelheiten könne sie nichts sagen, da ihr Mandant stark unter Schock gestanden habe.
Die Folgen des Angriffs seien deutlich sichtbar gewesen, so Yüksel. Ihr Mandant habe eine starke Schwellung im Gesicht, insbesondere auf der linken Seite, aufgewiesen. Er sei einem Zahnarzt vorgestellt worden; zusätzlich habe sie darauf bestehen müssen, dass auch ein Allgemeinmediziner hinzugezogen werde. Diese weitere Untersuchung sei nach ihrer Darstellung nicht von der Haftanstalt aus veranlasst worden. Wie es ihrem Mandanten aktuell gehe und ob er verhandlungsfähig sei, könne sie nicht beurteilen, da sie am Tag des Interviews noch keinen erneuten Kontakt zu ihm gehabt habe. Ob es sich um ein bloßes „Augenblicksversehen“ gehandelt habe oder ob mehr dahinterstecke, lasse sich derzeit nicht klären.
Vor diesem Hintergrund startet nun eines der aufsehenerregendsten Strafverfahren der vergangenen Jahre. Der als „White Tiger“ bekannte Angeklagte muss sich seit heute vor der Jugendkammer des Landgerichts Hamburg verantworten. Die Verhandlung findet unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt – eine zwingende Folge des Jugendstrafrechts, weil der heute 21-Jährige die ihm vorgeworfenen Taten überwiegend als Jugendlicher begangen haben soll.
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Deutschland — in German Angeklagter verprügelt: „White Tiger“-Prozess beginnt in Hamburg – und wird von Gewaltvorwürfen...